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PanoramaCenter2019
Bild (1/1): Opel Manta (1981) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring (© Oliver Kälke, 2019)
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    Buntgemischtes Starterfeld der VLN läutet die Motorsportsaison 2019 am Nürburgring ein

    4. April 2019
    Text:
    Oliver Kälke
    Fotos:
    Oliver Kälke 
    (29)
     
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    Zakspeed sorgt bei Test und Einstellfahrten mit neuem Auto für staunende Blicke

    Die VLN eröffnete wie gewohnt die Motorsportsaison am Nürburgring. Zum warm werden standen am 16. März die Test-und Einstellfahrten auf dem Programm, ehe es eine Woche später beim ersten Lauf des Jahres bereits um Punkte und Platzierungen ging.

    Trotz nasskaltem Wetter fanden sich zahlreiche Fans an der Nordschleife ein, um zum ersten Mal im neuen Jahr die Rennwagen auf der Strecke zu sehen. Viele Autos waren jedoch noch nicht bei der ersten Testmöglichkeit auf der Nordschleife dabei.

    Grosse Augen machten die Fans beim Auflieger des Zakspeedteams, denn auf den Tag genau, nämlich 20 Jahre nachdem Zakspeed mit der Chrysler Viper erstmals bei den Test und Einstellfahrten im Jahr 1999 auftauchte, entluden die Mechaniker eine Viper GT3-R der aktuellen Baureihe. Die Begeisterung war sofort da, umso mehr als das Team bekannt gab mit diesem Auto auch beim ersten VLN Lauf starten zu wollen. Die notwendige BoP-Einstufung wurde noch am Freitagabend vor dem Rennen vollzogen.

    Chrysler Viper GT3-R (Oliver Kälke) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Grösstenteils nutzten weitere GT3 Teams diesen Testtag um wichtige Daten zu sammeln, aber auch der Publikumsliebling überhaupt, der altehrwürdige Manta von Olaf Beckmann und Peter Haas drehte bereits wieder fleissig seine Runden. Selbsterklärend, dass man auch dieses Auto beim VLN1 wiedersehen würde.

    Widrige Bedingungen behindern planmässige Durchführung der Veranstaltung

    Nachdem der Testtag noch grösstenteils bei niedrigen Temperaturen und Regen durchgeführt wurde, konnten die Zuschauer beim Freitagstest vor VLN bei milden Temperaturen und Sonnenschein schon zeitweise im T-Shirt um die Strecke wandern und dem Treiben auf selbiger zusehen. Abermals waren es die GT3 die fleissig testeten, ein paar TCR schlossen sich Ihnen ebenfalls an. In der Abendsession wurde es allgemein voller, die Autos der V-Klassen spulten nun auch deutlich mehr Runden ab als noch am Vormittag. Erwartungsgemäss hielten sich die Teilnehmer mit den älteren Fahrzeugen am Freitag noch zurück, ist das ältere Auto doch auch anfälliger für Defekte.

    BMW 325i (2007) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Am Samstagmorgen gab es nun jedoch ein komplett anderes Bild, vorbei war es mit Sonnenschein und angenehmer Wärme. Dichter Nebel bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verhinderten einen planmässigen Ablauf der Veranstaltung und liessen Fahrer wie Zuschauer gleichermassen warten. Als ein Ausfall der Veranstaltung immer wahrscheinlicher wurde, spielte das Wetter dann doch noch mit. Der Nebel verzog sich und das Training konnte mit vier Stunden Verspätung aufgenommen werden. Der fortgeschrittenen Uhrzeit geschuldet wurde es jedoch von eineinhalb auf eine Stunde eingekürzt. Eine Teilnehmerzahl von über 170 Fahrzeugen war für den Saisonauftakt gemeldet. Es sollte also eine kurze und knackige Qualifikation werden. Dass die GT3 Fahrzeuge der Klasse SP9 die Pole Position und den Rennsieg unter sich ausmachen werden muss hier nicht extra erwähnt werden. Vielmehr möchten wir ein Blick auf die älteren Teilnehmer des ersten VLN-Laufs werfen.

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    Das Rennen aus Sicht der älteren Teilnehmer

    Für den grossen Schreckmoment der Veranstaltung sorgte bereits kurz nach Beginn des Qualifikationstrainings einer der interessanten Wagen. Der bei den Fans ebenfalls beliebte Jetta des XXL Racing Teams kollidierte bei der Anfahrt zum Brünnchen mit dem BMW 325i von Beat Schmitz, bei dem daraus resultierenden Dreher verhakte sich der Jetta mit dem Vorderrad am Randstein, was in einem spektakulären sechsfachen Überschlag endete. Sehr zur Erleichterung der zahlreichen Zuschauer an der Unfallstelle konnte der Fahrer jedoch dem total zerstörten Auto selbstständig entsteigen, bei der anschliessenden Überprüfung im Medical Center konnten ebenfalls keine schweren Verletzungen festgestellt werden.

    VW Jetta (1992) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Für den Jetta war leider nicht nur das Rennen bereits vor dem Start vorbei, schlimmer noch, der Schaden ist so gross, das eine Reparatur nicht möglich ist. Im Anschluss an das Rennen organisierten jedoch spontan Fans eine Spendenaktion, um dem Team ein Neuaufbau des Fahrzeuges sowie die geplante Teilnahme am 24 Stunden Rennen im Jahre 2020 zu sichern. Einige Fans und Fahrer fühlten sich durch diese Aktion an den guten alten Sportsgeist in der VLN erinnert, in der nicht nur der Sieg und Punktgewinn über allem steht sondern auch der respektvolle und faire Umgang mit dem Kontrahenten.

    Für Konstantin Wolf verlief das Training ebenfalls nicht den Erwartungen entsprechend. Sein E30 M3, wir berichteten bereits Ende letzter Saison über dieses Auto, hatte leider einen Getriebeschaden in der ersten Trainingsrunde erlitten. Seit der Fuchsröhre stand dem Fahrer nur noch der sechste Gang zur Verfügung. Damit die Runde überhaupt zu Ende zu fahren ist schon eine Herausforderung, eine Rennteilnahme jedoch leider aussichtslos. So musste leider auf den Start verzichtet werden. Bei der VLN2 will Konstantin jedoch erneut den M3 an den Start bringen.

    BMW M3 (1995) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Ebenfalls mit einem M3 am Start, jedoch aus der Baureihe E36, war Florian Quante. Sein Team startet mit dem E36 M3 in der Klasse V5, das heisst seriennahe Autos mit Benzinmotor bis 3000ccm Hubraum ohne Turbolader. Grösstenteils starten dort aktuelle Porsche Cayman. Sofern die Technik des deutlich älteren BMW mitspielt, könne man aber gut mit den Caymans mitfahren und diese auch ärgern, so der Fahrer. Eingesetzt wird das Auto bis zum 24 Stunden Rennen, bei dem dann ebenfalls ein Start geplant ist. Weitere Fahrzeuge des Teams sind ebenfalls in Bayern zu Hause, ein BMW 325i der Baureihe E90 wird in der V4 Klasse (Benziner bis 2500ccm Hubraum) eingesetzt und ein BMW E92 M3 GTR startet in der Klasse SP8. Die SP Klassen stehen für die VLN Specials, es sind also deutlich radikalere Versionen der Autos als in den Seriennahen Klassen, die SP8 steht für Benziner bis 4000ccm.

    Wie so viele Fahrer ist für Quante einer der wichtigsten Gründe für den Start in der VLN die Nordschleife an sich. Des Weiteren ein gut funktionierendes Team für eine erfolgreiche Teilnahme. Die drei Autos des Teams werden aktuell von ca. 15 Personen betreut, darunter finden sich Mechaniker und KFZ Meister sowie Dateningenieure aber auch Personen aus ganz anderen Berufen, die jedoch mit Leib und Seele Motorsportler sind. Den Saisonstart beschrieb er als durchwachsen, der 325i musste nach einem Unfall an vierter Stelle liegend das Rennen aufgeben, der M3 konnte aufgrund eines Differentialschadens ebenfalls nicht zu Ende fahren. Beide Fahrzeuge werden aktuell aber bereits für den Start bei VLN2 vorbereitet.

    Den Wunsch, um den ein oder anderen Klassensieg mitfahren zu können oder gar einmal um die Meisterschaft, hat der 32 jährige Hesse natürlich auch, aber im Vordergrund steht klar der Spass am Rennen fahren an sich.

    Jonas Spölgen nahm am ersten VLN-Lauf auch mit einem BMW teil, sein E36 325i war jedoch in der Klasse SP4 gemeldet. Er besitzt noch einen BMW E90 330i und fährt auch in der RCN mit. Auch er nannte die VLN als die tollste Rennserie der Welt, die Strecke und die Fans seien einfach einmalig und es mache einfach Spass dort zu fahren. Im Vergleich zu moderneren Autos sei das Fahren mit dem älteren Auto aufgrund fehlender Technik wie ABS oder anderer Hilfen schwieriger. Das Rennen konnte er jedoch als Klassensieger beenden.

    BMW 325i (1995) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Das TJ Racing Team setzte wieder ihre bekannten Autos ein, den moderneren Astra OPC und den betagten Opel Calibra. Erstgenanntes Auto verunfallte jedoch bereits zu Beginn des Trainings und konnte bis zum Start nicht repariert werden. Der Calibra, ein ehemaliges DTC-Light Auto, startete in der H2, wie unter anderem der bereits zuvor erwähnte Manta. Im Gegensatz zu seinem älteren Markenkollegen konnte der Calibra das Rennen jedoch nicht beenden und schied in der zweiten Rennhälfte aus. Der Manta hingegen konnte auf den vierten Platz in der Klasse fahren.

    Platz eins bis drei machten drei Renault Clio 3 RS unter sich aus. Für uns sind dies noch relativ moderne Autos, bedingt durch Ihr Baujahr zu Beginn der 2000er Jahre sind sie jedoch bereits auch startberechtigt in der H2. Auf Platz fünf folgte so auch der nächste Clio, ehe auf Platz sechs erneut ein älterer E36 auftauchte. Im Vergleich zu den vorher genannten E36 handelt es sich hier aber um einen Compact. Der 318ti der belgischen Nationale Autoclub Excelsior Truppe fuhr unspektakulär aber beständig bis ins Ziel.

    Vater-Tochter-Gespann unterwegs in der H2 Klasse

    In derselben Klasse, jedoch nicht in Wertung, fuhr auch der E36 318is mit der Startnummer 622 von Anna und Romeo Loewe. Das Auto erreichte nach fast drei Stunden Fahrzeit zwar die Zielflagge, aufgrund des hohen Rückstandes wurden sie jedoch nicht gewertet. Die Fahrerin des älteren BMW erklärte, dass man ab Beginn der ersten Rennrunde ein technisches Problem hatte, dieses aber an der „Ausfahrt Breitscheid“ lösen konnte und so das Rennen trotzdem beenden konnte.

    BMW 318is (1992) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Bereitwillig gab sie auch weitere Einblicke, zum einen über das Auto an sich, das BMW 318is E36 Coupé aus dem Jahr 1992. Aus Gewichtsgründen wurden die Türen und Seitenfenster sowie Kofferraumdeckel und Motorhaube gegen Kunststoffteile ausgetauscht, ansonsten ist das Auto in Serienzustand, von den rennsportbedingten Umbauten einmal abgesehen.

    Das Ziel für dieses Jahr ist sowohl das Auto defekt-und beulenfrei zu halten sowie die Knochen der Fahrer, falls dies gelingt denkt das Vater-Tochter-Gespann über einen Start beim nächstjährigen 24 Stunden Rennen nach. Erstmals war Anna Loewe 2017 mit Ihrem Vater zusammen aktiv in der VLN, 2014 wurde bereits mit dem aktuellen Auto in der RCN teilgenommen. Den Motorsport begann sie bereits zehn Jahre zuvor, ebenfalls zusammen mit dem Vater, bei Trackdays und Touristenfahrten auf der Nordschleife. Das Fahrzeug damals war jedoch ein Porsche 944. Faszinierend findet sie die VLN, wie es so viele andere Fahrer auch immer wieder sagen, durch die Nordschleife an sich. Die enorme Länge mit ihren wechselnden Strassenbelegen, Höhenunterschieden und den blinden Kurven und Kuppen ist die grosse Herausforderung der Strecke, die fehlenden Hilfssysteme bei den älteren Autos bilden dann die Herausforderung beim Fahren selbst.

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    Eigenbau in der SPX Klasse

    SCG 003C (Glickenhaus) (2014) am ersten VLN-Rennen der Saison von 2019 (65. ADAC Westfalenfahrt) am Nürburgring
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Schaut man sich die Starterliste genauer an, so wird man in der SPX Klasse auf den Scuderia Cameron Glickenhaus SCG003 stossen. Hinter dem vielsagenden Namen steckt der Eigenbau des US-Amerikanischen Milliardärs Jim Glickenhaus. Rufen viele jüngere Zuschauer bei der Vorbeifahrt des Exots fasziniert „Ferrari“, so liegen sie doch falsch. Der Eigenbau, dem Aussehen nach ein Prototyp aus Le Mans, hat einen 3,5L V6 Twin Turbo von Honda unter der Haube. Für dieses Rennen strahlte die Flunder in kräftigem Rot, auch dies lässt Ihn fälschlicherweise eher für ein Italiener halten. Schnell ist der Wagen dennoch. Vom Startplatz 18 aufgebrochen, konnte er sich im Rennen um drei Plätze nach vorne kämpfen und belegte abschliessend Platz 15.

    Entscheidung erst in der letzten Runde

    Das Bild der sehr umfangreichen Starterfelder und unterschiedlichen Autos bei der VLN vervollständigt dann der Kampf um den Gesamtsieg. Erwartungsgemäss machen die GT3 Fahrzeuge den Sieg unter sich aus. Rowe Racing konnte mit beiden eingesetzten BMW M6 GT3 aufs Podium fahren. Der Manthey Porsche 911 GT3R setzte sich jedoch zwischen den siegreichen Wagen mit der Startnummer 99 und das Schwesterfahrzeug mit der 98 und sicherte sich den zweiten Platz. Ärgerlich für das am Nürburgring beheimatete Manthey Team ist die Tatsache, dass sie noch als führendes Fahrzeug in die letzte Rennrunde gingen, eine unglückliche Code 60 Phase kostete sie jedoch den Sieg. Aber dies ist nur ein weiteres Beispiel für die spannenden Rennen auf der eindrucksvollen Strecke in der Eifel. Man weiss nie was die nächste Runde und Kurve für Herausforderungen für den Fahrer bereithält. Gemeinsam wird aber bereits dem nächsten VLN-Lauf entgegen gefiebert, diesmal hat dann hoffentlich der Wettergott ein Einsehen, damit am 13. April pünktlich um 12 Uhr die Ampel auf Grün springen kann.

    Das komplette VLN1 Rennen nochmals schauen

    Dank Youtube kann man heute das ganze Rennen nochmals schauen.

    Alle 29 Bilder zu diesem Artikel

    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ad******:
    10.04.2019 (17:04)
    Was heißt den, bitte, VLN und Code 60 Phase?
    Danke
    Brych
    Antwort von ps******
    10.04.2019 (20:17)
    VLN heißt Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Die Code 60 Phase wird durch die Code 60 Flagge gestartet, bei schweren Unfällen bei denen die Gelbe bzw Doppelt Gelbe Flagge nicht mehr ausreichen. In der VLN, und auf der Nordschleife allgemein werden Unfallstellen gestuft abgesichert. Gelbe Flagge bedeutet, wie überall bekannt, Gefahr, bremsbereit sein, Tempo reduzieren, Überholverbot. Doppelt Gelb, erhöhte Gefahr, Bremsbereit sein, Überholverbot und maximal Tempo 120. Sollte dies nicht ausreichen, zb. Wenn Sportwarte auf der Strecke sind bei der Bergung, dann kommt als weitere Ausbaustufe die Code 60 Flagge ( Pink mit weißem Diagonalkreuz, in der Mitte ein Kreis mit der 60 drin) zum Einsatz, ab dort gilt dann das selbe wie bei der doppelt gelb geschwenkten Flagge jedoch Tempolimit 60. Aufgehoben werden kann Code 60 dann mit jeder beliebigen Flagge, nicht mehr nur mit grün. So kann man es auch mit doppelt gelb aufheben und so das Tempolimit zb auf 120 erhöhen.
    co******:
    09.04.2019 (07:36)
    Eine doch eher langweilige Erzählung (oder Aufzählung) über eine sehr lebendige und attraktive Szene. Schade!
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