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Lauf 6 der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring 2019 - Wildwasserbahn

Erstellt am 16. September 2019
, Leselänge 8min
Text:
Oliver Kälke
Fotos:
Oliver Kälke 
88

Der Wettergott war am Wochenende des 7. Septembers 2019 nicht sehr gnädig. Dominierte doch der Regen fast das gesamte Rennen über und setzte den Teilnehmern ordentlich zu, indem er die Rennstrecke in eine Wildwasserbahn verwandelte. Nichtsdestotrotz können die Veranstalter auf einen im Grossen und Ganzen gelungenen Event zurückblicken.

Schon früh wurden Opfer gefordert

Mit dem sechsten Lauf bog die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring nun Richtung Zielgerade ab. Die Hälfte der Saison liegt bereits hinter Fahrern und Fans, nun fallen schon erste Entscheidungen in den Klassen oder es lassen sich zumindest nun klare Favoriten ausmachen. Zeit für uns, nochmals an der Nordschleife vorbei zu schauen, natürlich eher mit Fokus auf die älteren Teilnehmer in Europas größter Breitensportserie. Am Freitag lachte nochmals die Sonne und man konnte dem Treiben auf der Strecke bei angenehmen Temperaturen im T-Shirt folgen.

Doch der Renntag sah schon wieder ganz anders aus, erneut spielte der Wettergott nicht ganz mit. Zum Glück jedoch nicht so schlimm, dass es Auswirkungen auf den Zeitplan haben würde. So starteten die Autos dann auch pünktlich ins Qualifikationstraining am Morgen. Doch die nasse und teilweise auch noch recht dunkle Strecke forderte schon früh Opfer, die so bereits vor Rennbeginn auf einen Start verzichten mussten. Eines der Opfer war der E36 vom Team Destree Motorsport. Dessen Fahrer Fabian Pirrone, der Treffleiter des DSK-Stammtischs Hamburg, muss nun erneut seine Rennpremiere in der VLN verschieben, war das Auto doch bereits beim letzten Lauf ebenfalls in einem sehr nassen Training früh verunfallt.

BMW e36 (1998) am 42. RCM DMV Grenzlandrennen 2019 auf dem Nürburgring
Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

Exoten und Publikumslieblinge

Nahezu alle verbliebenen interessanten Autos aus historischer Sicht starteten diesmal wieder in der H2-Klasse. Rennfahrzeuge, die aufgrund ihres Baujahres nicht mehr in den VLN Specials oder den Produktionsklassen starten dürfen, finden in der Gruppe H ihre motorsportliche Heimat.

Die H2 ist dabei auf Ottomotoren mit maximal 2000 ccm begrenzt. Dort fahren mittlerweile auch bereits neuere Autos wie beispielsweise der Renault Clio mit, wir konzentrieren uns jedoch auf die richtigen Exoten im Feld. Eines der bekanntesten Autos und der absolute Publikumsliebling in der gesamten VLN dürfte hier sicherlich der Opel Manta von Peter Haas, Olaf Beckmann und Volker Strycek sein.

Mit dem originalen Straßenauto hat dieser Manta jedoch nicht mehr viel gemeinsam, der 2 Liter-Motor leistet bei 8200U/min knappe 250 PS. In der heutigen Zeit hört sich das erstmal wenig beeindruckend an, jedoch bringt der Manta in der VLN auch gerade einmal 950KG auf die Waage. Beim 24 Stunden-Rennen muss er reglementbedingt jedoch auf 1020 kg auflasten.

Damit man in diese Regionen vorstoßen konnte, wurden fast alle demontierbaren Teile gegen eine Variante aus Carbon oder Kevlar ausgetauscht. Ausgestattet mit einem 100 Liter-Tank kommt der altehrwürdige Manta dann auf eine Reichweite von 325 km, neben der Einführungsrunde und 11 Rennrunden wird noch eine Reserverunde eingerechnet. Das aktuelle Auto wird mit dieser Karosserie bereits seit 1999 in der VLN eingesetzt und kommt auf mittlerweile knapp 130 VLN-Rennen, sowie 14 Teilnahmen beim 24 Stunden-Rennen. Allein dabei kommt man auf ca. 80'000 km Rennbetrieb, die Trainings sind da nicht mal mit eingerechnet.

Opel Manta (1981) am 42. RCM DMV Grenzlandrennen 2019 auf dem Nürburgring
Copyright / Fotograf: Oliver Kälke
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Viele Spenden und Hilfestellungen nach spektakulärem Unfall

Von solchen Distanzen ist der VW Jetta des XXL Racing Teams leider noch weit entfernt. Der alte Jetta verunfallte im Qualify zu VLN1 bei einem spektakulären Mehrfachüberschlag im Streckenabschnitt Brünnchen. Schnell fanden sich viele Unterstützer und Sympathisanten des Teams und ermöglichten dem Team durch große Geld-, als auch Sachspenden eine schnelle Rückkehr auf die Nordschleife.

Ende März war der Unfall, der das Ende für das Rennfahrzeug bedeutete, nun stand Anfang September bereits der neuaufgebaute Jetta in der Boxengasse am Nürburgring. Im Zuge des Neuaufbaus nutze man die Chance und optimierte direkt. Die Motorleistung wurde auf nunmehr 235 PS gesteigert, statt 15 Zoll-Felgen steht der Jetta nun auf 17er-Felgen. Gab es im alten Jetta noch ein manuelles 5-Gang-Getriebe aus einem Diesel, werden nun die Gangwechsel über ein sequentielles Getriebe getätigt. Einzig der Tankdeckel wurde aus dem alten Jetta übernommen, mehr Teile waren nach dem schweren Unfall leider nicht mehr zu verwenden.

Das erste Rennen für das neue Auto sah man vielmehr als Test. Fahrer Norbert Mehling erklärte, bedingt durch die neue Technik im bekannten Auto müsse man jetzt erst mal schauen, wo man auf der Strecke liegt. Höhere Motorleistung und ein anderes Getriebe lassen alte Daten unwichtig werden und man muss sich nun neu orientieren. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit dem sympathischen Team, konnte man am Freitag noch ein paar Taxirunden mit Sponsoren absolvieren, musste man am Samstag auf den Start verzichten. Die Getriebeglocke hatte einen Riss bekommen. Zum einen wollte man das Getriebe an sich nicht riskieren, auf der anderen Seite wollte man für sich und andere Teilnehmer kein unnötiges Risiko eingehen, welches durch eventuelle Betriebsmittelverluste verursacht werden würde.

VW Jetta (1992) am 42. RCM DMV Grenzlandrennen 2019 auf dem Nürburgring
Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

Viel Mühe und ebenso viel Pech

Ein Totalschaden und ein daraus resultierender Wiederaufbau ist leider auch nichts Unbekanntes für den nächsten Vertreter aus der H2. Der VW Corrado von Jürgen Freiburg verunfallte 2017 zum Saisonende in einem Mehrfachunfall in der Fuchsröhre. Das Auto wäre damals, im Vergleich zum Jetta, jedoch reparierbar gewesen. Man entschied sich jedoch dagegen. Der Unfall war heftig und verursachte starke Beschädigungen. Die Reparatur wäre somit sehr aufwendig und man wüsste dann auch nicht, wie sich das Auto danach auf der Strecke verhalten würde. So entschied man sich damals zum einem wegen der „Kopfsache“ für den Aufbau eines neuen Corrados und auch, um neue Ideen zu verwirklichen, die nicht ohne weiteres im fertigen Auto umzusetzen wären. Seit 2018 ist dieses Fahrzeug nun auch wieder in der VLN unterwegs. Jürgen Freiburg fährt bereits seit 1997 in der VLN, nach einer Unterbrechung kam er 2007 wieder zurück, fährt nun aber eher sporadisch mit, jedoch wie seit Anfang an immer auf VW.

Die aktuelle Saison verläuft leider nicht wie geplant. Bereits im Juni kostete ein kleiner Defekt die Zielankunft. Der aktuelle Lauf sah da leider nicht besser aus, das nasskalte Wetter machte zu schaffen und es dauerte, bis die Intermediates auf Temperatur kamen. Kurz vor dem geplanten Boxenstopp blieb er zudem in der Einfahrt zur Boxengasse ohne Sprit liegen. Eine Wiederaufnahme des Rennens gelang, mit dem erneut einsetzenden Regen reichte jedoch ein kleiner Fahrfehler im Metzgesfeld und der Corrado machte unsanfte Bekanntschaft mit der Streckenbegrenzung und das Rennen musste leider vorzeitig beendet werden. Der Schaden hält sich jedoch in Grenzen, dem planmäßigen Saisonende für das Team beim VLN Lauf 7 steht aktuell nichts im Weg.

Die Garage ist zudem gut gefüllt, das alte verunfallte Auto ist verwahrt worden, aber auch ein neues Projekt ist bereits bekommen. Diesmal wird jedoch die Marke gewechselt. Trotz dem Markenwechsel hat man sich mit einem Audi 80 nicht allzu weit vom Vorgänger entfernt. Der Audi soll im kommenden Jahr ebenfalls in der Klasse H bei der VLN starten, ist jedoch aktuell noch in einer sehr frühen Phase des Aufbaus. Sobald er fertiggestellt ist, wird er in einer zeitgemässen Audi-Lackierung die Rennstrecke betreten und sein Bestes geben.

VW Corrado (1993) am 42. RCM DMV Grenzlandrennen 2019 auf dem Nürburgring
Copyright / Fotograf: Oliver Kälke
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Auch abseits der VLN aktiv

Ein weiterer Vertreter der H2-Klasse ist der E36 Compact des Teams Fun-Motorsport. Frank Unverhau ist sowohl Fahrer, wie auch Teambesitzer zugleich. Er selbst ist bereits seit 10 Jahren aktiv, sein Fahrerkollege am Wochenende war Günther Hartwig, der bereits auf eine beachtliche Erfahrung von 30 Jahren im Motorsport bauen kann. Zusammen pilotierten sie den genannten E36 Compact, der 4-Zylinder unter der Haube des kleinen 3ers entwickelt knapp 250 PS bei gerade mal 1000 kg Gewicht. Geschaltet wird der Wagen über ein sequentielles Getriebe. Auch abseits der VLN ist das Team aktiv.

In der Youngtimer Trophy entschieden sie sich jedoch für die Marke mit dem Blitz und bewegen dort 2 Opel Kadett GSI. Des weiteren ist bei Langstreckenrennen noch ein ehemaliger WTCC BMW im Einsatz, wie der Creventic Serie oder der NES 500. Für die kommende VLN-Saison plant man jedoch auch dort den Einsatz eines zweiten Autos.

BMW e36 (1998) am 42. RCM DMV Grenzlandrennen 2019 auf dem Nürburgring
Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

Grosse Herausforderung für Einzelstarter

Bereits zuvor berichteten wir über Konstantin Wolf und dessen E30 M3. Der E30 des Bayern ist seit einiger Zeit der einzige E30 im Feld der VLN, und nach dem Manta bereits das zweitälteste Auto im gesamten Feld. Für ihn war das Rennen direkt noch eine größere Aufgabe, stellte er sich doch der Herausforderung, dies als Einzelstarter zu bewältigen. So war er die vollen 4 Stunden im Auto, fuhr im Nassen los, konnte sich langsam an die trockenwerdende Strecke gewöhnen, ehe der Himmel zum Ende des Rennens erneut die Schleusen öffnete. Kein leichtes Unterfangen, das Auto dabei heile über die Ziellinie zu fahren.

BMW E30 M3 (1985) am 42. RCM DMV Grenzlandrennen 2019 auf dem Nürburgring
Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

Top-Autos gehören nicht zur Spitze

Zwei Drittel der Saison liegen nun auch schon hinter den Fahrern der VLN, es folgen also noch drei spannende Rennen bis zum Saisonende. Für den Meistertitel stehen aufgrund der komplexen Punkteregelung, nach dem Motto “viel Feind viel Ehre”, nicht die absoluten Top-Autos an der Spitze der Wertung, sondern wie zu erwarten, Autos aus den Teilnehmerstärksten Klassen. Aktuell führende sind das Duo Yannick Fübrich und David Griesner mit Ihrem M240i aus der CUP5-Klasse, gefolgt vom Trio Norbert Fischer, Daniel Zils und Oskar Sandberg im Porsche Cayman aus der V5-Klasse, auf Platz 3 folgen dann Nico Otto und Lars Peucker mit Ihrem BMW M240i, eingesetzt vom bekannten Team Scheid Motorsport. Auf Platz 31 liegen mit Daniel und Tobias Overbeck die ersten Vertreter der H2-Klasse, sie fahren auf einem Renault Clio 3.

Opel Manta (1981) am 42. RCM DMV Grenzlandrennen 2019 auf dem Nürburgring
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Der nächste Lauf steht dann am 28. September auf dem Plan. Es bleibt abzuwarten, ob die VLN dieses Jahr auch einmal in den Genuss eines Rennens bei besten Bedingungen kommen kann.

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