Bevor am 1. Juni um 16:00 Uhr das moderne Rennwagenfeld zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring startete, durften beim "24h Classic" am Vormittag die älteren Baujahre die 25,4 Kilometer lange Kombination aus Nordschleife und Grand-Prix-Kurs unter die Räder nehmen. Zeitlich kamen sich die beiden Läufe nicht in die Quere. Als Teil des Rahmenprogramms nennt sich das Klassiker-Rennen zwar "24h", dauert aber tatsächlich nur ein Achtel der Zeit.
Die dadurch deutlich geringere Belastung für Mensch und Maschine ist nicht zu verachten. Hans-Olaf Beckmann, der mit seinem Opel Manta bis letztes Jahr immer beim "richtigen" 24-Stunden-Rennen mitgefahren ist, war nun erstmals bei den Klassikern dabei. Mit 77 Jahren würde ihm die Hauptveranstaltung langsam zu anstrengend.
Beckmanns Manta war eines von 201 Autos am Start. Die meisten von ihnen bewegten sich nah an der Baujahres-Obergrenze 1988; ebenso stammte ein Grossteil von einer bekannten Zuffenhausener Marke. Hinzu kamen die seit Jahr(zehnt)en beliebten Alfa Romeo GTA, BMW 2002 und Ford Escort RS. Zu den ungewöhnlicheren Anblicken gehörten Renault 12, Hillman Imp und Lancia Flavia Sport, die jeweils die einzigen Repräsentanten ihres Typs waren.
Trotz der numerischen Übermacht war es jedoch kein Porsche, der das Rennen gewann. Nach 17 Runden oder 3:08:42,6 Stunden wurde Ralf Schall im Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II als Sieger abgewinkt – mit über einer Runde Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Dabei hatte es gut zehn Minuten zuvor noch deutlich knapper ausgesehen. Gerade einmal acht Sekunden lag Robert Huff im Porsche Carrera RSR zu Beginn der letzten Runde hinter Schall, ehe ihm im Streckenabschnitt "Hohe Acht" ein Motorschaden ereilte.
Hinter Schall folgten zehn Porsche, unter die sich lediglich ein einziger BMW 325i gemischt hatte. Für den Mercedes-Benz-Piloten war es sein zweiter Sieg beim "24h Classic". Bereits 2022 hatte er das Klassiker-Rennen am Nürburgring für sich entscheiden können. Und genau wie damals konnte ihn auch dieses Jahr die 30-Sekunden-Strafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse nicht daran hindern.



















































































































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