JPW und Wimille – Vom Scheitern der französischen Stromlinie
Zusammenfassung
1946: Während die europäische Autoindustrie gerade mit alten Vorkriegs-Modellen die Produktion wieder aufnahm, präsentierte der französische Rennfahrer Jean-Pierre Wimille seine Vorstellung eines Autos der Zukunft in Form des radikal andersartigen JPW mit Mittelmotor und Mittellenkung. Dieser Artikel erzählt die Geschichte des Stromlinienwagens, dem trotz dreier Anläufe nie der grosse Durchbruch gelang.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Widerstand und Windkanal
- Citroën-Vierzylinder und Eigenbau-V6
- Tropfenform als Ideal
- Zufällige Bekanntschaften
- Ford-Partnerschaft
- Der überarbeitete Prototyp
- Debüt auf dem Abstellgleis
- Fords Rückzieher
- Französischer Fahrbericht
- Museumsstücke
Geschätzte Lesedauer: 16min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Seitdem er 1937 den Pariser Salon besucht hatte, beschäftigte sich Jean-Pierre Wimille neben dem hauptberuflichen Motorsport auch mit der Frage nach dem Auto der Zukunft. Dennoch: das Fahren hatte Vorrang. Und da Wimille als Vollblut-Rennfahrer so ziemlich alle Rennen fuhr, die sich ihm boten, tat sich am Zukunftsmobil – ausser dem gefassten Plan, es irgendwann einmal zu bauen, und dem Sammeln von Ideen – zunächst recht wenig. Als die Deutschen in Mai 1940 in Frankreich einmarschierten, hatten die Franzosen dann natürlich Wichtigeres zu tun, als Autorennen zu fahren. Wie auch sein Kollege Robert Benoist schloss sich Wimille der Résistance an, um den Besatzern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Da der Motorsport während des Krieges weltweit Zwangspause hatte, hatte Wimille neben seiner Tätigkeit für den französischen Widerstand nun endlich auch Zeit, die Pläne für sein Zukunftsauto zu konkretisieren. Möglichst schnell sollte es natürlich sein, da es immerhin von einem Rennfahrer erdacht wurde. Möglichst windschnittig sollte es sein, damit es seine hohen Geschwindigkeiten auch bei geringer Motorleistung und niedrigem Kraftstoffverbrauch erreichte. Vor allem aber sollte es möglichst sicher sein. Durch seine Erfahrungen im Motorsport war Wimilles der Auffassung, der Fahrer habe mittig auf der Längsachse eines Automobils zu sitzen, damit er den Wagen nach beiden Seiten gleich gut einsehen und folglich Kurven präziser und somit sicherer durchfahren konnte. Die erfolgreichen Auto-Union-Rennwagen, die Wimille mit seinem Bugatti zunehmend von hinten gesehen hatte, hatten ihn zudem vom Mittelmotor-Konzept überzeugt, da es eine ausgeglichenere Gewichtsverteilung und eine bessere Strassenlage versprach.
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einmal als seinen Rennfahrer- Lehrmeister. 1955/56 sass Trintignant dann tatsächlich in einem Zentralmotorwagen, dem
faszinierenden, aber leider erfolglosen Formel- 1- Bugatti 251.
Gerhard Schütz
Gerhard Schütz
In der „REVUE TECHNIQUE AUTOMOBILE von Octobre 1949“ sehe ich nebst einem Wimille einige Autos mit recht windschlüpfig geformten Karosserien, darunter erstaunlich viele Amerikaner. Letztere folgten allerdings dem Prinzip der Segelboote d.h. „Länge läuft“.
In derselben Richtung bewegt sich auch ein wunderschöner Lancia Aprilia von Vignale.
Zagato, der unübertroffene Meister betr. Schönheit und Stromlinie, fehlte da allerdings noch.












































































































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