VW Bus T1, T2 oder T3 – welcher Bulli passt zu mir ?

Erstellt am 25. August 2020
, Leselänge 12min
Text:
Sven Jürisch
Fotos:
Kai-Uwe Knoth 
46
Tamiya 
1

Fahrplanwechsel in der heimischen Oldtimer-Garage. Statt den jahrelang gefeierten Turbo-Coupés und potenten V8-Limousinen hat mich mit Ende 40 das Bulli-Fieber gepackt.


VW Transporter T1 (1960) - Das Trio macht Rast
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Schluss mit der Hektik, mit schneller, höher, breiter Automobilen. Autowandern steht auf dem Programm oder wie es Balu der Bär sagt, "Probier’s mal mit Gemütlichkeit". Selbst das angedachte Tempolimit von 130 km/h hat für mich seinen Schrecken irgendwie verloren. Langsamkeit schont das Material. Kurz, ich habe es nicht mehr eilig und Neider-Prestige vor dem Reihenhaus brauche ich auch nicht. Das Thema VW Bus passt für mich im Hier und Jetzt. Natürlich nur mit Stil und klassischem Boxer im Heck.

In meinen Träumen sehe ich mich auf Landstrassen zweiter und dritter Ordnung im Boxertakt cruisen. Hier und da ein kleines Päuschen, vielleicht mit etwas Gebäck aus der Bordküche oder einem Kaltgetränk aus der Kühlbox. Reisen hat mit Rasen nichts zu tun. Und da ja derzeit #stayathome so angesagt ist, macht es ja auch nichts, dass VW die Busse der Vergangenheit mit aus heutiger Sicht geradezu mickrigen Motoren ausgerüstet hat. Deutschland hat eine Länge von knapp 1000 Kilometern, da sollte auch ein VW T1 reichen.

Drei Klassiker mit Heckmotor

Drei Busse stehen zur Auswahl: Der teure Klassiker T1, der Pragmatiker T2 und der ewig junge T3 buhlen um meine Gunst. Vor der Ausfahrt kommt der Stylecheck, denn seit der VW Bulli sich als Kultobjekt (was ist das eigentlich?) etabliert hat, ist Busfahren halt auch eine Stilfrage.

Der T1 ist der Charmeur, riecht nach Rimini, Alpenpass und Dolce Vita. Fährt er durch die niersächsische Landschaft, recken die Landfrauen den Daumen nach oben und Ruheständler auf Ihren Hanomags geraten ins Schwärmen. “Weisst Du noch Ilse, als wir damals mit dem Bus in den Harz fuhren?“. Die Strassen sind auf einmal voller Geschichten und jeder hat zu dem T1 etwas zu erzählen. Ausser ich, denn als ich die Welt erblickte, war der T1 ein alter Gebrauchtwagen und der T2 stand im Ausstellungsraum des Händlers in der Lüneburger Heide.


VW Transporter T2 (1970) - der luftgekühlte Vierzylinder-Boxermotor, den man schon aus dem Käfer kannte
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Der T2 repräsentiert die Siebziger und verzichtet auf die Verspieltheit der Dachfenster und der geteilten Frontscheibe. Das Auto wirkt erwachsener, doch das kühle Design hat auch Nachteile, denn wirklich aus dem Schatten des T1 kann der T2 nicht treten. Er ist heute immer so etwas wie die zweite Wahl, weil es eben zum T1 nicht gereicht hat. Der T2 ist bei mir nur in grauer Erinnerung vorhanden, als ein VW Bus, mit dem der Sportverein einen Ausflug machte – mehr nicht.

Der T3 hat es da schon einfacher, denn er ist qua Geburtsjahr „mein“ Bus. 1979 als komplette Neukonstruktion auf den Markt gebracht, entspricht der T3 optisch eher meinem Stil. Passt irgendwie zur Edwin Jeans und adidas Superstar. Deutlich dynamischer kommt er daher und verträgt sogar Spielereien wie Alufelgen oder Sportfahrwerke, ohne lächerlich zu wirken. Liegt vielleicht an dem Anspruch von VW, den T3 als geräumige Alternative zu einer Geschäftslimousine zu etablieren. So entstanden die Caravelle Carat, die Tuner Gerhard Oettinger mit dem Sechszylinder-Boxer namens wbx adelte. Der T3 hat sich diese Jugendlichkeit erhalten und wirkt immer noch frisch. Eigentlich wundere ich mich, dass der wirklich schon fast vierzig Jahre alt sein soll.

Museumstour oder Daily Driver

Die Ausfahrt beginnt ehrfürchtig mit dem T1. Immerhin kostet so ein Bus im Samba Format inzwischen fast sechsstellig. Da heisst es aufpassen. Lediglich 44 PS bietet der Vierzylinder Boxermotor. In Kombination mit dem Gewicht (1.150 kg) und mit dem Luftwiderstand nicht unbedingt eine Einladung für Fernreisen. Die Fahrdynamik ist bescheiden und lässt mich Zweifel ob ich so heutzutage mehrere hundert Kilometer am Tag zurücklegen, geschweige denn das Timmelsjoch vor Anbruch der eigenen Rente erklimmen soll. Hamburg- Südtirol im T1 ? Ohne mich. Höchstens eine Runde um das Eigenheim. Trotz der Entfernung zum Boxermotor fällt dessen Lärm beim Ausdrehen mir unangenehm auf. Der Bus mag die Hektik nicht und teilt mir das lautstark mit.


VW Transporter T1 (1960) - Der T1 saust vorbei
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Eile mit Weile ist sein Motto, doch dann komme ich überhaupt nicht vorwärts und ziehe eine Schlange auf der Landstrasse hinter mir her. Der Kurs ist dabei schlingernd, denn geradeaus fährt der T1 nur manchmal. Die Lenkung begreift meine Bemühungen offenbar nur als interessanten Vorschlag für die Himmelsrichtung, führt ansonsten aber ein Eigenleben, das 50 km/h zu einem echten Abenteuer werden lässt. Verbündet hat sie sich zudem mit der Mechanik des Schaltgetriebes. Der Schalthebel scheint bei jedem Schaltvorgang neu angelernt werden zu müssen, um den gewünschten Gangwechsel tatsächlich korrekt auszuführen. Hinzu kommt, dass ich mich mit 1,83 Metern nicht wirklich komfortabel untergebracht fühle.

Irgendwie passen die Knie nicht unter das Bakelit Lenkrad, das zudem so steil steht, als wäre der T1 ein Büssing Reisebus. Bei derlei Ungemach wird es spätestens nach der ersten halben Stunde schwer, den freundlich grüssenden Omas vom Strassenrand fröhlich zurückzuwinken. Vielleicht sollte ich anhalten und um etwas Franz Brandtwein für den geschundenen Körper bitten? Angebracht wäre es.

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Komfort nur für Gäste

Doch auch wenn ich als Fahrer mit dem T1 nicht wirklich warm werde, er hat etwas. Bei der ersten Rast stelle ich mir vor, wie die Family samt Hund es sich in dem mit 21 Fenstern reichlich verglasten Fahrgastraum auf dem mit schweisstreibendem Plastikbezügen bezogenen Sitzbänken bequem machen. Wie der Duft der Rapsblumen durch die grosszügige Dachlüftung den Innenraum erfüllt und was für eine fantastische Kulisse der Samba beim Familienfoto am Wegesrand abgeben wird. Das entschädigt für die schwachen Fahrleistungen und liefert die Erkenntnis, den Samba zwar als Daily Driver auszusortieren, ihn aber für das Kapitel „Show and Shine“ der persönlichen Wertungsliste ganz nach oben zu schieben.


VW Transporter T1 (1960) - Besitzer mit seinem besten des Menschen
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Vielleicht ist die Idee, den T1 mit dem Elektroantrieb auszustatten doch gar nicht so übel , im Massstab 1:10 gibt es das ja schliesslich auch schon. Aktuell bleibt der Wunsch, dem Samba für die nächste Tour ein Grundig Party Boy Kofferradio für den Stragula Picknicktisch am Rande der niedersächsischen Käsestrasse mit auf den Weg zu geben.

Flower ohne Power

Der Umstieg in den deutlich jüngeren T2 beginnt mit einer Vollbremsung. Schon nach wenigen Metern setzte ich den Bulli der zweiten Generation mächtig in die vorderen Federn, denn der Tritt auf das Bremspedal ist nach dem Umstieg aus dem T1 ohne Bremskraftverstärker eine Spur zu heftig ausgefallen. Also nochmal, diesmal mit Gefühl und der Erkenntnis, in dem ab 1967 gebauten Bus zwar optisch ein ähnliches, technisch aber ein in vielen Dingen weiterentwickeltes Auto zu fahren. Der Bus der Siebziger dirigiert sich leichter, ich sitze bequemer und das Auto wirkt erwachsener. Das wird bereits auf der Landstrasse deutlich, wo der hier in der Kombiversion auftretende Bus deutlich ruhiger liegt. Selbst Autobahnabschnitte traue ich mir nach kurzer Zeit zu. Bei 120 km/h ist zwar Schluss, doch das reicht. Ich komme voran und am Ende gelingt es mir sogar, den dritten Gang einzulegen, ohne mir an dem vorwitzigen Handbremshebel die Hand zu stossen.


VW Transporter T1 (1960) - Die guten alten Zeiten aufleben lassen
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Dennoch wird die Fahrt mit dem T2 für mich zur Zäsur. Für den hektischen Verkehr der heutigen Zeit ist er nicht geeignet. Sein Motor ist zu schwach und das Ansprechverhalten zu zäh. Dazu bringen mich die hakelnden Gangwechsel in der Innenstadt an den Rand der nervlichen Belastung. Zügig Abfahren will genauso gelernt sein, wie das lässige Parkieren. Und dann auch noch das Verfahren. „Bitte wenden“, quäkt die Handynaviagtion. Das Manöver ist eine echte Herausforderung, denn der T2 hat keine Servolenkung, keinen Parkpiepser, keine Klimaanlage und der Rückwärtsgang wird dank der hakeligen Kulisse auch nicht auf dem Präsentierteller serviert. Geschafft, irgendwie.

Die anschliessende Fahrt über die bergigen Landstrassen versöhnt mich auch nicht. Als Lohn für die Strapazen, winkt nämlich keine Omi am Strassenrand, grüsst keiner der entgegenkommenden Fahrer und auch an der Tankstelle nimmt kaum einer Notiz von dem Oldie. Das ist das Probelm des T2. Er ist zu wenig „altes Auto“.


VW Transporter T2 (1970) - Auch der T2 hat noch den Oldtimer-Charme, doch um einiges weniger als der T1
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Wo der Sambabus mit seinem „Dolce Vita“ Charme punktet, ist der Siebziger Bus einfach nur alt, ohne den Besitzer mit dem Bonus des Besonderen zu versöhnen. Da hilft auch das tolle Schiebedach nicht, mit dem sich sicher bei umgeklappten Rückbänken ganz herrlich der Sternenhimmel beobachten liesse. Der T2 ist für mich nicht der Richtige, wenn es um die Wahl „meines“ Busses geht. Sein Gebrauchswert im Alltag ist zu gering und er punktet nicht mit der Skurrilität des T1. Dazu ist auch der T2 inzwischen teuer geworden.

Sieg der Moderne

Zum Abschluss meiner Reise durch die Vergangenheit der Volkswagen Busse checke ich im T3 ein. Der rote Syncro Bus ist ein Kontrastprogramm zu seinen Urahnen. Der Sprung vom T2 hin zu dem Bus der 80er ist gigantisch und ich fühle mich als Kind der 80er sofort wohl in der mausgrauen Kunststoffwohnwelt. Hier gibt es sie, die Heinzelmännchen, die das Fahren angenehm machen. ABS, Servolenkung und eine Klimaanlage erleichtern mir den Alltag und ich kann mir sogar vorstellen mit dem T3 auf dem verwinkelten Supermarktparkplatz einzuparken.


VW Transporter T1 (1960) - Der T1 versteckt sich im Schatten
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Echte Oldtimerfans werden mir jetzt entgegnen, der T3 sei eben „nur“ ein altes Auto aber kein Klassiker. Mag sein, doch es kommt wie immer auf den Standpunkt an. Die liebevoll zerstreuten Bedienungselemente, die seltsam improvisiert wirkende Klimaanlage und auch die „Captains Chairs“ wirken auf mich vom heutigen Standpunkt so surreal, dass mir das als Beleg des gestern genügt. Für T1 Besitzer ist das freilich ein Verrat an der Idee. Es kommt halt darauf an, was man mit dem Bus machen möchte.

Allround Oldi

Ich möchte fahren, im Alltag, wie im Urlaub und das möglichst entspannt, ohne aber auf das gewisse Etwas von Gestern zu verzichten. Eine Aufgabe, die sich der Wasserboxer nur zu gern stellt. Nach dem Anlassen verfällt der 2,1 Liter in einen stabilen und satten Leerlauf, zögert nur kurz, wenn es darum geht die Fuhre in Schwung zu bringen und fällt danach eigentlich nur positiv auf. Nahezu virbrationsfrei und lautlos murmelt er sich durch das grün schraffierte Drehzahlband, wird auch beim Ausdrehen nicht böse und vermittelt das Gefühl unbegrenzter Mobiltät. Richtig schnell ist man mit dem T3 natürlich auch nicht, doch die Entschleunigung in diesem Bus ist so perfekt, man möchte auch gar nicht schnell unterwegs sein. Massgeblich dazu trägt das Fahrwerk und die Sitzposition bei. Beide sind perfekt aufeinander abgestimmt und selbst schlimmste Sünden des Strassenbau steckt der T3 komfortabel weg.


VW Transporter T3 (1980) - Das Trittbrett erleichtert den Einstieg
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Dass ich mit dem Allradantrieb „syncro“ sogar den schlammigen Weg zum Campingplatz erklimmen könnte, regt meine Phantasie zusätzlich an. Und wenn der T3 schmutzig ist, reicht der Hochdruckreiniger. Der T1 Besitzer würde mich bei derlei Gedankengut vermutlich umbringen, doch ich verspüre keine Lust nach jeder Regenfahrt die Chromleisten einzeln abzutrocknen. Keine Frage, dieser Bus ist für den Liebhaber Wolfsburger Busromantik das einzig wahre Angebot, wenn es darum geht, einen alltagstauglichen Klassiker zu besitzen. Abgerundet wird das Bild durch die attraktive Optik, mit der zumindest die Generation Golf einverstanden sein wird, wenngleich der T3 eben gefühlt kein echter Oldtimer ist.

Fazit: Welcher Bus der richtige für einen selber ist, ist letztlich eine Frage des Budgets und der persönlichen Präferenzen. Gelegentliche Ausflüge mit dem T1 sind sicher eine feine Sache, im Alltag ist das Modell für mich schlicht nicht zu gebrauchen. Zu laut, zu lahm und vor allem zu empfindlich, lautet mein Urteil. Der Urtyp aller Busse ist zwar extrem sympathisch, doch wer will schon im Alltag permanent Angst um seine fahrende Altersvorsorge haben. Für mich stellt sich angesichts der bisweilen sechsstelligen Kaufpreise die Frage nach einem T1 ehedem nicht. Der T1 ist ideal für den Sonntagsausflug in die Umgebung oder für nahegelegene Treffen. Ein schönes Stellhinnchen, mehr aber leider nicht.


VW Transporter T1 (1960) - Generation T1, T2, und T3 auf gemeinsamer Spazierfahrt
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Wenn ich unbedingt die Nostalgie der Sechziger und Siebziger atmen möchte, greife ich zum T2. Der ist, vor allem in seiner finalen Version, zumindest bedingt alltagstauglich. Was ihm fehlt ist das Flair. Da braucht es schon das Campingmobil „Helsinki“, um für etwas Stimmung zu sorgen. Die sind aber gesucht und in brauchbarem Zustand dementsprechend teuer, wenngleich ein gutes Auto nicht mal die Hälfte eines T1 „Samba“ kostet und durchaus noch Potential hat. Lohnt sich eine Restauration beim T2? Wie immer kommt es auf den Ausgangszustand an, doch die meisten Exemplare im Originalzustand sind von schlimmen Rostschäden betroffen, was die Kalkulation nach oben treibt, vor allem, wenn man die Arbeiten nicht selber machen kann.

Letztlich kommt für mich in unserer hektischen Welt der T3 am ehesten in Frage. Er ist leichter zu fahren, deutlich leistungsstärker und hat die bessere Innenraumqualität, was auf langen Strecken einfach mehr Spass macht. Dazu kommt die erheblich bessere Unfallsicherheit, ein Aspekt den man nur zu gern ausser acht lässt, wenn es um Oldies geht. Im T3 spricht mich vor allem die Möglichkeit an, ohne Reue und Furcht vor Parkplatzdellen auf den Supermarktparkplatz zu rollen und wenig später eine Reise von 500 Kilometern oder mehr am Stück antreten zu können. Er ist universell einsetzbar, bietet das Besondere eines Klassikers, ohne aber ein zu umsorgendes rollendes Museumsstück zu sein.

Das darüber hinaus die Ersatzteilversorgung dank Volkswagen Classic Parts gesichert ist, macht den T3 für mich zu meinem Favoriten. Zieht man dann noch die positive Wertentwicklung dieses Modells in Betracht, fährt man mit dem jüngsten der Heckmotorbusse nicht wirklich schlecht. Allerdings muss man sich beeilen, denn gerade die Sondermodelle (etwa LLE), die Caravellen oder die syncros werden am Markt immer seltener angeboten.

Technischer Daten-Vergleich

  T1 T2 T3
Hersteller Volkswagen AG Volkswagen AG Volkswagen AG
Modell / Ausführung VW Transporter T1 VW Transporter T2 VW Transporter T3
Karosserie Kombi, Stahl, 9 Plätze Kombi, Stahl, 8 Plätze Kombi, Stahl, 8 Plätze
Motor (Benzin/Diesel) 4 (Boxer-Vierzylinder) Heck, OHV, Einbaulage längs 4 (Boxer-Vierzylinder) Heck, OHV, Einbaulage längs 4 (Boxer-Vierzylinder) Heck, OHV, Einbaulage längs
Hubraum (ccm) 1493 1584 2109
Leistung (PS) 44 bei 4000 U/min 50 bei 4000 U/min 95 bei 4800 U/min
Drehmoment (Nm) 102 Nm bei 2000 U/min 106 bei 2800 U/min 160 bei 2800 U/min
Getriebe 4-Gang 4-Gang 5-Gang
Antrieb Hinterrad Hinterrad Hinterrad oder Allrad
Fahrwerk vorn Kurbellenkerachse mit Kugelgelenken, Federstäbe Kurbellenkerachse mit Kugelgelenken, Federstäbe Doppelquerlenker, Schraubenfedern, Stabilisator
Fahrwerk hinten Eingelenk-Pendelachse, ein Querfederstab, Längslenker Schräglenker, querliegende Federstäbe Schräglenker, Miniblockfedern
Reinfen / Felgen 6.40x15 185 R 14 185 R 14
Bremsen v/h Trommel / Trommel Trommel / Trommel Scheiben, Trommel
0-100 km/h (sek.) k.A. k.A. k.A.
Vmax (km/h) 105 110 141
LxBxH (mm) 4300 x 1800 x 1925 4420 x 1765 x 1960 4570 x 1844 x 1735
Gewicht leer (kg) 1150 1285 1480
Verbrauch (l/100 km) 9,7 11,4 15,1
Bauzeit (Baureihe oder Modell) 1950 – 1967 1967 – 1979 1979 – 1992
Stückzahl (Baureihe oder Modell) k.A. k.A. k.A.
Neupreis (DM) 5925 (1959)
7195 (1969)
21'215 (1982)

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von xj******
30.11.2020
Antworten
Tatsächlich ist ein später t2 2.0 mit 70 PS ordentlich zu bewegen. Ich hatte in den 80er Jahren ein 78er L Modell mit Schiebedach, ausklappbarem Trittbrett und Automatik. Leider habe ich ihn 1988 verkauft....rostfrei mit 85000 km :-(

Seit 3 Monaten steht jetzt ein 83er rostfreier T3 Dehler Profi 1.9 wbx (78 PS) mit Automatik und schlanken 96000 km in der Halle. In den 80ern unser damals unerreichbarer Traum. Heute endlich erfüllt, mit jeder Menge Spaß und Entschleunigung pur als Dreingabe :-). Dabei aber keinesfalls ein rollendes Hindernis.

Das dahingehend "schlimmste" Erlebnis war Ende der 80er Jahre ein gemieteter T3 50PS Saugdiesel mit Westfalia Ausbau und Klapp-Hochdach. Ein uns begleitender 70 PS VW LT Sven Hedin mutierte im direkten Vergleich zum rassigen Sportwagen. Wir im T3 dagegen fürchteten, in Südfrankreich von der Dune de Pilat eingeholt und verschüttet zu werden.
Noch heute schwöre ich in geselligen Rotweinrunden, dass bei Rückenwind die Fliegen an der Heckscheibe dieses T3 klebten ;-)

Ab dem T2 geht nicht nur deshalb nach meinem Geschmack nichts über das Motorengeräusch eines der größeren Luftboxer oder wbx.
von ca******
23.10.2020 (16:49)
Antworten
Ein erfrischender Bericht, auch deswegen, weil es im Zusammenhang mit dem VW Typ 2 einmal nicht um Camping und Vanlife geht. Die meisten der überlebenden Busse und Kombis von T2 und T3 sind zwischenzeitlich mehr oder weniger professionell in Camper - oder was der Besitzer darunter versteht - verwandelt worden, sodass der Bestand profaner Pkw-Versionen zusätzlich zum altersbedingten Schwund weiter reduziert wurde.

Alle 3 beschriebenen Versionen sind in meinen Augen Ikonen der Fahrzeuggeschichte, aber ich stimme dem Schreiber zu, der echte Alltagstauglchkeit nur (noch) dem T3 zugesteht. Hätte er einen T2b mit Typ 4 Motor und einen T3 mit 50PS Lufti oder Diesel zur Verfügung gehabt, dann hätte sich das Bild vielleicht verschoben. Und zum T1: ganz im Ernst, welcher Besitzer nutzt solch einen schönen Oldtimer tatsächlich noch im Alltag?

Eine kleine Korrektur zum Text kann ich mir nicht verkneifen: "wbx" ist das Szene-Kürzel für alle Wasserboxer des T3 und nicht nur die Bezeichnung für die bei VW entwickelten und bei Oettinger gebauten Sechszylinder. Oettinger selbst nutzte das Kürzel auch nicht nur für die Sechszylinder (VW Bus Oettinger wbx6), sondern auch für seine optimierten Vierzylinder, wie zum Beispiel den wbx4 2100 E mit 105 PS.

Wir haben seit Jahren als Hobby- und Freizeitfahrzeug eine Caravelle CL mit 9 Sitzen und dem 2,1ltr. Wasserboxer mit 112 PS. Die darf hier und da frisch gewaschen zu Bulli- oder Oldtimer-Veranstaltungen, aber vor allem ist sie als Family- and Friends-Shuttle, als Transporter für alles Sperrige von Mehrschichtplatten bis Kühlschrank und als williges Zugpferd auch für Doppelachs-Hänger im Einsatz.

Was der Artikel nicht erwähnt, weil dazu solch kurze Testfahrten nicht ausreichen: selbst ein T3 bedarf intensiver Pflege von Karosserie und Technik. Wenn einer da nicht dran bleibt, kann das schnell sehr ins Geld gehen oder bei vernachlässigter Karosserie zu einem traurigen Ende führen.

Und selbst unsere gehätschelte Caravelle ist für Überraschungen gut, weil eben die Technik und vor allem alles rund um die Einspitzanlage auch 30+ alt ist. Letzten Sommer hat sie uns wunderbar die 800km nach Österreich gebracht - bis zur letzten Ausfahrt vor unserem Ziel. Die Rückfahrt war dann nur noch Huckepack möglich, weil Fehlersuche und Reparatur an Steuergerät und Peripherie vor Ort schlichtweg nicht möglich war. Daher als Tipp für Interessenten: es sollten immer finanzielle Reserven für Reparatur-Überraschungen vorhanden sein. Schnell kommen da 4-5.000 zusammen, die für den Einzelfall gestemmt werden müssen.

Und daraus folgt die 2. Korrektur zum Artikel: er vermittelt den Eindruck, dass es alle Teile rund um den T3 - zum Beispiel bei Volkswagen Classic Parts - noch gibt. Richtig ist, dass das Team bei VW CP gut sortiert ist und es außerdem eine große Szene freier Teilelieferanten gibt, aber es gibt längst nicht mehr alles. Steuergeräte und Luftmassenmesser zum Beispiel sind aktuell nur gebraucht aufzutreiben und damit nicht viel besser als das Teil, das ersetzt werden muss. Stoffe wie das beliebte "Gitterpunkt-Velours", das auch bei anderen VW-Modellen in gehobenen Ausstattungen verbaut wurde gibt es überhaupt nicht mehr und das gleiche gilt für die ein oder andere Dichtung, die vor allem dem Komfort dient.

Aber obwohl ich das alles weiß: der nächste T3 wartet nach 3 Jahren Restaurierung auf die letzten Handgriffe, um als Luxusbus Vanagon GL mit Klima und Automatik unsere Caravelle ein wenig zu entlasten und zu ergänzen.
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