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Bild (1/1): VW-Porsche 914 2.0 (1974) (© Bruno von Rotz, 2012)
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Targa, 80 PS, 1679 cm3
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    VW-Porsche 914/2.0 - goldene Mitte mit Mehrwert

    27. Juni 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
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    Zeitlebens hatte der VW-Porsche mit Vorurteilen und übergrossen Erwartungen zu kämpfen. Als VW-Porsche mit 1,7-Liter Motor erfüllte der die Leistungsanforderungen der schnellen Jugend nicht, als Porsche 914/6 war er zu teuer und für Porsche-Traditionalisten keine Alternative für den 911. Als der nur gut 3’300 Mal gebaute Sechszylinder-914 eingestellt wurde, war der Weg frei für den 914/2.0 mit erstarktem Volkswagenherz und akzeptablem Preis. Er wurde ein Erfolgsmodell.

    Motor vom VW 411/412

    Der 2.0-Liter-Motor war vom VW 411/412 abgeleitet worden. 100 PS wurden dank Bosch-Einspritzung bei 5’000 U/Min produziert. Während Leichtmetallzylinderköpfe und Ölkühler nach Sportwagen tönten, erinnerten die hängenden Ventile und die zentrale Nockenwelle an den volkstümlichen Personenwagen. Auch der Klang lag näher am Käfer als am Porsche. Doch hier wussten sich die Fans mit Auspufftuning zu helfen ...

    Positives Feedback der Fachpresse

    Die Automobil Revue nahm sich bereits Ende 1972 den neuen Typ vor und war voll des Lobes. Besonders war man von den gesteigerten Fahrleistungen (0-100 km/h in 10 Sekunden, Spitze 192,5 km/h) angetan, während man auch Verbesserungen im Fahrverhalten und anderen Bereichen notierte: 

    “Als 2.0 erreicht der robuste und originelle 914 nun auch bei einem konkurrenzfähigen Preis die Fahrleistungen, die man von Anfang an erwartet hatte. In der geprüften Ausführung erwies sich das Mittelmotor-Konzept als sehr fahrsicher bei guter Handlichkeit und somit auch für den Alltagsgebrauch interessant. Finish und Ausstattung machen den 914/2.0 zu einem seriösen, angenehmen Reisewagen für Liebhaber ungewöhnlicher Lösungen.”

    Dass man auf den Basispreis von CHF 19’350 (mit DM 14'990 auf der deutschen Preisliste) locker nochmals 15% oder mehr durch Wahl der Komfortausstattung, Sportausstattung, Radio und ähnlichem packen konnte, überrascht heute nicht mehr.

    Zeitloses Blechkleid

    Auch fast 43 Jahre nach seiner Präsentation eckt das Karosseriedesign des VW-Porsche immer noch an. Dem einen sieht das Auto zu wenig muskulös aus, dem anderen sind Front und Heck zu ähnlich geraten. Insgesamt kann man aber sagen, dass der 914 gut gealtert ist und da das Blechkleid nie modisch war, mutet es fast zeitlos an. Dies kann man von der Farbe des gefahrenen Wagens nicht behaupten, der Orange-Ton entlarvt den Wagen ganz klar als ein Kind der Siebzigerjahre. Cool!

    Passt wie ein Handschuh

    Im Innern begrüsst nüchterne Sportlichkeit die Besatzung. Da kann man nichts aussetzen, schon gar nicht an den beiden dominierenden Instrumenten mit Tacho bis 250 km/h und Drehzahlmesser. Der Schalthebel sitzt günstig, die Sitze sind bequem. Die Rundumsicht ist für einen Mittelmotorwagen ziemlich gut, nur gegen schräg hinten ist der nicht einsehbare Bereich etwas gross.

    Targafreuden im Sommer

    Eine Stärke des VW-Porsche war schon immer das wegnehmbare Targadach, daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Dachteil kann einfach entnommen und unter dem Deckel des hinteren Kofferraums verstaut werden. Ab jetzt sind je nach Seitenfensterstellung angenehme Belüftung bis Wind in Orkanstärke möglich.

    Näher beim Porsche als beim Volkswagen

    Der Motor wird mit dem rechts an der Lenksäule montierten Zündschloss gestartet, was für Porsche-Fans wohl eine Enttäuschung ist. Sofort erklingt das Vierzylinder-Boxerlied, das so ganz anders tönt, als die Reihenvierzylindermotoren der Neuzeit. Der erste Gang liegt links hinten, wie es bei einem Sportgetriebe sein soll. Die Schaltung ist etwas haklig, die Schaltwege sind lang, aber die Anschlüsse stimmen.

    Schnell kommt Laune und ein vertrauensförderndes Sicherheitsgefühl auf. Mit geringer Seitenneigung umrundet der Volks-Porsche Biegungen jeglicher Art, dass es eine Freude ist. Der eine oder andere mag die beiden Zylinder vermissen, die den Volkswagen zum Porsche machten, von der Dynamik her braucht man sie nicht, nicht zuletzt dank der eingesparten 40 kg.

    Sportliches Fahren zum günstigen Tarif

    Um die 15’000 Euro oder 18’000-20’000 Franken werden heute für einen gut erhaltenen 914/2.0 bezahlt, das ist rund ein Drittel des Kaufpreises, den man für den selteneren 914/6 aufwerfen muss, bei nur unwesentlich verminderter Fahrfreude und voraussichtlich günstigeren Unterhaltskosten, allerdings auch ohne bedeutendes kurzfristiges Wertsteigerungspotential.

    Der portraitierte VW-Porsche 914/2.0 mit Jahrgang 1973 wurde uns von der Oldtimer Galerie Toffen zur Verfügung gestellt. Wir danken.

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    ···
     
    Quelle:

    Alle Kommentare

     
     
    du******:
    14.06.2016 (15:53)
    gut geschrieben, aber kleines Detail: natürlich hat er HÄNGENDE Ventile, STEHENDE wären ein Rückschritt in die Anfangszeiten des Motorenbaus......bei der zentralen Nockenwelle muss man natürlich der Bewertung zustimmen.
    Luftgekühlten Gruß, duhdek
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