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Bild (1/14): Talbot-Lago T26 Grand Sport - Chapron-Coupé (© Archiv Peter M Larsen, 2008)
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    Talbot Lago Grand Sport - Grand-Prix-Technik für die Strasse

    22. April 2011
    Text:
    Peter M Larsen
    Fotos:
    Archiv Peter M Larsen 
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    Anthony Lago hatte, als er in den späten Kriegsjahren mit der Entwicklung begann, die Intention, ein exklusives ausserordentlich sportliches Chassis für Strassenfahrzeuge zu produzieren. Dieses Chassis sollte so nahe wie technisch möglich an Lago’s Grand-Prix-Wagen angelehnt sein. So gesehen haben wir es hier nicht mit einem neuen Design zu tun, die Grundkonstruktion und viele mechanische Details vom Vorkriegs-Rennwagen wurden übernommen. Dementsprechend war der Talbot Lago Grand Sport ein wirklicher Sportwagen, anders als die Delahaye oder Delage, die eher der Kategorie der Gran Turismo zugeordnet werden können. Lago’s Zielgruppe waren reiche Sportfahrer, die gleichzeitig einen schnellen Alltagswagen wollten und durchaus auch daran interessiert waren, diesen Wagen bei Renn- und Rallye-Veranstaltungen einzusetzen.

    Rückblickend wissen wir, dass vielleicht ein derartiges Zielsegment existierte, der Markt aber definitiv nicht bereit oder zumindest nicht gross genug war. Ein Anthony Lago beschäftigte sich nicht mit Marketing und Kundenbefragungen, er dachte viel einfacher: “Ich habe mein Chassis im harten Rennsport vor dem Krieg entwickelt, verbessert und optimiert. Nun verkaufe ich das perfekte Strassenfahrzeug-Chassis, das die Kraft, die Fahreigenschaften und die Stärke meiner Grand-Prix-Wagen erbt. Das müssen die Kunden doch schätzen und kaufen wollen!” Lagos Annahmen waren nicht richtig und wir müssen dankbar sein, dass er sich nicht von diesem Unternehmen abbringen liess. Wäre er “klüger” gewesen und hätte er in der neuen Welt um 1946 vorsichtiger geplant, dann wäre der Grand Sport nie gebaut worden.

    Das neue Chassis wurde im Oktober 1947 am Pariser Salon präsentiert und die ersten karossierten Versionen wurden am darauffolgenden Salon 1948 gezeigt. Der Absatz hielt sich in Grenzen, zwischen 1948 und 1952 wurden gerade mal 32 dokumentierte Chassis durch Talbot produziert, 29 davon auf dem kurzen Radstand von 2.65 Meter, die restlichen mit längerem Radstand von 2,8 Meter. Die Fahrzeuge wurden von den besten und berühmtesten französischen Designern und Karosseriebauern gestaltet. Der produktivste dabei war Saoutchick, aber es wurden auch Grand Sports von Chapron, Franay, Figoni, Dubos, Antem und anderen gebaut. Exportierte Chassis dienten als Basis von Coupés und Cabriolets von Pennock, Van den Plas, Graber und Stabilimenti Farina.

    Einige der Grand Sports erwiesen sich als sehr konkurrenzfähig im Rennsport und wurden von enthusiastischen Besitzern bei Rallyes und Berg-/Rundstreckenrennen eingesetzt und werden es noch heute - im historischen Rennsport. Andere wurden mit ausladenden und schelgerischen Karosserien vom eigentlichen Einsatzzweck entfremdet, kompensierten die verlorene rennsportliche Konkurrenzfähigkeit durch beinahe konkurrenzlose Eleganz und Schönheit. Viele dieser Fahrzeuge wurden durch Besitzer und Karosseriebauer immer wieder bei Concours d’Elegance angemeldet und erhielten oftmals wichtige Preise. Das tun sie auch heute noch, denn sie sind bemerkenswert, mit kaum etwas anderem zu vergleichen. Wo sie auftauchen, bilden sich Menschentrauben. Zurecht.

    Kritiker äusserten sich vor allem über den kurzen Radstand und die Kürze der Fahrzeuge negativ, verbunden mit einem relativ hohen und scheren Motor, negativ. Zudem monierten einige die 18 Zoll grossen Räder und den 120-Liter-Benzintank. Es wurde argumentiert, dass die Arbeit der Karossier wegen des kurzen Radstandes kompliziert würde und die Ästhetik der Aufbauten darunter leide. Mit der Streckung des Radstandes auf 2,8 Meter wurde dieser Kritik - wenn auch zu spät - Rechnung getragen. Aber die Kritik geht am eigentlichen Daseinszweck des Grand Sport vorbei.

    Primäre Zielsetzung von Anthony Lago war ein optimales Handling seiner Sportwagen, daher wurde der Grand Sport als Zweisitzer geplant. Wegen der fehlenden Mittel mussten die vorhandenen Mechanik-Teile genutzt werden, also musste Lago den schweren Motor und das massive Getriebe in die Konstruktion integrieren und gleichzeitig das Gewicht so tief wie möglich halten.

    Eine kurze Chassis-Länge sollte die Chancen im Rennsport erhöhen, das Fahrzeug handlicher machen. Dies gelang Lago. Mit dem serienmässigen Wilson-Pre-Selector-Getriebe waren enorm schnelle Gangwechsel möglich. Mit drei grossen Zenith-Vergasern, zwei Nockenwellen und einem Aluminium-Zylinderkopf lieferte der 4,5-Liter-Sechszylindermotor 190 PS. Der Grand Sport war ein Sportwagen mit Grand-Prix-Technologie-Basis. Das Chassis war praktisch ein um 15 Zentimeter gestreckter Grand-Prix-Wagen. Es wog nur 850 kg, während ein Standard-Lago-Record-Chassis 1’280 kg auf die Waage brachte. Mit dem starken Motor und dem vergleichsweise leichten Chassis wurde der Grand Sport zumindest für kurze Zeit der schnellste Produktionswagen der Welt.

    Anthony Lagos Chassis war für den reichen Sportsmann und die chice Pariser Gesellschaft gedacht, doch beide waren zum Zeitpunkt der Lancierung des Grand-Sport-Chassis praktisch inexistent. Somit war der T26 Grand Sport eigentlich ein Anachronismus. Aus einer anderen Perspektive gesehen verkörperte der Grand Sport aber das letzte Aufblühen des handgefertigten individuellen Personenwagens.

    Der Talbot Lago T26 Grand Sport war gelebter Luxus im wahren Sinn des Wortes. Er war etwas für sehr, sehr wenige und dies nicht nur, weil sein Preis stratosphärisch war oder weil der praktische Einsatz beschränkt war. Das war sowieso irrelevant.  Der Grand Sport inkorporierte wirkliche Exklusivität und wahrlich guten Geschmack. Er zielte auf den anspruchsvollen und versierten Käufer, der die Qualitäten, die Einzigartigkeit und die unübertroffene Ästhetik schätzen konnte. Jede Karosserie war ein kunstvolles Einzelstück, auch dies Luxus im ursprünglichen Sinn des Wortes.

    Der Grand Sport war der Letzte seiner Art.

    P.S. Der Autor dieses Berichtes, Peter M Larsen ist daran, ein Buch über den Talbot-Lago Grand Sport zu verfassen. Etwaige Bildbeiträge oder gar persönliche Erinnerungen wären für ihn wertvoll und könnten das Buch bereichern. Eine Kontaktaufnahme erfolgt am besten über das Kontaktformular von zwischengas (rechts).

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