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Bild (1/5): TVR Grantura Mk IIA (1960) - ein Rohrrahmen mit Kunststoffkarosserie (© Daniel Reinhard, 2015)
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TVR Grantura Mark II (1960-1961)
Coupé, 79.5 PS, 1588 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
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    TVR Grantura Mk IIA - der quirlige Kunststoff-Sportwagen aus Blackpool

    6. Januar 2018
    Text:
    Werner Bartholai
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (41)
    Markus Tanner 
    (56)
    Bruno von Rotz 
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    Nur 3,5 Meter lang war der TVR Grantura der frühen Sechzigerjahre, gerade einmal 2,13 Meter kurz der Radstand, nur wenige Sportwagen unterrafen diese Masse anfangs der Sechzigerjahre. Trotzdem fanden zwei Personen und ein längs eingebauter Vierzylindermotor Platz im Sportwagen, der nur knapp über 700 kg schwer war.

    TVR Grantura Mk IIA (1960) - der kurze Radstand macht den Wagen etwas nervös
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Mit fast 170 km/h Spitze und Einzelradaufhängungen rundum war der TVR Grantura 1960 eines der reizvollsten britischen Automobile.

    Der erste Serien-Sportwagen von Trevor Wilkinson

    Die Firma TVR wurde 1947 von Trevor Wilkinson ursprünglich unter dem Namen „Trevcar Motors“ gegründet, änderte die Bezeichnung aber bereits 1954 zu TVR, eine Abwandlung von TreVoRs Name.

    Von Anfang an konzentrierte sich Wilkinson auf leichtgewichtige, einfache Sportwagen mit Stahlrohr-Fahrgestellen. Die Autos wurden oft in Bausatz-Form verkauft, um die hohen britischen Steuern zu umgehen. 

    Während der Fünfziger- und Sechzigerjahren wurden die TVR durch verschiedene Vierzylinder-Motoren mit unter 100 PS angetrieben, ähnlich wie dies auch die Konkurrenz tat.

    TVR Jomar (1958) - der Vorläufer des Grantura
    © Zwischengas Archiv

    Die Haupterzeugnisse dieser Ära waren die TVR Jomar und Grantura. Mit dem Grantura wurden erstmals grössere Stückzahlen erreicht.

    TVR, angesiedelt im Städtchen Blackpool an der britischen Westküste, durchlief eine Reihe von finanziellen Krisen und änderte immer wieder den Namen.

    Nach eigenen Einzelstücken, führte TVR im Jahre 1958 den Grantura ein, der Name steht für „Grand Tourer“. Der Wagen wurde in verschiedenen Magazinen (u.a. Motor, Autocar, etc.) portraitiert und damit schnell bekannt.

    In den ersten Jahren glich kaum ein Fahrzeug dem anderen, verschiedene Motoren konnten bestellt werden, so u.a. Stage 3 Coventry Climax, seitengesteuerte Ford-Motoren und MG-Motoren. Die sogenannten MK I Granturas wurden für ihre exzellente Strassenlage gelobt, kein Wunder, verfügten sie doch über Einzelradaufhängungen vorne und hinten.

    Die Fahrzeuge wiesen die typischen Ingredienzen eines damaligen Sportwagens auf: Grosse Bremsen (11 Zoll Girling-Trommelbremsen), Speichenräder und ein (für die Zeit) elegantes Karosserie-Design.

    Bis 1960 wurden von TVR rund 100 MK I Granturas gebaut.

    Vom Mark I zum Mark II

    Der MK I wurde im Frühling/Sommer 1960 durch den teilweise modifizierten MK II ersetzt. Hauptsächliche Unterschiede gab es bei den verwendeten Motoren (über 70% der MK II Fahrzeuge wurden mit MG-Motoren ausgerüstet, für den Rest wurden Ford- und Climax-Motoren eingesetzt). Zudem wurden Design-Veränderungen im Heck und Anpassung in der Positionierung der Lichter vorgenommen. Das Chassis blieb unverändert, ebenso die vom VW Käfer stammenden Aufhängungen.

    TVR Grantura Mk II (1961) - die meisten wurden mit MG-Motoren ausgerüstet
    © Zwischengas Archiv

    Das Fahrzeug wurde kontinuierlich weiterentwickelt und schon bald MK IIA genannt. Die Veränderungen beschränkten sich aber auch hier auf die Wahl der Motoren und die inzwischen standarisierten Girling Vorderrad-Scheibenbremsen.

    Im Interesse der Konkurrenzfähigkeit fertigte TVR auch Leichtversionen der Fahrzeuge an, wobei sowohl leichte Chassis als auch dünnhäutige Karosserien angeboten wurden. Zudem wurde für den MG-Motor wahlweise der HRG-Derrington-Querstrom-Zylinderkopf aufgesetzt.

    Der letzte MK IIA wurde im September 1962 gefertigt und insgesamt wurde der MK II/IIA mit über produzierten 400 Modellen zum populärsten Grantura.

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     

    Für die offene Strasse

    Die britische Autozeitschrift “The Motor” nahm sich im Jahr 1961 den Grantura Mk II mit MG-Motor vor und setzte dem Bericht ein Zitat von Winston Churchill voraus, der einmal gesagt haben soll, dass Leute, die ihn zum ersten Mal trafen, oft zuerst alle seine Fehler gesehen hätten und dann über die Zeit erst seine Qualitäten entdeckt hätten. Mit dem TVR Grantura sei dies ähnlich. Bei einer ersten Betrachtung fühle man sich eingeengt, könne wegen der kurzen Türen kaum einsteige, staune über die sich teilweise versteifende Lenkung und den Geruch von Benzin beim Starten. Nach 2,5 Wochen Nutzung und einer längeren Reise änderten die Redakteure der Zeitschrift aber ihre Meinung und lobten den vorzüglichen Motor, das niedrige Geräuschniveau, die komfortablen Sitze und die mühelose Art, wie der TVR um die Kurven wetzte.

    TVR Grantura Mk IIA (1960) - in einem Inserat in "The Motor"
    © Copyright / Fotograf: Archiv Zwischengas

    Knapp 170 km/h Spitze erreichte der Testwagen, den Spurt von 0 bis 60 Meilen pro Stunde (96 km/h schaffte er in 12 Sekunden, 80 Meilen (129 km/h) waren nach 23,7 Sekunden erreicht. Als Benzinverbrauch wurden 11,9 Liter pro 100 km notiert. Keine schlechten Werte für einen Sportwagen vor bald 60 Jahren, auch wenn er nur 762 kg schwer war.

    “The TVR is a car which offers high-speed transport with good quality finish and furnishing at a realistic price”, begannen die Redakteure ihre Zusammenfassung (ungefähre Übersetzung: Der TVR is ein Auto, das schnell gefahren werden kann, ein gutes Finish und eine attraktive Innenausstattung zu einem realistischen Preis offeriert.

    Die kompakten Ausmasse prädestinierten den Sportwagen für die immer stärker befahrenen Strassen und mit seinem individuellen Charme mache der Wagen wirklich viel Spass beim Fahren, solange man nicht mehr als zwei Sitze benötige.

    Viel Raum für Verfeinerungen

    Die meisten Granturas wurden als Bausatz ausgeliefert, so sparte der Käufer die Kaufsteuern, denn statt £ 1188 kostete der Wagen dann noch 888 im Jahr 1960. Das waren damals rund CHF 14’400 für den fertigen Wagen, schliesslich wechselte man damals ein britisches Pfund gegen zwölf Schweizer Franken. Dies war übrigens gar nicht so viel weniger als das, was man für den günstigsten Porsche bezahlen musste (ein Porsche 1600 Roadster kostete CHF 16’100), während ein Alfa Romeo Giulietta als Limousine ein paar Franken weniger kostete.

    Und mit der “Grundausstattung” war man noch nicht am Ende. Ein eng gestuftes Getriebe kostete 25 Pfund Aufpreis, eine Frischluftheitzung 15 Pfund, Leader gab’s für 10 Pfund, Metallicfarben oder Sonderfarben für 10 Pfund. Ein Zigarettenanzünder schlug mir gut einem Pfund zu Buche, eine Anhängerkupplung (!) mit 22 Pfund. Aluräder für den Rennbetrieb gab es für 75 Pfund, ein Leichtgewichts-Chassis mit entsprechender Karosserie wurde mit einem Aufschlag von 50 Pfund verrechnet. Und für 30 Pfund konnte man sich einen Querstromkopf für den MG-Motor kaufen, der dann mit Weber-Vergasern (37 Pfund und allerlei Zubehör noch weiter verfeinert werden konnte.

    Vom Mark II zum Mark III

    Mit dem TVR Grantura MK III wurden erstmals grossräumige Änderungen am Aufbau vorgenommen. Das Chassis wurde durch John Turner vollständig überarbeitet und sowohl steifer als auch belastbarer ausgelegt als sein Vorgänger. Anstelle der VW-Aufhängungen wurden obere und untere Querlenker eingesetzt, ergänzt durch teleskopische Dämpfereinheiten. Der Radstand wurde um rund 4 cm verlängert, um mehr Stabilität und Innenraum zu erhalten. Triumph lieferte viele der nun verwendeten Teile, die Aufhängungsteile wurden allerdings durch TVR selber hergestellt. Diese neue intelligente Chassis-Konstruktion sollte die Basis für die TVR-Modelle der nächsten 10 Jahre werden.

    TVR Grantura MK III (1962) - auf der Earls Court Motor Show in London
    © Zwischengas Archiv

    Optisch liess sich der Mk III an einer neu gestalteten Front mit höher liegender Kühleröffnung von seinen Vorgängern unterscheiden.
    Es wurden nur 90 MK IIIs produziert. Während der Bauzeit wurde der MG-A-Motor (mit zuletzt 1'622 ccm) durch den MG-B-Motor mit 1'798 ccm ersetzt.

    Evolution bis zum Schluss

    Bald schon wurde der MK III durch den Grantura 1800S abgelöst, der sich durch eine veränderte Karosserie mit dem sogenannten „Manx“-Heckteil und den Ford-Cortina-Heckleuchten vom MK III unterschied. Der 1800 S wurde von 1964 bis 1966 in rund 90 Exemplaren produziert und danach durch den MK IV 1800 S ersetzt, der unter Martin Lilley in rund 78 Exemplaren gefertigt wurde. Die Änderungen beliefen sich dabei vor allem auf Kosmetik, insbesondere beim nun edler wirkenden Interieur. Eigentlich war die Weiterproduktion eine Notlösung, denn die neuen Modelle Tina und Trident kamen einfach nicht zum Fliegen.

    TVR Mk III 1800 S (1965) - im Prinzip ein Grantura, aber ohne dessen Bezeichnung - Motor von MG B
    © Zwischengas Archiv

    Trotzdem war der MK IV 1800 S der letzte TVR mit dem Namen Grantura. Er wurde durch den Vixen abgelöst, der in ähnlicher Form bis in die Siebzigerjahre hinein weitergebaut wurde.

    Einsatz im Rennsport

    Der TVR Grantura hatte gute Voraussetzungen für den Rennsport. Fahrer wie Mitchell, Escott, Aitchison, Bolton, Rothchild, Woolfe, Haig, Donohue, Slotmaker, etc. nahmen mit den kleinen, leichten Autos an nationalen und internationalen Rennen teil. Scott-Moncrieff fuhr mit seinem MK I, der „Coffee Bean“ genannt wurde, bereits 1959 in verschiedenen Rennen, Arnold Burton brachte seinen MK II an der Tulpen-Rallye 1961 zum Start.

    TVR Grantura (1963) - Einsatz bei einem Rennen im Jahre 1963
    © Zwischengas Archiv

    Granturas waren in den Starter-Feldern in Monza, am Nürburgring, bei der Tourist Trophy, in Goodwood, Sebring und Daytona. Im Jahre 1962 entschied TVR, eine Rennabteilung zu eröffnen und brachte je drei Autos nach Sebring und Le Mans. Der Erfolg war nicht überragend. Wegen Überhitzung und anderen technischen Problemen kamen die Autos in der Sarthe nicht weit.

    Auch nach dem Rückzug des Werkes wurden TVR Granturas über viele Jahre in Europa, USA und Australien im Rennsport eingesetzt. Insbesondere die verbesserten MK IIIs waren dank der modifizierten Aufhängungen und dem steiferen Chassis eine gute Basis für den Motorsport und sind auch heute noch sehr aktiv an Oldimer-Rennveranstaltungen.

    Die unendliche Geschichte einer Restaurierung

    Kunststoffautos haben den Ruf, auch für Heimwerker passende Restaurierungsobjekte zu sein. Rosten würden sie gar nicht, denn bekanntlich ist Plastik ja immun gegen Korrosion. Aber zum Restaurieren wurde der TVR Grantura von 1960 auch nicht angeschafft, sondern zum Fahren. Doch es kam anders. Sechs Jahre dauerte der Wiederaufbau ...

    Wie alles begann

    Ein rennbereiter TVR Grantura wurde im Herbst 2008 in Dänemark inseriert, die Beschreibung las sich gut. “Here’s a chance to own a very rare car which is a