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Simca 1200 S – Eleganz, Sturz und Sportlichkeit

Erstellt am 19. Dezember 2021
, Leselänge 9min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
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Simca 1200 S (1970) - schön gestaltete runde Heckleuchten
Simca 1200 S (1970) - kompaktes Auto mit einer Grundfläche, auf der auch moderne Kleinwagen keinen Platz finden würden
Simca 1200 S (1970) - aus jeder Perspektive ein appetitlicher Anblick
Simca 1200 S (1970) - der "heisse Ofen" inmitten von Leistungsvermittlern
Simca 1200 S (1970) - die Heckmotorbauweise ist dem Coupé nicht auf den ersten Blick anzusehen
Simca 1200 S (1970) - anlässlich des Facelifts im Jahr 1967 erhielt das Coupé einen vorne liegenden Wasserkühler
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Nur wenige sportliche Autos haben es in nur fünf Jahren geschafft, ihre Leistung zu verdoppeln und vom Boulevard-Cruiser zum echten Sportwagen zu werden. Das von Bertone gestaltete Simca Coupé ist eine dieser Ausnahmen.

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Der französische Autohersteller Simca war bereits 1935 von Henri T. Pigozzi in Paris-Nanterre gegründet worden. Zunächst baute man Klone der Fiat-Typen 5 und 8, nach dem Krieg aber emanzipierte man sich zunehmend und stellte mit der Simca Aronde ein eigenständiges Modell auf die Räder. 1954 konnte man die Produktionsanlage von Ford in Poissy übernehmen, gleichzeitig erweiterte sich die Modellpalette um Achtzylindermodelle wie Vedette oder Versailles.

Bild Simca 1000 (1962) - die Bewunderung ist ihm auf dem Pariser Autosalon 1962 sicher
Simca 1000 (1962) - die Bewunderung ist ihm auf dem Pariser Autosalon 1962 sicher

Mit dem Simca 1000, einer viertürigen Heckmotor-Limousine der Kompaktklasse, stellte sich Simca im Herbst 1961 einer harten Konkurrenz im eigenen Land, aber auch in den Nachbarländern. Die in Paris vorgestellte selbsttragende Limousine verfügte über einen 944 cm3 grossen Vierzylinder mit knapp 35 DIN-PS und Einzelradaufhängungen rundum. Mit 728 kg fahrbereit war der nur 380 cm lange und 148,5 cm breite Wagen agil und zumindest im Ansatz sportiv, 7,5 Liter Verbrauch pro 100 km und 120 km/h Spitze machten ihn zu einem effizienten Alltagsauto.

Doch Pigozzi wollte mehr und wünschte sich eine noch sportlichere Version und wandte sich an Nuccio Bertone. Dieser liess den blutjungen Giorgetto Giugiaro in kürzester Zeit einen Coupé-Entwurf ausarbeiten, der in Paris auf Zustimmung stiess.

Zunächst vor allem elegant

Präsentiert wurde das Coupé völlig überraschend am Genfer Autosalon im März 1962. Die Automobil Revue notierte:
“Die streng geheim gehaltene und erst am Vortag der Saloneröffnung der Presse vorgeführte Überraschung dürfte wohl das neue Coupe 1000 von Simca sein, welches voraussichtlich mit zwei Motorvarianten lieferbar sein wird. Das Ausstellungsobjekt, eine Karosserievariante des im vergangenen Herbst am Pariser Salon erstmals gezeigten viertürigen Modells Simca 1000, trägt eine von Bertone entworfene Karosserie und wird unter der Bezeichnung Simca 1000 Coupe mit dem normalen, fünffach gelagerten Vierzylindermotor von 944 cm3 Hubvolumen und einer Höchstleistung von 35 DIN-PS geliefert.
Was uns hier mehr interessiert: Wahlweise wird eine von Abarth frisierte TI-Ausführung dieses Modells erhältlich sein, bei dem man von einer Höchstleistung von 55 DIN-PS und einer entsprechenden Spitzengeschwindigkeit von 155 km/h spricht.
Die schmucke, niedrige Karosserie, welche in ihrer Ausarbeitung eher an eine Spezial- wie an eine Serienkarosserie erinnert, ist als 2+2-Sitzer gedacht. Dass dieser Wagen mancherorts Herzklopfen verursacht, ist nicht verwunderlich, zumal sein Preis noch nicht festgelegt ist, sich aber für die Variante TI in der Nähe von 13000 Franken bewegen dürfte. Produktionsbeginn; Noch ungewiss, kaum vor 1963.”

Bild Simca 1000 Coupé (1962) am Genfer Automobilsalon - elegantes Coupé von Bertone, eine der Hauptattraktionen
Simca 1000 Coupé (1962) am Genfer Automobilsalon - elegantes Coupé von Bertone, eine der Hauptattraktionen

Das elegante Coupé machte Laune und wurde als äusserst attraktiv empfunden. Nur, dem Wunsch nach mehr Leistung wurde (vorerst) nicht entsprochen. Auch sonst hüllte sich Simca bezüglich technischer Details in Schweigen, auch sechs Monate später noch. Immerhin erwartete man, dass das rund 140 km/h schnelle Coupé mit vier Scheibenbremsen (!) noch im Herbst 1962 auf den französischen Markt gelangen würde.

Im Oktober 1962 konnte die Automobil Revue erste Fahreindrücke in Montlhéry sammeln:
“Es muss zugestanden werden, dass Bertone hier eine praktisch makellose Linie verwirklicht hat, und der Wagen gehört zweifellos und in den Augen wohl der meisten Fahrer und Fahrerinnen zu den schönsten Automobilen, die man derzeit antreffen kann. Das Innere erfüllt die Erwartungen, die das Äussere anregt. Am Lenkrad gibt man sich dem Eindruck wirklichen Komfortes hin; der Sitz ist angenehm geformt, und die gekrümmte Lehne stützt den Rücken seitlich. Die Pedale liegen am richtigen Ort; die Instrumente sind gut sichtbar … “

Der Fahrkomfort wurde wie die gute Geräuschdämpfung gelobt, nur das Fahrverhalten konnte nicht komplett überzeugen:
“Wenn auch die Fahreigehschaften dieses doch recht sportlichen Coupés in seiner ersten geprüften Ausführung noch nicht voll dem entsprachen, was wir erwarteten, so gefiel uns schon dieser Wagen dank der Rasse des Motors, dem perfekt synchronisierten Getriebe, seinem Fahrkomfort, der guten Fertigung und seinem unbestreitbaren Charme. Die Scheibenbremsen erwiesen sich übrigens den Fahrleistungen bei dieser ersten Kontaktnahme völlig gewachsen.”

Ansonsten war es um das Einliter-Coupé zumindest in der deutschsprachigen Presse relativ still.

Bild Simca 1000 Coupé (1962) - effektive Linienführung
Simca 1000 Coupé (1962) - effektive Linienführung

Alle warteten auf die sportlichere Variante, so scheint es.

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Abarth-Variante kam nicht

Die angekündigte Abarth-Version kam dann allerdings nicht. Und selbst eine gezeigte 1150-Abarth-Version ging nicht in Serie, obwohl sie sicherlich die Leistungshoffnungen erfüllt hätte.

Bild Simca 1150 Abarth Coupé (1965) - Unikat? Zusammen mit Fiat-Abarth 1000 OT
Simca 1150 Abarth Coupé (1965) - Unikat? Zusammen mit Fiat-Abarth 1000 OT

Bis 1967 wurden 10’011 Einliter-Coupés gebaut, dann aber platzte die “Bombe”.

Bild Simca 1000 Coupé (1963) - Produktion der Karosserien bei Bertone
Simca 1000 Coupé (1963) - Produktion der Karosserien bei Bertone

Die Karosserien entstanden übrigens bei Bertone in Gruliasco (Vorort von Turin) und wurden dann per Bahn nach Frankreich überführt, wo sie bei Simca mit der Antriebstechnik des Simca 1000 vervollständigt wurden.

Bild Simca 1000 Coupé (1963) - Transport der bei Bertone produzierten Karosserien mit speziellen Eisenbahnwagen
Simca 1000 Coupé (1963) - Transport der bei Bertone produzierten Karosserien mit speziellen Eisenbahnwagen

Die Verwandlung

Wiederum fand die Premiere des Simca 1200 S nicht in Frankreich, sondern in Deutschland, nämlich an der IAA in Frankfurt im September 1967 statt. Und die Franzosen hatten es nicht dabei bewendet, einfach ein paar PS mehr aus dem Vierzylinder herauszulocken.

Bild Simca 1200 S (1967) - Durchsichtszeichnung
Simca 1200 S (1967) - Durchsichtszeichnung

Der nun 1204 cm3 grosse Vierzylinder leistete dank hoher Verdichtung (10,25:1) und zwei Solex-Doppelvergasern satt 80 DIN-PS bei 6000 Umdrehungen. Die Leistung hatte sich also glatt verdoppelt, obwohl weiterhin eine seitliche Nockenwelle und mit Stossstangen und Kipphebeln angesteuerte hängende Ventile ihren Dienst taten. Die Beschreibung des Motors las sich wie ein Verkaufsprospekt eines Tuningunternehmens.

Bild Simca 1200 S Coupé (1969) - mit 80 PS tatsächlich eine sportliche Bombe
Simca 1200 S Coupé (1969) - mit 80 PS tatsächlich eine sportliche Bombe

Um den Motor thermisch gesund zu halten, wurde der Wasserkühler nach vorne in den Bug verschoben. Und um den Wagen sicher auf der Strasse zu halten, erhielten die Hinterräder einen sofort optisch erkennbaren negativen Sturz. Doppelgelenkwellen übertrugen die Leistung auf die Antriebsräder. Gebremst wurde weiterhin mit Scheibenbremsen, die nun aber von zwei Kreisen angesteuert wurden. Die Lenkung mit Rolle/Schnecke wurde beibehalten.

Bild Simca 1200 S Coupé (1967) - die Skizze zeigt die Massnahmen, die die Heckschleudertendenzen unterdrücken sollen
Simca 1200 S Coupé (1967) - die Skizze zeigt die Massnahmen, die die Heckschleudertendenzen unterdrücken sollen

Optisch änderte sich weniger als unter dem Blech. Die Front wurde wegen des nun anzuströmenden Wasserkühlers angepasst und die erhitzte Luft entwich oben nun aus Luftgittern, die an den Lamborghini Miura erinnerten.

175 km/h versprach das Werk als Höchstgeschwindigkeit und einen drehzahlfesten Motor dazu.

Der Preis für das erstarkte Coupé war heiss: DM 9625 wurden in Deutschland gefordert, CHF 11’000 in der Schweiz.

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Ein richtiger Sportwagen

Natürlich zierten sich die Journalisten nun nicht mehr und unterzogen den massgeschneiderten Sportwagen nur allzu gerne einer Testfahrt.

Die Konkurrenz musste der 1200 S nicht fürchten. 12,6 Sekunden dauerte der Spurt auf 100 km/h, die Spitze wurde mit 173,5 km/h gemessen, der Kilometer mit stehendem Start war nach 34,1 Sekunden zurückgelegt. Dies konnte die Konkurrenz (z.B. Alfa Romeo Giulia Sprint GT Junior, Fiat 124 Coupé, Renault R8 Gordini, Opel Rallye-Kadett 1,9) kaum besser, nur der Kadett und der R8 beschleunigten noch etwas rasanter, verfügten dafür auch keine Karosserie vom italienischen Blechkünstlern. Preislich lag die Konkurrenz (mit Ausnahme des Rallye-Kadetts) auch höher.

ams notierte:
“Für 10’000 Mark kann man heute einige renommierte Automobile erstehen, die sowohl in den Fahrleistungen wie in den Fahreigenschaften dem Simca-Coupé gleichwertig, wenn nicht überlegen sind. Doch, um der Wahrheit die Ehre zu geben, handelt es sich dabei meist nicht um Sport­wagen, sondern um biedere Limousinen. Wer die Individualität eines Sportwagens wünscht, hat in dieser Klasse keine große Auswahl. Man muß darum dem Simca 1200 S Coupé gute Absatzchancen einräumen, zumal es zu einem Preis von 9600 Mark einen reellen Gegenwert an Fahrleistun­gen, Fahreigenschaften, Komfort, Ausstat­tung und Prestige bietet. Daß dieses Auto dabei noch eine außergewöhnliche Wirt­schaftlichkeit zu bieten hat, wird dem Ver­kauf nicht schaden.”

Frei an Kritik war der ams-Test allerdings nicht. Das heikle Fahrverhalten im Grenzbereich, der laute Motor, die schwergängige, unexakte und etwas zu zweit gestufte Schaltung, sowie die unpräzise Lenkung wurden genauso wie nachlassende Bremsen bei harter Benutzung angemahnt.

Dafür aber überzeugte der mit 9,6 Litern pro 100 km günstige Testverbrauch (auch 7,1 Liter waren bei gemächlicher Fahrweise im Schnitt möglich), die guten Fahrleistungen und die komplette Ausstattung.

Dies bestätigte auch die Automobil Revue:
“Die Prüfung des Simca 1200 S hatten wir … in der Meinung begonnen, ein wohl leistungs-fähigeres, aber doch noch eher sportlich aussehendes als sich sportlich verhaltendes Coupe vor uns zu haben. Aber sowohl in seinen Fahreigenschaften, in der Fahrweise wie auch besonders dem Temperament nach könnte dieses kernige, echte GT-Coupé durchaus einer Marke mit viel Wettbewerbspraxis entstammen.”

Bild Simca 1200 S (1970) - eine "Bombe" unter Wildkatzen im Verkaufsprospekt
Simca 1200 S (1970) - eine "Bombe" unter Wildkatzen im Verkaufsprospekt

Bei soviel Temperament und Ausstrahlung musste es nicht überraschen, dass der Simca 1200 S im Prospekt mit Wildkatzen abgebildet wurde und dass die Werbung meinte: “Zu schade für Saint-Tropez”. “Bertone macht nicht auf Show”, texteten die Marketingleute im Jahr 1969. Und schliesslich folgte der Appell: “Dieses Auto ist nichts für Playboys. Sportwagenfahrer an die Front!”.

Ohne direkten Nachfolger

Bis 1971 baute Simca den “heissen Ofen” (Originalton hobby). Immerhin 14’741 1,2-Liter-Versionen entstanden, einen direkten Nachfolger gab’s nicht.

Bild Matra-Simca Bagheera (1974) - am Genfer Automobilsalon 1974 in Genf
Matra-Simca Bagheera (1974) - am Genfer Automobilsalon 1974 in Genf

Allerdings erschien dann 1973 der Matra-Simca Bagheera, der immerhin den Motor von Simca erhalten hatte, auch wenn die Geschäfte nun unter der Ägide von Chrysler France gesteuert wurden.

Kompakt und übersichtlich

Auch fast 55 Jahre nach seiner Präsentation lässt sich die gelungene Linienführung des Simca 1200 S nicht übersehen. Giugiaro ist beim zierlichen Coupé ein guter Wurf gelungen. Auch die Überarbeitung im Jahr 1967 hat dem kleinen Sportwagen nicht geschadet, weder die Frontgestaltung noch die zusätzlich eingebauten Entlüftungsgitter auf der Fronthabe wirken als Fremdkörper.

Bild Simca 1200 S (1970) - die Heckmotorbauweise ist dem Coupé nicht auf den ersten Blick anzusehen
Simca 1200 S (1970) - die Heckmotorbauweise ist dem Coupé nicht auf den ersten Blick anzusehen

Dass der Radstand vom Simca 1000 Coupé zum 1200 S um einen Zentimeter, die Aussenlänge sogar fast sieben Zentimeter zugenommen hat, nimmt man kaum wahr.

Bild Simca 1200 S (1970) - gut sichtbar - der sportliche negative Sturz der Hinterräder
Simca 1200 S (1970) - gut sichtbar - der sportliche negative Sturz der Hinterräder

Was einem aber sofort auffällt, ist der starke negative Sturz der Hinterräder. Da wird ein Besitzer auch schon mal des Tunings verdächtigt, auch wenn alle Einstellungen den Werksvorgaben entsprechen.

Bild Simca 1200 S (1970) - Cockpit mit viel Simili-Holz und sportlichem Mattschwarz
Simca 1200 S (1970) - Cockpit mit viel Simili-Holz und sportlichem Mattschwarz

Innen zeigt sich eine wohnliche Atmosphäre mit viel (Simili-) Holz, schwarzem Vinyl und Moquette-Teppichen. Das Dreispeichen-Lenkrad hat einen Holzkranz, die Anzeigensammlung ist mit Tacho, Drehzahlmesser und Instrumenten für Wassertemperatur, Öldruck und Benzinstand vollständig. Ein Kompressorhorn ist genauso an Bord wie Sicherheitsleuchten an den Türkanten und eine Scheibendusche. Es fehlt einem eigentlich an nichts.

Bild Simca 1200 S (1970) - vier Zylinder in Reihe und zwei Doppelvergaser von Solex
Simca 1200 S (1970) - vier Zylinder in Reihe und zwei Doppelvergaser von Solex

Der Vierzylinder im Heck macht sich mit deutlichem Gebrumm bemerkbar. Die Hand fällt wie von selber auf den Schalthebel in der Mittelkonsole, die Schaltpräzision kann die langen Wege nicht kaschieren. Es geht spritzig voran, ohne dass der Simca heute als ein wirklich schnelles Auto empfunden wäre. Aber der Fahrer fühlt sich immer mit der Mechanik verbunden, die Geräuschkulisse motiviert dazu, den Motor drehen zu lassen, die Rundumsicht ist sehr gut und die Stopperqualitäten der vier Scheibenbremsen flössen Vertrauen ein.

Bild Simca 1200 S (1970) - Ähnlichkeiten mit dem Fiat 850 Coupé sind nicht ganz von der Hand zu weisen, der Simca war aber früher
Simca 1200 S (1970) - Ähnlichkeiten mit dem Fiat 850 Coupé sind nicht ganz von der Hand zu weisen, der Simca war aber früher

Und der kleine Simca ist ein gutes Beispiel dafür, dass Freude am Fahren nicht erst bei sechs oder acht Zylindern und 250 PS beginnt. Manchmal kann eben weniger auch mehr sein.

Bild Simca 1200 S (1970) - hier fühlt sich der Simca in seinem Element
Simca 1200 S (1970) - hier fühlt sich der Simca in seinem Element

Vive la France, ist man versucht gegen den Motorlärm anzuschreien, wenn die Nadel auf dem Drehzahlmesser die 6000 Umdrehungen hinter sich gelassen hat. Aber man muss ja nicht gleich bis 7000 U/min weitermachen, schliesslich gehören die Simca-Coupés heute zu den Raritäten auf unseren Strassen und Ersatzteile sind nicht immer einfach aufzutreiben.

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Vergleich Simca 1000 mit 1200 S

  Simca 1000 Coupé Simca 1200 S Coupé
Gebaut von / bis 1962-1967 1967-1971
Hubraum 944 1204
Leistung PS 40 80
bei U/min 5400 6000
max. Drehmoment mkg 6.5 10.5
bei U/min 2400 4500
Leergewicht kg 795 890
Leistungsgewicht kg/PS 19.9 11.1
Länge cm 392.5 399.7
Breite cm 152.5 152.5
Höhe cm 125.5 127
Radstand cm 222 223
0 - 100 km/h   12.6
H'geschwindigkeit km/h 140 175
Verbrauch l/100 km 6.4 (7.5) 9.6
Preis DM 8500 9625
Preis CHF 9990 11000

 

Bilder zu diesem Artikel

Bild Simca 1000 Coupé (1962) am Genfer Automobilsalon - elegantes Coupé von Bertone, eine der Hauptattraktionen
Bild Simca 1000 Coupé (1967) - angeboten als Lot 166 an der Bonhams Versteigerung in Scottsdale am 16. Januar 2014
Bild Simca 1000 Coupé (1967) - angeboten als Lot 166 an der Bonhams Versteigerung in Scottsdale am 16. Januar 2014
Bild Simca 1200 S (1970) - schön gestaltete runde Heckleuchten
Bild Simca 1200 S (1970) - kompaktes Auto mit einer Grundfläche, auf der auch moderne Kleinwagen keinen Platz finden würden
Bild Simca 1200 S (1970) - aus jeder Perspektive ein appetitlicher Anblick
Bild Simca 1200 S (1970) - der "heisse Ofen" inmitten von Leistungsvermittlern
Bild Simca 1200 S (1970) - die Heckmotorbauweise ist dem Coupé nicht auf den ersten Blick anzusehen
Bild Simca 1200 S (1970) - anlässlich des Facelifts im Jahr 1967 erhielt das Coupé einen vorne liegenden Wasserkühler
Bild Simca 1200 S (1970) - die Zusatzscheinwerfer kamen mit dem Redesign im Jahr 1967 dazu
Bild Simca 1200 S (1970) - die zweite Ausführung des Simca Coupés - nun mit Wasserkühler vorne
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von Ru******
23.12.2021 (01:16)
Antworten
Danke für den Artikel über das hübsche SIMCA 1000/1200S Coupé. SIMCA-Modelle waren ja anfangs nichts anderes als ein Lizenzbau von FIAT, das steht ja auch so ähnlich formuliert im Artikel. Und deshalb waren die beiden in den 60ern noch sehr nah beieinander. Das FIAT 850 Coupé ist dem SIMCA 1000 Coupé sehr ähnlich, aber eben auch um einiges sportlicher. Obwohl weniger Hubraum, hat es trotzdem 7 PS mehr und fährt auch entsprechend schneller. SIMCA hätte mit überschaubaren finanziellen Mitteln aus dem 40 PS Limousinenmotor durchaus für ihr Coupé 10 PS mehr machen können. Schade, Chance vertan und deshalb blieb die Stückzahl nur mittelprächtig. Aber SIMCA gebührt die Ehre, zuerst dagewesen zu sein. Noch besser war das FIAT 850 Sport Coupé, also die Serie 2 ab ´68, mit nun 903ccm und 52 PS. Hier lag die goldene Mitte, denn der SIMCA 1200 S war viel zu teuer im Verhältnis. Da bekam man ja schon quasi das tolle FIAT 124 Sport Coupé mit Doppelnockenwellenmotor und 90 PS, das trotz seiner Größe und seines Gewichtes ungefähr die gleichen Fahrleistungen bot wie der SIMCA. Gut, manche wollten so klein wie möglich und nicht so gut wie möglich. Aber man versteht, warum der 1200 S so selten blieb und die FIAT Coupé-Stückzahlen so groß waren. Renault hatte als Alternative die Caravelle zu bieten, bei der man auch beim Coupé das Dach mit wenigen Schrauben entfernen konnte und dann - trotz Coupé-Ausführung - ein richtig viersitziges Cabriolet besaß, viele wissen das heute gar nicht (mehr). Auch der Renault war der deutlich größere Erfolg. Deshalb ist ein SIMCA 1000 Coupé in schönem Zustand heute durch seine Seltenheit eine Bereicherung eines jeden Oldtimertreffs. Die optischen Änderungen des 1200er Modells gefallen mir nicht, zu halbstark, das hätte das Coupé gar nicht nötig gehabt. Ein bißchen sportlicher hätte auch schon genügt....
von wo******
21.12.2021 (21:42)
Antworten
Ich bin seit Mai 2017 stolzer Besitzer eines 1200s Coupés. Er ist erst im September 1972 zugelassen worden obwohl nur bis 1971 gebaut. Ein Ladenhüter? Er hat en Venyldach. Die Leistung ist mit 85 oder 86 ps angegeben. Im Beitrag stand das die ersten 80 ps hatten. Habe nach dem Erwerb 13" ATS mit 175 Bereifung aufgezogen. Wirkt dadurch sehr sportlich und für das H- Kennzeichen kein Problem.
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