Saab 95 – Der Anti-Ziegelstein
Zusammenfassung
Wenn von schwedischen Kombis die Rede ist, kommt hauptsächlich Eckiges aus Göteborg in den Sinn. Saab verbindet man eher mit driftenden Rallyekugeln und winterfesten Cabriolets. Doch auch in Trollhättan entstand ein grossräumiger Charakterkopf, der über Jahrzehnte ebenso konsequent seiner Form treugeblieben ist. Dieser Artikel widmet sich dem Saab 95, der skurril-praktischen Kombiversion des 96.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Drehfreudig und bremsunwillig
- 3=6, aber 4>2
- Finnland und zurück
Geschätzte Lesedauer: 7min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
"Die Schweden sind nicht so anfällig gegen zivilisatorische Fortschritte wie das neuerdings erfundene übertriebene Geltungsbedürfnis.", hatte Dieter Korp 1961 in auto motor und sport festgestellt. Den Beweis hatten die flugzeugbauenden Pragmatiker von Saab bereits zwei Jahre zuvor geliefert. Anstatt ihren bescheidenen Etat für jährliche Modellwechsel, die mehr modischer als technischer Natur waren, zu verschwenden, verfeinerten sie konsequent die Konstruktion und technische Reife ihrer Autos, ohne jemals irgendeiner kurzlebigen stilistischen Strömung zu folgen. Selbst nach zehn Jahren Bauzeit bestand deshalb kein Anlass, die knubbelige Stromlinie durch einen stilistisch moderneren Nachfolger zu ersetzen. Im Gegenteil: Saab ergänzte das Programm sogar um eine neue Karosserievariante. Als der Kombi im Mai 1959 vorgestellt wurde, hatte er der Limousine dennoch einige technische Neuerungen voraus. Wer den auf 841 Kubikzentimeter vergrösserten und dadurch nun 38 PS starken Dreizylinder sowie ein synchronisiertes Vierganggetriebe wollte, musste zum Saab 95 genannten Dreitürer greifen. Erst als die Limousine im Februar 1960 vom Saab 93 zum Saab 96 wurde, war auch sie mit dem stärkeren Motor und dem zusätzlichen Zahnradpaar erhältlich.
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