Mercedes 130 – Volkswagen-Technikrevolution der Dreissigerjahre und Avantgarde im Dreierpack

Erstellt am 25. Januar 2021
, Leselänge 7min
Text:
Gerhard Schütz
Fotos:
Daimler AG 
13
Copyright Daimler AG 
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Archiv Autor 
4
Archiv Mercedes 
2
Archiv Gerhard Schütz 
1

Zusammenfassung

Mercedes-Benz dachte bereits Mitte der Dreissigerjahre über einen Frontantriebs-Personenwagen mit Quermotor nach. Während aber die konventionelleren Varianten des Mercedes-Benz 130/150/170 gebaut wurden, existieren vom Frontantriebs-Quermotor-130er nur die Baupläne. Dieser Artikel schildert die Entwicklungsgeschichte sowie die Konstruktionsschwerpunkte von damals und zeigt die verschiedenen Bauvarianten im Bild und auf Bauplänen.

Dieser Artikel enthält folgende Kapitel

  • Mercedes 130: Der erste Käfer? Oder das erste Zentralmotor-Strassencoupé? Oder der erste  Mini? In dieser Reihenfolge!
  • Der Typ 130H mit Heckmotor
  • Der Typ 170: Mit Front- und Heckmotor
  • Der Typ 150: Zentralmotor-2-Sitzer
  • Die Sensation: Der Mercedes 130 mit Quermotor und Frontantrieb
  • Die Frontantriebs-Revolution der 60er Jahre

Geschätzte Lesedauer: 7min

Leseprobe (Beginn des Artikels)

In den „Roaring Twenties“ (1920-1929) wurden die Autos der Reichen und Schönen immer grösser, stärker und exotischer (Bucciali, Hispano Suiza, Bugatti, Cadillac 16 Zylinder, etc.). Mit wenigen Ausnahmen basierten alle auf einem Leiterrahmen mit Frontmotor und Heckantrieb. Die Karosserien wurden meist von Spezialisten nach Kundenwunsch aufgebaut. Bei den Autos für das breitere Publikum war das Basiskonzept zwar dasselbe, die Karosserie allerdings wurde wie Chassis und Antrieb industriell gefertigt und das Auto komplett ab Werk ausgeliefert. Der Börsencrash von 1929 (“Schwarzer Freitag”) liess die Nachfrage nach Luxuswagen dramatisch einbrechen. Auch die teureren Fahrzeuge in den Klassen darunter wurden weniger nachgefragt. Konsequenterweise begann sich nun in den Dreissigerjahren zunehmend im Bereich der Klein- bis  Mittelklasse-Wagen Neues zu regen, zumal in Deutschland auch aus politischen Motiven die „Motorisierung des Volkes“ zum Thema wurde. 

 
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Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von kr******
30.01.2021 (16:31)
Antworten
Also, irgendwie habt Ihr den zur gleichen Zeit entwickelten Citroen 2 CV übersehen, oder? Boxer-Frontmotor vor der Vorderachse, Frontantrieb.... Sogar die Karosserieform ist optisch ähnlich zu den Zeichnungen des 130er Mercedeses...
Der 2CV von Citroen war definitiv das in jeder Hinsicht haushoch überlegene Design gegenüber dem plumpen, schweren, nur 2-türigen, den Innenraum nicht mit Motorwärme vernünftig beheizbaren, lauten, Heck-Boxer des Käfers/Mercedes .. Die Raumausnutzung der "Ente" war optimal, der Komfort maximal: 4 Türen, Lüftung/Kühlung via Fahrtwind und Klappfenster, Heizung via Motorwärme von vorne und damit eisfreie Frontscheibe im Winter (im Gegensatz zum Käfer!), Motor leiser und "weit weg" vom Innenraum (vs ohrenbetäubender Heckmotor hinter einer viel zu engen und kleinen, ohne eigene Türen nur schwer zugänglichen Rückbank im Käfer), ein richtiger Kofferraum (vs unförmiger, unpraktischer und kleiner Ablagen unter der Fronthaube beim Käfer und nahezu unzugänglich über die Rückbank auf dem heißen Motor hinten)... über den Wagenheber liessen sich beim 2CV die Kotflügen mit je 3 Schrauben lösen, so dass man ggfs den kompletten Motorraum für Reparaturarbeiten mit Bordwerkzeug kinderleicht optimal zugänglich freilegen konnte (welch ein Gegensatz zum VW Käfer der Herren Bahrenyi und Porsche!)..
Leider hatte die "Ente" 2 gravierende Nachteile: die schlechtere Fertigungsqualität und die Optik.
Was aber Design und Konstruktion betraf, war der Deux Chevaux dem Käfer haushoch überlegen und deklassierte dessen geradezu unsinnige Konstruktion in jeder Hinsicht!
Dass man die zeitgleich zum Käfer entwickelte Ente als Frontantriebspionier in einem Artikel übersehen kann, verwundert mich allerdings schon sehr... wie kommt´s?
Antwort von kr******
30.01.2021 (16:37)
SORRY! Die ersten 2CV wurden erst 1939 produziert... kamen also dann wohl doch erst später!

VIELEN DANK für den interessanten Beitrag!
(Hatte in Erinnerung, dass der 2CV Anfang/Mitte der 1930er entwickelt worden wäre, aber offenbar fing die Entwicklung erst 1937 an, wie ich gerade bei Wikipedia.fr gesehen habe... Sorry)
Antwort von kr******
30.01.2021 (16:42)
..und nochmal ein Nachsatz: Die hintere Hälfte (von B-Säule bis Heck) auf der Zeichnung sieht ja nahezu identisch zum 2CV aus... sogar einschliesslich er Lage des Reserverades, der Form der hinteren Seitenscheiben... Die visuelle Ähnlichkeit ist wirklich frappierend! Und zwar sowohl in der Seitenansicht als auch von oben! (Nur, dass der 2CV praktischerweise Türen für den Fond hatte...)

Dennoch seltsam, dass der 2CV im Artikel keine Erwähnung findet... Im Zusammenhang mit Frontantriebspionieren.. gerade in den 1930ern (, was lange vor den im Artikel erwähnten 1960ern ist...)... verwunderlich!
Antwort von ta******
30.01.2021 (17:13)
Danke für die engagierten Inputs. Klar, gehört der 2CV auch zu den Pionieren des Frontantriebs und ist in seinem Minimalismus ja absolut genial. Der Grund, weshalb ich in diesem Beitrag auf ihn verzichtet habe, liegt darin, dass er in einem später folgenden Artikel zu einem weiteren völlig unbekannten Frontantriebsprojekt von Mercedes erwähnt werden wird. Dazu kommt, dass ich hier die Querstellung des Motors in den Mittelpunkt stellen wollte. Deshalb gleich der Sprung zum Mini.
Pierre Boulanger, der nach dem Tod von André Citroen und Pierre Michelin 1937 Chef des Unternehmens wurde, hatte gemäss meinen französischen Quellen 1935 das Projekt "TPV" (tout petit véhicule) lanciert. 1939 fuhren die ersten Prototypen des 2CV, und 1948 wurde der Wagen dann lanciert. Der Autor
Antwort von kr******
30.01.2021 (17:25)
Lieber Autor, Gerhard Schütz nehme ich an!
Vielen Dank für die superschnelle und verständnisvolle und sachliche Reaktion! Klasse! Merci!
Sorry für meinen vielleicht zu aggressiven Tonfall.. tut mir leid! (Ich meine es zwar natürlich nicht so, aber... wenn ich dann meinen eigenen Text hinterher lese.. SORRY!!)

Toller Artikel -auch, wenn der Frontmotor/Frontantrieb des 2CV nicht erwähnt wurde.
In der Tat vermutlich, weil er in de "Ente" ja längs eingebaut war, während sich der Artikel wohl auf die quer eingebauten konzentrierte.
Danke nochmals für die interessante Recherche und den tollen Artikel!
Antwort von ta******
30.01.2021 (18:51)
Danke für Ihre freundliche Replik! Keine Sorge, ich fand Ihren Tonfall nicht aggressiv. Es ist ja eine der für Autoren und Leserschaft wohltuenden Qualitäten von zwischengas.com., dass hier engagiert und immer vernünftig kommuniziert wird. Das ist gerade in Zeiten sehr zu schätzen, wo sich in Internet- Kommentarspalten im Zusammenhang mit dem Virus noch ein anderes Virus breit macht, nämlich das des Empörung- und Besserwissers- Tons... Es ist auch toll, für eine fachkundige Leserschaft zu schreiben und auch selber immer wieder dazuzulernen, zu differenzieren und Neues
zu entdecken. Und wie schon oben geschrieben: Sie werden in nächster Zeit unserem geliebten 2CV im Zusammenhang mit einem weiteren unbekannten Frontantriebsprojekt von Mercedes wiederbegegnen. Vielleicht schauen Sie sich zum Thema Frontantrieb auch noch meinen Beitrag im Kanal "Technik im Gespräch" 5 "Front- Bericht" an, wenn Sie ihn noch nicht kennen. Gerhard Schütz
Antwort von kr******
30.01.2021 (19:32)
Für alle Interessierten: Hier der Link zum Beitrag des Autoren Gerhard Schütz -perfekt passend zum Thema, sehr humorvoll zu lesen, und inhaltlich unglaublich spannend:
https://www.zwischengas.com/de/FT/technik/Technik-im-Gespraech-Front-Bericht-oder-wo-die-Pferde-scharren.html
"Technik im Gespräch" 5 "Front- Bericht"
Vielen Dank, Gerhard Schütz!
von ch******
28.01.2021 (11:43)
Antworten
Wenn ihr schon dabei seid, die Frontantriebspioniere aufzuzeigen, müsste man die Marken Cord und Alvis erwähnen, die bereis Ende der 20-er Jahre FWD-Autos herstellten. Auch aber auch hier fehlt, im Gegensatz zur "Traction", die Kontinuität.
Diese Pläne vom Mercedes mit Front-Quermotor sind erstaunlich; ich kannte sie nicht!
Antwort von ta******
30.01.2021 (17:21)
Cord wird in "Technik im Gespräch" 5 "Front- Bericht" zum Thema Frontantrieb erwähnt, ein Beitrag, der sich gut zur Vertiefung und Erweiterung der Thematik eignet. Der Autor
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