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Bild (1/1): Maico 500 (1957) - kompakte Limousine mit überraschend viel Platz (© Archiv Automobil Revue)
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Maico 500 - Kleinstwagen vom Motorrad-Spezialisten

Erstellt am 27. Mai 2020
Text:
Daniel Koch
Fotos:
Bruno von Rotz 
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Das Familienunternehmen Maico wurde 1926 im schwäbischen Pfäffingen von Ulrich Maisch gegründet und fabrizierte als Maisch & Compagnon zu Beginn Fahrräder und Zubehör. Ulrichs Söhne Otto und Wilhelm übernehmen die Firma 1931 und begannen mit der Produktion von leichten Motorrädern. Nachdem die Produktion während des zweiten Weltkrieges fast zum Erliegen kam, baute Maico kurz nach Kriegsende wieder Motorroller und Motorräder. Mit dem kleinen Champion wurde 1955 dann das erste Automobil gebaut, welches als Urahn des 1956 vorgestellten zweitürigen Viersitzers 500 gilt.

Der Beginn der Vierrad-Modelle

Maico war bekannt für ihre zuverlässigen und schnellen Motorrädern, die 1956 zehn nationale Meister im Rennsport hervorbrachten. Stolz verkündete die Presseabteilung: "Mit dem steigenden Lebensstandard wird mancher, der bisher ein Zweirad gefahren, oder an den Kauf eines solchen gedacht hat, dem grösseren Komfort des 4-sitzigen Fahrzeuges den Vorzug geben. Es liegt deshalb im Zuge der Entwicklung, dass auch ein Motorradwerk daran denkt, neben seinem bisherigen Zweirad-Programm seinen Freunden auch diesen grossen Komfort zu bieten."

Maico 500 (1958) - Eleganter Zweitürer
© Archiv Automobil Revue

Mit dem von Ex-BMW-Ingenieur Hermann Holbein und Oberingenieur Albert Maier der Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF) ersonnenen Champion wollte es der neue Kleinwagen mit der damaligen Konkurrenz aufnehmen. Kurz danach sorgte die Neukonstruktion Maico 500 für Aufsehen, war er doch mit dem 452 ccm kleinen wassergekühlten Zweitakt-Zweizylindermotor im Heck für damalige Verhältnisse gut motorisiert. Das Werk gab die Leistung mit 18 PS bei 4000 U/min an, was einer spezifischen Literleitung von knapp 40 PS entsprach.

Überzeugte Fachpresse

Die Zeitschrift "Roller" berichtete begeistert: "Vor allem ist es nicht zu übersehen, dass der Maico 500 genau das ist, was man sich von den bewährten Erfahrungen des Automobilbaues unter einem ordentlichen Kleinwagen vorstellt. Äusserst robuster Aufbau, solide Karosserie auf Zentralrohrrahmen, ringsum Einzelradfederung, 4-Ganggetriebe und ein Motor, dessen Qualität und Leistungsfähigkeit über jeden Zweifel erhaben ist."

Maico 500 (1957) - Zentralrohrramen mit Querträgern
© Archiv Automobil Revue
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Aber auch Tadel

Die Zeitschrift "auto motor und sport" berichtete 1957 aber auch über einige unerfreuliche Details: "Die Bedienungsorgane liegen gut, das Tachometer enthält die Anzeigeleuchten und ist gut zu verfolgen, wenn man sich daran gewöhnt hat, daß sich die Nadel (warum eigentlich?) gegen den Uhrzeigersinn dreht. Die Tachometerbeleuchtung ist abschaltbar, was deshalb besonders erwähnt werden muß, weil das zu helle Lenkrad sich besonders bei eingeschalteter Tachobeleuchtung gerade in Augenhöhe stark in der Windschutzscheibe spiegelt. Die Hebel für Startvergaser und Heizung waren bei unserem Testwagen wenig handlich, sie sind inzwischen jedoch anders angeordnet. Die Schieber für die Öffnungen der Fußheizung wünscht man sich etwas solider, und die Scheibenwischerblätter einfachster Sorte ärgerten den Tester öfters, da der sehr niedrige Wagen den Schmutzwasserfahnen seiner Vordermänner besonders ausgesetzt ist. Ein zusätzlicher Scheibenwascher tut da gute Dienste."

Maico 500 (1957) - Ab in die Skiferien
© Archiv Automobil Revue

Der Maico 500 verfügte schon damals über eine Defrosteranlage, einen Doppel-Scheibenwischer und eine Heizung, was durchaus nicht bei allen Kleinwagen zum Standard gehörte. Die hintere Sitzbank des Viersitzers konnte herausgenommen werden, um mehr Platz für Gepäck zu schaffen. Die vordere Sitzbank war nach vorne und hinten verstellbar, 

Moderne Technik

Die Ganzstahl-Pontonkarosserie kommt heute noch elegant daher. "auto motor und sport" berichtete ausführlich über die technischen Vorzüge des Kleinwagens: "Betrachtet man den konstruktiven Aufbau des Maico, so findet man einen nach bewährten Grundsätzen des Automobilbaues gebauten Wagen der VW-Schule, wobei jedoch durch Pontonseiten eine optimale Ausnutzung der Wagenbreite für den Nutzraum erreicht wurde, während die Hintersitze durch den kürzeren Radstand mehr eingeschränkt sind als beim VW und hinter dem Rücksitz nur noch Raum für zwei schmale Aktentaschen blieb. Fahrwerksbasis ist ein Zentralrohr, Radaufhängung vorn in je zwei Querlenkern, dessen oberer in einem auf Torsion beanspruchten Gummi-Federelement gelagert ist, Stoßdämpfung durch einen hydraulischen Teleskopstoßdämpfer. Die Hinterradaufhängung wurde für den Maico 500 neu entwickelt, er hat pendelnde Halbachsen mit Schraubenfedern und hydraulischen Teleskopstoßdämpfern, Differential und Vierganggetriebe bilden mit dem Motor einen Triebwerksblock. Die Zylinder stehen längs und sind nach links geneigt, um der Start-Zünd-Lichtmaschine Raum zu geben, auf deren Welle vorn der sechsflügeligen Ventilator und hinten die Wasserpumpe aufgesetzt sind, Antrieb von der Kurbelwelle durch Keilriemen." 

Maico 500 (1958) - 343 cm lang und 147 cm breit
© Archiv Automobil Revue

Mit einem Radstand von nur 202 cm, der Spur vorn 120 cm und einer Länge von 342 cm war der Strassenfloh auch in den Abmessungen Kleinstwagen auf der Höhe der Zeit.

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Werbung von damals

Was heute wohl nicht mehr gehen würde, erlaubten sich die Werber damals und texteten im Verkaufsprospekt die Vorzüge für korpulente Menschen: "Der Fahrgastraum bietet 4 Personen bequem Platz. Auch dicke Leute können mitfahren. Jede Person hat eine Sitzbreite von über ½ Meter.". Auch der Stauraum wurde gelobt: " An einem Kofferraum fehlt es auch nicht. Das Reisegepäck wird unter der vorderen Haube und hinter der hinteren Rükkenlehne untergebracht. Für einen Übersee-Koffer braucht man allerdings einen Dachgepäckträger, der leicht montiert werden kann."

Maico 500 (1957) - Verkaufsprospekt
© Archiv Automobil Revue

Sportmodell

Neben einem einzelnen Coupé und einer seltenen Kombivariante wurde im Jahr 1958 wurde sogar ein offenes Sportmodell vorgestellt. Der Hersteller bewarb das Cabriolet im Prospekt: "Ein Sport-Cabriolet von bestechender Eleganz. Preisgünstig wie ein Gebrauchswagen und an der untersten Grenze der Unterhaltskosten bietet der Maico 500 Sport allen Komfort eines ausgereiften Luxuswagens. Dieses kleine Wunder ist Maico gelungen durch die sinnvolle Synthese von Bauelementen des bewährten Jedermann-Autos Maico 500 einerseits mit den Kennzeichen des anspruchsvollen Sportwagens andererseits.".

Maico Sport (1958) - Elegantes Cabriolet vom Schweizer Carrossier Beutler
© Archiv Automobil Revue

Der kleine Sportler leistete 20 PS bei 4500 U/min und war rund 110 km/h schnell. Es sollen lediglich vier Exemplare gebaut worden sein, und vermutlich existiert heute nur noch ein einziges. Wie der Coupé-Prototyp stammte auch der Cabrioletaufbau vom Schweizer Karosseriebauer Beutler in Thun.

Ideen mehr als genug, aber leere Kassen

So titelte die Fachzeitschrift "auto, motor und sport" 1981 und resümierte: "Typisch ist der Maico 500 vor allem als exemplarische Fehlkalkulation. Er ruinierte seine Erbauer und hatte keine Chance gegen den VW Käfer, der immer besser und erschwinglicher wurde. Die Firma Maico kam alsbald finanziell ins Schleudern. Nach anderthalb Jahren und 8000 Wagen gab es einen skanda­lösen Konkurs, den das Un­ternehmen nur als Motorrad­fabrik überlebte."

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Gerichtsentscheid

Das finanzielle Desaster zeichnete sich Ender der Fünfzigerjahre bereits ab. Es wird kolportiert, dass die Sekretärinnen schon einmal im Wintermantel zum Dienst bestellt wurden, weil die Heizungsrechnung nicht bezahlt werden konnte. Aber Maico sollte gerettet werden, es war die Rede von dänischen Brauerei-Erben, dem Finanz-Jongleur Dr. Johannes Semler und vielen weiteren Möchtegern-Wirtschaftswunder-Virtuosen.

Genützt hat es leider nichts, am 14. März 1960 wurde wegen betrügerischen Bankrotts ein Strafverfahren gegen Maico eingeleitet. Zum Ausgang des Prozesses berichtete die "ams" im Sommer 1960: "Im Maico-Prozeß wurden am 30. Juli nach neunwöchiger Prozeßdauer vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Tübingen die Urteile verkündet. Der Hauptangeklagte Otto Maisch aus Pfäffingen erhielt ein Jahr und acht Monate Gefängnis für betrügerischen Bankrott in Tateinheit mit versuchtem betrügerischem Bankrott und Untreue, fortgesetzter Gläubigerbegünstigung und eines Vergehens gegen die Reichsversicherungsordnung. Seine Verteidiger wollen gegen dieses Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Von den fünf Mitangeklagten wurden zwei freigesprochen, der eine zu zwei Monaten Gefängnis mit Bewährung, die beiden anderen zu Geldstrafen verurteilt. Das Verfahren gegen den früheren technischen Maico-Geschäftsführer Wilhelm Maisch war schon vor der Hauptverhandlung wegen dessen schwerer Erkrankung ausgesetzt worden. Es sieht noch nicht fest, wann gegen ihr verhandelt werden wird." 

Maico 500 (1957) - Praktischer Kleinwagen
© Archiv Automobil Revue

Rückkehr zu den Motorrädern

Nach dem Prozess entschied sich der schwäbische Hersteller, sich wieder auf Motorräder zu fokussieren. In den Achtzigerjahren musste das Familienunternehmen einen weiteren Konkurs anmelden und wurde daraufhin von einem Industriezulieferer übernommen. Man wollte ein Motorrad mit einem Diesel-Zweischeibenwankelmotor bauen, wozu es aber nie kam. In den Neunzigerjahren wurden in den Niederlanden Maico-Motorräder hergestellt, und heute laufen sie noch in geringen Stückzahlen aus der Levenkusener Motorrad-Werkstatt Köstler.

Seltener Anblick

Heute sind die Maico Kleinwagen auch an Oldtimer-Treffen kaum noch anzutreffen, was der geringen Stückzahl geschuldet ist. Sie sind aber ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegszeit, weil sie neben vielen anderen kleinen Marken die Mobilisierung der Massen möglich machte.

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Quelle:

Neueste Kommentare

 
 
kd******:
17.06.2020 (13:04)
Diesel-Zweischeiben-Wankelmotor? Gibt es dazu irgendwelche Informationen?
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
17.06.2020 (16:23)
Leider wissen wir darüber auch nicht viel mehr. Ob z.B. konkrete Pläne bestanden und wie weit die gediehen waren, entzieht sich unserer Kenntnis
wo******:
16.06.2020 (11:48)
Toll dass Ihr auch über diese seltenen Kleinwagen aus den 50-ern berichtet ! Bitte mehr davon !
Ich lasse derzeit einige als spielbare Modelle für das Spiel CarMechanicSimulator 2018 wieder auferstehen. Interessierte können unter 'WolfelesWorkshop' in YouTube weitere Informationen dazu finden.
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