Ferrari 500 Superfast – superschneller Luxus-Granturismo für die Superreichen
Zusammenfassung
Wem ein “normaler” Ferrari in den Sechzigerjahren nicht exklusiv genug war, der konnte sich auch einen 500 Superfast mit Pininfarina-Karosserie kaufen. Damit erhielt er den stärksten Strassen-Ferrari und den teuersten dazu. Nur gerade 37 Exemplare entstanden im Laufe von zweieinhalb Jahren, jedes im Prinzip ein Einzelstück. Dieser Bericht gilt dem fünftletzten Ferrari 500 Superfast und erzählt die Geschichte der Baureihe, illustriert mit aktuellen und historischen Bildern.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Der Prototyp von Genf
- Eleganz für zwei Personen
- Ein neues Triebwerk
- Bodenständige Chassis-Technik
- Mehr Granturismo als Rennwagen
- Zwei Serien
- Der fünftletzte 500 Superfast
- Alle Ferrari 500 Superfast
Geschätzte Lesedauer: 5min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Im März 1964 stand in Genf eine Überraschung auf dem Pininfarina-Stand, der neue Ferrari 500 Superfast, ein Auto der Superlative. Rund doppelt so teuer als ein Ferrari 330 GT wurde der schnelle Superfast verkauft, also mussten Käufer knapp über 100’000 Franken auf den Tisch legen, wollten sie in den Genuss des 500 Superfast kommen. Damit wäre der Wagen das teuerste Auto in den Preislisten gewesen, doch meist wurde der Preis nur mündlich genannt. Das hinderte die Berühmten und Reichen der Welt, darunter Peter Sellers oder der Schah von Persien nicht daran, das Scheckbuch zu zücken. Dass der Ferrari 500 Superfast seine Premiere auf dem Pininfarina-Stand in Genf feierte, war kein Zufall. Schliesslich kam das Design, aus dem Stift von Aldo Brovarone, von dort und auch die Karosserien wurden dort von Hand gefertigt.
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Bilder zu diesem Artikel

Die Leistungsangabe galt als eher großzügig angegeben; manche sprachen von ca. 360 PS, andere sogar von nur 320 PS, was hier und da sogar zu Beschwerden bzw. Nachkorrekturen geführt haben soll und auch die Werksangabe von 280 km/h ein wenig anzweifeln lässt. ;)
Auch das Fahrwerk war nicht unbedingt der Knaller: u.a. eine polternde Hinterachse bei niedrigen Geschwindigkeiten, zu weiche Federung führte zu Schaukeln, schnelles Bremsfading nach zügiger Fahrweise sowie hoher Lenkkraftaufwand und ständiges "Korrektursägen" auf schlechterem Fahrbahnuntergrund. Also, eher ein sehr, sehr schicker und (auch preislich) hochexklusiver Cruiser (12 Erstauslieferung gingen in die USA, 10 nach GB).
Serie 1 und 2-Modelle erkennt man auf die Schnelle an den Motorentlüftungen im Vorderkotflügel (11 kleine Schlitze = Serie 1, 3 große Schlitze = Serie 2).
Chassis #6049 und #6345 fielen Verkehrsunfällen zum Opfer und wurden auch nicht wieder aufgebaut, nur die Motoren überlebten.

6carb.com/collections/new-arrivals/products/1964-65-ferrari-500-superfast-tipo-208-engine
Die drei(!) Doppelvergaser sind deutlich zu erkennen. ;)
Sechs Doppelvergaser waren seinerzeit jedoch häufig in den Rennversionen (z.B. 250 GTO, 330 SP) zu finden.
Noch größer ist der Leistungsunterschied zwischen SAE und DIN Norm. Bei SAE werden auch die Nebenaggregate nicht mit gemessen. So kommt eine Jaguar E-Type auf 265 SAE-PS, aber bei meinem E steht im Kfz-Schein 'nur' 210 PS nach DIN gemessen. Das sind 30% Leistungsunterschied zwischen SAE und DIN! Noch heute werden in vielen Publikationen bei den Leistungsangaben SAE, CUNA und DIN munter verglichen und vertauscht!






































































































































































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