Schnell anstatt radikal – Ferrari 365 GTB/4 “Daytona"
Zusammenfassung
Mit dem Miura hatte Lamborghini einen modernen Mittelmotorsportwagen präsentiert und Ferrari dabei ans Bein gepinkelt. Doch der Commendatore reagierte nicht mit einem ähnlichen Konzept, sondern brachte 1968 das Frontmotorcoupé Ferrari 365 GTB/4 “Daytona” auf den Markt. Die Verkaufszahlen gaben ihm Recht. Dieser Fahrzeugbericht erzählt die Geschichte des eleganten Granturismo und zeigt ihn auf vielen aktuellen und historischen Bildern.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Kein Mittelmotorsportwagen
- Konservative, aber zielführende Technik
- Serienfertigung ab 1969
- Überzeugte Presse
- Kommerzieller Erfolg
- Zeitlose Schönheit
- Langes Leben
Geschätzte Lesedauer: 9min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Mit dem Miura hatte der Sportwagenbauer Ferruccio Lamborghini die Sportwagenwelt auf den Kopf gestellt und endgültig auf den Mittelmotor eingestimmt. Gespannt wartete die Welt auf die Reaktion von Enzo Ferrari, doch als 1968 in Paris der Ferrari 365 GTB/4 Daytona präsentiert wurde, erkannte man überrascht, dass in Modena am klassischen Granturismo-Design mit Frontmotor festgehalten wurde. Erst im Jahr 1971, als der Ferrari den Nachfolger des Daytona mit der Bezeichnung 365 GT/4 BB (Berlinetta Boxer) vorgestellt wurde, dessen Serienfertigung dann erst 1973 einsetzte, gab es auch bei Ferrari einen Serien-Strassensportwagen mit Zwölfzylinder vor der Hinterachse zu kaufen. Und dies war wohl einigen Käufern immer noch zu innovativ, denn am 11. August 1975 lieferte das Werk einen rubinroten Daytona an den Händler M. Gastone Crepaldi nach Mailand aus, rund zwei Jahre nach Einstellung der Produktion des 365 GTB/4.
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Fünf gebaute Prototypen, werden der 365 GTB/4-Serie zugerechnet: Neben den beiden o. g., #10287 und #11001, auch noch #11795 (1968, Pininfarina-Stand, Turin und Paris), #11929 (1968, Paris, von Scaglietti später zum Spider umkarossiert) sowie #12037 (zwar erster auf der Produktionslinie, aber nicht erster für den Verkauf; das war #12301).
Nach dem oben beschriebenen FIAT-Deal (1969 Aktienanteil: FIAT=40%, Enzo=49%, Piero=10%, Pininfarina=1%) und der Zuteilung des Rennnbetriebes an Enzo und des Pkw-Vertriebes an FIAT, galt und gilt der "Daytona" in Liebhaberkreisen vielfach als der "letzte, echte Ferrari". U.a. auch deshalb, explodierten die Preise; ganz besonders nach Enzos Tod. So auch bei den seltenen Spider-Versionen, was damals einige zu der "automobilen Schandtat" ;) veranlasste, so manchem GTB das Dach abzuschneiden oder denselben sogar als (gefälschten!) GTS auf den Markt zu bringen. Vielleicht differieren auch deshalb die Angaben über die Produktionszahlen? Ich ging bislang immer von 1284 Berlinetta- und von 124 Spider-Typen aus. 1383 Berlinetta-Typen, wie im Text angegeben, erscheint mir allerdings ein wenig zu hoch!? Haben Sie die Zahlen direkt von Herrn Massini?
P.S.: Ein Ferrari, der sich nicht in Massinis (beneidenswertem!) Archiv auffinden lässt, wurde wahrscheinlich auch nie gebaut oder ist schlichtweg eine Fälschung! ;)


1'383 Stk Daytona Berlinetta (Chassis Nummern 12301 bis 17615), der letzte wurde am 20. Dezember 1973 fertiggestellt. Es gab 6 Prototypen vor der Nr. 12301.
122 Stk. Daytona Spider (1 Prototyp plus 121 Produktion, Chassis Nummern 12851 (Proto) bis 17073).
Selbst auf Ferraris hauseigener Internetpräsenz (als vermeintliche Primärquelle) heißt es:
"... Insgesamt wurden 1.284 Berlinettas und 122 Spider produziert. ...".(*)
Man lernt halt nie aus. Danke! ;)
(*) Quelle: ferrari.com/de-DE/auto/365-gtb4 - dort unter dem Punkt "Entdecken Sie das Design"
































































































































































































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