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Umgeparkt – Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin

Erstellt am 13. Dezember 2017
, Leselänge 16min
Text:
Martin Schröder
Fotos:
Martin Schröder 
26
SDTB/Clemens Kirchner 
3
Adler Favorit (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Adler Favorit (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Adler Typ 10 2,5 ltr. „Autobahn“ Cabrio (1939) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
AWZ P 70 Coupé (1955) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Cadillac 341 V8 (1928) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin

Deutschland hat zwei bedeutende Technikmuseen mit nennenswerten Automobilsammlungen: In München gibt es das bereits 1903 gegründete Deutsche Museum mit dem einzigen originalen Auto Union 16-Zylinder (wenn auch mit neuer Karosserie) und in Berlin seit 1982 das Deutsche Technikmuseum mit dem „Rosinenbomber“ von 1948 als Erkennungszeichen auf dem Dach.

Die Automobilsammlung umfasst circa 200 Fahrzeuge unterschiedlicher Provenienz von Dampf, Elektro, Benzin, Flüssiggas bis Diesel. In der Dauerausstellung können nur 30 davon gezeigt werden.

Bild Adler Favorit (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Adler Favorit (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Eine kleine Halle steht allerdings für unterschiedliche Sonderausstellungen zur Verfügung und seit dem 6. Dezember 2017 sind die Automobile an der Reihe, was dem Automobilhistoriker eine Reise nach Berlin wert war.

Werfen wir zunächst einen Blick ins Depot, so sehen wir auf dem grossen Wandfoto im Vordergrund den Adler Favorit von 1932 und dahinter die abgedeckten, zweigeschossig gestapelten Fahrzeuge.

Gehen Sie nun mit mir durch die Ausstellung und lassen Sie sich Wissenswertes zu den Fahrzeugen berichten, die ich in alphabetischer Folge vorstellen werde.

Adler Favorit von 1932

Kurzbeschreibung: 1943 ccm, 4 Zylinder in Reihe, 35 PS, Vmax 80 km/h unrestaurierter Originalzustand

Bild Adler Favorit (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Adler Favorit (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Der Adler Favorit erschien 1929 und weist eine von US-Vorbildern beeinflusste Karosserie auf. Im letzten Produktionsjahr 1934 hatte er bereits ein etwas antiquiertes Erscheinungsbild, wurde aber immerhin in 12’756 Exemplaren gebaut.

Bereits Mitte der dreissiger Jahre begann der Chefkonstrukteur Karl Jenschke mit Entwurf und Entwicklung des

Adler Typ 10 2,5 ltr. „Autobahn“ Cabrio von 1939

Kurzbeschreibung: 2494 ccm, 6 Zylinder in Reihe, 58 PS, Vmax 125 km/h restauriert

Bild Adler Typ 10 2,5 ltr. „Autobahn“ Cabrio (1939) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Adler Typ 10 2,5 ltr. „Autobahn“ Cabrio (1939) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Bei diesem Wagen handelt es sich um das erste in Deutschland gebaute Auto mit Stromlinienkarosserie, daher der Zusatz „Autobahn“. Interessant ist der Zusatzscheinwerfer rechts und die wohl dem Kundenwunsch entsprechende Cabrioausführung, die ja bei geöffnetem Dach den Stromlinieneffekt zunichte macht. Geschlossen hat der Typ 10 einen cw-Wert von 0,36, was dem eines Golf II der achtziger Jahre entspricht. Gebaut wurden 5295 Exemplare.

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AWZ P 70 Coupé von 1955

Kurzbeschreibung: 684 ccm, 2 Zylinder Zweitakt, 22 PS, Vmax 100 km/h guter Erhaltungszustand oder ältere Restauration

Bild AWZ P 70 Coupé (1955) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
AWZ P 70 Coupé (1955) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

AWZ steht für VEB Automobilwerk Zwickau, besser bekannt als Produktionsstätte des Trabant, heute nostalgisch als Trabi bezeichnet. Der Typ P 70 ist der ab 1955 produzierte Vorläufer mit neuer Pontonkarosserie. Bis 1959 wurde er als Limousine, Kombi und Coupé in insgesamt 36’000 Exemplaren gefertigt. Limousine und Kombi mit der später berühmt gewordenen Duroplast-Karosserie auf Holzrahmen, dem sportlichen Coupé spendierte die Werksleitung eine Ganzstahlkarosserie.

Cadillac 341 V8 von 1928

Kurzbeschreibung: 5589 ccm, V8 Zylinder, 90 PS, Vmax 112 km/h unrestaurierter Originalzustand

Bild Cadillac 341 V8 (1928) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Cadillac 341 V8 (1928) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Die Firma Cadillac wurde bereits 1909 von General Motors übernommen und als eigene Marke für das oberste Marktsegment weitergeführt. Bereits in den zwanziger Jahren konnte der US-Kunde den Wagen in nicht weniger als 75 Versionen – Customizing – bestellten. Bei dem hier gezeigten Fahrzeug ist die sehr stabile Querverstrebung zwischen den vorderen Rahmenteilen zu beachten. Denkbar ist, dass der Wagen in Deutschland zugelassen war, während des Kriegs mit einer Holzgasanlage versehen wurde und danach auf Benzin rückgerüstet wurde.

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De Dion-Hinterachse

De Dion-Achse, das hat jeder schon mal in Prospekten oder Testberichten gelesen – wenige dürften schon einmal eine so offen dargestellt gesehen haben, wie es dieses Exponat gestattet.

Bild De Dion-Bouton Typ E (1899) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
De Dion-Bouton Typ E (1899) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Gehört bei der hinteren Starrachse das Differential und die Achse selbst zur ungefederten Masse, so hat De Dion mit seiner eleganten Konstruktion das Differential mit dem Chassis verbunden und der gefederten Masse hinzugefügt, was dem Fahrkomfort zugutekam. Der Antrieb erfolgt über Halbwellen, die Querkräfte werden über das leichte De Dion-Rohr abgestützt. Im Gegensatz zur Pendelachse keine Sturzveränderung beim Einfedern.

De Dion-Bouton Typ E von 1899

Kurzbeschreibung: 402 ccm, 1-Zylinder-Motor, 3,5 PS, Vmax 40 km/h teilrestauriert, statisches Exponat

Bild De Dion-Bouton Typ E (1899) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
De Dion-Bouton Typ E (1899) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Carl Benz war es, der für sein Velo einen eigenen Rahmen entwarf und baute, alle anderen Hersteller bis zur Jahrhundertwende ersetzten die Pferde durch Motoren und bauten diese in Kutschen ohne Deichsel ein – Horseless Carriage. Der gepflegten Konversation diente die Vis-a-Vis Sitzanordnung. 1902 stellte dann die Firma Daimler mit dem Typ Simplex das erste „richtige“ Automobil mit vor dem Frontmotor angeordnetem Kühler und dahinter sitzenden Passagieren vor. De Dion ist mit der nach ihm benannten Hinterachse in die Geschichte eingegangen.

DKW Schwebeklasse Cabriolet von 1935

Kurzbeschreibung: 1047 ccm, 4 Zylinder Zweitakt, 32 PS, Vmax 95 km/h restauriert

Bild DKW Schwebeklasse Cabriolet (1935) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
DKW Schwebeklasse Cabriolet (1935) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

DKW war in den zwanziger Jahren und ab der Gründung der Auto Union 1932 der Hersteller für preisgünstige Kleinwagen in einfacher Ausführung. Die Karosserie bestand aus einem mit Kunstleder bespannten Holzrahmen, der sich als nicht sehr dauerhaft erwies. Das war auch der Grund, warum DKWs nicht für die Wehrmacht konfisziert wurden. Die Karosserie hat Ansätze zur Stromlinie. Das hier gezeigte Exemplar ist mit einem neuen Rahmen aufgebaut worden, steht perfekt da, allerdings um den Preis der originalen Substanz.

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DKW Schwebeklasse Limousine von 1935

Kurzbeschreibung: 988 ccm, 4 Zylinder Zweitakt, 30 PS, Vmax 90 km/h unrestaurierter Originalzustand

Bild DKW Schwebeklasse Limousine (1935) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
DKW Schwebeklasse Limousine (1935) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Hier nun das Schwesterauto als Limousine im unrestaurierten Originalzustand, durch das DDR-Kennzeichen als nach dem Krieg eingesetztes Gebrauchsfahrzeug erkennbar. Wohl dem Museum, das solch ein Paar zeigen kann.

EMW 340-2 von 1952

Kurzbeschreibung: 1971 ccm, 6 Zylinder Reihenmotor, 55 PS, Vmax 120 km/h unrestaurierter Originalzustand, wahrscheinlich nachlackiert

Bild EMW 340-2 (1952) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
EMW 340-2 (1952) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

BMW, die Bayerischen Motorenwerke, hatte bis 1939 die Automobilproduktion in Eisenach. 1945 wurde das Werk unter sowjetische Verwaltung gestellt und nannte sich Eisenacher Motorenwerke, der blau-weisse Propeller wurde in einen rot- weissen umgewandelt und man produzierte den 327 unter der Bezeichnung 327-2 munter weiter. Der hier gezeigte 340-2 basiert wahrscheinlich auf dem Vorkriegs Typ 326 mit einer leicht modernisierten Karosserie.

Bild EMW 340-2 (1952) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
EMW 340-2 (1952) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Ford B von 1932

Kurzbeschreibung: 3286 ccm, 4 Zylinder Reihenmotor, 50 PS, Vmax 105 km/h restauriert

Bild Ford B (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Ford B (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Ford führte bereits in den zwanziger Jahren die Ganzstahlkarosserie ein, die gegenüber dem herkömmlichen blechbeplankten Holzrahmen Vorteile hinsichtlich Gewicht, Haltbarkeit und Verwindungssteifigkeit aufweist. Die Ganzstahlkarosserie erfordert allerdings schwere und teure Stahlpressen, die sich nur bei grossen Stückzahlen rechnen. Diese hat der erste Massenhersteller Ford im Stammland USA selbstverständlich, nicht aber von Anbeginn bei seinem deutschen Ableger Ford Köln, der daher, wie viele andere deutsche Hersteller, bei der deutsch-amerikanischen Karosseriefabrik Ambi-Budd in Berlin Halensee fertigen liess und die Karosserien nach Köln transportierte.

Hanomag Zugmaschine Ss20 von 1938

Kurzbeschreibung: 1910 ccm, 4 Zylinder Reihenmotor (Diesel), 20 PS, Vmax 30 km/h restauriert

Bild Hanomag Zugmaschine SS20 (1938) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Hanomag Zugmaschine SS20 (1938) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Aus dem Telegrammkürzel „Hanomag“ der Hannoverschen Maschinenbau AG hat sich der Markenname Hanomag entwickelt. In den dreissiger Jahren wurden neben Lokomotiven, LKWs und Traktoren auch eine Reihe von PKWs hergestellt. Weiterhin gehörte Hanomag zu den Dieselpionieren und baute 1939 den Dieselrekordwagen, der erfolgreich auf der Autobahn bei Dessau eingesetzt wurde. Die Hanomag Zugmaschine gab es in Leistungsklassen von 20 bis 100 PS. Auch die hier gezeigte kleine Zugmaschine hatte auf Grund der kurzen Übersetzung eine erstaunliche Zugkraft

VEB Kraftfahrzeugwerk Horch P 240 von 1957

Kurzbeschreibung: 2407 ccm, 6 Zylinder Reihenmotor, 80 PS, Vmax 140 km/h unrestaurierter Originalzustand, wahrscheinlich nachlackiert

Bild VEB Kraftfahrzeug Horch P 240 (1957) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
VEB Kraftfahrzeug Horch P 240 (1957) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Der P 240 wurde von 1956 bis 1959 im ehemaligen Horchwerk in Zwickau gebaut. Obwohl die Auto Union AG und Ihre Marken 1945 von den Sowjets aus dem Handelsregister gelöscht worden waren, trug der Wagen bis 1958 noch den Namen Horch. Dieses Exemplar hat in Westberlin überlebt und 1966 in dem Film „Finale in Berlin“ (Funeral in Berlin) als Fahrzeug von Michael Caine seinen letzten Einsatz.

Maserati Merak von 1980

Kurzbeschreibung: 2998 ccm, V-6 Zylinder, 220 PS, Vmax 245 km/h restauriert

Bild Maserati Merak (1980) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Maserati Merak (1980) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Der Merak ist der kleine Bruder des Bora, er wurde 1972 in Turin vorgestellt und von 1973 bis 1982 in verschiedenen Versionen mit 2- und 3-Litermotoren hergestellt. Am Ende der Bauzeit gab es eine SS-Version, die von der Innenausstattung dem Bora sehr ähnlich war.

Maybach SW 38, viertüriges Cabriolet von 1936

Kurzbeschreibung: 3817 ccm, 6 Zylinder Reihenmotor, 140 PS, Vmax 140 km/h restauriert

Bild Maybach SW 38, viertüriges Cabriolet (1936) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Maybach SW 38, viertüriges Cabriolet (1936) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Maybach Motorenbau, so der komplette Name des Herstellers, war der bevorzugte Motorenlieferant der Zeppeline. Die Produktion von Luxusautomobilen begannen Wilhelm und sein Sohn Karl Maybach nach dem Ende des Ersten Weltkriegs als auf Grund des Versailler Vertrags die Flugzeugindustrie stark eingeschränkt war. Maybach baute lediglich Rolling Chassis und überliess es seinen Kunden, die Karosserie bei einer Firma ihres Vertrauens und nach eigenem Geschmack bauen zu lassen. Die meisten Karosserien entstanden während der Dreissigerjahre bei der Firma Spohn im nahe Friedrichshafen gelegenen Ravensburg.

Mercedes-Benz 230 (W 153), Cabriolet B von 1939

Kurzbeschreibung: 2289 ccm, 6 Zylinder Reihenmotor, 55 PS, Vmax 110 km/h, restauriert aus vorhandenen Teilen unterschiedlicher Herkunft aufgebaut

Bild Mercedes-Benz 230 (W153). Cabriolet B (1939) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Mercedes-Benz 230 (W153). Cabriolet B (1939) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Dieser Typ 230 wurde 1940 ins, von deutschen Truppen besetzte, Norwegen geliefert und kam 1972 laut Zollanmeldung ausgeschlachtet nach Deutschland zurück. Aus den Resten und einem vorhandenen Chassis und Karosserieteilen entstand dann das hier gezeigte Cabriolet B. Ob der Wagen als Cabrio oder als Limousine ausgeliefert wurde, ist nicht bekannt. Man kann ihn als Neubau unter Verwendung von originalen Teilen bezeichnen.

NSU Fiat Weinsberg Roadster von 1936

Kurzbeschreibung: 570 ccm, 4 Zylinder Reihenmotor, 13 PS, Vmax 86 km/h restauriert

Bild NSU Fiat Weinsberg Roadster (1936) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
NSU Fiat Weinsberg Roadster (1936) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Der Fiat 500 war der erste in Massenproduktion gefertigte Kleinwagen, der in zahllosen Versionen und Karosserievarianten angeboten wurde. Von der Limousine über Lieferwagen, Cabrios bis hin zu dem hier gezeigten Roadster, gebaut von der Karosseriefabrik Weinsberg für den Lizenznehmer NSU.

Opel Olympia von 1953

Kurzbeschreibung: 1488 ccm, 4 Zylinder Reihenmotor, 39 PS, Vmax 112 km/h restauriert

Bild Opel Olympia (1953) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Opel Olympia (1953) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Der Opel Olympia wurde 1935 vorgestellt, erhielt seinen Namen auf Grund der stark instrumentalisierten Olympiade von 1936. Der Olympia war insofern innovativ, als er das erste in Deutschland produzierte Auto mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie war. Die Karosserie wurde aus vorgefertigten Stahlteilen im Punktschweissverfahren hergestellt. Das war die entscheidende Abkehr von der Rahmenbauweise, die letztlich vom Kutschenbau stammte. Der Olympia wurde mit neuer Vorderachse und modischem Chrom am Kühler von 1947 bis 1953 weiterproduziert.

Protos Typ C1 Pullman Limousine von 1927

Kurzbeschreibung: 2614 ccm, 4 Zylinder Reihenmotor, 45 PS, Vmax 85 km/h unrestauriert

Bild Protos Typ C1 Pullman Limousine (1927) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Protos Typ C1 Pullman Limousine (1927) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Die Firma Protos gehörte seit 1908 zu Siemens-Schuckert und produzierte nach dem Ersten Weltkrieg nur dieses eine Oberklassenmodell. Später fusionierte Protos mit NAG zu NAG-Protos. Die Karosserien wurden bei Voll & Ruhrbeck gefertigt, in diesem Fall eine sog. Pullman-Karosserie mit Trennscheibe und automatischem Feuerlöscher gegen Vergaserbrand. Das hier gezeigte Auto wurde von einem Westberliner Sammler im Jahr 1973 von der DDR-Firma Interport erworben und dem Museum übergeben.

Tempo Hanseat von 1953

Kurzbeschreibung: Dreirad Pritschenwagen 400 ccm, 2 Zylinder Zweitakt, 15 PS, Vmax 50 km/h restauriert

Bild Tempo Hanseat (1953) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Tempo Hanseat (1953) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Das Konzept des Kohlenhändlers Vidal aus Hamburg Harburg geht bis in die zwanziger Jahre zurück und wurde durch ein Gesetz gefördert, das Fahrzeugen unter 350 ccm und weniger als vier Rädern Führerschein- und Steuerfreiheit garantierte. Nach dem Krieg wurde die Produktion fortgesetzt und bis Mitte der fünfziger Jahre waren in der Bundesrepublik über 100’000 Tempo Dreiräder zugelassen.

Toyota Crown E-VS 130 von 1987

Kurzbeschreibung: 1998 ccm, 4 Zylinder Reihenmotor, 82 PS, Vmax 135 km/h unrestaurierter Originalzustand

Bild Toyota Crown E-VS 130 (1987) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Toyota Crown E-VS 130 (1987) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Dieses Toyota-Taxi hat das Technikmuseum 1995 für eine Taxiausstellung in Japan erworben. Es hat 438’859 km gelaufen und befindet sich im Originalzustand, rechtsgelenkt und mit Flüssiggasantrieb.

VW Typ 11 Standard „Brezelkäfer“ von 1952

Kurzbeschreibung: 1131 ccm, 4 Zylinder Boxermotor, 25 PS, Vmax 105 km/h restauriert Standard grau matt lackiert

Bild VW Typ 11 Standard "Brezelkäfer" (1952) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
VW Typ 11 Standard "Brezelkäfer" (1952) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Als KdF-Wagen entstanden, von Hunderttausenden per Sparkarte bezahlt und sehnsüchtig erwartet, hat es der nach Kriegsende Volkswagen genannte Wagen mit nahezu zehnjähriger Verspätung auf den Markt geschafft und bis zum Produktionsende zum meistgebauten Automobil gebracht. Den „Käfer“ gab es in einer einfachen Standardausführung mit Seilzugbremse und in einer etwas gehobenen Ausstattung und mit hydraulischen Bremsen als Export. Das hier ausgestellte Fahrzeug ist restauriert und zunächst mit Glanzlack versehen worden. Um ihm ein authentisches Erscheinungsbild zu geben, wurde es mit dem zeitgemässen Mattlack versehen.

Wanderer W24 von 1937

Kurzbeschreibung: 1767 ccm, 4 Zylinder Reihenmotor, 42 PS, Vmax 105 km/h guter Erhaltungszustand oder ältere Restauration

Bild Wanderer W24 (1937) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Wanderer W24 (1937) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Copyright / Fotograf: Martin Schröder

Neben Audi, DKW und Horch ist Wanderer der vierte Ring des Auto Union – Logos, das heute jeder nur noch als Audi wahrnimmt. Wanderer hatte in den dreissiger Jahren eine enge Kooperation mit DKW, was die Ganzstahlkarosserie angeht. Beim Antrieb blieb DKW bekanntlich bis zur Übernahme durch Audi beim Zweitakter, während Wanderer den Wagen mit einem Vierzylinder Viertaktmotor versah. Bis Kriegsbeginn wurden 22’488 Exemplare in unterschiedlichen Versionen gebaut.

Für den Berlinreisenden ist die Ausstellung sicherlich ein lohnenswerter Besuch!

Die Sonderausstellung “Umgeparkt - Autos aus dem Depot” ist zwischen dem 6. Dezember 2017 und dem 31. Juli 2018 im Deutschen Technikmuseum Berlin zu sehen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website .

Bilder zu diesem Artikel

Bild Die Automobil-Sammlung des Deutschen Technikmuseums umfasst über 200 Fahrzeuge. Hier sind Highlights aus verschiedenen Jahrzehnten im Depot zu sehen, links der berühmte Citroën DS von 1955
Bild Die Fünfzigerjahre in Reih' und Glied - EMW, AWZ P70 Coupé, Tempo Dreirad
Bild Wanderer „W24“ vom Ende der 1930er Jahre (links) und der zehn Jahre jüngere Chrysler „Typ 52“ in einer Version als Taxi
Bild Deutsches Technikmuseum Berlin - Prospekt
Bild Adler Favorit (1932) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Bild Adler Typ 10 2,5 ltr. „Autobahn“ Cabrio (1939) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
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Bild De Dion-Bouton Typ E (1899) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Bild De Dion-Bouton Typ E (1899) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Bild DKW Schwebeklasse Cabriolet (1935) - Depotausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin
Quelle:
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von ud******
14.12.2017 (15:23)
Antworten
Sehr schöner Rundgang. Danke für' s Mitnehmen.
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