In welcher Konfiguration ein Mercedes-Benz-Modell neu ausgeliefert wurde steht in einer sogenannten Geburtsurkunde, die jetzt wieder beim Hersteller bestellt werden kann. Diese Zertifikate auf Basis der Archivunterlagen können für alle Klassiker ab 1986 und Youngtimer bis Baujahr 2010 ausgestellt werden.
Die Geburtsurkunde wird in einer eigens gestalteten Präsentationsmappe geliefert. Als Beginn der Fahrzeughistorie ist sie eine sinnvolle Ergänzung zu Serviceheft, Betriebsanleitung, Rechnungen und weiteren Dokumenten. Solche Herstellernachweise gibt es bereits unter anderem bei Ferrari, Porsche, Jaguar, BMW und Volkswagen.
Werkszustand
Das Geburts-Dokument fasst zusammen, was im Werk zur ursprünglichen Fahrzeugkonfiguration hinterlegt ist: Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN, bei US-Fahrzeugen VIN), Marke, Typ und Aufbauart, Versanddatum, Motor- und Getriebenummer, Lackierung, Innenausstattung sowie die ab Werk bestellten Sonderausstattungen. Nach der Auslieferung vorgenommene Änderungen, Umbauten, Reparaturen, Restaurierungen oder der Austausch von Fahrzeugteilen werden nicht berücksichtigt. Eine Untersuchung oder technische Überprüfung des konkreten Fahrzeugs findet nicht statt
Erhältlich ist sie für alle Pkw-Baureihen ab 1986 bis 2010, dazu zählen diverse E-Klasse- und S-Klasse-Generationen, SL und SLK bis zu A-Klasse, C-Klasse und R-Klasse. Nicht abgedeckt sind AMG-Modelle, Vans und die Smart-Modelle.
„Mit der Geburtsurkunde machen wir Informationen aus unseren Archivbeständen für Besitzer klassischer Mercedes-Benz Fahrzeuge zugänglich. Sie dokumentiert den Auslieferungszustand mit Ausstattung und Farben bis hin zu relevanten Fahrzeugdaten und schafft so eine direkte Verbindung zwischen dem einzelnen Fahrzeug und seiner Historie. Für viele Enthusiasten wird die Geburtsurkunde selbst zum Sammlerstück", sagt Alexandra Süss, Mitglied der Geschäftsführung der Mercedes-Benz Heritage GmbH.
Neuauflage
Die Geburtsurkunde lässt sich online über den Mercedes-Benz Classic Store bestellen. Der Preis liegt bei 130 Euro inklusive Versand. Voraussetzung für die Ausstellung sind die Fahrzeug-Identifikationsnummer sowie ein Eigentumsnachweis; nach Eingang der Unterlagen dauert die Zustellung in der Regel rund fünf Werktage.
Übrigens: Es gab schon einmal von 2001 bis 2010 solche Zertifikate vom Konzernarchiv. Das erste Zertifikat mit der Nummer A 00001 für eine weisse 280 SL "Pagode" wurde damals Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert durch Harry Niemann, Leiter des Konzernarchivs bei DaimlerChrysler, persönlich überreicht.
Mit Ablauf des Jahres 2010 wurden die Zertifikate eingestellt, da dieses Produkt nach eigener Aussage nicht mehr der Marktsituation entsprach. Man konnte danach nur noch eine aufwendige Hersteller-Expertise oder die Kopie der Fahrzeugdatenkarte bestellen.


































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