Rund 500 Aussteller werden auf der Essen Motor Show von 3. bis 11. Dezember 2022 (Preview Day: 2. Dezember) in neun Hallen alles zeigen, was das Herz des (nicht originalitätssüchtigen) Autofans begehrt. Zu den erwarteten Highlights gehört die "tuningXperience" mit rund 150 Exponaten, die in Halle 5 um die Wette glänzen. Das Programm der Sonderschau umfasst die beliebtesten und am aufwendigsten umgebauten Tuning-Fahrzeuge in Europa.
Aus elf Ländern kommen die automobilen Schätze in die Messe Essen und zeigen, was angesagt ist bei der europäischen Tuning-Elite. Traditionspflege wird dabei großgeschrieben, denn viele Fahrzeuge sind echte Klassiker. Die beiden ältesten Modelle stammen aus der Ära des Wirtschaftswunders: ein VW Käfer aus dem Jahr 1957 und ein VW T1 von 1958.
Zu den weiteren geschichtsträchtigen Vertretern zählen beispielsweise Audi Coupé (Typ 89), BMW E30, Mercedes-Benz /8, Opel Ascona B und VW Golf I. Darüber hinaus verbreitet ein getunter Trabant 601 historisches Flair.
Überhaupt sind es vorrangig Modelle deutscher Ingenieurskunst, die bei den Tuning-Enthusiasten hoch im Kurs stehen. Neben den Dauerbrennern von Audi und VW erfreuen sich speziell Fahrzeuge von BMW, Mercedes-Benz und Porsche wachsender Beliebtheit. In der "tuningXperience" erwarten die Fans unter anderem veredelte Versionen von Audi TT, BMW M3, Mercedes-Benz C63, Porsche 911 und VW Golf VII GTI.
Auf den Abschluss kommt es an
Neben den bekannten Modellen bedeutet ein Besuch der "tuningXperience" auch die eine oder andere Überraschung. Porsche Carrera GT, Toyota BB, Volvo 480, Wartburg 311 – das sind nur vier der besonders seltenen Fahrzeuge im Programm.
Ob alt oder neu, "made in Germany" oder Importmodell: "Die Szene legt aktuell besonderes Augenmerk auf hochwertige Rad-Reifen-Kombinationen mit dazu passenden Fahrwerkslösungen. Dabei kommen gerne zwei- oder dreiteilige Felgen zum Einsatz, die besonders leicht sind und flexibel in Größe und Finish hergestellt werden können. Das Ziel ist der perfekte Abschluss der Rad-Reifen-Kombination mit der Karosserie“, erklärt Sven Schulz, Organisator der "tuningXperience".
Die Fantasie kennt in Essen keine Grenzen
Jedes Fahrzeug in der "tuningXperience" ist für sich genommen einzigartig – und doch gibt es jedes Jahr Modelle, die sozusagen außer Konkurrenz laufen und die besondere Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen. Dazu zählen in diesem Jahr unter anderem ein Ferrari Testarossa mit komplettem Liberty-Walk-Umbau im Widebody-Stil sowie ein bis ins allerletzte Detail veredelter Aston Martin Vantage V8 aus dem Jahr 2020. Ebenfalls für Aufsehen sorgen dürfte ein verlängerter Mercedes-Benz W 124 im Stretch-Limo-Look.
Und wozu das Ganze? Diese Frage stellt sich auf der Essen Motor Show nicht – der Begeisterung und Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Sondershow "Black & Gold – 50 Jahre John Player Special"
Sie galten als die schönsten Autos in der Formel 1: Vor 50 Jahren, im Jahre 1972, faszinierten in der Königsklasse des Motorsports erstmals die schwarz-goldenen Boliden des britischen Lotus-Teams das Publikum. Das Design ging zurück auf den damaligen Sponsor John Player Special (JPS) und wurde in den folgenden Jahren zum Markenzeichen der Lotus-Rennwagen. Auf der Essen Motor Show erleben die Fans in einer Sonderschau in Halle 3 insgesamt 18 Fahrzeuge in den markanten JPS-Farben. Darunter sind allein sieben Formel-1-Autos aus einer Zeit, in der die Rennserie für Hochspannung, Nervenkitzel und wilde Partys stand.
"Die Sondershow nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise in die vergangenen 50 Jahre. Schwerpunkt ist dabei natürlich die Formel 1, aber wir zeigen auch mehrere Sportwagen und Motorräder sowie ein Fahrrad und ein Elektrofahrzeug im schwarz-goldenen Design von John Player Special", erklärt Ralf Sawatzki, Projektleiter der Essen Motor Show, und schürt die Vorfreude auf die Ausstellung. Zu den erfolgreichsten gezeigten Fahrzeugen zählt der Lotus 77 aus dem Jahr 1976 mit Dreiliter-Cosworth-DFV-Motor, der circa 465 PS abgab. Mit dem Lotus 77 kehrte das Team um Lotus-Chef Colin Chapman wieder in die vorderen Ränge der Formel 1 zurück, nachdem es vorher zwei magere Jahre erlebt hatte.
Geheimnisumwittert und verbannt: der Lotus 88
Das Fahrzeug mit der kuriosesten Geschichte in Essen ist der Lotus 88 aus dem Jahr 1981. Das Fahrzeug ist unter Rennsportfans bis heute geheimnisumwittert, weil es nur drei Mal auf einer Rennstrecke auftauchte und nach wenigen Trainingsrunden von den Sportkommissaren verbannt wurde. Der 88 war Colin Chapmans Antwort auf die neue Regel, dass bewegliche Schürzen an den Fahrzeugen verboten waren. Die entsprechende Textpassage in französischer Sprache war jedoch unklar formuliert. Diese Grauzone ausnutzend begann Lotus-Chef Chapman mit seinem Team einen neuen Rennwagen zu konstruieren – die Sportkommissare der Formel 1 waren jedoch anderer Meinung als der findige Konstrukteur.
Drei Jahre vorher lief es besser für Lotus: 1978 stellten die Briten auf der Essen Motor Show den Lotus Esprit JPS vor – kein Rennauto, sondern ein Straßenfahrzeug in Anlehnung an Mario Andrettis Formel-1-Weltmeister-Titel im gleichen Jahr. 2022 ist der Sportwagen erneut in Essen zu sehen. Jedes Exemplar ist nummeriert und mit einer Signatur von Colin Chapman auf dem Armaturenbrett versehen. Außerdem haben alle Autos ein Drei-Speichen-Lenkrad von Momo mit dem Namen von Mario Andretti. Insgesamt sollen bis 1979 knapp 150 Autos gebaut worden sein. Mit 160 PS aus vier Zylindern seines Zweiliter-Motors und einem Gewicht von 900 Kilogramm kam der Esprit JPS auf ein Tempo von 200 km/h.
Schon vor 37 Jahren elektrisch unterwegs im Sinclair C5
Als Vorbild für die Rennwagen in der heutigen Formel E taugt der ebenfalls ausgestellte Sinclair C5 mit einer Spitzengeschwindigkeit von 24 km/h nicht wirklich. Aber in Erinnerung bleibt das ab 1984 in Großbritannien produzierte dreirädrige Elektrofahrzeug trotzdem.
Der Sinclair C5 hatte einen Gleichstrom-Motor mit 250 Watt (0,34 PS), sein Gewicht betrug 160 Kilogramm, und mit einer Akkuladung kam er knapp 30 Kilometer weit. Abseits der Strecke reicht das allemal, müssen sich Ayrton Senna und Elio de Angelis beim Formel-1-Grand-Prix 1985 in Silverstone gedacht haben: Da fuhren die beiden Lotus-Werksfahrer in zwei C5 in John-Player-Lackierung im Fahrerlager umher.
Die weiteren Fahrzeuge der Sondershow "Faszination Black & Gold – 50 Jahre John Player Special" in Halle 3: Lotus 76 (1974), Ford Capri Mk II JPS (1975), Lotus Esprit (1980), Lotus 81 (1980), Lotus 87 (1981), Lotus 92 (1983), Lotus 94T (1983), JPS Roush Trans-Am Mustang (1985), Norton F1 JPS (1990), Lotus Typ 110 (1994), Lotus LMP2 (2012), Lotus Motorrad (2014), Lotus Exige Type 79 (2017).
Weitere Informationen zur Essen Motor Show gibt es natürlich auf der Website der Messe.








































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