Zu den bekannten internationalen Auktionshäusern wie Bonhams und Broad Arrows hat sich neu auch das Auktionshaus Goodtimer dazugesellt. Goodtimer ist neben Emil Frey Classics in Safenwil und der Oldtimer-Galerie Toffen eines von drei Schweizer Klassiker-Handels- und Auktionshäusern und hat seinen Sitz in St. Margrethen.
Am 3. Dezember 2022 führte Goodtimer die erste Live-Auktion im Oldtimer Zentrum Ostschweiz durch. Was damals als Event mit Unterhaltungswert gedacht war, hat sich bald als wichtige Stütze im Handel von klassischen Automobilen entwickelt. Im Januar dieses Jahres wurde das Auktionshaus Goodtimer als internationales Mitglied der Auktionshäuser akkreditiert und ist nun in der Ostschweiz mit einem beglaubigten Auktionshaus präsent.
Am 16. Juli um 11 Uhr wird die erste internationale Auktion im Oldtimer-Zentrum Ostschweiz enden, an der 28 erlesene Raritäten aus 90 Jahren Automobilgeschichte unter den Hammer kommen. Die Fahrzeuge wurden zusammen auf 2,15 Millionen Schweizer Franken geschätzt und sind bis zum 16. Juli im Oldtimer-Zentrum Ostschweiz in St. Margrethen zu besichtigen. Auf Anmeldung begleitet eine Fachperson den Interessenten und gibt Einblick in die Fahrzeugdokumentation.
Anschauen kann man die 28 Fahrzeuge aber auch online. Fünf besondere Exemplare seien hier vorgestellt.
Ferrari Mondial 3,2 Cabriolet
Dieses Cabriolet gehört zur Serie der von 1985 bis 1989 hergestellten Mondial mit dem 270 PS starken V8-Motor.
Am 4. Juli 1987 wurde dieses Exemplar vom Ferrari-Händler Broder im Fürstentum Liechtenstein ausgeliefert und von seinem Erstbesitzer während 20 Jahren als Genussfahrzeug gefahren und gepflegt. Der Zweitbesitzer, ein Ostschweizer Kenner und Spezialist der Marke, hat den Mondial in seine Sammlung aufgenommen und 2021 wieder zurück in das Fürstentum Liechtenstein verkauft.
Jaguar SS 100
Der Bau dieses SS100 mit Chassis Nummer 39022 wurde am 31. Dezember 1937 laut «Jaguar Heritage Trust Production Record» gestartet und 6 Wochen später, am 12. Februar 1938, von Henlys in London an den Erstbesitzer aus North Yorkshire ausgeliefert. Mr. Henderson, ein Rechtsanwalt aus Middlesbrough (GB) war der Zweitbesitzer, und es folgte eine sportliche Karriere mit den Herren Snowdon und Ensoll sowie Coverdale, die den SS100 mit dem britischen Kennzeichen GPF170 an vielen Sportveranstaltungen fuhren.
Nach der Rennkarriere in England ging der SS100 in die USA, wo er mit seinem Besitzer Jim D. Cox an einem nationalen Wettbewerb, damals in Farbe Cremeweiss (Ivory), mit 99.72 Punkten den Gesamtsieg holte.
1989 kam der SS100 zurück nach England, bevor er 1994 in die Schweiz überführt und dort nochmals einer Restauration unterzogen wurde. Seither trägt der SS100 die Farbe «Kuala Lumpur» Rot und ist seit über 20 Jahren im selben Besitz.
Dieses Exemplar ist im SS 100 Register eingetragen, die Originalität mit dem Heritage Zertifikat nachgewiesen und mit einer reichen Dokumentation von 1937 bis heute ausgestattet.
Der erfolgreiche Teilnehmer an vielen Rallyes, unter anderem auch der Mille Miglia, ist ein gern gesehener Gast an sämtlichen Veranstaltungen. Dieser SS 100 präsentiert sich, mitsamt seiner Mille-Miglia-«Kampfnarbe» am Kotflügel links in immer noch wettbewerbsfähigem Zustand.
Jaguar SS 1 Tourer
Der S.S. One Tourer, der von März 1933 bis 1936 in 100 Exemplaren gebaut wurde, war der erste Tourenwagen, der den Namen Jaguar getragen hat. Mit einem 2.5 Liter grossen Reihen-6-Zylinder konnte man diesen Jaguar, für damalige Verhältnisse, sehr schnell fahren und auch heute ist es möglich, das Tempolimit auf Schweizer Autobahnen deutlich zu überschreiten.
Dieses ausserordentlich schön restaurierte Exemplar mit Chassisnummer 19023 wurde am 17. März 1937 erstmals in London registriert. In den kommenden 30 Jahren, bis 1967, verblieb der SS 1 beim selben Besitzer, was durch den im Original vorhandenen Fahrzeugbrief bestätigt ist.
Danach gelangte der Tourer nach San Francisco an einen neuen Besitzer, bei dem er bis1990 verblieb. Von einem Hamburger Geschäftsmann übernommen, wurde er nach Deutschland verschifft, durch Mirbach komplett restauriert und 1995 an den heutigen Besitzer verkauft. Eine umfangreiche Dokumentation mit vielen Originalbelegen seit 1937 belegen die Historie dieses Exemplars.
Der heutige Besitzer wollte seinem sportlichen SS 100 ein familientaugliches Pendant zur Seite stellen, was dann auch 1995 realisiert werden konnte. In den Folgejahren wurden weit über 100'000 Franken eine Auffrischung der bereits restaurierten Basis investiert, um aus diesem Tourer ein Concours-fähiges Exemplar zu machen.
Maserati Indy 4200
Dieser zweisitzige Sportwagen wurde erst 1976 von einem Diplomaten in Genf erstmals in Verkehr gesetzt und kam 40‘000 Kilometer und 34 Jahre später in die berühmteste Schweizer Sammlung von Sportwagen und sportlichen Klassikern.
Porsche 356 C Coupé
Das hier präsentierte Exemplar ist "all matching numbers" und in jedem Detail dem damaligen Auslieferungszustand entsprechend. 1964 erstmals in die USA ausgeliefert, kam dieses C Coupé nach einer Expertise von Goodtimer im Kundenauftrag in die Schweiz, wo die Technik umfangreich auf Zuverlässigkeit und Langlebigkeit revidiert wurde, und die Karosserie neu lackiert und der Unterboden vollständig konserviert wurde.
Mehr Infos findet man in der Online-Auktion.


































