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SwissClassics Nr 71
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Die Gewinner der Oldtimerspendenaktion 2018 stehen fest und schon geht's ins neue Spendenjahr mit vielen Gewinnchancen

7. Februar 2019
Text:
OldtimerSpendenaktion.de/Olivier Chanson
Fotos:
OldtimerSpendenaktion.de 
(9)
 
9 Fotogalerie

Die Spendenaktion des gemeinnützigen Vereines „Lebenshilfe Giessen“ war ein voller Erfolg. Die Gewinner sind hier aufgelistet. Insgesamt kamen 1,25 Millionen Euro Spenden für einen guten Zweck zusammen. Mit dem Geld will der Verein nun ihre Werkstätte für Menschen mit Behinderung Ausbauen.

Neues Jahr, neue Spendenaktion

Bereits hat die nächste Spendenaktion begonnen, es ist die 25. Damit feiert diese gemeinnützige Aktion einen runden Geburtstag und die Lebenshilfe Gießen wird sogar 60 Jahre alt. Entsprechend diesmal liessen sich die Spender zugunsten der guten Sache nicht lumpen und stellten starke Preise zur Verfügung:

1. Preis Mercedes Benz 180 C (1961) - gespendet von TV-Ikone Günther Jauch

1. Preis Mercedes Benz 180 C (1961)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

Um den ungläubigen Fragen zuvorzukommen: Ja, er ist es! TV-Ikone Günther Jauch spendierte diesen herrlichen Mercedes-Klassiker, um die Oldtimerspendenaktion zu unterstützen. Und was für ein Prachtstück – einen Mercedes 180 C von 1961, besser bekannt als Ponton-Benz. Es ist ein Auto wie ein Wohnzimmer, gediegen, gemütlich, konservativ und über jede Sportlichkeit und Rasanz erhaben. Diesen schwarzen Mercedes 180 C fährt man vorzugsweise auf malerischen Landstrassen bei heiter bis wolkigem Wetter, Zeitdruck und Schnell-ankommen-müssen fallen schon beim Start vom Fahrer ab und die schwäbische Ingenieurskunst unter der Haube tut unaufgeregt ihr Werk:

Der stehende Vierzylinder-Viertakter der Baureihe M 121 IV-b schwingt sich bei 4400 Umdrehungen zu vergleichsweise kräftigen 68 PS auf, seine Kraft wird vom Viergang-Schaltgetriebe mit Lenkstockschaltung übertragen. 135 Stundenkilometer schaffte der Mercedes bei der Werksauslieferung, die 100er-Marke knackte er nach entspannten 21 Sekunden. Als 180 C wurde die Limousine von Juni 1961 bis Oktober 1962 gebaut, in dieser Zeit entstanden gut 9100 Exemplare. Unser Ponton-Benz steht auf Weisswandreifen und ist mit der Erstzulassung im Juni 1961 einer der allerersten Fahrzeuge dieser Serie, die sich von den Vorgänger-Modellen optisch durch einen breiteren Kühlergrill und die fehlenden Stossstangenhörner unterscheidet. Wir haben die Lizenz zum entspannten Benz-Fahren – einzulösen ist sie mit etwas Glück und der Teilnahme an der Oldtimerspendenaktion 2019!

2. Preis Innocenti Mini Cooper 1.3 Baujahr 1975 - gespendet von Frank Rückriegel

2. Preis Mini Cooper 1.3 (1975)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

Dem Gewinner des zweiten Preises sagen wir eines voraus: Wenn er mit dem Innocenti Mini unterwegs ist, wird ihn der Satzanfang „Ja, aber“ treu begleiten. Denn der kleine Rote weckt in jedem Passanten Sympathie – und dass er ein Mini ist, erkennt auch der automobile Laie. Was er aber nicht weiss: Dieser Mini ist ein Italiener. Entsprechend hoch wird der Erklärungsbedarf sein!

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der Mailänder Autobauer Innocenti, bekannt unter anderem als Hersteller des Zweitakt-Rollers Lambretta, fertigte zwischen 1965 und 1975 in Lizenz den britischen Mini. Und damit es kein blosser Nachbau blieb, wurde der kultige Kleinwagen verschönert: Veränderter Kühlergrill, ausstellbare Dreiecksfenster, eine schönere Innenausstattung mit Lederlenkrad, besser verarbeitete Sitze. Unser knallroter Mini ist dazu noch ein echter Sportler: Der 1300 Cooper besitzt Sportfelgen, Ölkühler, einen mit 64 Pferdestärken wirklich kernigen Motor und eine extrem handliche Karosserie, die bei der Höchstgeschwindigkeit von gut 155 Stundenkilometern echtes Fahrvergnügen bereitet. Frank Rückriegel, Druckriegel Frankfurt, stellte diesen Klassiker der Oldtimerspendenaktion 2019 zur Verfügung – und verhilft damit einem glücklichen Menschen zum italienischen Mini, der für viele Kenner besser ist als der echte aus England…

3. Preis Bentley T1, Baujahr 1975 - gespendet von Andreas Rübenach

3. Preis Bentley T1 (1975)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

An gewissen Klischees kommt man bei diesem Fahrzeug einfach nicht vorbei: Britisch ist er, dazu eine Art Automobil gewordener Ledersessel und sein Stammparkplatz muss eigentlich am Ende einer endlosen Auffahrt liegen: Der Bentley T 1 ist ein Fahrzeug mit einzigartigem Reisekomfort (Niveauregulierung und vier Scheibenbremsen) und gediegenem Ambiente. In der Schweiz als Chauffeursfahrzeug genutzt, gibt es eine Trennscheibe zum Fond. Der T 1 unterscheidet sich optisch nur in Emblem und Kühlergrill vom Rolls Royce Silver Shadow, das Fahrwerk ist etwas straffer ausgelegt als beim Rolls. Spendiert hat uns diesen wunderschönen Klassiker von der Insel Andreas Rübenach.

Die britisch-vornehme Zurückhaltung mag sich an vielen Stellen äussern, aber nicht an den Eckdaten dieses Fahrzeuges: Weder Aussenmasse – 5,17 Meter lang, Radstand 3,03 Meter, Breite 1,82 Meter – noch die inneren Werte des Bentley T 1 zeugen von Zurückhaltung: Gut, das immer wieder kolportierte „enough“ kam den britischen Ingenieuren bei der Frage nach der Leistung des T1 standesgemäss leicht von den Lippen – aber dahinter verbargen sich satte 180 PS aus wiederum entspannten 6250 Kubikzentimetern. Weniger wäre auch ungesund gewesen, denn die mehr als zwei Tonnen Leergewicht des Briten wollen schliesslich so bewegt werden, dass  – Achtung, nächstes Klischee! – das Ticken der Borduhr stets das Geräusch der acht Zylinder übertönt. Ob das gelingt, kann ein glücklicher Mensch bald selbst überprüfen: Der Bentley T 1 aus dem Jahr 1975 ist der dritte Preis der Oldtimerspendenaktion 2019.

4. Preis Jaguar Mk II/Daimler, Baujahr 1967 - gespendet von Norbert Gallée

4. Preis Jaguar Mk II:Daimler (1967)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

Wer diesen Wagen besitzt, hat die Wahl: Rennstrecke oder Herrenhaus-Auffahrt, gediegenes Gleiten oder sportliche Kurvenlage. Die Mischung aus Sportlichkeit und britischer Gediegenheit, Limousinen-Attitüde und Rennstrecken tauglichen inneren Werten machen den Jaguar MK II (Daimler)  zu einem Charakterkopf unter den britischen Limousinen. Das britische Original basiert natürlich auf dem Klassiker Jaguar Mark II. Optische Details und eine etwas feinere Innenausstattung unterscheiden den in Coventry gebauten Briten von der Form gebenden Limousine aus dem Hause Jaguar, zu dem Daimler seit 1960 gehörte. Unter der Haube ist dabei ein Motor tätig, der aus dem Jaguar-Regal stammt: 3,8 Liter gross ist der Sechsender in Reihe - übrigens ein von Kennern über alle Massen geschätztes  Aggregat. Unser vierter Preis wurde uns von Norbert Gallée zur Verfügung gestellt. Der Brite stammt aus dem Jahr 1967, ist damit natürlich ein waschechter Oldtimer und lässt dem Gewinner dieses Preises der Oldtimerspendenaktion die Wahl zwischen zurückhaltendem Dahingleiten und sportlichem Vorankommen.

5. Preis BMW 525e, Baujahr 1984 - gespendet vom PS Speicher in Einbeck

5. Preis BMW 525e (1984)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

Hier kommt der Energiesparwagen – zumindest laut Bezeichnung: Der BMW 525 trägt den Beinamen „e“, der wiederum steht stellvertretend für eine besonders effektive Energienutzung. Das Konzept dahinter war bis zur Präsentation des „e“-BMW in Europa im Jahr 1983 noch nicht verbreitet. Dahinter verbirgt sich vereinfacht die Formel „Weniger Drehzahl bei effektivem Kraftstoffeinsatz“. Schon bei 4500 Umdrehungen pro Minute war die obere Grenze erreicht, dafür lieferte der 2693 Kubikzentimeter grosse Reihensechszylinder mächtig Drehmoment (genau: 240 maximal Newtonmeter) und das versprach vergleichsweise geringen Verbrauch. Der soll unter dem des 520i gelegen haben – dabei blieben Fahrspass und Fahrkomfort natürlich nicht auf der Strecke: Autotester verliehen dem 125 PS starken Motor das Attribut „seidig“, sportliche Attitüde wohnt dem 525e allein schon deshalb inne, weil es ein BMW ist! Dieser 525e ist im Dezember 1984 zum ersten Mal zugelassen worden. Spendiert hat den schicken Bayern der PS-Speicher im niedersächsischen Einbeck und die Sache ist rund: Zum 25. Geburtstag der Oldtimerspendenaktion gibt es als fünften Preis den 525er-BMW!

6. Preis Ford Escort MK I, Baujahr 1974

6. Preis Ford Escort MK I (1974)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

In den Fahrzeugpapieren wird der sechste Preis als „Ford ATH“ bezeichnet. Fordkenner wissen sofort, wo es langgeht, andere kennen den Wagen aus der unteren Mittelklasse schlicht und einfach als Escort I und den Beinamen „Hundeknochen“ trägt er nicht ohne Grund: Man betrachte den Kühlergrill und die Scheinwerfer! Ford deutete schon mit der Präsentation 1968 an, dass man mit dem neuen Wagen keine Grenzen kannte: Vorstellung in Marokko und später in Brüssel, Fertigung unter anderem im Saarland und in England. Jahrzehnte später feierte der Konzern mit viel Tamtam das „Weltauto“ Ford Mondeo – der Escort I verdiente sich dann mindestens den Titel „Europaauto“. Grenzenlosigkeit hin, Grenzenlosigkeit her: Gegen die mächtige Konkurrenz von Opel und Volkswagen konnte sich der Brite nie durchsetzen, auch wenn der Escort I mit Karosserievarianten punkten konnte – es gab ihn als Zwei- und Viertürer und als Kombi – und kernige Rallye-Version. Dieser Escort mit Erstzulassung im November 1974 ist eindeutig ein Vertreter des vernunftbetonten Fahrens: Dem 1,1-Liter-Motor werden 44 PS entlockt, dabei müssen allerdings nur schlanke 825 Kilo bewegt werden. Man kommt also gut voran mit dem Saarländer mit britischen Wurzeln, der als Zweitürer und im hellen Grün gehalten eine durchaus elegante Erscheinung ist. Wer mit dem Klassiker der 70er ganz vernünftig Spass haben möchte: Eine Spende an die Oldtimeraktion 2019 kann es möglich machen!

7. Preis VW Golf I Cabriolet, Baujahr 1990 gespendet von Michael Noll

7. Preis VW Golf Cabriolet (1990)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

Wir haben die Einladung zum unkomplizierten Offenfahren: Solide und bewährte Grossserientechnik trifft Frischluft-Flitzer – fertig ist das Golf 1 Cabrio! 1990 machte dieser Golf mit dem 1.8-Liter-Vierzylinderbenziner unter der Haube die ersten Strassenmeter, seitdem wurde er stets gepflegt und geschont und der langjähriger Förderer Michael Noll aus Kelkheim drückte dem Verrein schliesslich Schlüssel und Papiere in die Hand: Freie Fahrt für die Oldtimerspendenaktion 2019!

Der Golf 1 war Volkswagens zweiter Cabrio-Ableger nach dem offenen Käfer und ging als grosser Erfolg in die Firmengeschichte ein: Knapp 390’000 Exemplare wurden gebaut, eine Menge davon haben dank besonderer Cabriopflege und Winterpause bis heute überlebt und sind heute beliebte Youngtimer. Unser Offenfahrer entstammt der zweiten Generation des Golf 1 Cabrio: Ab 1987 wurden die Frischluft-Golf optisch aufgepeppt, an den Radläufen und an den Schwellern wurden sie breiter, bekamen einen anderen Kühlergrill und wirkten deutlich moderner als das Ursprungsmodell. Dazu ist unser Cabrio das Coast-Sondermodell, genau richtig also für die entspannten und sorgenfreien Sommertouren, die der siebte Preis im Bordgepäck hat!

8. Preis Peugeot 205 GTI, Baujahr 1968 - gespendet vom Autohaus Meizer

8. Preis Peugeot 205 GTI (1986)
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

Dieser Kleine, den das Autohaus Melzer gespendet hat, macht schon optisch kein Geheimnis daraus, dass er für Grosses geschaffen ist. Gutmann, der Peugeot-Spezialist unter den Tunern, stattete den 205 GTI mit einem Karosseriebausatz aus, dazu ist er tiefergelegt,  rollt auf – natürlich eingetragenen – 195/50-Exip-Leichtmetallfelgen, hat eine Drehstabverstellung und Koni-Dämpfer, einen Tezet-Fächerkrümmer und eine Sebring-Auspuffanlage. Mit anderen Worten: Vom freundlich-praktischen Kleinwagen ist dieser 205 GTI ungefähr so weit entfernt wie ein koreanischer Kombi vom Kultstatus. Der 3,70 Meter lange frech-forsche Franzose besitzt einen 1,6 Liter grossen Benzinmotor, entlockt ihm 115 PS und schafft offiziell 195 Stundenkilometer. Angesichts des Leergewichtes von gerade mal 850 Kilogramm ist klar: Hier lauert ein echter Leistungssportler auf den Gewinner des achten Preises der Oldtimerspendenaktion 2019!

9. Preis Viktoria Moped - gespendet von den Theo-Lorch-Werkstätten

9. Preis_Victoria
© Copyright / Fotograf: OldtimerSpendenaktion.de

Vicky fährt vor: Das Moped aus Nürnberg ist ein echter Sympathieträger – was nicht nur an der schicken Farbe und den geschwungenen Linien liegt. Der Hersteller, die Viktoria-Werke, konnten auf eine lange Zweirad-Tradition verweisen: Schon 1901 baute man erste Motorräder, bis zum zweiten Weltkrieg entstanden Exemplare mit bis zu 20 PS. Nach Kriegsende kam die Zeit der Vicky: Das zierliche Moped mit dem 38-Kubikzentimeter-Flachkolben-Motor brachte 1 PS auf die Strasse. Das ist auch heute noch genug für den Trip ins Grüne oder den kleinen Einkauf zwischendurch – und freundliche Blicke vom Strassenrand sind garantiert! Das Viktoria-Moped wurde von den Theo-Lorch-Werkstätten für Menschen mit Behinderung (Landkreis Ludwigsburg) fachkundig restauriert und dann der Oldtimerspendenaktion 2019 zur Verfügung gestellt.

An der Spendenaktion teilnehmen kann man online oder via Fax unter www.oldtimerspendenaktion.de, dort sind weitere Informationen rund um die Aktion vorhanden

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