Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners

Die Evolution des Mercedes-Benz-Kühlergrills

Erstellt am 15. September 2022
, Leselänge 3min
Text:
Mercedes-Benz Group AG
Fotos:
Mercedes-Benz Group AG 
19
Mercedes-Knight 16/40 PS (1911) – mit Spitzkühler und dreifachem Mercedes-Stern
Mercedes-Benz 170 (1931) – erstmals mit Kühler hinter einem Grill
Mercedes-Benz 220 (1951) – Frontansicht
Mercedes-Benz 220 (1954) – Frontansicht
Mercedes-Benz 220 SE (1959) – Frontansicht
Mercedes-Benz 280 SEL (1968) – Frontansicht

In der Frühzeit des Automobils gehörte die Kühlung des Motors zu den größten Herausforderungen. Eine erste Lösung war der 1897 von Wilhelm Maybach erdachte Röhrchenkühler. Er bestand aus einem flachen Wasserkasten, der von offenen Röhren durchzogen wurde. Diese wurden vom Fahrtwind durchströmt. Ein auf die Motorwelle gekuppelter Ventilator sorgte für eine funktionierende Kühlung auch im Leerlauf. Erst der Röhrchenkühler machte die Konstruktion stärkerer Motoren möglich.

Der endgültige Durchbruch gelang im Jahr 1900 mit dem "Bienenwabenkühler" im Mercedes 35 PS. Er bestand aus mehr als 8000 Röhrchen mit quadratischem Querschnitt und rund sechs Millimetern Seitenlänge. Die quadratischen Röhrchen ermöglichten aufgrund der größeren Stirnfläche und des erhöhten Luftdurchsatzes eine deutlich höhere Kühlleistung. Sie waren zu einem neuartigen, rechteckigen Kühler mit integriertem Vorratsbehälter zusammengelötet. Ein Ventilator hinter dem Kühler verbesserte die Temperaturregulation bei langsamer Fahrt. Der 35-PS-Motor des ersten Mercedes benötigte nur noch neun Liter Wasser statt wie zuvor 18 Liter. Ein Jahr und zahlreiche Verbesserungen später waren es sogar nur noch sieben Liter.

Bild Mercedes 35 PS (1900) – erstmals mit "Bienenwabenkühler"
Mercedes 35 PS (1900) – erstmals mit "Bienenwabenkühler"

Das Gesicht des Mercedes 35 PS mit seinem stark senkrecht im Fahrtwind stehenden Kühlergrill machte Schule in der Automobilwelt. Fast alle Serienautomobile zeigten bis Mitte der 1930er-Jahre ein ähnliches Kühlergesicht – mit leichten Abwandlungen hin zu einem Spitzkühler. Der Kühlergrill mit dem markanten Knick in der Mitte entstand 1911 und ermöglichte eine etwas größere Kühlfläche, war aber aufwaendiger in der Fertigung. Deshalb kam er meist nur für teure Fahrzeuge mit starken Motoren zum Einsatz.

Der Kühlergrill als schützendes Funktionsbauteil

In den ersten 40 Jahren der Automobilgeschichte hatte der Kühler eine rein praktische Funktion. Als ein prägendes Alleinstellungsmerkmal einer Marke betrachteten ihn die Automobilhersteller zunächst noch nicht. Der erste Mercedes-Benz mit einem hinter einem Grill geschützten Kühler war 1931 der 170 (Typ W 15). Das neue Bauteil war Teil der Motorhaube und formal dem Kühler nachempfunden. Gleichzeitig wurde sie von einem breiten Chromrahmen veredelt. Der Mercedes-Stern fand gleich zweimal seinen Platz auf der neuen Verkleidung: als Plakette am oberen Rand und als stolze Kühlerfigur obenauf.

Bild Mercedes-Benz 170 (1931) – erstmals mit Kühler hinter einem Grill
Mercedes-Benz 170 (1931) – erstmals mit Kühler hinter einem Grill

Das feine Wabenmuster erfüllte nicht nur ästhetische, sondern auch funktionale Aufgaben. Es hielt Schmutz und Steinschlag vom eigentlichen Kühler fern. Denn in die Kühlrippen einschlagende Steine konnten zu Beschädigung führen, und verschmutzte Kühlerlamellen hatten eine geringere Kühlwirkung als saubere. Der Kühlergrill des Mercedes-Benz 170 V behielt 1937 zwar die hohe, schlanke Grundform grundsätzlich bei. Er war aber leicht nach hinten geneigt und lief unten schmaler zu. Das machte die neue Limousine optisch etwas dynamischer. Die leichte Spitzkühlerausprägung verstärkte diesen Effekt auf subtile Weise.

Chromgrill und Sportwagengesicht

Der Chromgrill wurde in der Folge zu einem zentralen Erkennungszeichen der Marke. Die Formgestalter von Mercedes-Benz glichen sie bis in die 1960er-Jahre nur ganz behutsam dem allgemeinen Formenwandel an. Dann wuchsen die Mercedes-Benz-Kühlergrills in die Breite und wurden gleichzeitig niedriger. Die Breitenbetonung liess die Autos kräftiger und muskulöser wirken. Sie war aber auch dem Trend geschuldet, die Motorhauben immer flacher zu machen, um die Aerodynamik zu verbessern.

Bild Mercedes-Benz 220 (1954) – Frontansicht
Mercedes-Benz 220 (1954) – Frontansicht

In den 1950er-Jahren entstand bei Mercedes-Benz eine zweite Form der Kühlerverkleidung. Der 300 SL und der kleinere 190 SL erhielten eine moderne, intern „Sportwagengesicht“ genannte Alternative zum Limousinengesicht. Vor der breiten und flachen Kühleröffnung war ein großer, zentraler Mercedes-Stern platziert, den rechts und links horizontale Chromspangen flankierten. Dieses Design wurde zum Erkennungszeichen der Sportwagen.

Der Kunde hat die Wahl

Mit den Modelloffensiven der 1990er- und 2000er-Jahre veränderten sich auch die Frontpartien der Mercedes-Benz-Modelle hin zu mehr Sportlichkeit. Besonderheiten wie die Formel-1-Nase der zweiten SLK-Generation oder des SLR McLaren blieben die Ausnahme. Als erfolgreich erwies sich dagegen im Jahr 2007 die Entscheidung, bei der C-Klasse der Baureihe 204 dem Kunden die Wahl zu überlassen: Je nach Ausstattungslinie zierte der klassische oder sportliche Kühlergrill die Wagenfront. Das Konzept wurde auf die E-Klasse übertragen und hat bei beiden Modellreihen bis heute Gültigkeit.

Bild Mercedes-Benz C 320 CDI Elegance (2007) – Frontansicht
Mercedes-Benz C 320 CDI Elegance (2007) – Frontansicht

Die moderne AMG-spezifische Kühlerverkleidung zitiert mit ihrer nach unten breiter werdenden Kontur und vertikalen Lamellen den Rennsportwagen 300 SL, der 1952 das Straßenrannen "Carrera Panamericana" in Mexiko gewonnen hat.

Die Evolution geht weiter

Durch den batterie-elektrischen Antrieb ist der Kühler in der bisherigen Position nicht mehr erforderlich. Damit können die – weiterhin notwendigen – Lufteinlässe anders angeordnet und Frontansichten neu gestaltet werden. Die ehemalige Fläche des Kühlergrills dient bei den EQ-Modellen zur Verkleidung verschiedener Sensoren, die für das zukünftige hochautomatisierte Fahren unverzichtbar sind.

Bild Mercedes-EQ EQA (2022) – Frontansicht
Mercedes-EQ EQA (2022) – Frontansicht

Bilder zu diesem News-Artikel

News Bild
News Bild
News Bild
News Bild
News Bild
News Bild
Keine Kommentare
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1 min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Loading...
Oha! Kostenlos Texte und Fotos sehen?
Zwischengas auf allen Geräten
Einfach hier anmelden:
Neu hier?
1x kostenlos registrieren und dauerhaft Inhalte freischalten!