Der Lamborghini Miura SV wird 50 Jahre alt

Erstellt am 14. April 2021
, Leselänge 3min
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Lamborghini Presse
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Der Lamborghini Miura SV, die letzte Weiterentwicklung des Erfolgsprojekts P400, wurde vor 50 Jahren auf dem Lamborghini-Stand am Genfer Autosalon im März 1971 der Öffentlichkeit präsentiert. Zeitgleich feierte am Stand von Carrozzeria Bertone daneben der Countach LP 500 sein Debüt, der für die künftige Produktion wegweisend sein sollte. Der Miura SV, wobei „V“ für „veloce“ (schnell) steht, sollte sich zur S-Version hinzugesellen. Angesichts seines nach bereits kurzer Zeit durchschlagenden Erfolgs am Markt verdrängte er diese jedoch vollständig.

In Höchstform am beliebtesten

Der Miura SV ist heute der begehrteste Serien-Oldtimer von Lamborghini am Markt und gilt als das Nonplusultra unter allen produzierten Miura-Versionen. Kein anderes Fahrzeug verkörpert das „Supercar“-Konzept seiner Zeit in derartiger Perfektion. Selbst die Ingenieure Giampaolo Dallara und Paolo Stanzani, die damaligen technischen Verantwortlichen von Lamborghini und Väter des Miura und Miura S, bestätigten, dass die SV-Version von der in den ersten fünf Produktionsjahren des Miura gesammelten Erfahrung profitiert hatte.


Lamborghini Miura SV (1971) - in dieser Farbkombination war der SV am beliebtesten
Copyright / Fotograf: Lamborghini Presse

Der Motor des SV liefert mit 385 PS bei 7850 1/min noch mehr Leistung und dank einem höheren anders verteilten Drehmoment (40,7 kgm bei 5750 1/min) eine noch bessere Fahrbarkeit. Neu ist auch die Einstellung der vier Dreifachvergaser aus dem Hause Weber vom Typ 40IDL3C. Im Laufe der Produktion wurde ein getrenntes Schmiersystem für Motor und Getriebe eingeführt, eine optisch kaum sichtbare, aber technisch enorm wichtige Änderung.

Stärker, steifer, breiter

Der Miura SV unterscheidet sich ganz wesentlich von seinen Schwesternmodellen Miura P400 und P400 S, sowohl in technischer als auch stilistischer Hinsicht. Trotz seines im Allgemeinen gleichen Aufbaus mit quer eingebautem, 4 Liter großem 12-Zylinder-Mittelmotor weist der SV einen steiferen und an einigen entscheidenden Stellen verstärkten Rahmen sowie eine an den Verankerungspunkten überarbeitete Hinterradaufhängung mit neuer Form der Lenker und einer um fast 130 mm größeren Spurweite auf. In dieser Version verfügt er über Vorder- und Hinterreifen mit unterschiedlichen Dimensionen. Die 7 bis 9 Zoll großen hinteren Felgen sind mit 255 mm breiten Reifen ausgestattet und warten mit einem überarbeiteten, noch sportlicheren Look auf. Die Ausführung in Gold findet hierbei den größten Anklang und so präsentiert sich der Großteil der produzierten Miura SV mit eben dieser Ausstattungsvariante.


Lamborghini Miura SV (1971) - Ein Italiener in Japan
Copyright / Fotograf: Lamborghini Presse

Auf Grund der technischen Modifikationen wurden auch die Formen des Miura überarbeitet. Verantwortlich dafür zeichnete wieder Marcello Gandini, der schon beim Original-Miura federführend war. Der SV besticht optisch durch breitere hintere Kotflügel, umgestaltete Heckleuchten und eine Frontklappe mit brandneuem Lufteinlass für den Kühler.

Auch ohne Wimpern bezaubernd

Just an der Frontklappe findet sich die wichtigste ästhetische Änderung des Miura SV, nämlich die fehlenden „Wimpern“ rund um die Scheinwerfer, die Berühmtheit erlangt hatten. Diese Veränderung hatte keine technischen Gründe, sondern wurde dezidiert von Ferruccio Lamborghini gefordert. Er wusste genau, wie komplex und aufwendig die Montage und das perfekte Finish der Wimpern waren, und wollte die Produktionszeiten des Miura unbedingt verringern. Bei seinem eigenen Miura SV wollte er auf die Scheinwerferwimpern jedoch nicht verzichten und so präsentiert sich dieser heute als Einziger mit dem koketten Augenaufschlag.


Lamborghini Miura SV (1971) - schneller und extremer als die Geschwister LP400 und LP400 S
Copyright / Fotograf: Lamborghini Presse

Der Innenraum des SV kommt im Vergleich zu seinen Vorgängern mit einem neuen, noch edleren Look daher, der sich insbesondere durch den großflächigeren Einsatz von Leder bei den Verkleidungen und verschiedene Chromelemente auszeichnet.

Die angegebene Höchstgeschwindigkeit des Miura SV liegt bei über 290 km/h, ein Kilometer ist aus dem Stand nach nicht einmal 24 Sekunden abgespult – für die damalige Zeit absolute Spitzenwerte.

Nach 150 produzierten Exemplaren wurde die Produktion des Miura SV Anfang 1973 eingestellt.

Ein letztes Exemplar wurde 1975 von Walter Wolf ausdrücklich angefordert und steht heute im Mudetec.

Mit dem Miura SV geht ganz klar eine Ära zu Ende, in der Geschwindigkeit und fließende Linien tonangebend waren. Eine einmalige Zeit, in der eine kleine Gruppe junger Männer, getrieben von einer angeborenen Passion und technisch hochkompetent, das verwirklichen konnte, was für viele damals wie heute das schönste jemals produzierte Serienfahrzeug ist.

Bilder zu diesem News-Artikel

von Bugatti
20.04.2021 (06:30)
Antworten
Und ich hätte 2006 einen SV für CHF 300'000 erwerben können. Autsch
Tja, am Montag kenne auch ich die Lottozahlen
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