Der Auto Salon Singen ist seit 1985 einer der grossen europäischen Händler für Sammler-Fahrzeuge, Sportwagen und Oldtimer. Nun steht das Familienunternehmen unter vorläufiger Insolvenzverwaltung.
auto motor und sport berrichtete bereits am 1. August 2025 über die Geschehnisse: Entscheidend sei ein Betrugsfall gewesen. Ein vorgeblicher Vermittler hatte Koltes kontaktiert und mit vertraulichen Informationen über seinen Vater den Eindruck erweckt, Fridolin Kortes gut gekannt zu haben. Die Person gewann das Vertrauen des Autohändlers und bot ihm an, aktuelle Ferrari-Modelle zu vermitteln. Auch limitierte Autos sollte Koltes für seine Kunden bekommen. Der Vermittler verlangte dafür "eine erhebliche Provision", so der Firmenchef. Mit Preislisten auch von Modellen für ausgewählte Ferrari-Kunden und schneller Reaktion auf Wunsch-Konfigurationen belegte die Kontaktperson ihre gute Verbindung zum Hersteller. Koltes: "Ich hatte fast den Eindruck, ich stehe direkt mit dem Werk in Kontakt."
Kunden des Auto Salon Singen hatten für diese Fahrzeuge Anzahlungen geleistet. Nachdem mehrere Liefertermine "kurzfristig abgesagt beziehungsweise immer wieder verschoben wurden", habe Koltes tiefer recherchiert und "festgestellt, dass die Person unter der bekannten Adresse und den erhaltenen Informationen über den Aufenthaltsort nicht mehr auffindbar war." Er war offenbar einem Betrüger aufgesessen, erstattete Anzeige und informierte betroffene Kunden. Weil die Höhe der Anzahlungen das Kapital deutlich überstieg, meldete er für die Auto Salon Singen GmbH Insolvenz an.
Aktuell laufen die Geschäfte weiter und alle Zahlungen über das Konto des Insolvenzverwalters, erklärt Koltes. Bis Ende Oktober – dann müsse der Auto Salon Singen voraussichtlich schließen. Zuletzt hatte der Auto Salon gut 200 Autos im Showroom und 400 weitere im Angebot. Wie viele Händler, litt auch der Auto Salon unter zuletzt schleppenden Geschäften: „Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg oder die Inflation hätten die Planungssicherheit der Kunden und des Unternehmens massiv beeinträchtigt; besonders im Oldtimer-Bereich sei eine große Zurückhaltung zu spüren“, erklärt Kortes.
Koltes mag der Ferrari-Vermittler somit vielleicht als Retter in der Not erschienen sein. So erklärt er im Singener Wochenblatt, dass so ein Vermittler für ihn nicht ungewöhnlich war, „da ich über derartige Kontakte auch in der Vergangenheit sehr oft erfolgreich an Premium-Fahrzeuge der unterschiedlichsten Hersteller für meine Kunden gekommen bin. Im Geschäftsleben spielen Netzwerke und gute Beziehungen heutzutage eine zentrale Rolle für den Erfolg.“
Kollegen und Kunden rät der Händler in den „Autohaus Nachrichten“ schliesslich aber: "Ich muss jedem empfehlen, wirklich größte Vorsicht walten zu lassen, da heutzutage Betrügereien begangen werden, die ich mir bisher nicht vorstellen konnte. Manchmal sind die anscheinend besten Geschäfte die schlechtesten."




































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