Dadadadadadadadada! Und zum Schluss der Tusch! Fast zwei Jahrzehnte nach Einstellung der Verkehrssendereihe kann die Boomer-Generation die Titelmelodie des "7. Sinn" immer noch singen oder pfeifen. Kreiert hat die eingängige Musik seinerzeit der Vater des "7. Sinn", Alfred Noell. Kreativ ist der Bergisch Gladbacher bis heute. Am 27. März feiert das TV-Urgestein seinen 90. Geburtstag.
Den Medien gehört sein Leben
Seine Medien-Karriere startete Noell 1953 bei der Hildener Zeitung. Nach seinem Volontariat ging er 1956 zur Rheinischen Post nach Düsseldorf. Ab 1959 gestaltete er erstmals selbst Reportagen für das Fernsehen. Im Folgejahr gründete er ein eigenes Unternehmen und begann als ständiger freier Mitarbeiter beim WDR. Seine Firma Cine Relation GmbH produzierte die nächsten fünf Jahrzehnte im Auftrag von ARD, ZDF, DSF und n-tv und realisierte bis 2005 mehr als 10'000 Filme, Fernsehserien und Werbespots.
Fließt bei anderen Blut durch die Adern, so war es bei Alfred Noell immer Benzin: Sein besonderes Faible galt schon früh Themen aus den Bereichen Motor und Verkehr. Seine erste Serie „Tipps und Tricks für Autofahrer“ erschien mit 72 Folgen im WDR-Regionalprogramm "Hier und Heute". Zur selben Zeit war er auch viel im Motorsport unterwegs: Während seiner 25 Jahre dauernden Arbeit für die ARD- Sportschau lieferte er Beiträge für mehrere hundert Sendungen zum Motorsport, darunter zur Rallye-Weltmeisterschaft und 17 Berichte über die Rallye Monte Carlo.
Im Jahr 1966 schuf Noell das Konzept der Serie "Der 7. Sinn", die bis heute als „die Mutter aller Verkehrserziehungssendungen“ gilt. Bis zu ihrer Einstellung im 39. Jahr ihres Bestehens durch den WDR in 2005 produzierte Alfred Noell 1754 Folgen, für die er mehrere, darunter auch internationale Auszeichnungen erhielt.
Anfang der 70er, leitete er als kleine Auszeit für drei Jahre die Presseabteilung der Ford-Werke, bevor es ihn wieder zurück in die Regie, hinter die Kamera und den Schneidetisch zog. Als selbstständiger Unternehmer produzierte er unter dem Dach seiner Produktionsfirma Cine Relation bis 2007 für Fernsehsender, Automobilkonzerne, Ministerien und Verbände ungezählte Filme und Videos.
2008 als Berater mit dem 7. Sinn in China
Zu Beginn der 1980er-Jahre gründete Noell darüber hinaus den Verband der Fernseh-, Film- und Videowirtschaft Nordrhein-Westfalen mit und übernahm als dessen Vorstandsmitglied sechs Jahre die Geschäftsführung. In Zusammenarbeit mit der Regierung Nordrhein-Westfalens erstellte er seinerzeit auch eine Vorlage für das Filmförderungsgesetz des Landes.
Ein Herzensanliegen waren Noell stets die Interessen von Kindern. Im Auftrag von ARD und ZDF schuf Noell mehrere langlaufende Serien fürs Nachmittagsprogramm, darunter die Serien Herr Daniel paßt auf, Was Kalle Quast nicht paßt, Kalles Kleister Kompanie sowie das Märchen Zauber um Romana. Darüber hinaus setzte er sich mit der Gründung des Vereins "Hilfe für das verkehrsgeschädigte Kind" stets auch für mehr Achtsamkeit gegenüber Kindern im Straßenverkehr ein. Er inszenierte zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen, mit denen er für das besondere Schutzbedürfnis von Kindern im Straßenverkehr sensibilisierte.
Bis zum Jahr 1991 wirkte Noell außerdem maßgeblich an mehr als 80 Folgen der Quizreihe So läuft’s richtig mit, die Dieter Thomas Heck und Ramona Leiß moderierten. Ebenfalls aus seinem Hause stammt die Serie Vorabend-Serie Siebenbirken, die im Jahr 1992 eine der erfolgreichsten Sendungen ihres Genres war.
1994 erschien im Vorabendprogramm des ZDF die von der Cine Relation GmbH produzierte Reihe Ohne Schein läuft nichts. Unter der Ägide von Alfred Noell entstanden darüber hinaus Beiträge für Kultur- und Wissensmagazine, Einteiler und Fernsehfilme mit bekannten Schauspielern, darunter Blacky Fuchsberger, Erik Ode, Klaus Wennemann, Monika Peitsch, Hans Jürgen Bäumler und Miroslav Nemec.
2008 begleitete er in Peking und Shanghai als Berater den Export des Konzepts des "7. Sinn" ins chinesische Fernsehen, den seine Partnerin und Mitgesellschafterin Angela Recino seinerzeit im Auftrag von Volkswagen China vorantrieb.
Angesichts seiner intensiven und langjährigen Einsätze in Bereich Auto und Motorsport gibt es kaum jemanden, der so viel über Oldtimer weiß wie Alfred Noell. Sein umfassendes und detailreiches Wissen teilt er großzügig, unter anderem in seinem Buch "Geliebtes Blech", das er 2013 im Heider-Verlag veröffentlichte. Bis heute ist er als Experte mit kurzweiligen Gast-Beiträgen über Oldtimer in der Print-Presse vertreten oder gern gesehener Talk-Gast in Podcasts. Alfred Noell ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, hat über 60 nationale und internationale Fernsehpreise erhalten, unter anderem die Silberne Nymphe von Monte Carlo, überreicht von Fürstin Grazia Patrizia.






























Kommentare