Am 5. November 1966 kam der erste Corolla in Japan auf den Markt, kurz nach seiner Premiere an der Tokyo Motor Show. Chefingenieur Tatsuo Hasegawa hatte ein «Volksauto» entwickelt, das mehr bot, als die Kundschaft der Kompaktklasse damals gewohnt war. Gebaut wurde es im eigens errichteten Werk Takaoka in Toyota City.
Die zweitürige Limousine (Typ KE10) war 3,85 Meter lang, wog rund 700 Kilogramm und leistete mit ihrem 1,1-Liter-Motor 60 PS. Mittelschaltung und Scheibenbremsen gehörten zum Programm, ab 1967 folgten Viertürer und Kombi, 1968 das Fastback-Coupé Sprinter. Innert drei Jahren war der Corolla Japans meistverkauftes Auto. Nach Europa kamen die ersten Wagen im April 1967, unter anderem in die Schweiz, wo er von Anfang an als 2- und 4-Türer sowie als dreitüriger Kombi mit 1100er und 1500er-Motor lieferbar war.
Die zweite Generation (1970) brachte mit dem Levin das erste Sportmodell: 1,6 Liter, zwei obenliegende Nockenwellen, 115 PS. Diese Linie setzte der Corolla GT der vierten Generation ab 1979 fort, wiederum mit Doppelnocken-1,6-Liter (2T-GEU) und 115 PS.
Die Generationen drei und vier setzten zudem auf Windkanal-Design, Knautschzonen und Zahnstangenlenkung, Anfang der 1980er-Jahre kam erstmals ein Dieselmotor hinzu. 1983 folgte schliesslich der grosse Umbruch mit dem Frontantrieb.
Heckantrieb als Abschiedsgeschenk
Parallel blieb in der fünften Generation das Coupé AE86 mit Frontmotor und Heckantrieb im Programm, als letzter Corolla dieser Bauart. Der hochdrehende 1,6-Liter-Vierventiler 4A-GE leistete in Japan 130 PS (brutto), in der europäischen Version als Corolla GT 124 PS.
Bei weniger als einer Tonne Leergewicht machte das den «Hachi-Roku» zum Liebling von Rallye- und Rundstreckenpiloten und später der Drift-Szene. Die Manga- und Anime-Serie «Initial D» ab 1995 erhob ihn zur Kulturikone. Gazoo Racing fertigt heute Ersatzteile wie Antriebswellen und Zylinderblöcke nach und zeigte 2023 zwei AE86 mit Wasserstoff- beziehungsweise Elektroantrieb. Selbst die gesamte Rohkarosserie ist wieder neu lieferbar, allerdings nicht als von Toyota autorisiertes Ersatzteil – aus China.
Der Motor überlebte den Wechsel zum Frontantrieb: In der siebten Generation (Japan ab 1991) kam der 4A-GE als Fünfventiler mit 160 PS bei 7400/min in den Corolla 1600 GT.
Rallye-Weltmeister
Den ersten WRC-Sieg für Toyota holte 1973 der Kanadier Walter Boyce als Privatfahrer im Corolla an der «Press-on-Regardless»-Rallye in den USA. 1975 gewann Hannu Mikkola für das Toyota Team Europe von Ove Andersson die 1000-Seen-Rallye.
Mit dem Corolla WRC holte Toyota 1999 den Marken-Weltmeistertitel. In der BTCC gewann ein Corolla GT 1986 und 1987 die Meisterschaft, seit 2021 testet Toyota im Langstrecken-Corolla der japanischen Super Taikyu den Wasserstoff-Verbrennungsmotor.
Europa bekam den Auris
Ab 1994 entstand der Corolla in der Türkei, ab 1998 auch im britischen Burnaston. In Europa trug die zehnte und elfte Generation als Schräghecker allerdings nicht mehr den Namen Corolla, sondern Auris, in Japan hiess die Limousine ab 2006 hingegen Corolla Axio.
Der Auris Hybrid von 2010 war zudem das erste Modell mit solch einem Antrieb des Pioniers Toyota, das auch in Europa gebaut wurde. Die aktuelle zwölfte Generation des Corolla, gebaut seit 2019, steht auf der TNGA-C-Plattform (Toyota New Global Architecture für das C-Segment der Kompaktklasse) und ist in Europa nur als Hybrid mit 1,8 oder 2,0 Litern erhältlich. Rund 9,5 Millionen Corolla fanden bislang in Europa Käufer.
Swiss Edition zum Jubiläum
Seit 1967 wurden in der Schweiz indes knapp 300'000 Corolla zugelassen, das bedeutet: Fast jeder dritte importierte Toyota ist ein Corolla! Die erfolgreichste Generation war die sechste (E9) mit mehr als 10'000 Verkäufen pro Jahr, allen voran der fünftürige Liftback.
Zum Jubiläum gibt es den Corolla als Hatchback und Touring Sports in einer Swiss Edition auf Basis der Linie Trend mit zusätzlichen Extras. Auch damit folgt der Toyota Corolla einer alten Tradition in der Schweiz, mit Sondermodellen extra für diesen Markt.
Auch einen Ausblick auf die Zukunft des Corolla gibt es. Toyota hat diesen bereits vor einem Jahr an der Japan Mobility Show 2025 gegeben: Das Corolla Concept nimmt die nächste Generation vorweg, die als Elektro-, Plug-in-Hybrid-, Hybrid- und Verbrennungsmodell geplant ist. Es geht also weiter mit der meistgebauten Modellreihe der Welt. Mit mehr als 57 Millionen Exemplaren steht der Corolla weit vor seinem zweitplatzierten Kontrahenten, dem Ford F-Serie Pick-Up mit rund 42 Millionen und dem Volkswagen Golf mit etwa 37 Millionen produzierten Exemplaren aller Modellgenerationen.
Technische Daten
Corolla Limousinen in den Ausführungen für den japanischen Markt in je einer repräsentativen Version pro Generation.
| Generation | Marktstart Japan | Version | Motor | Hubraum | Leistung | Länge | Leergewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | 5.11.1966 | KE10 Deluxe | K, R4, OHV | 1077 cm3 | 60 PS bei 6000/min | 3845 mm | 710 kg |
| 2. | 6.5.1970 | KE20 SL | K, R4, OHV | 1166 cm3 | 77 PS bei 6600/min | 3945 mm | 765 kg |
| 3. | 26.4.1974 | TE31 1600 High-Deluxe | 2T, R4, OHV | 1588 cm3 | 100 PS bei 6000/min | 3995 mm | 880 kg |
| 4. | 23.3.1979 | TE71 1600 GT | 2T-GEU, R4, DOHC | 1588 cm3 | 115 PS bei 6000/min | 4225 mm | 955 kg |
| 5. | 12.5.1983 | AE81 1500 SE Saloon | 3A-LU, R4, OHC | 1452 cm3 | 83 PS bei 5600/min | 4135 mm | 870 kg |
| 6. | 15.5.1987 | AE92 1600 GT | 4A-GE, R4, DOHC | 1587 cm3 | 120 PS bei 6600/min | 4195 mm | 1020 kg |
| 7. | 12.6.1991 | AE101 1600 GT | 4A-GE, R4, DOHC, 20 V | 1587 cm3 | 160 PS bei 7400/min | 4270 mm | 1070 kg |
| 8. | 15.5.1995 | AE114 1.6 SE Saloon | 4A-FE, R4, DOHC, 16 V | 1587 cm3 | 115 PS bei 6000/min | 4285 mm | 1130 kg |
| 9. | 28.8.2000 | ZZE122 1.8 Luxel | 1ZZ-FE, R4, DOHC, 16 V | 1794 cm3 | 136 PS bei 6000/min | 4365 mm | 1080 kg |
| 10. | 10.10.2006 | Corolla Axio ZRE142 Luxel | 2ZR-FE, R4, DOHC | 1797 cm3 | 136 PS bei 6000/min | 4410 mm | 1190 kg |
| 11. | 11.5.2012 | Corolla Axio NZE161 1.5 Luxel | 1NZ-FE, R4, DOHC | 1496 cm3 | 109 PS bei 6000/min | 4360 mm | 1090 kg |
Quelle: Toyota Motor Corporation, «A History of the First 75 Years». Leistungsangaben laut Werk; bei den frühen Generationen handelt es sich um damalige Bruttowerte.




























































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