Der Skoda 1203, das Kultauto schlechthin in Tschechien und der Slowakei feiert 2018 seinen runden Geburtstag.
Die Anfänge
Erstmals der Öffentlichkeit am 14. September 1968 vorgestellt, sollte er das Leben der Tschechen und Solwaken buchstäblich von der Wiege bis zur Bahre begleiten.
Bereits in der zweiten hälfte der Fünfzigerjahre begann im tschechischen Skoda-Werk Vrchlabi die Entwicklung eines leichten Nutzfahrzeuges mit fortschrittlicher selbsttragender Karosserie, im praktischen One-Box Design. Im gleichen Werk entstanden zuvor schon die Vorgänger 1201 und 1202, allerdings basierten diese auf Pkw-Modellen und konnten daher nur einen beschränkten Stauraum bieten.
Die Ingenieure hatten von Anfang an ein Frontlenker-Karosseriekonzept, bei welchem der Motor auf Höhe der Vordersitze sitzt, im Visier. Dies würde dafür sorgen, dass der Transporter keine Motorhaube im eigentlichen Sinn besässe und so eine optimale Nutzung des umbauten Raums möglich würde.
Brave und vererbte Technik
Die Karosserie des Skoda 1203 war selbsttragend, kam also ohne den damals üblichen Rahmen aus. Um für das Modellprogramm möglichst viele Gleichteile benutzen zu können, fügte man viele bereits bewährte Komponente anderer Modelle bei. So geschah es, dass der 1221ccm OHV-Vierzylindermotor (49PS) aus dem Vorgängermodell 1202 und Cockpit-Instrumente & Rückleuchten vom Modell 1000 MB stammten. Der 1203 besass kompakte Aussenmasse mit 4.5 m Länge, 1.8 m Breite und 1.9 m Höhe und bot Platz für einen 5.2 Kubikmeter Laderaum. Die erlaubte Nutzlast entsprach 950kg, was fast dem Leergewicht von 1100kg entsprach.
Vom Krankentransporter bis hin zum Werkstattfahrzeug
Die Serienfertigung startete im November 1968 im umfassend modernisierten Werk Vrchlabi, parallel zum Vorgänger 1202, welcher bis 1973 gebaut wurde.
Zunächst wurde der 1203 ausschliesslich als Kastenwagen ausgeliefert, bereits einen Monat später waren 192 Exemplare und drei Mikrobusse gebaut worden. Später erweiterte Skoda das Angebot um zahlreiche Versionen. Da fand sich alles, vom Pritschenwagen, über Werkstattfahrzeuge und Leichenwagen, bis zu Krankenwagen. Dies führte zu häufigen Filmauftritten, mit ein Grund für die Popularität des Autos in der Bevölkerung.
Sozialistischer Einfluss auf die Nachfrage
Der Skoda 1203 wurde anfangs ausschliesslich an den sozialistischen Sektor verkauft, staatseigene Unternehmen oder Genossenschaften. Privatkunden mussten sich gedulden, bis die Fahrzeuge als Gebrauchtwagen angeboten wurden. Der Grund dafür war ganz einfach; der Charakter des Autos als Nutzfahrzeug war dem Regime ein Dorn im Auge. Man wollte keinem privaten Gewerbe Aufschub erteilen, dieses war nämlich in der sozialistischen Tschechoslowakei unerwünscht.
Interessanterweise konnte das Fahrzeug aber in Frankreich und Belgien, sowie an exotischen Orten wie Ägypten gekauft werden.
In Tschechien selbst endete die Produktion des Modells nach 69’727 gebauten Exemplaren 1981, in der Slowakei Mitte der Neunzigerjahre.
Popularität in Tschechien und der Slowakei
Der Skoda Lieferwagen war in der Tschechoslowakei aufgrund mehrerer Gründe extrem populär; zum Einen war das Modell im öffentlichen Dienst extrem präsent, dies führte zu vielen Filmen, mit dem Auto in der einen oder anderen Rolle, dies machte es noch bekannter, zum Anderen genoss es praktisch ein Vierteljahrhundert eine Monopolstellung auf dem heimischen Fahrzeugmarkt. Der eiserne Vorhang stellte ein nützlicher Schutz dar.



















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