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50 Jahre Fiat 124 Spider

Erstellt am 8. November 2016
, Leselänge 6min
Text:
Fiat Presse / Sara Räss
Fotos:
Fiat 
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Das Ikonische Fiat-Cabriolet wird 50 Jahre alt. Es fuhr durch die prägenden Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts und ist seit letztem Jahr wieder auf dem Markt zu finden. Im verlauf von vier Generationen hat sich der Fiat erntwickelt und darf auf viele Erfolge zurückblicken.

Turiner Motorshow 1966

"Die Turiner Motor Show unter dem Zeichen des Optimismus" war der Titel der 48. Ausgabe der Veranstaltung in den Messehallen von Turin im Jahr 1966. Die Motor Show begrüsste die Besucher mit Lichtern und Farben. Die glänzende Lackierung der Autos spiegelte die hellen Neonlichter wider, die den Effekt vervielfachen sollten - es waren die 1960er Jahre und Begeisterungswellen überrollten Italien. Die Währungskrise von 1964 - 1965 ging zu Ende und die Automobilproduktion stieg 1966 um 8 Prozent.

50 Jahre Fiat 124 Spider
Copyright / Fotograf: Fiat

Über 650 Milliarden Lira wurden damals in die Erneuerung und Entwicklung der Anlagen investiert, um einer neuen Nachfrage gerecht zu werden, die von Jahr zu Jahr zunahm. Neben den Arbeitsplätzen waren Autos der primäre Indikator für den Wohlstand und den Zustand eines Landes. Während die Sehnsucht, eines davon zu besitzen, immer häufiger wurde, blieb eine gewisse konservative Mentalität, die Automobile als kurzlebigen Luxus betrachtete. Was letztlich falsch war. Heute wissen wir, dass die Fahrzeuge zur Verkürzung von Entfernungen, zur Förderung von Reisen und zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses beigetragen haben. Es wurde manchmal als Accessoir angesehen, aber als Transportmittel war das Auto fast immer ein Arbeitswerkzeug, eine Visitenkarte und ein Sprungbrett für Ehrgeiz.

50 Jahre Fiat 124 Spider
Copyright / Fotograf: Fiat

Fiat präsentierte in der Messehalle gleich drei ganz neue Modelle - den Fiat Dino, dessen Produktion zu diesem Zeitpunkt startete, der Fiat 124 Familiare, einer Kombi-Version für fünf Personen und der Fiat 124 Sport Spider, der im Mittelpunkt stand. Dieses Modell war nämlich der Höhepunkt der Entwicklung im spannenden Cabriolet-Segment, das Fiat seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit Modellen wie dem 1100 Spider, dem 1200 und dem 1500 besetzt hatte.

Der 124 Sport Spider wurde für Autofahrer gebaut, die tolle Leistung zu einem guten Preis wollten - ein sportliches Auto also. Es war modern, hatte einen persönlichem Stil und erbrachte erstaunliche Leistungen. Der 124 Sport Spider war eine Weiterentwicklung der Limousine aber auch ein echter Sportwagen. Mit der Gestaltung des Autos beauftragte Fiat Pininfarina, der als langjähriger Partner des Automobilherstellers ein angesehener Name im weltweiten Automobil-Design ist.

Der 124 Sport Spider von 1966

Das Modell kam grundsätzlich mit der Technik der Fiat 124 Limousine, wurde aber von Anfang an mit vielen sportlichen Features entworfen. Der Blick der Front-Scheinwerfer ist unverkennbar genau wie die zwei leicht nach oben geneigten Seitenflossen. Ausgestattet wurde die Spider-Variante mit dem gleichen Heckantrieb mit dem 124 AC.000 Motor, einem Vierzylinder mit Bohrung und Hubraum vom 1438 ccm. Der Motor entwickelte eine Leistung von 66 kW (90 PS) bei 6‘500 U./min. und so erreichte der Spider eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Weitere Merkmale des Sportwagens waren Fünfgang-Getriebe als Serienausstattung, Radialreifen und Zwei-Speichen-Lenkrad.

50 Jahre Fiat 124 Spider
Copyright / Fotograf: Fiat

Der elegante Stil, die gute Motorleistung, die Stabilität sowie die Sicherheit des Modells versprachen von Anfangs an Verkaufserfolge und ein glänzendes Image. Der 124 Sport Spider lag bei 1‘550‘000 Lire, etwa eine halbe Million über der Limousine. "Cromodora" Leichtmetallfelgen und das Hardtop waren für zusätzliche 65‘000 Lire erhältlich. Etwa 25‘000 Einheiten der ersten Serie wurden bis 1969 hergestellt.

Die zweite Serie für den “American Dream”

Fiat arbeitete 1968 an der Entwicklung des Modells, das 1968 in den USA ins Leben gerufen wurde. Die Amerikaner liebten die Proportionen und den typischen italienischen Stil des Spider, dessen Verdeck schnell vom Fahrersitz aus geöffnet werden konnte. Die zweite Version wurde im Oktober 1969 eingeführt, wieder auf der Turiner Motor Show, als Teil einer umfassenden Überarbeitung der Modellpalette. Es behielt den Hinterradantrieb und das typische sportliche Fahrgefühl, trotz der Vielzahl an Autos mit Vorderradantrieb, die zu dieser Zeit auf der Messe vorgestellt wurden.

50 Jahre Fiat 124 Spider
Copyright / Fotograf: Fiat

Man konnte entweder den traditionellen 1.4 Liter oder den neuen 1.6 Liter Motor ordern. Der Letztere, auch mit vier Zylindern und zwei obenliegenden Nockenwellen, hatte 1.608 cm3 Hubraum und eine Leistung vom 81 kW (110 PS). Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 180 km/h. Aus optischer Sicht gab es einen neuen Kühlergrill im Wabenlook. Der offensichtlichste Unterschied waren die beiden bedeutenden ovalen Wölbungen auf der Motorhaube, die für den grösseren Motor benötigt wurden. Die Rücklichter wurde modifiziert und ein Rückfahrlicht wurde hinzugefügt. Der Roadster entwickelte sich mit seinem eleganten Design von Pinifarina weiter und war sehr erfolgreich - In den Jahren von 1969 bis 1972 wurden etwa 27‘000 Einheiten gefertigt.

Die dritte Generation in den Siebzigerjahren

Die 1970er Jahre waren voll von grossen kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen. Die Entwicklung der Automobilindustrie schaukelte aus der Stagnation, die durch die Ölkrise und die politischen Unruhen verursacht wurde, auf maximale Produktionseffizienz und wirtschaftliche Erholung. Die Fiat 124 Reihe wurde komplett erneuert und eine Reihe von Verbesserungen wurden eingeführt, um Leistung, Komfort und Eleganz zu verbessern.

50 Jahre Fiat 124 Spider
Copyright / Fotograf: Fiat

Fiat führte 1972 eine neue Generation des Spider ein - Der Stil war grundsätzlich unverändert, die bedeutendsten Veränderungen betrafen den Motor, weil sowohl die "1600" als auch die neuen "1800" Motoren des Fiat 132 im Fiat 124 Sport Spider eingesetzt wurden. Sie hatten beide doppelte, obenliegende Nockenwellen, obenliegende Ventile und Weber oder Solex Vergaser. Die Leistung lag bei 108 PS und 118 PS bei Höchstgeschwindigkeiten von 180 und 185 km/h.

Nach 1972 wurde dem Modell auch für seine ruhmreichen Rennerfolge gedacht. Eddy Merckx machte seinem Spitznamen "The Cannibal" alle Ehre, und gewann die Tour de France und den Giro d'Italia, zusätzlich zum Geschwindigkeitsrekord beim Klassiker Milano-Sanremo. Mark Spitz setzte in allen sieben Wettkämpfen bei den Olympischen Spielen in München neue Weltrekorde, während sich die Italiener Mennea und Thoeni in der Leichtathletik und beim Skifahren einen Namen machten. Der Fiat 124 Abarth Rallye für die Rennserie Gruppe 4 wurde im selben Jahr gelauncht wie die Strassenversion. Im Vergleich zum Serienfahrzeug profitierte der Fiat 124 Abarth Rally Gruppe 4 von stärkerem Motor, Fiberglasdach und Motorhaube, Aluminiumtüren und einer erheblichen Gewichtsreduzierung. Abgestimmt vom Abarth Racing Team, machte das Auto sein Debut in der Saison 1972 und wurde bis 1975 bei Rennen eingesetzt.

50 Jahre Fiat 124 Spider
Copyright / Fotograf: Fiat

Die Produktion des 124 Sport Spider setzte sich von Juni 1974 bis 1982 für Exporte in die Vereinigten Staaten fort, wo das Modell noch sehr erfolgreich war. Im Jahr 1981 zeigte Pininfarina ein neues Modell namens "Spider Europa" beim Genfer Autosalon. Das Aussehen war im Wesentlichen gleich, mit Upgrades bei Sicherheit und Komfort. Die letzte Entwicklung kam 1983 mit dem 136 PS "Volumex" mit Turbolader. Er wurde vor allem für den US-Markt konzipiert und setzte den Erfolg des Modells mit über 200.000 Einheiten weltweit, davon 75 Prozent in den USA, fort.

Der Fiat 124 Spider kehrt zurück

Im vergangenen Jahr wurde der neue Fiat 124 Spider auf der Los Angeles Motor Show vorgestellt. In Anlehnung an die Tradition seines legendären Namensvetters hat er sich zur Aufgabe gemacht, mit seinem typisch italienischen Stil und seiner Leistung, eine neue Generation zu faszinieren. Wer weiss, ob er so erfolgreich sein wird, wie seine Vorgänger…

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