76 Kurven, rund 180 historische Fahrzeuge und ein ganzes Tal im Motorsportfieber: Vom 3. bis 6. September verwandelte die Arosa ClassicCar das Schanfigg erneut in eine einzigartige Rennsportbühne. Als am Sonntagnachmittag das letzte Fahrzeug die Ziellinie überquerte, stand fest: Diese 22. Ausgabe wird in Erinnerung bleiben.
Über die vier Veranstaltungstage hinweg verfolgten gemäss Schätzungen bis zu 25'000 Besucher das Geschehen in Arosa, am Start in Langwies und entlang der 7,3 Kilometer langen Rennstrecke. Den «Grossen Preis von Arosa» sicherte sich Thomas Amweg im Amweg F2 AW76 mit einer Bestzeit von 4:10.46. Gleichzeitig wurde ein neuer Rekord im Ticketverkauf erzielt. Der Anlass verlief ohne grössere Zwischenfälle.
Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz richtete die Arosa ClassicCar den Blick zudem auf die Zukunft des historischen Motorsports und den Einsatz synthetischer eFuels.
Die sportlichen Entscheidungen im Überblick
Am Sonntag fielen die letzten sportlichen Entscheidungen. Anschliessend wurden die Sieger der verschiedenen Kategorien im Rahmen der Siegerehrung ausgezeichnet.
- Grosser Preis von Arosa und schnellste Streckenzeit: Thomas Amweg, Amweg F2 AW76, 4:10.46
- Arosa Classic Trophy: Rolf Senti, Fiat Abarth Rally
- Arosa Sport Trophy: Heinz Vogt, Sylva Fisher Fury
- Competition Formula: Thomas Amweg, Amweg F2 AW76
- Competition: Markus Jörg, Lotus 23B
- Schnellste Fahrerin: Bea Gabathuler, Mini Cooper S 1275
Auftakt mitten in Arosa
Bereits am Donnerstagabend war die besondere Energie der Arosa ClassicCar im ganzen Dorf spürbar. Beim traditionellen Dorfcorso präsentierten die Fahrer ihre Fahrzeuge mitten in Arosa und sorgten bei der einheimischen Bevölkerung und den Gästen für grosse Begeisterung.
Für einen besonderen Auftritt sorgten zehn Töffli-Buebe und Töffli-Meitli aus Arosa. Sie reihten sich mit ihren eigenen Maschinen in den Corso ein und wurden entlang der Strecke gebührend gefeiert. Der gelungene Auftakt zeigte bereits, was die Arosa ClassicCar auszeichnet: historische Rennsportkultur, gelebte Leidenschaft und eine familiäre Atmosphäre.
Ideale Bedingungen für Mensch und Maschine
Am Freitag wurde die legendäre Strecke von Langwies nach Arosa erstmals für die Trainings freigegeben. Strahlender Sonnenschein, ideale Asphalttemperaturen und eine perfekt präparierte Strecke boten den Fahrer beste Bedingungen.
Rund 140 Marshals standen entlang der Rennstrecke im Einsatz. Gemeinsam mit den weiteren Helfer sorgten sie für einen sicheren und reibungslosen Ablauf. Mit den ersten offiziellen Wertungsläufen am Samstag nahm der sportliche Teil des Wochenendes weiter Fahrt auf.
Auch abseits der Strecke wurde die Arosa ClassicCar ausgiebig gelebt. In den Fahrerlagern, auf den Tribünen, am Start in Langwies und im Dorf trafen sich Fahrer, Teams und Motorsportfans zu unzähligen Benzin-Talks. Am Abend wurde in Arosa bei ausgelassener Stimmung weitergefeiert.
Motorsportgeschichte zum Greifen nah
Das Starterfeld bot eine eindrucksvolle Reise durch fast ein Jahrhundert Motorsportgeschichte. Zu den besonderen Fahrzeug-Highlights zählten der Sauber C3, der Lancia Stratos von Dario Pergolini sowie der Ferrari 512 M von Walter Lais.
Ein besonderer Blickfang war der La France Typ 12 von Ruedi Schawalder. Das Fahrzeug mit Baujahr 1917 war das älteste Auto der diesjährigen Arosa ClassicCar und bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu den Rennwagen späterer Generationen.
Die Vorkriegsfahrzeuge erhielten in diesem Jahr zudem einen eigenen Block innerhalb des dritten Rennfeldes und damit eine besonders sichtbare Bühne.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Weltpremiere des Porsche GT3 Bergsport mit Jörg Bergmeister am Steuer. Auch die 15 historischen Motorräder begeisterten das Publikum mit ihrem unverwechselbaren Sound.
Die beliebten Porsche Renntaxi-Fahrten waren restlos ausverkauft. Für die nächste Ausgabe wird bereits eine Warteliste geführt.
Tradition trifft Zukunft: eFuels im Renneinsatz
Neben der automobilen Geschichte erhielt auch die Zukunft des historischen Motorsports eine sichtbare Plattform. Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz wurde den rund 180 Fahrer angeboten, ihre Rennfahrzeuge kostenlos mit synthetischen eFuels zu betanken. Eine mobile eFuel-Tankstelle im Fahrerlager ermöglichte den Einsatz direkt am Anlass.
eFuels werden mithilfe erneuerbarer Energie aus Wasserstoff und aufgefangenem CO₂ hergestellt. Da sie in bestehenden Verbrennungsmotoren ohne technische Anpassungen eingesetzt werden können, bieten sie insbesondere für historische Fahrzeuge eine interessante Perspektive.
Die Arosa ClassicCar schlug damit bewusst die Brücke zwischen automobiler Geschichte und neuen Technologien. Das Ziel ist nicht, historische Fahrzeuge ins Museum zu verbannen, sondern Wege aufzuzeigen, wie dieses automobile Kulturgut auch für kommende Generationen fahrend, hörbar und erlebbar bleiben kann.
Neue Rennleitung mit erfolgreicher Premiere
Mit der neuen Rennleitung wurden im Vorfeld zahlreiche Abläufe überprüft und optimiert. Im Fokus standen insbesondere die Abfolge der Rennfelder, die Streckenfreigaben für den Individualverkehr sowie zahlreiche kleinere und mittelgrosse Prozesse im Hintergrund.
Die Anpassungen zeigten Wirkung: Sämtliche geplanten Streckenöffnungen konnten punktgenau, teilweise sogar früher als vorgesehen, erfolgen. Die Rennleitung zieht entsprechend eine sehr positive Bilanz
Martin Brudermann und Thomas Kohler, ACS Rennleitung dazu:
“Unser oberstes Ziel war ein sicherer und verlässlicher Rennbetrieb. Dass wir sämtliche Streckenöffnungen punktgenau oder teilweise sogar früher freigeben konnten, zeigt, wie gut die neuen Abläufe funktioniert haben. Entscheidend war das Zusammenspiel aller Beteiligten und insbesondere der rund 140 Marshals entlang der Strecke.”
Der gesamte Anlass verlief ohne grössere Zwischenfälle. Einzelne kleinere Blechschäden gehören zum historischen Motorsport dazu. Für eine Randnotiz mit Augenzwinkern sorgte ein Motorrad, das wegen eines leeren Tanks kurzzeitig stehen blieb. Das kann bekanntlich selbst den Besten passieren.
Ein Motorsportfest für das ganze Schanfigg
Die hohe Besucherzahl war entlang der gesamten Strecke spürbar. Von Langwies über die verschiedenen Zuschauerzonen bis ins Zielgelände in Arosa verfolgten zahlreiche Motorsportfans die historischen Fahrzeuge aus nächster Nähe.
Roland Schuler, Tourismusdirektor Arosa erklärte:
“Die Arosa ClassicCar ist weit mehr als ein Rennen. Hier treffen Geschichte, Innovation und grosse Leidenschaft aufeinander. Dass bis zu 25'000 Besucher dabei waren, zeigt die enorme Strahlkraft dieses Anlasses für Arosa und das ganze Schanfigg. Mein grosser Dank gilt allen, die dieses Wochenende möglich gemacht haben.”
Informationen direkt von der Rennleitung
Erstmals begleitete ein eigener WhatsApp-Kanal die Arosa ClassicCar. Knapp 2000 Abonnenten erhielten darüber aktuelle Informationen aus erster Hand von der Rennleitung, Hinweise zu Streckenöffnungen und Programmänderungen sowie exklusive Fotos und Videos, die das Marketing-Team direkt vor Ort produzierte und teilte.
Marc Gooch, Leiter Marketing und Kommunikation Arosa Tourismus meine dazu:
“Bei einem solchen Anlass muss die Kommunikation genauso schnell und verlässlich funktionieren wie der Betrieb auf der Strecke. Mit dem neuen WhatsApp-Kanal konnten wir aktuelle Informationen direkt von der Rennleitung mit Emotionen, Hintergrundgeschichten und echten Einblicken hinter die Kulissen verbinden. Dass uns bereits bei der Premiere knapp 2'000 Personen gefolgt sind und wir gleichzeitig einen neuen Rekord im Ticketverkauf verzeichnen durften, zeigt, wie gross die Begeisterung rund um die Arosa ClassicCar ist.”
Mit der Siegerehrung ging ein Rennwochenende voller Geschwindigkeit, Leidenschaft und grosser Emotionen zu Ende. Der Verein Arosa ClassicCar bedankt sich bei allen Fahrer, Marshals, Helfer, Partnerorganisationen, Einsatzkräften und Besucher, die zum Erfolg der 22. Ausgabe beigetragen haben.
Die vollständigen Ergebnisse sind auf der Website des Arosa ClassicCar Bergrennens abrufbar.




































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