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Techno Classica Essen 2019 - Jubiläen und Rekorde zum 30. Geburtstag

Erstellt am 15. April 2019
, Leselänge 10min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
293
Frank Habenicht 
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Techno Classica Essen 2019 
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Die Techno Classica in Essen konnte am 10. bis 14. April 2019 ihren 30. Geburtstag feiern, fand also zum 31. Mal statt. Über 190’000 Besucher liessen es sich nicht nehmen, durch die 12 Messehallen zu pilgern und 2700 zum Kauf angebotene Autos (sowie viele weitere unverkäufliche Exemplare) zu bewundern und mit eigenem Blick die Frühjahrstrends des Jahres 2019 aufzuspüren.

Es darf auch einmal etwas farbiger sein, zum Beispiel mit Porsche 911 der Sechziger- und Siebzigerjahre - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Und sie kriegten einiges zu sehen, denn Hersteller, Händler, Clubs und andere Anbieter hatten keine Mühe gescheut, attraktive Autos mitzubringen und zu präsentieren.

Internationale Grösse

1250 Aussteller aus über 30 Nationen hatten bis Mittwoch Mittag ihre Stände aufgebaut und sie verströmten damit ein wirklich internationales Flair. Natürlich dominierten deutsche Anbieter, aber auch die Holländer, Briten, Franzosen, Belgier, Österreicher, Schweizer und Italiener waren vertreten und viele andere Länder dazu, selbst aus Afrika, Japan und Nord- und Südamerika reisten sie an.

Jaguar E-Type zwischena anderen Klassikern - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Typisch für die Techno Classica sind neben Händlern, Clubs und Spezialisten die Stände der Autohersteller, von denen wiederum über ein Dutzend sozusagen offiziell Präsenz zeigten.

Mittelmotor-Sternstunde

Sicher ein Messehöhepunkt war der Stand von Daimler-Benz mit sechs Mitttelmotor-Sportwagen.

Mercedes-Benz SLX (1966) - Designstudie, als Holzmodell im Windkanal getestet - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

1969 wurde der Mercedes-Benz C111 mit Dreischeiben-Wankelmotor (280 PS bei 7000 U/min) auf der IAA erstmals vorgestellt. 260 km/h und 5 Sekunden für den Spurt von 0 bis 100 km/h waren damals eindeutig Traumwagenwerte, die Lackierung in Orange-Metallic und die Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff genauso innovativ wie der vor der Hinterachse eingebaute Dreischeiben-Wankelmotor.

Mercedes-Benz C 111 (1969) - Expermientalfahrzeug, auf der IAA 1969 präsentiert, mit leistungsfähigem Dreischeibenwankelmotor ausgerüstet, Kunststoffkarosserie - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Dem ersten C111 war allerdings bereits 1966 eine Sportwagenstudie namens SLX vorausgegagen, die durchaus Ähnlichkeiten mit dem späteren C111 hatte, es aber nicht über ein Windkanalmodell im Massstab 1:1 heraus brachte.

Mercedes-Benz SLX (1966) - schade, dass er nie fertiggebaut wurde - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Seriennäher war dann 1970 der gründlich überarbeitete und alltagstaugliche C111-II mit Vierscheiben-Wankelmotor (350 PS bei 7000 U/min, Höchstgeschwindigkeit 300 km/h).

Zwar hätten zahlreiche Mercedes-Kunden nur zu gerne die Brieftasche geöffnet und bestellt, doch auch der C111-II blieb ein Prototyp.

Mercedes-Benz C 111-II (1970) - Experimentalfahrzeug - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

1976 kam dann der nächste C111, genannt II D. Statt des inzwischen aufgegebenen Wankelmotors wurde er nun von einem Fünfzylinder-Diesel-Aggregat mit Turbolader mit 190 PS angetrieben, was ihm das Einfahren von 16 Weltrekorden auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Nardo ermöglichte.

Mercedes-Benz C111-II D (1976) - zusammen mit seinen Vorgängern auf dem Mercedes-Stand - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Dann war Schluss mit der Farbe Orange, nicht aber mit dem C111. Der aerodynamisch perfektionierte C111-III mit Turbodiesel (230 PS) erzielte im April 1978 weitere Weltrekorde, u.a. 321,9 km/h über 500 km.

Mercedes-Benz C 111-III Rekordwagen (1978) - vielleicht der eleganteste der C111 - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Und im Jahr darauf holte sich der rundlichere und weiter optmiierte C111-IV mit V8-Benzinmotor (500 PS) einen neuen Rundstrecken-Weltrekord mit 403,978 km/h.

Mercedes-Benz C 111-IV (1979) - V8-Rekordfahrzeug mit 4800 cm3 und 500 PS, 404 km/h schnell - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Nur einmal hat man bisher alle sechs Autos zusammen gesehen und zwar in einer Sonderausstellung im Museum-Museum, jetzt aber konnten fast 200’000 Betrachter die raren Mittelmotorautos bewundern.

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Von Amelia Island nach Essen

Für viel Interesse sorgte auf dem Mercedes-Stand auch ein 300 SL mit einer ganz besonderen Geschichte. Der Flügeltürer wurde 1954 nach Miami ausgeliefert und dann zehn Jahre lang im Alltag und auf Rennstrecken eingesetzt. Dann wurde er stillgelegt und sozusagen vergessen. Er blieb komplett erhalten, sogar die Reifen stammen noch aus der Erstausrüstung (Englebert). Nur für eine Neulackierung wurde Chassisnummer 43 einmal vorbereitet.

Mercedes-Benz 300 SL (1954) - 10 Jahre im Alltag und bei örtlichen Rennen eingesetzt, dann weggestellt - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Lackiert wurde dann aber nicht mehr. Als “All Time Star” wurde der 300 SL wie gezeigt angeboten und gemäss SIHA tatsächlich noch während der Techno Classica verkauft.

Mercedes-Simplex 40 PS (1903) - soll die Brücke zur modernen Elektromotorisierung schlagen - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Damit wären natürlich noch lange nicht alle Mercedes-Benz-Exponate erwähnt, so war auch die Gegenüberstellung eines Mercedes-Simplex mit 40 PS au dem Jahr 1903 und einem EQC von 2019 sicherlich eine interessante Sache.

BMW-Rekorde

Die im Vergleich zu den Vorjahren etwas kleinere BMW-Präsenz war Rekorden und Siegen gewidmet, die seit 100 Jahren immer wieder für Aufsehen und Reputation der Bayrischen Motorenwerke sorgen. Angefangen hatte es mit Flugrekorden, schon bald aber gab es auch Rekorde und Wettkampfsiege auf der Strasse.

BMW V12 LMR (1999) - damit gelang der Le-Mans-Sieg - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Der BMW V12 LMR von 1999 erinnerte daran genauso wie die Kompressor-BMW 500, mit der Georg Meier die TT gewann.

Mini 1275 GT (1978) - britischer Tourenwagenmeister 1978 und 1979 auf dem BMW-Stand - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ein grosses Thema waren natürlich auch 60 Jahre Mini, BMW hat bekanntlich einst Rover übernommen und dabei auch den Mini geerbt. Der Ur-Mini, ersonnen vom Griechen Issigonis, bot dann auch die DNA für den heutigen BMW-Mini.

Weltmeister-Alfa-Romeo

Star auf dem FCA-Stand war sicherlich die Alfetta 159, mit der einst Juan Manuel Fangio im Jahr 1951 Weltmeister wurde.

Alfa Romeo Gran Premio Tipo 159 Alfetta (1951) - 425 PS leistete der 1479 cm3 grosse Achtzylinder-Reihenmotor bei 9300 Umdrehungen - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Schon das erste F1-Rennen war von einem Alfa Romeo gewonnen worden und bekanntlich fand am Techno Classica Wochenende ja auch der 1000. Grand Prix statt.

Brabham BT45B Alfa Romeo (1977) - 350 km/h schnell lief dieser Monoposto im Martini-Look - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Neben der Alfetta von 1951 wurde auch noch ein Brabham BT45B Alfa Romeo von 1977 gezeigt. Der 12-Zylinder-Motor leistete damals 510 PS bei 12’000 Umdrehungen, was den Monoposto rund 350 km/h schnell machte.

Alfa Romeo 8C Competizione (2007) - 292 km/h schnell und bei FCA frisch restauriert - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Mit zwei Alfa Romeo 8C Competizione aus dem neuen Jahrhundert zeigte FCA auch Neoklassiker, die man sogar kaufen konnte.
Ebenfalls käuflich ist das Abarth-Tuning-Kit für den Fiat Nuova 500, das es nun wieder gibt.

Volkswagen-Breite

Die umfangreichste Präsenz in Essen hatte sicherlich die Volkswagen-Gruppe, die mit den Marken Audi, VW, Seat und Skoda sowie der Autostadt farbig und vielschichtig vertreten war.

VW 1200 (1953) - mit Kamei-Veredelung - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

So wurden unter dem Thema” Tuning - Veredlen - Frisieren” nicht nur zwei VW Käfer in unterschiedlichen Leistungsstufen gezeigt, sondern auch ein Volkswagen Golf Rallye und ein Golf Country aus den Jahren 1989 und 1990, beides noch Youngtimer, aber sicherlich etwas besonderes.

Vierrad-Golf auf dem Volkswagen-Stand - Rallye und Country - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Rekorde waren auch bei Volkswagen ein Thema, aber eher solche der ungewöhnlicheren Art. Ob es nun um einen Golf mit 50 PS ging, der es von Alaska bis nach Feuerland schaffte, oder einen aerodynamischen Einsitzer, der vor fast 37 Jahren 1491 Kilometer mit einem Liter Diesel schaffte, es gab interessante Fahrzeuge zu sehen.

VW SMVW (1982) - sehr kompaktes Leichtbau-TrikeIMG_1382 - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bei Skoda stand der 60. Geburtstag des Octavia im Zentrum, auf das Aufstellen moderner Varianten hatte man aber im Sinne der Messe verzichtet.

Der Skoda-Stand war dem 60-Jahre-Jubiläum des Octavia gewidmet - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bei Seat wurden ein 850 Sport Spider und zwei Varianten des Seat 1430 aufgestellt, alles Autos, die man zwar irgendwie (von Fiat) kennt, als Seat hierzulande aber noch kaum je gesehen haben dürfte.

Seat 850 Sport Spider (1970) - und Seat 1430 - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Audi schliesslich stellte seinen Auftritt unter das Stichwort “Raumwunder” und präsentierte Kombi-Varianten bekannter Modelle sowie Kleinbusse auf den Stand, die man nicht alle Tage sieht.

Der Audi-Stand war den "Raumwundern" gewidmet - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Wer etwa hat schon je einen Audi Foxwagon erblickt, wie er in den USA angeboten wurde.

Auch Porsche hatte in Essen schon pompösere Auftritte, aber vielleicht passte eine bescheidenere Präsenz ja ganz gut zum VW-Porsche 914, der auch als Achtzylinder 914 S – mit Schiebedach – gezeigt wurde.

Porsche 914 S (1969) - Einzelstück mit Achtzylindermotor, daher auch 914/8 genannt - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Zudem wurden Restaurierungsobjekte in unterschiedlichem Fertigstellungsgrad präsentiert.

Citroën-Jubiläum

Citroën ist eine der Marken, die im Jahr 2019 ihren 100. Geburtstag feiert. Aus diesem Grunde wurde natürlich ein Querschnitt aus der Geschichte der Marke, die André Citroën gründete, nach Essen gebracht.

Citroën DS (1964) - trat so bei den Filmen "Fantomas" auf und konnte fliegen - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Höhepunkt hier war sicherlich der nachgebaute Citroën DS aus den Fantomas-Filmen. Fliegen durfte er in der Halle in Essen zwar nicht, aber die eingeklappten Flügelwerke machten trotzdem grossen Eindruck, genauso wie die beiden Citroën-Vorkriegsmodelle.

Citroën C6 (1930) - rarer Vorkriegs-Citroën - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Capri-Geburtstag

50 Jahre alt wurde in Essen ein ausgestellter Ford Capri der ersten Generation. Ein halbes Jahrhundert alt ist aber auch die Modellreihe insgesamt, Grund genug, einige besondere und spezielle Capris an der Techno Classica zu zeigen.

Bei Ford wurden natürlich 50 Jahre Ford Capri gefeiert - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Wie immer in den letzten Jahren arbeiten Werk und Clubs zusammen und konnten mit einer interessanten Auswahl aufwarten, in der weder ein Zakspeed-Turbo, noch ein südafrikanischer Perana V8 oder ein Flügeltüren-Capri aus der Tunerszene fehlte.

Ford Consul Capri (1965) - Baureihe 116E aus England, ein Vorläufer für den Capri - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Sogar an die Vor- und Nachfahren des Ford Capri wurde gedachte, ein Consul Capri und ein Mercury Capri Turbo rundeten das Capri-Thema ab.

Volvo-Limousinen

Bei Volvo waren die Limousinen das Thema, da gleichzeitig auch die Premiere des neuen S60 erfolgte. Gezeigt wurden unter anderem ein Vorkriegs-Volvo PV4, ein 164 und die seltene Aerodynamik-Limousine PV36 “Carioca” von 1935.

Volvo PV4 (1929) - auf dem den Limousinen gewidmeten Volvo-Stand - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bei Jaguar wurde der E-Type als Elektroauto präsentiert, eine Erscheinung, die zwiespältige Emotionen weckte, obwohl Jaguar beteuerte, dass die Technik (aus dem I-Pace) zurückgebaut werden könne. Feiern konnte man bei Jaguar auch 60 Jahre mK2 und 30 Jahre Land Rover Discovery.

Kombis von Opel

Einmal mehr wurde Opel durch die Clubs vertreten und diese nahmen sich des Themas Kombi an. Gezeigt wurden ein Rekord C und ein Kadett B Caravan, aber auch ein Einzelstück eines Diplomat B Kombis, wie man ihn wohl bisher kaum je gesehen hat.

Opel Diplomat B Caravan (1974) - umgebaut bei Vogt, einziges bekanntes Modell, 2017 bis 2019 restauriert - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Im kleineren Rahmen waren natürlich noch weitere Marken vertreten, zu erwähnen wäre etwa die Peugeot-Präsenz mit zwei 504 Coupés zum 50. Geburtstag.

Die Autos der Tour de France

Wie jedes Jahr organisierte der Techno-Classica-Veranstalter SIHA auch 2019 eine Sonderschau, dieses Mal zur legendären Tour de France, die zu den schnellsten Auto-Strassenrennen des letzten Jahrhunderts gehörte.

Ferrari 250 GT TdF (1957) - Teil der Tour-de-France-Sonderschau der SIHA - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Sie wurde meist mit schnellen GT-Fahrzeugen, teilweise aber auch mit fast reinrassigen Rennwagen gefahren. Beispielhaft dafür standen um den SIHA-Pavillon ein Jaguar C-Type, ein Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer, ein Ferrari 250 GT TdF (Tour de France), ein Ferrari 250 GT SWB, ein Porsche 550 Spyder und ein Aston Martin DB2 Werkswagen.

Peugeot 203 (1952) - Teil der SIHA-Sonderschau "Tour de France" - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Sozusagen als Abrundung wurde auch noch ein Begleitfahrzeug des Typs Peugeot 203 in die Sonderschau integriert.

Raritäten-Schnitzeljagd

Alleine schon die Sonderschauen und Werkspräsenzen wären ja Grund genug, nach Essen zu fahren. Für manchen sind es aber die versteckten Schätze, welche es an der Techno Classica zu entdecken gibt, die den besonderen Reiz der Messe ausmachen.

Delahaye 135 MS Ghia-Aigle (1949) - letztmals gesehen im Grand Palais bei der Bonhams-Versteigerung 2019 - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ob Sonderkarosserien, wie einen Delahaye 135 MS mit Ghia-Aigle-Aufbau oder einen Siata Daina mit Farina-Cabriolet-Karosserie, oder seltene Rennwagen wie den Panhard X86 oder den Porsche 907 Langheck, bis zu raren Vorkriegsfahrzeugen wie einen DeDion-Bouton mit V8-Motor von 1913, wer suchte, der fand.

De Dion-Bouton V8 (1913) - höchstens eine Handvoll haben überlebt - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Überraschend sicherlich auch die Entdeckung eines unrestaurierten Avion-Voisin-Fahrgestells des Typs C12 von 1930, das noch nie mit einer Karosserie versehen wurde.

Avion Voisin C12 (1930) - sollte er so bleiben oder sollte man ihm eine Karosserie geben? - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Da stellen sich natürlich gleich etliche philosophische Fragen.

Club-Unterhaltung

220 Clubs und Interessengemeinschaften machten in Essen ihre Aufwartung. Dass dabei vielschichtige, manchmal lustige, manchmal zum Nachdenken motivierende Aufritte herauskamen, versteht sich fast von selber.

Borgward Clubstand mit Isabella Kombi und Coupé - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ob nun Borgward auf den Mond (oder in den Weltraum geschickt wurde), ein Hansa 2000 in einer Hafenkneipe gezeigt (und mit einem Preis ausgezeichnet wurde) oder die Kinder Papas erstes Auto bauten (Fiat 600), es gab einiges zum Schmunzeln und Betrachten.

Hansa 2000 (1938) - hat etwas wenig Platz in der Hafenkneipe "Zur letzten Rettung" - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Manchmal sind es eben gerade nicht die Exoten, die den Besuchern ein Lächeln auf die Lippen zaubern, sondern eben die einstigen Brot-und-Butter-Autos wie ein Fiat Panda der ersten Generation, der in komplett restauriertem Zustand wie neu dastand und die “tolle Kiste” in Erinnerung rief.

Fiat Panda 45 (1983) - ein Überlebender komplett restauriert auf dem Stand der Interessengemeinschaft superpanda.de - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Die Auktion im Keller

Erstmals in Essen mit einer eigenen Versteigerung vertreten war RM/Sotheby’s. Die gesamte Halle 1A war der Auktion gewidmet, die über 200 Autos unter den Hammer brachte. Und zwar erfolgreich, teilweise sogar mit Rekordpreisen.

Wer ein Auto näher betrachten musste, ruft einen RM-Mitarbeiter herbei - RM/Sotheby's Essen Versteigerung 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Aus Zuschauersicht war die Halle zwar wegen der unglücklichen Beleuchtung und dem Gedränge etwas weniger interessant, dies schreckte aber die Bieter offenbar nicht an, zuzupacken.

Handel auf hohem Niveau

Die Preise der gehandelten 2700 Autos in Essen bewegten sich durchaus auf hohem Niveau, sie schreckten aber die Käufer nicht ab. Die Gallery Aaldering vermeldete bereits am Samstag Abend neun Verkaufte Klassiker im sechsstelligen Euro-Bereich und auch andere Händler konnten schon früh “Verkauft”-Schilder montieren.

Sportwagen aus England und den USA - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Hinter den Kulissen jammerte aber auch der eine oder andere Spezialist über kaufunwillige Besucher und weniger Nachfrage als in anderen Jahren.

Eleganz gewinnt immer

Ein restaurierter Aston Martin DB5 Convertible erhielt den “Best of Show”-Preis einer internationalen Experten- und Journalisten-Jury.

Dieser Aston Martin DB5 Convertible gewann den "Best of Show"-Preis der Techno Classica 2019
Copyright / Fotograf: Techno Classica Essen 2019

Aber die Auswahl war sicherlich schwierig, denn wer könnte dem Ermini 357 Mille Miglia von 1955 oder den zahlreichen Spezialkarosserien von Chapron oder Pininfarina Eleganz absprechen?

Mercedes-Benz 300 SL gleich dreimal als Flügeltürer bei HK-Engineering - Techno Classica Essen 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Auch die zahlreich gezeigten 300 SL gehören, ob als Roadster oder als Flügeltüre, nachwievor zu den schönsten Autos, die je gebaut wurden.

Sorgenfalten?

Schöne Autos, freudige und zahlreich erscheinende Besucher, was will man mehr? Nun, schon bei der Pressekonferenz zu Beginn zeigte sich, dass die Branche Sorgenfalten auf der Stirne hat. Fehlender Nachwuchs ist ein Thema, aber auch Umweltschutz-Bewegungen und Verbote.

Gut gibt es die Verbände wie der Deuvet, die die Interessen der Oldtimer-Besitzer bündeln und neuerdings auch die Youngtimer-Fraktion vertreten.

Nächstes Jahr noch schöner

Für die 32. Techno Classica, die am 25. bis 29. März 2020 stattfinden wird, wurde bereits geworben. Sie soll dann von fünf neuen/modernisierten Hallen profitieren. Die meisten der diesjährigen Besucher werden sicherlich auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von di******
16.04.2019 (17:17)
Antworten
Die Reifen des unrestaurierten 300 SL aus Miami stammten von Englebert, odr?
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
16.04.2019 (17:19)
ja, auf jeden Fall. Das hat man dann von "gescheiten" Systemen, die automatisch korrigieren ;-)
Merci für den Hinweis, wir haben das korrigiert.
von mo******
16.04.2019 (15:10)
Antworten
Techno-classic 2019 Bilder vom Ford-Stand
Sie überschreiben das Bild vom Ford Stand als Ausstellung des Ford-Mustang.
M.W. war nur ein Mustang auf dem Stand und auf dem Bild ist gar keiner. Denn es handelt sich um die Ausstellung des Ford-Capri !!
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
16.04.2019 (15:21)
Ja natürlich, das ist komplett falsch und natürlich sofort richtiggestellt worden. Es ging um Capri und nochmals Capri. Danke für den Hinweis!
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