Die Malta Classic 2018 war bereits die elfte Auflage des außerhalb der kleinen Mittelmeerinsel weitestgehend unbekannten Classic-Events. Das ist schade, denn wo sonst gibt es noch die Möglichkeit ein Rennen ganz nach alter Schule auf völlig normalen Straßen zu fahren? Das Konzept ist recht einfach: Donnerstags gibt es ein Bergrennen, Freitags einen Concours d’Elegance mitten auf dem historischen Marktplatz der ehemaligen Hauptstadt Mdina und am Samstag und Sonntag dann Training und Rennen auf einem spektakulären Straßenkurs am Fuße der Altstadt.
Der Löwenanteil der etwas über 60 Teilnehmer rekrutierte sich von der Insel. Seien es nun Malteser oder dort lebende Briten. Ganz wenige Kontinental-Europäer hatten nach Malta gefunden. Einer davon war der Salzburger Egon Hofer, der mit seinem im Originalzustand erhaltenen Ferrari 212E Montagna wohl das spektakulärste und teuerste Fahrzeug mitgebracht hatte. Übrigens genau die Karossrie, mit der der Basler Peter Schetty 1969 die Rennwagen-Kategorie der Europa-Bergmeisterschaft in souveräner Manier gewonnen hatte.
Hill Climb Mtableb
Nach mehreren Jahren auf der schnellen Ortsumgehung der Stadt Millieha im nördlichen Teil der Insel fand das Bergrennen dieses Mal auf der sehr selektiven, direkt an der Westküste gelegenen, und vor kurzem erst neu asphaltierten Strecke in Mtahleb statt.
Angesetzt waren eigentlich vier Durchgänge ab 14:30, doch durch Trödeln, Läufe für drei Doppelstarter samt Rückführung und insbesondere wegen des im zweiten Durchgang einsetzenden Regens, zog sich alles so hin, dass nach dem dritten Durchgang abgebrochen werden musste, um am Ende nicht im Dunkeln fahren zu müssen. Die Probleme hätte sich bei einem früheren Anfang oder bei einem zügigeren Ablauf schlicht nicht gestellt. Da muss der Veranstalter organisatorisch noch zulegen.
Rein sportlich glänzten Michael und Lucas Pace, die mit ihren beiden wahrlich nicht übermotorisierten Honda Accord von 1975 mit viel Herz einen lupenreinen Doppelsieg einfuhren.
Concours d’Elegance Mdina
Direkt auf dem historischen Marktplatz neben der Kathedrale fand der Concours d’Elegance statt und ermöglichten vielen Touristen einen Einblick in die Oldtimer-Szenerie, die sonst mit diesem Genre nie in Berührung kommen würden.
Leider machten mehrere Regenschauer einen Strich durch die Rechnung. Oft genug mussten die Fahrzeuge abgedeckt werden, während sich die Teilnehmer mit ihrer zeitgenössischen Kleidung ein trockenes Plätzchen suchen mussten. Die Fans und die zahlreichen Zaungäste kamen trotzdem auf ihre Kosten.
Grand Prix Mdina
Der 5,1 km lange Straßenkurs erinnerte in weiten Teilen an die Targa Florio auf der großen Nachbarinsel Sizilien oder an so manche Sonderprüfung der Rallye Classico auf Mallorca. Kaum breiter als sieben, manchmal auch nur vier Meter, versetze die anspruchsvolle Strecke die Piloten in die Urzeiten des Motorsports zurück. Das Feld wurde in mehrere Gruppen aufgeteilt und durfte neben dem Zeittraining am Samstag am Sonntag dann noch zwei Rennläufe zu je fünf Runden bestreiten.
An beiden Tagen und insbesondere am Sonntag gab es leider ebenfalls längere Regenphasen, was der Sache jedoch keinen Abbruch tat. Große Unfälle blieben aus, einzig ein maltesischer Formel Monza-Pilot war in eine Mauer eingeschlagen, blieb jedoch unverletzt.
Ginge noch mehr?
Bis zu einer Veranstaltung vom Format eine Rallye Classico auf Mallorca ist es noch ein weiter Weg, doch die Malta Classic hat zweifelsfrei richtig Potential. Statt des Concours am Freitag könnten zwei oder drei Berg- oder Sonderprüfungen gefahren werden. Wie etwa die bislang genutzte Strecke von Millieha, wo die Rückführung problemlos (und somit ohne Zeitverlust) über die Gegenfahrbahn abgewickelt werden könnte. Mehr Action würde dem Donnerstag ebenfalls guttun. Statt Nachmittags sollte schon morgens gefahren werden, alles deutlich straffer organisiert.
Beim Stadtkurs könnten die Felder problemlos vergrößert, die Gruppen verringert und somit die Rundenzahl erhöht werden, teilweise fuhren nur drei Autos. Alles in allem – insbesondere wegen dem einmaligen Straßenkurs – würden dem Event mehr Starter vom Kontinent guttun und diese hätten mal eine echte und exklusive Alternative zu Nordschleife, Spa und Co.


















































































































































































































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