Kaum eine halbe Stunde trennte einen entspannten Ausflug von einer lästigen Warterei. Wer um Viertel vor Elf in Triengen ankam, der fuhr zum Einlass, zahlte seine fünf Franken und liess sich entspannt auf den nächsten freien Stellplatz weisen. Wer um Viertel nach Elf kam, fand sich in einem gut einen Kilometer langen Oldtimerstau wieder, der sich vom Flugplatz entlang der Zufahrtswege bis hinauf zur Hauptstrasse erstreckte und den ganzen westlichen Ortsausgang lahmlegte.
Der Andrang zum diesjährigen FNA-Jahrestreffen am 29. September war so gross, dass die Organisatoren nach rund 450 Autos die Zufahrt sperren mussten, um sich in Ruhe wieder einen Überblick verschaffen zu können. Erst nachdem man spontan weitere Stellflächen freigegeben hatte und die Neuankömmlinge betreut durch die Zuschauermassen lotste, kam langsam wieder Bewegung in die Blechkarawane. Obwohl einige des Stauens Überdrüssige entnervt wieder kehrtgemacht hatten, dürfte die Zahl der ausgestellten Fahrzeuge weit über 500 gelegen haben.
Einen Grossteil davon bildeten US-amerikanische Fabrikate der Fünfziger- und Sechzigerjahre, die beinahe die gesamte südliche Wiese für sich beanspruchten. Erfreulicherweise setzte sich das Feld nicht nur aus Ford Mustang und Chevrolet Corvette zusammen, sondern enthielt auch zahlreiche grosse Limousinen und vor allem ungewöhnlich viele Kombis – sowie einige Exemplare des Schweizer Lieblings Plymouth Valiant aus einheimischer Montage in Schinznach-Bad.
Auch bei den europäischen Fahrzeugen dominierten die bodenständigen Modelle. Nur vereinzelt fanden sich Vertreter der höheren Preisregionen, etwa ein Ferrari 365 GT 2+2 oder ein Mercedes-Benz 300 SL Roadster. Manche Rarität tarnte sich gar als Massenprodukt: Der Opel Rekord Caravan 2200 ist 1967 nur in der Schweiz montiert und angeboten worden. In Deutschland gab es den Sechszylinder lediglich in Limousine und Coupé, wobei der Commodore-Vorläufer in letztgenannter Bauform ebenfalls auf dem Flugplatz anzutreffen war.
Generell traten viele Modelle in Paaren auf: Audi F103, Sunbeam Alpine, Citroën 11 CV – aber auch seltenes wie die beiden 1937er Chrysler Royal, denen man für gewöhnlich nicht einmal einzeln begegnet. Die beiden direkt nebeneinander parkierten '59er Cadillac veranschaulichten sehr schön die Unterschiede zwischen den Modellen Sixty-Two und Fleetwood Sixty Special. Stilistisch passend hatten sich auch zwei weisse Auto-Union 1000 Sp samt ihrer Heckflossen unter die Amerikaner gemischt.
Die Einweiser hatten in ihrer neuen Funktion als menschliche Ampeln alle Hände voll zu tun, die Autos aneinander und an den Besuchern vorbeizulotsen. Der Zustrom an Oldtimern riss nämlich auch am frühen Nachmittag nicht ab. Als letzte Massnahme der Stellplatzgewinnung wurden sie schräg entlang der Ein- und Ausfahrt aufgereiht, die dadurch über weite Teile nur noch einspurig nutzbar war. Wer dann mit seinem Auto wieder vom Gelände herunter wollte, musste fast so geduldig sein wie bei der Ankunft.

























































































































































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