Spannend bis zur allerletzten Fotozelle präsentierte sich die 30. Ausgabe der Ennstal-Classic, wenngleich die Sieger bereits bald zu erahnen waren. Trotzdem blieb die Rallye bis zum Schluss offen, denn noch bei der finalen Sonderprüfung der besten Zehn in Gröbming wäre ein Führungswechsel möglich gewesen. Doch die beiden Profis Radinger und Wagner blieben in ihrem Mini 1275 GT von 1971 souverän bis zum Schluss und retteten ihren Punktevorsprung solide ins Ziel und gewannen zum vierten Mal die Rallye. Auf Platz zwei landeten Florian und Dieter Böhmdorfer im Mercedes-Benz 350 SLC, auf Platz drei die Sieger von 2006: Helmut Schramke und Peter Umfahrer auf Jaguar XK 150.
Bei grosser Hitze von weit über 30 Grad Celsius kämpften sich die 235 Autos ohne Klimaanlagen über die knapp 1000 Kilometer lange Rallye, die zum ersten Mal nach 30 Jahren nun auch über den Grossglockner führte. Die angekündigten Gewitter blieben fast fern. Einzig am Donnerstagabend krachte es in der Gegend von Flachau-Ramsau ganz gewaltig. Hagel liess den Tross teilweise zum Stillstand kommen. Ein Begleitmotorrad der Polizei musste über eine halbe Stunde warten bis der zentimeterhohe Hagel sich endlich wieder in Wasser aufgelöst hatte.
Anstrengend für Mensch und Maschine
Trotzdem tat der Regen wohl. Nach über 400 heissen Kilometern war kaum ein Teilnehmer sauer über die lang ersehnte Abkühlung. Mensch und Maschine wurde alles abverlangt. Vor all den Beifahrern muss der Hut gezogen werden, die ihre Konzentration über die lange Distanz aufrecht erhalten konnten. Aber auch für die Fahrer, insbesondere von Vorkriegs-Autos, war es kein Spaziergang. Die österreichische Tourenwagenlegende Dieter Quester pilotierte einen BMW 328 von 1937 und konstatierte im Ziel: "Ich hatte noch nie in meinem Leben so schwere Beine. Es war echt brutal."
Dem ehemaligen Schweizer Formel-1-Piloten Jo Vonlanthen erging es nicht anders: "Mit meinen 80 Jahren satte acht Stunden im Auto bei dieser brutalen Hitze brachte mich dann doch an meine körperlichen Grenzen." Trotz all den Anstrengungen gab es am Ende wieder nur zufriedene, wenn auch von der Sonne verbrannte Gesichter. Auf der 800 Kilometer langen Berg-und-Talbahn brauchten am Ende die Motoren genauso viel Wasser wie die Fahrer und Beifahrer zusammen. Das tanken des teuren Benzins wurde zur Nebensache.



















































































































































































































































































































































































































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