Ennstal-Classic 2017 - pünktlich zum Jubiläum die grosse Sensation!

Erstellt am 24. Juli 2017
, Leselänge 6min
Text:
Daniel Reinhard
Fotos:
Daniel Reinhard 
208

Die 25. Ennstal-Classic bot vom 19. bis 22. Juli 2017 wie bereits gewohnt wieder viel Freude am "Autofahren im letzten Paradies”. Die Streckenführung wurde stark geändert und so begann man nicht mehr, wie bis anhin üblich, mit der Bergprüfung am Stoderzinken, sondern fuhr gleich zuerst den Prolog über den Sölkpass und die Nockalm, eine rund 408 km lange Runde. Der Stoderzinken stand am Freitag in aller Herrgottsfrühe auf dem Programm, worauf der Marathon mit 421 km nach Steyr und zurück nach Gröbming folgte. Die Teilnehmer zeigten sich total begeistert von der neu gestalteten Streckenführung.


Porsche 911 Carrera RS (1972) - mit Startnummer 208 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Das Wetter spielte für einmal nicht verrückt und so blieb, bis auf ein kurzes jedoch heftiges Donnerstag-Abendgewitter, alles in allem im grünen Bereich.

Alle im Ziel

Am Ende kamen nach über 800 km alle 220 Teilnehmer, zwar nicht immer ganz problemlos, jedoch heil ins Ziel. So erlitt der Devin-Porsche von Hermann Schwarz am Freitag hinten links einen Reifenplatzer, er konnte jedoch mit dem mitgeführten Notrad den Wagen zum Etappenziel bringen, wo dann auch auch schon das Ersatzrad auf ihn wartete. 


Devin-Porsche (1957) - mit Startnummer 080 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Rauno Aaltonen stand derweil mit einem Kupplungsproblem am Start zur Stoderzinken-Bergprüfung und musste daraufhin die 8,5 km im ersten Gang bewältigen. Alfred Jodl musste seinen AC ACE vorzeitig abstellen, um den Motor, dessen Zylinderkopfdichtung ihrem Namen nicht mehr ganz gerecht wurde, vor einem grösseren Schaden zu bewahren.  

Spezialitäten am Start

Unter den 220 Autos befanden sich wieder viele Spezialitäten, wie man sie nicht an jeder Rallye antrifft. Der Schwächste des Feldes war der Steyr 50 "Baby" von 1937 mit gerade einmal 22 PS.


Steyr 50 "Baby" (1937) - mit Startnummer 028 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Dagegen wirkten die 500 PS, die kräftigste Wagen, eine Shelby Cobra 427 von 1965 unter der Haube hatten, fast wie von einem anderen Stern.


Shelby Cobra 427 S/C (1965) - mit Startnummer 134 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Zum wertvollsten Familiensilber von Porsche zählt jener 110 PS starke 550 Spyder mit dem Hans Hermann 1954 in der Carrera Panamericana Mexico hinter zwei monströsen Ferrari den sensationellen dritten Rang belegte.


Porsche 550 Spyder (1954) - Mark Webber am Steuer der Startnummer 076 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Dieses Originalauto von damals fuhr Porsches Sportwagen-Weltmeister Mark Webber. Mit nur 1.5 Liter Hubraum und rund 110 PS Leistung schrieb der 550 Spyder mit seinem Viernockenwellen-Motor des Österreichers Dr. Ernst Fuhrmann Automobil-Geschichte, weil er als David immer wieder Goliath besiegte.

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Fast wie vor 25 Jahren

Das Juwel der ersten Ennstal-Classic wurde inzwischen 25 Jahre älter, aber kein bisschen betagter. Der Fiat 1100 S (1089 ccm, 51 PS) belegte bei der Mille-Miglia 1948 die Plätze 2-3-4 im Gesamtklassement, womit das Auto seinen Platz in der Motorsportgeschichte auf sicher hatte. Zwischengas berichtete kürzlich ausführlich über diesen Wagen, den 1993 Herbert Völker und Hans Geist an der ersten Ennstal-Classic 1993 gefahren hatten. Zum 25 Jahr-Jubiläum wurde er wieder aus dem Fiat Museum geholt und dem Team Rudi Roubinek/Günter Schreis anvertraut.


Fiat 1100 S MM (1948) - mit Startnummer 036 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Schauspieler und Frauenschwarm Patrick Dempsey, auch "Mr. Cool" genannt, zeigte sich, wie auch ex-GP-Pilot Mark Webber, von Österreich, dessen Strassen, den Fans, der Küche und allem anderen total begeistert und beide kündigten bereits eine weitere Teilnahme an. Der heute 51-jährige Dempsey wurde zwischen 2005 und 2015 durch 237 Episoden in der TV-Serie "Grey`s Anatomy", in der er die Rolle des Neurochirurgen Dr. Derek Shepherd spielte, zum charismatischen Weltstar.


Patrick Dempsey fühlt sich im 550 Spyder wohl - Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Bis 2015 sass er noch selber am Steuer eines Porsche seines Dempsey-Proton Racing Team den er in Le Mans und Sebring mit grosser Leidenschaft pilotierte. Bei der Ennstal-Classic fuhr er einen weissen Porsche 356 Speedster 1500 aus dem Jahre 1955.

Die Sensation ist geschafft

Zur Champagnerdusche nach dem Zenith Grand Prix von Gröbming gesellten sich dieses Jahr auch Freudentränen und tosender Applaus. Denn Alexander und Florian Deopito schafften bei der großen Jubiläumsausgabe der Ennstal-Classic die Sensation schlechthin. Als erstes Team in der 25-jährigen Erfolgsgeschichte der Ennstal-Classic schafften die mehrfachen Sieger der Racecar-Trophy ein bisher schier unmöglich erscheinendes Meisterstück. Sie gewannen in einem spannenden Finale mit einem Vorkriegswagen die Gesamtwertung! Mit ihrem Lagonda LG 6 Le Mans Special aus dem Jahr 1938 lagen sie von Beginn weg an der Spitze der Wertung, „gejagt“ von zahlreichen Startern mit weitaus jüngeren Autos. Trotzdem konnten sie sich am Ende den Sieg mit knappen 45 Punkten Vorsprung sichern.


Lagonda LG 6 Le Mans Special (1938) - mit Startnummer 038 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

„Am Schluss wurde es nochmal richtig spannend, aber wir hatten einen ausreichenden Vorsprung und haben diesen souverän ins Ziel gebracht. Wir sind irrsinnig happy. Für mich ist ein Traum wahr geworden. Die Ennstal-Classic als Ennstaler zu gewinnen ist natürlich ein Wahnsinn. Und das mit einem Vorkriegsauto, das eigentlich überhaupt nicht für einen Gesamtsieg geeignet ist“, erklärte Alexander Deopito überglücklich im Ziel.


Lagonda LG 6 Le Mans Special (1938) - mit Startnummer 038 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Dahinter platzierten sich die Sieger der Jahre 2015 und 2016, Friedrich Radinger und Thomas Wagner (Mini 1275 GT). „Es war eine sehr durchwachsene und wahrscheinlich auch die schwierigste Ennstal-Classic, die wir je gefahren sind. Wir konnten nicht die Kontinuität der Vorjahre an den Tag legen. Deswegen ist es sich haarscharf nicht ausgegangen. Aber so ist das halt. Wir sind aber trotzdem sehr zufrieden. Es war ein tolles Rennen und wie immer toll organisiert. Wir kommen auf alle Fälle wieder“, resümierte Friedrich Radinger.


Mini 1275 GT (1971) - mit Startnummer 199 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Auf Platz drei kamen Helmut Schramke und Peter Umfahrer (Jaguar XK 150 DHC) ins Ziel. Und auch hier war es denkbar knapp, denn nur 58 Punkte dahinter platzieren sich Michael Haberl und Theresa Moser im Porsche 911. „Ich fahre die Ennstal-Classic schon einige Jahre, aber so super wie heuer war es noch nie. Durch die neue Streckenführung war es sehr kurzweilig und auch das Wetter hat meistens mitgespielt. Einfach großartig! Für mich war es die schönste Ennstal-Classic, die ich je gefahren bin“, erklärte Schramke.

Vater-Tocher siegen bei der Racecar-Trophy

Die diesjährige Racecar-Trophy, wie immer auf Rennsportfahrzeuge ausgerichtet und parallel zur Ennstal-Classic durchgeführt, stand ganz im Zeichen des Vater-Tochter-Gespanns Kunz.


Alfa Romeo Tipo 33/2 Daytona (1968) - mit Startnummer R033 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Auch am letzten Tag gaben sich Marlene und Florian Kunz keine Blöße und fuhren den Sieg auf ihrem Mini sicher nach Hause.

„Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß hier mitzufahren. Ich wollte gar nicht mehr aufhören“, bringt es Marlene Kunz, die Frau hinter dem Steuer des Siegerautos Austin Mini Copper S, auf den Punkt. Am letzten Renntag konnte sie – gemeinsam mit Vater Florian – mit einem achten Rang und nur 21 Strafpunkten den Sieg sicher ins Trockene bringen. Der Schlüssel zum Erfolg war laut Marlene ein ausgiebiges Training im Vorfeld der Racecar-Trophy. Ihr persönliches Highlight war auf jeden Fall die einmalige Performance auf der Tauplitzalm am Freitag, wo sie in den beiden Läufen nur einen einzigen Strafpunkt kassierte. Nächstes Jahr gehen die beiden im Ennstal wieder an den Start, allerdings nicht mehr bei der Racecar-Trophy sondern bei der Ennstal-Classic.

Teil des Autos zu sein, das gelingt nur im Oldtimer

Walter Röhrl auf die Frage des Unterschieds zwischen Oldtimer und aktuellem Auto:
„Wenn du im 356er fährst, hast du einfach das Gefühl, dass du ein Teil des Autos bist. Der GT3, der fährt immer gut, da wirst du auch eher gefahren. Aber im 356er bin ich noch der entscheidende Faktor, wenn ich mal schneller unterwegs bin und immer noch sauber ums Eck komme. Außerdem kann ich mit dem Oldtimer auf der öffentlichen Straße in einem Bereich Spaß haben, wo ich nur mit einem Fuß im Gefängnis bin. Mit dem modernen Auto wäre ich sofort mit beiden Füßen drin, das ist das Problem dabei.“


Porsche 356 B 2000 GS GT (1963) - Walter Röhrl und Herbert Völker mit Startnummer 122 an der Ennstal-Classic 2017
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Lachende Gesichter

Am Ende gab es wieder nur zufriedene Gesichter und gelacht wurde überall. So lobte ein Teilnehmer die perfekte Kilometrierung im Roadbook und meinte, dass er auf drei Promille genau fahren konnte. Worauf die Antwort postwendend kam: "Was du fährst mit drei Promille noch eine Rallye?"

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von Kurt Infanger
26.07.2017 (11:06)
Antworten
Lieber Dani Reinhard. Das sind ja wieder unglaublich gute Sujet der Photos. Grosses Kompliment an den wahren Könner! Da kommen Erinnerungen auf, durfte ich doch vor zwei Jahren als Gast an der Ennstal auch dabei sein!
von jo******
25.07.2017 (19:56)
Antworten
wie immer traumhaft schöne bilder an ausgesuchten plätzen-gratuliere daniel
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