Mathias Doutreleau und sein Team sind gleichzeitig zu beneiden und zu bewundern. Natürlich haben Sie mit dem Château Coppet, am Genfersee zwischen Nyon und Genf gelegen, eine wunderschöne Kulisse für ihren Concours d’Elégance Suisse zur Verfügung. Gleichzeitig müssen aber trotzdem jedes Jahr viele Besitzer rarer und schöner Autos davon überzeugt werden, ihre Fahrzeuge an die Schönheitskonkurrenz zu bringen.
In Erinnerung an Giovanni Michelotti
Für einen besonders schönen Rahmen sorgte am 17. und 18. Juni 2023 das Thema “Giovanni Michelotti”. Sohn Edgardo Michelotti erklärte in einem aufwändig gestalteten Pavillon das Werk seines Vaters, eine eigens eingerichtete Klasse mit rund einem Dutzend Fahrzeugen zeigte einen kleinen Ausschnitt aus den über 1000 Autos, die Giovanni in seinem Leben gezeichnet oder karossiert hatte.
Die Michelotti-Klasse zeigte sehr schön, wie sich der Designer immer wieder den Trends der Zeit angepasst hatte, diese aber auch mitgestaltete. So war ein Lancia Aurelia Coupé mit Vignale-Karosserie zu sehen, das dem Pinin-Farina-GT sicherlich den Weg ebnete.
Interessant auch die TR6-Alternative “Ginevra” auf Basis des TR5, die aber nie in Produktion ging.
Und die beiden Ferrari Sportwagen zeigten, dass nicht alle Michelotti-Entwürfe ästhetisch gleich gut überzeugen konnten.
Hübsch die kleinen Michelotti-Schöpfungen, etwa das Coupé Monterosa auf Basis des Fiat 600.
Grosse Porsche-Klasse
Umfangreich war auch die Porsche-Klasse, die des 75. Geburtstags der deutschen Sportwagenmarke gedachte.
Natürlich waren da viele, teilweise auch jüngere 911-Versionen zu sehen, es gab aber auch zwei Porsche 928, wovon sehr frühes Modell in attraktivem Himmelblau mit Pascha-Interieur, und einen 912 als Soft Window Targa von 1967.
Dieser Wagen war von Anfang an komplett dokumentiert und selbst das vor dem Werksaustausch installierte Originallenkrad lag noch im Kofferraum des Autos.
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Fünf ACs für 70 Jahre Ace
1953 wurde der erste AC Ace vorgestellt, er basierte ursprünglich auf einem Sportwagen des Konstrukteurs John Tojeiro. Verschiedene Motoren wurden über die Jahre implantiert, am berühmtesten ist davon natürlich der Reihensechszylinder von Bristol, der wiederum auf dem Aggregat des BMW 328 basierte. Neben dem Roadster gab’s auch das Coupé Aceca. Und schliesslich basierte auch die Shelby Cobra auf dem Leichtmetall-Roadster Ace.
Fünf Wagen wurden gezeigt, drei Ace, ein Aceca und eine Cobra. Einer der drei Ace war eine Le-Mans-Ausführung mit flacher Scheibe.
Besondere Auswahl zu 60 Jahren Lamborghini
Gleich zwei der seltenen Lamborghini Islero waren Teil der Lamborghini-Klasse, die ansonsten auch noch einen Miura, einen 350 GT, einen Espada, einen Diablo und einen Countach beinhaltete.
Wer der Reihe entlang schlenderte, konnte die verschiedenen Design-Sprachen, mit denen Lamborghini in den ersten zwei Jahrzehnten arbeitete, gut vergleichen.
Die modernen Ikonen
Gleich drei Klassen wagen den “Modern Icons” gewidmet, unterteilt nach strassentauglichen Rennsportwagen (Road & Track), eleganten und schnellen GTs (Elégance & Speed) sowie eleganten Alltagsautos (Elégance de Ville).
In der ersten dieser drei Klassen fielen die drei Jaguar XK120 auf, die zusammen ein besonders schönes Bild boten, aber auch der Ferrari 250 MM mit gut sichtbarer Patina, der den Preis für den besten Sound erhielt.
Nicht zu übersehen waren auch die beiden Hypersportwagen der späten Fünfzigerjahre, der Ferrari 410 Superamerica mit Pinin-Farina-Coupé-Aufbau und der Maserati 5000 GT mit Frua-Karosserie von 1962. Sie machten denn auch Platz 1 und 2 in ihrer Klasse. Der wahrlich beeindruckende Ferrari wurde zudem zum "Best of Show" gekürt.
In beiden Fällen kamen aus dem Rennsport abgeleitete starke Triebwerke zum Einsatz, die damals für sicherlich sagenhafte Fahrleistungen sorgten.
Schön war es auch, einmal eine der seltenen viertürigen Monica GT-Limousinen zu Gesicht zu kriegen, die verdient ihre Klasse gewann.
Es gab aber gerade in dieser Klasse nicht nur superteure Exoten zu bewundern, sondern auch einstige Alltagsautos wie der Rover 90 aus dem Jahr 1954 oder das Rover P5B Coupé von 1969.
Insgesamt dreizehn Klassen
Die über 80 Autos traten in insgesamt 13 Klassen an:
B-1 Giovanni Michelotti, Style & Innovation
C-1 Porsche 75th Anniversary
D-1 AC 70th anniversary
E-1 Lamborghini 60th anniversary
F-1 Art & Precision: The Swiss Coachbuilders
G-1 Pre-War Elegance, 1930-1939
J-1 The American Dream, 1945-1969
K-1 Modern Icons, Road & Track
K-2 Modern Icons, Elegance & Speed
K-3 Modern Icons, Elégance de Ville
L-1 The cars of the Geneva International Motor Show
M-1 Hot Rods
R-1 Rebels
Nicht alle Klassen waren gleich gut bestückt, aber auch die unorthodoxen “Rebellen” boten interessante Autos, so etwa den hierzulande raren Vector W8.
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, waren Vorkriegsautos 2023 dünn gesät, so fehlten etwa Fahrzeuge von Bugatti, Delahaye oder britischen Vorkriegsmarken. Gezeigt wurden dagegen zwei Delage und ein Packard. Zur Präsentation des neuen Aston Martin DB12 hätte aber sicher auch ein Ulster oder ein anderer früher Sportwagen der Marke gut gepasst.
Autos in Bewegung
Während am Freitag noch zur Tour d’Elégance gestartet wurde, waren Fahrzeugbewegungen am Samstag und Sonntag eher die Ausnahme. Neu waren kurze Promenaden um den Springbrunnen.
So zeigten sich am Samstag Nachmittag etwa eine Gruppe von Porsche-911-/912-Modellen und verschiedene Maserati-Modelle dem Publikum.
Sehen und gesehen werden
Ein Concours d’Elégance ist immer auch ein gesellschaftlicher Anlass, diesem Ziel wurden viele der Teilnehmer und Besucher auch kleidermässig gerecht.
Zudem gab’s ein reichhaltiges Angebot von Verpflegungsständen, so dass niemand durstig oder hungrig nachhause gehen musste.
Die Preisgekrönten
Best of Show of the 2023 Concours d’Elégance Suisse:
1959 Ferrari 410 Superamerica Series III Coupé Pininfarina
Best of Sound of the 2023 Concours d’Elégance Suisse:
1953 Ferrari 250 MM Berlinetta Pinin Farina
Class Awards
Giovanni Michelotti, Style & Innovation (under 1500cc):
1. Platz: 1977 Morris Michelotti Spiagetta, Coachwork and design by Michelotti
2. Platz: 1957 Fiat 600 Berlinetta, design by Monterosa
Giovani Michelotti, Style & Innovation (above 1500cc)
1. Platz: 1967 Ferrari 330 GT Michelotti, design & coachwork by Michelotti
2. Platz: 1962 Triumph Italia 2000GT, design by Michelotti
Porsche 75th Anniversary:
1. Platz: 1977 Porsche 928
2. Platz: 1993 Porsche 964 speedster Turbo-Look
A.C. 70th Anniversary:
1. Platz: 1958 A.C. Bristol AC “Le Mans”
2. Platz: 1960 A.C. Ace Bristol
Lamborghini 60th Anniversary:
1. Platz: 1970 Lamborghini Espada
2. Platz: 1993 Lamborghini Diablo SE
Art & Precision : The Swiss coachbuilders:
1. Platz: 1964 Alvis TE21 Graber Super
Pre-War Elegance, 1920 - 1939:
1. Platz: 1933 Packard V12
2. Platz: 1939 Delage D6-75 Chapron
The American Dream, 1945 - 1969:
1. Platz: 1961 Cadillac Eldorado Biarritz
2. Platz: 1957 Chevrolet Corvette C1
Modern Icons, Road & Track:
1. Platz: 1953 Ferrari 250 MM Berlinetta Pinin Farina
2. Platz: 1956 Austin Healey 100M “Factory” BN2
Modern Icons, Elegance & Speed:
1. Platz: 1959 Ferrari 410 Superamerica Series III Coupé Pininfarina
2. Platz: 1962 Maserati 5000 GT Frua
Modern Icons, Elegance in Town:
1. Platz: 1974 Monica 560 Vignale
2. Platz: 1969 Rover P5B Coupé 3.5
The star cars of the Geneva International Motor Show
1. Platz: 1960 Mercedes-Benz 300 SL Roadster
2. Platz: 1961 Jaguar E-Type Coupé
Rebel’s Class - Just Because
1. Platz: 1993 Singer Porsche Carrera 2
2. Platz: 1933 Ford Krugger Hot Rod
Einen Eindruck von der Veranstaltung verschafft auch die Bildergalerie mit über 150 Fotos vom Anlass.































































































































































































































































































































































































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