Dauerregen ist nicht das, was man einem Oldtimeranlass wünscht. Aber leider können sich die Organisatoren das Wetter jeweils nicht auswählen. Als sich also am 25. September 2022 die “Freunde nostalgischer Autos” beim Flugplatz Triengen trafen, waren Schirme und Zeltunterstände gesuchte Hilfsmittel, um nicht schon innert Minuten durch und durch nass zu werden.
Entstanden vor 47 Jahren
Die “Freunde nostalgischer Autos”, kurz “FNA”, blicken auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1975 entstand eine lose Vereinigung, die Liebhaber mit von den damaligen Clubs noch kaum beachteten Autos vereinte.
Willkommen waren “alle Besitzer eines Autos von 1945 bis 1960 und auserlesene Typen von anfangs der Sechzigerjahre” und sie kamen in ein bis zwei Treffen pro Jahr zusammen. Bereits ein Jahr darauf berichtete die Automobil Revue erstmals von einer dieser Zusammenkünfte, die in Alpnach stattfand. Zu sehen gab’s beim Treffen des “Clubs der Clublosen” einen wunderbaren Mix aus Brot-und Butter-Autos der Fünfziger- und Sechzigerjahre, aber auch Amerikaner, Sportwagen und Kabinenroller, aber kaum einen Vorkriegswagen.
Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge dürfte damals so um 20 Jahre betragen haben. Und alle waren willkommen. Nach Alpnach kamen die FNA-Mitglieder u.a. auch in Zofingen, Suhr und auf einem noch nicht eröffneten Autobahnteilstück in der Nähe von Zug zusammen.
Gealtert und gereift
Mit den Jahren wurden die FNA-Mitglieder und Freunde älter, ihre Autos ebenso. So zeigt sich auch die Vereinigung, die sich irgendwann in einen eingetragenen Verein verwandelt hatte, gereift. Bereits 1999 stand als Zweck in den Statuten: “Förderung der originalgetreuen Erhaltung sowie des Besitzes und der Pflege nostalgischer Autos bis Baujahr 1965 und älter”.
Immerhin waren damals aber immer noch Autos an den Treffen willkommen, die mindestens 24-jährig waren. Heute setzt man die Altersgrenze lieber bei 30 Jahren fest, Ausnahmen werden aber, vor allem auch wenn das Wetter dem Anlass weniger wohlgesinnt ist, gewährt, wie der Renault Twingo und diverse Mazda MX-5 am diesjährigen FNA-Treffen zeigten.
Schon vor 30 Jahren war der Jahrgangsmix deutlich grösser als zu Beginn der FNA-Veranstaltungen und auch am 25. September 2022 in Triengen dürfte das Durchschnittsalter der versammelten Klassiker eher über 50 Jahren gelegen haben.
Interessanter Mix
Auch die 2022-Ausgabe konnte, trotz dem Regenwetter geschuldetem kleineren Aufkommens, mit einer vielfältigen Mischung an Autos aufwarten. Einstige Brot-und-Butter-Autos waren gut vertreten, so etwa ein Ford Anglia aus den Fünfzigerjahren oder ein Sunbeam Imp von 1970. Auch der Käfer fehlte nicht, eher überraschend wirkte da eher der Golf 3 gleich daneben.
Schon in der Vergangenheit waren Amerikaner an den FNA-Treffen immer gut vertreten, am 25. September 2022 war dies nicht anders. Und gerade diese Autos sind ja auch immer gut für Farbtupfer und Designdiskussionen.
Auch einige Vorkriegswagen stellten sich dem Regenwetter, auch wenn das von der Besatzung erhebliche Kompromisse verlangen konnte.
Geselliges Beisammensein und ein Bäumchen setzen
Wichtig für diejenigen, die trotz schlechten Wettervorhersagen nach Triengen gefahren waren, um am 48. FNA-Treffen teilzunehmen, war natürlich das gemütliche Fachsimpeln mit Kollegen bei einem (gerne heissen) Kaffee oder einer Bratwurst. Die versprochene Antonov-Doppeldecker konnte wegen der beschränkten Sicht nicht fliegen und auch der Dampfzug erhielt weniger Aufmerksamkeit als in anderen Jahren.
Wer spendenfreudig war, der konnte sich an einer zusammen mit dem O-iO und dem Microcar-Treffen von Wohlen organisierten Aktion beteiligen, deren Ziel es ist, zusammen mit dem lokalen Förster möglichst viele neue Bäume in und um Triengen zu pflanzen. Die geringfügigen CO2-Emissionen der FNA-Teilnehmer waren sicherlich schon bald kompensiert
Seit einigen Jahren sind die “Freunde nostalgischer Autos” wieder im Aufwind und vielleicht sollte man sich eine stärkere Öffnung in Richtung Youngtimer überlegen. Natürlich sehen heute 15-jährige Autos wohl deutlich weniger nostalgisch aus, als die Sechzigerjahre-Personenwagen Mitte der Siebzigerjahre, aber es sind eben die jungen Autos, mit denen man auch jüngere Leute anziehen kann.



































































































































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