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Wie die Form des Ford Mustang entstand (Buchbesprechung)

Erstellt am 13. September 2020
Text:
Christoph Ditzler
Fotos:
CarTech©, Inc. 
(7)
Ford/Werk 
(1)
 
8 Fotogalerie

Am 29. April 2020 starb Gale Halderman im Alter von 87 Jahren. Er war es, der als Designer bei der Ford Motor Company dem Ford Mustang seine unverwechselbare Form gegeben hat.

Geburt - Buch "Mustang by design: Gale Halderman and the Creation of Ford’s Iconic Pony Car"
© Copyright / Fotograf: CarTech©, Inc.

Kurz vor seinem Tod hat er noch das Erscheinen eines Buches über sein Werk erleben dürfen, das 2018 von Jimmy Dinsmore und James Halderman (ein Cousin von Gale Halderman) im Verlag CarTech veröffentlicht wurde. Dabei konnten sich die Autoren wesentlich auf Interviews und Material von Halderman selber stützen:

Teil einer Reihe

Das Buch ist gewissermassen Teil einer Reihe von Publikationen zur Entstehung und Geschichte des Ford Mustang, die schon früher von bekannten Mustang-Historikern veröffentlicht wurden:

  • 2007: John Clor, The Mustang Dynasty: Featuring Rare Memorabilia from the Ford Motor Company and Mustang Enthusiasts, Chronicle Books, ISBN: 978-1-932855-80-7, 160 Seiten
  • 2010: Robert A. Fria, Mustang Genesis: The Creation of the Pony Car, McFarland & Company, ISBN: 978-0-7864-5840-0, 190 Seiten.

Als Standardwerk würde ich noch dazunehmen:

  • 1979: Gary L. Witzenburg and the Staff of Automobile Quarterly, Mustang: The Complete History of America’s Pioneer Ponycar, Princeton Publishing, ISBN: 978-0-915038-13-8, 204 Seiten

Dort werden alle sechs Ton-Modelle gezeigt, die am 16. August 1962 dem Management von Ford zur Entscheidung vorgelegt wurden (pp. 17‒18, dazu siehe auch weiter unten)

John Clor und Robert Fria unterstützten Dinsmore und Halderman beim Schreiben des vorliegenden Buches. Von John Clor stammen noch weitere Werke sowie Kalender zum Thema Ford Mustang. Zudem hat er das Vorwort für das vorliegende Buch geschrieben. Robert Fria starb im Frühling dieses Jahres an den Folgen einer Corona-Infektion.

Ein weiterer wichtiger Interviewpartner des vorgestellten Buches war Hal Sperlich, der Produktionsplaner von Ford, der einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Mustang-Projekts leistete. Lee Iacocca, den Gale Halderman als einen Freund bezeichnete, stand offensichtlich nicht mehr zur Verfügung.

Gale Halderman: Auto-Designer

Gale Halderman wurde 1932 in Dayton, Ohio, geboren und schloss1953 im Dayton Art Institute seine Ausbildung zum Designer (mechanical design) ab. Sein Lehrer Read Viemeister, ein ehemaliger Designer bei Tucker, vermittelte ihm die Begeisterung für das Autodesign. Seine erste Stelle fand Halderman bei Ford unter Eugene (Gene) Bordinat 1954 im Lincoln-Mercury Design Studio. Er wechselte allerdings rasch in das Ford Design Studio und arbeitete am Galaxy für das Jahr 1957, am Falcon und dem Thunderbird für 1961.

Gene Bordinat selbst begann 1947 bei Ford und wurde 1961 zum Chefdesigner über alle vier Design-Büros von Ford, d.h. Ford, Lincoln-Mercury, Truck (Nutzfahrzeuge) sowie Advance (neue Designs), sowie Nachfolger von George W. Walker ernannt. Diesen Posten behielt er bis zur Pensionierung 1987.

1962 kreierte Gale Halderman die Skizze, die für den Mustang massgebend werden sollte und ihn berühmt machte:

Ford Mustang Concept 1964 - Buch "Mustang by design: Gale Halderman and the Creation of Ford’s Iconic Pony Car"
© Copyright / Fotograf: CarTech©, Inc.

Für Halderman blieb der Mustang eine Herzensangelegenheit, doch stieg er später die Karriereleiter hoch und konnte sich nicht mehr auf einzelne Modelle konzentrieren. 1968 übernahm er das Ford Truck and Tractor Design Office und schon 1969 das Lincoln-Mercury Design Office. Er übte danach verschiedene Führungsfunktionen in den Design-Abteilungen von Ford aus bis er 1994 nach vierzig Jahren im Dienst der Firma in Ehren pensioniert wurde. Im Buch ist die Abfolge seiner Positionen detailliert aufgeführt, welche 14 Einträge enthält.

Seitdem widmete er sich seinem «Halderman Barn Museum» in Tipp City, Ohio, das ein Mekka für die Mustang-Fans ist.

Entsprechend diesem Lebenslauf enthält das Buch viele Kapitel zum Thema Mustang, aber auch über die Arbeit der Designer, der «Pencil Pushers», sowie die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren und den «Bean Counters» (Erbsenzähler, resp. Kostenrechner). Natürlich findet auch sein Mustang-Museum auf der Farm seiner Familie Berücksichtigung.

Inhaltsverzeichnis - Buch "Mustang by design: Gale Halderman and the Creation of Ford’s Iconic Pony Car"
© Copyright / Fotograf: CarTech©, Inc.

Der «Special Falcon»

Die Idee zum Mustang entstand im sogenannten «Fairlane Committee» um Lee Iacocca, Hal Sperlich, Don Frey und Frank Zimmerman, das sich 1962 regelmässig im Fairlane Hotel traf. Obwohl verrufen wegen dem Verbrauch an teurem Alkohol und köstlichen Zigarren, muss in diesem Kreis die Idee für den Mustang entstanden und dessen Lastenheft formuliert worden sein. Hal Sperlich schlug vor, das neue Auto auf der Falcon-Plattform aufzubauen und so eine günstige Kostenbasis zu schaffen.

Das Lastenheft wird im Buch folgendermassen wiedergegeben: «The parameters for the T-5 Special Falcon were established as manufacturer retail price of about $2,500, 2+2 (four-passenger capability), and weigh less than 2,500 pounds. It also had very specific dimensions in order to fit into the manufacturing window, so it was determined that this car had to be no more than 180 inches long. It also had to have plenty of available options. ... In addition, it needed a sizable trunk that was capable of fitting several pieces of luggage or golf bags» (Als Parameter für den T-5 Special Falcon wurden ein Preis ab Werk von 2’500 US-Dollar, vier Sitzplätze (2+2) und ein Gewicht unter 1’150 Kilogramm festgelegt. Um sich nahtlos in das Produktionsprogramm einzufügen, durfte eine maximale Länge von 4,5 Meter nicht überschritten werden. Das Modell musste über viele Optionen verfügen. … Zudem benötigte es einen beträchtlichen Kofferraum für mehrere Koffer oder Golftaschen).

Die Forderung nach vier Plätzen war offensichtlich die Konsequenz aus den Erfahrungen mit dem Thunderbird, von dem schon ab 1958 eine Version mit vier Sitzen angeboten wurde, nachdem die Kundschaft Kritik am Platzangebot äusserte. Das gleiche gilt für die Grösse des Kofferraums.

Am 16. August 1962 stellten die verschiedenen Design-Teams des Ford-Konzerns im Wettbewerb untereinander sechs Ton-Modelle mit ihren Vorschlägen für die Gestalt des neuen Autos dem Fairlane-Committee zur Entscheidung vor. Die Wahl fiel auf das Design des Teams John Oros/Gale Halderman mit Gale Haldermans Seitenansicht.

Das Tonmodell des künftigen Ford Mustang, das aufgrund der Arbeit von Gale Halderman erstellt wurde. Es trägt noch ein Cougar-Emblem und die geplante Verwendung der Falcon-Plattform macht ihn provisorisch zum «T-5 Special Falcon». Diese Präsentation war Teil der Entscheidungsfindung für das Go durch das Top-Management von Ford. Sie wurde ergänzt durch den sogenannten «Blue Letter Plan», der das technische und wirtschaftliche Konzept beschrieb (siehe Kasten oben).
Bei genauem Hinsehen kann man erkennen, dass das Tonmodell links und rechts nicht gleich ausgeführt war. Die Lufteinlassschlitze von Gale Halderman (linkes Bild) bekamen schliesslich den Vorzug vor denjenigen von Joe Oros. © CarTech.

Auch ein Mustang-Stammbaum!

In der Zeit der Entwicklung des Ford Mustang sind Konzepte entstanden, die mit Mustang I und Mustang II bezeichnet wurden. 1967 bastelte die Public-Relationsabteilung von Ford einen Stammbaum, der die Konzeptfahrzeuge und die Sport- und Rennwagen in einen Zusammenhang bringt:

Die Entwicklung der Ford-Sportfahrzeuge von 1962 bis 1967 in der Darstellung der Public-Relationsabteilung von Ford (aus Witzenburg p. 21)
© Copyright / Fotograf: Ford/Werk

Für Gale Halderman und Hal Sperlich ist klar, dass zwischen dem Mustang I und dem Mustang Pony Car kein direkter Zusammenhang bestand. Schon die Konzepte waren verschieden. Das oben genannte Pflichtenheft passte überhaupt nicht zum Mustang I mit seinen zwei Sitzen und kaum Platz für Gepäck. In Tat und Wahrheit müsste neben dem Mustang I in der Spalte der Mustangs der Concept Car Allegro stehen und der Pfeil vom Mustang I zum Mustang II entfallen. Das Datum auf dem Foto des ersten Tonmodells des Mustang I lautet 25. Mai 1962 und vom Allegro 22. Juni 1962. Sie sind also gleichzeitig entstanden. Hal Sperlich sagte den Autoren zu diesem Thema: «The mid-engine, two-passenger, no-trunk Mustang I was seen by Lee [Iacocca] after we had already started on the real program. He decided to use it as a promotional car and nothing else» (Lee [Iacocca] sah den Mustang I mit Mittelmotor, zwei Sitzen und ohne Kofferraum erst nachdem wir mit dem richtigen Programm gestartet waren. Er entschied, das Auto einzig und allein für Werbezwecke einzusetzen).

Dem Wunsch des Fairlane-Committees nach einem sportlichen Vierplätzer entsprang der Allegro, der allerdings nie über das Stadium eines Tonmodells hinauskam. Er wurde am 22. Juni 1962 dem Committee vorgestellt und fiel durch. Die Folge war, dass ein Wettbewerb veranstaltet wurde. Gut zwei Monate später mussten die besagten sechs Alternativen für die Entscheidfindung bereitstehen. Alle diese Aktivitäten fanden parallel zu den Aktivitäten des Teams im Advanced-Design-Büro um Roy Lunn und dem Mustang I statt.

Der Entwicklungsbaum soll das sportliche Erbe von Ford und die Quintessenz des «Total Performance Program» zum Ausdruck bringen und stellt somit eine werbetechnische Verkürzung dar. Schwerer wiegt, dass auf den Lola Mk. VI als Zwischenglied zwischen dem Mustang I und den GT40 verzichtet wurde. Erst Eric Broadley hat den Ford-Leuten 1963 gezeigt, wie man ein Monocoque konstruiert.

Der Mustang II war ein Prototyp, der wesentliche Features des Mustangs schon beinhaltete, vor dem Launch des richtigen Autos an Veranstaltungen gezeigt werden konnte und einen Hype erzeugen sollte. Wohl weniger bekannt ist, dass Dan Gurney vor dem Grossen Preis der USA 1963 mit dem Mustang II eine Demonstrationsrunde gefahren ist. Bekannter ist sein Auftritt mit dem Mustang I an der gleichen Veranstaltung im Jahr zuvor.

Die Konzeptfahrzeuge Mustang I, Mustang II, Allegro und Shorty Mustang im Vergleich. Der von Bill Gardner ausserhalb der Ford-Organisation kreierte Mustang mit einem um 16 Zoll verkleinerten Radstand blieb ein Einzelstück - Buch "Mustang by Design"
© Copyright / Fotograf: CarTech©, Inc.

Dann bleibt natürlich die Frage, warum zweimal der Name Mustang verwendet wurde. Gale Halderman wird so zitiert: «First of all, Mustang I got its name from the airplane of the same name. The original Mustang was known as Cougar up until the last minute when the Mustang name was adopted, but it had nothing to do with Mustang I or the airplane» (Zuerst einmal erhielt der Mustang I seinen Namen vom Flugzeug mit der gleichen Bezeichnung. Der originale Mustang war bis zur letzten Minute als Cougar bekannt. Erst dann wurde der Name Mustang festgelegt. Das hatte aber nichts mit dem Mustang I oder dem Flugzeug zu tun).

Robert Fria relativierte die Aussage betreffend Mustang und Mustang dahingehend, als der Erfinder des Namens, John Najjar, 2010 aussagte, dass die Modellbezeichnung «Mustang» für den Mustang I mit Bezug zum Kampfflugzeug von Eugene Bordinat abgelehnt wurde, er daraufhin die Anspielung an die Pferde ins Spiel brachte und so die Zustimmung erreichte.

Das Design des Ford Mustang

Mit dem Tonmodell war die Entwicklung des Designs des Autos längst nicht abgeschlossen. Ein auffälliges Detail sind die Frontscheinwerfer, die in der Serienausführung aus Kostengründen kreisförmig sein mussten. Halderman ist Insider und kann auf viele Details und ihre Geschichte verweisen. Hier liegt eine der grossen Stärken des Buchs.

Interessant ist, dass die Leute um John Oros schon praktisch mit dem Launch des Autos die Fastback-Variante auf dem Tisch liegen hatten. Halderman bevorzugte eine Variante mit dem Dach bis an die hintere Kante heruntergezogen. Sie kam erst später, ab 1969, zum Zug. Im Buch werden die verschiedenen Entwürfe (Sketches), Tonmodelle und schliesslich die Serienausführung in vielen Bilder gezeigt und kommentiert. Ein interessanter Einschub sind zwei Seiten unter dem Titel «The Mustang Concepts That Never Were» (Konzepte für den Mustang, die nie realisiert wurden). Darunter finden sich Station Wagons, Viertürer und eine Studie von Bertone.

Wie es sich für das Buch eines Designers gehört, ist es gespickt mit Studien vor allem zu den Fastback-Versionen, aber auch Details zum Design von Komponenten wie die Rücklichter, die Seitenspiegel, die Räder, Karosserieelemente, etc. Dazu kommen die Aspekte des Innenraums. Halderman weist mit seinem Wissen um die Details auf viele Feinheiten hin.

Designentwicklung - Buch "Mustang by design: Gale Halderman and the Creation of Ford’s Iconic Pony Car"
© Copyright / Fotograf: CarTech©, Inc.

«Cars are nothing but Corners»

Gale Halderman hat 40 Jahre bei Ford gearbeitet. Seine obersten Chefs hiessen Robert McNamara, Arjay Miller, Bunkie Knudsen, Phillip Caldwell und natürlich Lee Iacocca. McNamara und Miller waren für ihn Beancounters mit wenig Verständnis für Design. Während der Zeit von McNamara lag die Kreativität in Handschellen. Er hätte den Mustang nie bewilligt! Sein Standardsatz war «Don’t try to sell the glitter» (Versuche nicht Flitter zu verkaufen). Das Martyrium endete 1960 mit dessen Ernennung zum Verteidigungsminister in der Regierung von John F. Kennedy. Mit Iacocca und Knudsen, den «car guys», verstand er sich dagegen sehr gut. Iacocca zählte er zu seinen Freunden. Über allen thronte natürlich Henry Ford II.

Bemerkenswert ist, dass Halderman während seiner Zeit in praktisch allen Büros und Sparten gearbeitet hat, inklusive der Nutzfahrzeuge, was aber nicht dokumentiert ist. Alle Design-Büros beschäftigten ca. 150 Leute, darunter ein Dutzend Designer, viele Tonmodelleure, ein paar Kostenrechner und Fertigungsingenieure. Aus Haldermans Bericht geht hervor, dass damals unendlich viele Tonmodelle entstanden sein müssen. Die meisten davon wurden unter hohem Zeitdruck gefertigt, da sie rechtzeitig den Entscheidungsgremien vorgestellt werden mussten.

Die Dokumentation der Arbeit des Designers ist im Buch hervorragend gelungen und viele Bilder illustrieren das Innenleben in den Abteilungen wunderschön.

Zu den wichtigsten Modellen Haldermans gehören nach eigenem Bekunden (neben dem Mustang!) der 57er Galaxy, der 61er Thunderbird und die Lincoln Mark IV bis VIII. Als besonderes Highlight betrachtet er das kleine Bullauge («opera/executive window») in der C-Säule der Lincolns. Lee Iacocca wollte etwas Spezielles und war vom Vorschlag begeistert.

Ein besonderes Highlight für Halderman war der persönliche Auftrag von Henry Ford II, einen Jockey-Anzug für seinen Pferderennstall in England zu entwerfen. «Deuce» war ein Patron alter Schule. Den Übergabetermin liess er platzen und Halderman hörte nichts mehr von der Sache. Nur über Umwege erfuhr er, dass die Jockeys sein Design tatsächlich trugen. Das musste als Dank reichen.

Halderman sieht das Leben innerhalb von Ford durch die Brille eines Designers. Er weiss, dass sich an der Spitze der Hierarchie Leute mit riesigen Egos tummeln. Er versucht sich anzupassen und seine Arbeit gut zu machen. Die Machtkämpfe bekommt er zwar mit, aber letzten Endes wird er über die Ergebnisse informiert und nimmt sie hin. Wie etwa den Rausschmiss von Iacocca und Sperling, die zentralen Köpfe im Mustang-Projekt. Er musste Larry Shinoda beim Mustang später den Vortritt lassen. Auch den Aufstieg von John Telnack mit der Ablösung von Gene Bordinat und dem Weggang von John Oros, d.h. seine Seilschaft, hat er überlebt. Er war wohl ein klassischer Teamplayer.

Ein Buch für nicht nur für Mustang-Liebhaber

Es ist ein typisches CarTech-Buch mit vielen Einschüben, vielen Bildern und einer wilden Gestaltung. Die Autoren hatten das Konzept nicht immer wirklich im Griff, denn es weist einige Doppelspurigkeiten auf.

Trotzdem ist es ein wunderschönes Buch mit einer tiefen Einsicht in die Designabteilung einer amerikanischen Firma vom Chrom-Zeitalter bis zu den Compact Cars. Auch wenn der Mustang natürlich eine besondere Rolle spielt, stechen meiner Meinung nach jene Passagen besonders heraus, wo Gale Halderman über seine Arbeit und über spezielle Gestaltungselemente spricht.

Bibliografische Angaben

  • Titel: Mustang by design: Gale Halderman and the Creation of Ford’s Iconic Pony Car
  • Autor: Jimmy Dinsmore and James Halderman
  • Sprache: Englisch
  • Verlag: CarTech©, Inc.
  • Auflage: 1. Auflage 2018
  • Format: gebunden mit Umschlag, 220x285mm
  • Umfang: 175 Seiten, 255 farbige, 48 schwarz-weisse Fotos
  • ISBN: 978-1-61325-407-3
  • Preis beim Verlag: 42.95 $, bei amazon.de ca. EUR 27.60
  • Kaufen/bestellen: Online bei amazon.de oder im einschlägigen Buchhandel

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