Niemanden muss man erklären, was ein VW Scirocco ist. Im Jahr 1974 wurde er in Genf präsentiert und er fuhr sich auf Anhieb in die Herzen sportlicher Jungspunde. Dass die Initialzündung für den Scirocco aber aus Italien kam und dass es Versionen mit zwei Motoren gab, das dürfte kaum jedem bekannt sein.
So gesehen macht es auch Sinn, dass Joachim Kuch diese Fakten zusammentrug und in einem Buch veröffentlichte.
Vier Autos, vier Kapitel
Jeder Scirocco-Generation wurde ein etwa 20-seitiges Kapitel gewidmet. Aber halt, es gab ja nur drei Generationen? Richtig, als vierter Ur-Scirocco-Nachfolger wird der Corrado abgehandelt, der schliesslich gerade so gut ebenfalls Scirocco hätte heissen können, wenn die VW-Oberen nicht entschieden hätten, ihn eine Klasse höher und als richtigen Sportwagen zu positionieren.
Knapp und sachlich
20 Seiten sind nicht viel, wenn ein Automobil komplett erklärt werden soll. Entsprechend knapp muss sich Kuch halten, auf umfangreiche Technik-Tabellen verzichtet er genauso wie auf die komplette Darstellung von Testberichten oder Verkaufsprospekten. Einzelne Muster müssen reichen, die technischen Daten werden im Fliesstext geliefert. Wer beispielsweise alles über den ersten Scirocco erfahren möchte, der muss zusätzliche Bücher oder die Magazine von damals kaufen.
Ob es richtig war, dem letzten Scirocco, gebaut ab 2008, mehr Seiten zu geben als der zweiten Auflage des Erfolgsmodells, sei dahingestellt, wer einen schnellen Überblick über alle vier Modelle gewinnen will, wird jedenfalls effizient bedient.
Ganz schön farbig
Viele Farbtöne wiesen nicht nur die frühen Scirocco-Modelle auf, auch das Buch ist vorwiegend in Farbe gehalten. Dies führt dazu, dass wenig Archivmaterial, das in den Siebzigerjahren natürlich noch häufig in Schwarzweiss gehalten war, verwendet werden konnte. So fehlen etwa Aufnahmen von der Erstpräsentation am Genfer Autosalon.
Dafür gibt es aber sogar ein Farbbild aus der aktionsreichen Rennserie, dem Scirocco-Cup. Für DM 15’500 konnte man sich damals einen Renn-Scirocco kaufen, der es auf 1 g Querbeschleunigung brachte und prompt die Junior-Rennfahrer überforderte, erfährt man auf Seite 24 des Büchleins.
L-Modell?
Wer sich durch das Buch durcharbeitet, kommt sich wohl am Ende ein wenig vor wie im damaligen Scirocco L. Es ist zwar einiges vorhanden, aber hier wie dort würde man sich doch noch mehr wünschen. Um zum GTI zu werden, müssten man mindestens noch ein Stichwortverzeichnis, eine tabellarische Produktionsstatistik, Testwerte der verschiedenen Motorvarianten, Foto-Vergleiche der unterschiedlichen Versionen und vielleicht eine Kaufberatung dazufügen. Aber dann würde das Buch auch nicht mehr EUR 12.95 kosten, sondern deutlich mehr, genauso wie ein Scirocco GTI deutlich teurer war als die 50-PS-L-Version.
Was das Buch aber von anderen Scirocco-Fibeln abhebt, ist sicherlich das Vorhandensein aller Generationen bis heute und die Hinzunahme des Corrado, der wie bereits gesagt gut in den Kontext passt. Wem Übersicht wichtiger als Tiefe ist, der ist mit dem neuen Werk gut beraten. Und fährt günstig damit, schliesslich kostet das kleine Buch kaum mehr als ein Automagazin (mit viel Werbung).
Weitere Informationen
- Titel: VW Scirocco & Corrado - Die sportlichen Volkswagen
- Autor: Joachim Kuch
- Sprache: Deutsch
- Verlag: Motorbuch Verlag
- Auflage: 1. Auflage, März 2018
- Format: Broschiert, 24 x 22 cm
- Umfang: 96 Seiten, 157 Farb- und 29 Schwarzweiss-Bilder
- ISBN: 978-3-613-04065-6
- Preis: EUR 12.95
- Kaufen/bestellen: Online bei amazon.de , online beim Motorbuch Verlag oder beim gut assortierten Buchhandel
































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