Technik im Rennwagen (42): Lotus 88 – Ein Chassis ist nicht genug
Zusammenfassung
Der Lotus 88 schien wie der nächste grosse Wurf in der ersten Groundeffekt-Ära der Formel 1. Um den enormen Anforderungen der aerodynamischen Kräfte an Mensch und Material zu begegnen, setzten die Lotus-Konstrukteure auf zwei Chassis. Doch dann kam alles anders – heute markiert der Lotus 88 den Anfang vom Niedergang des Rennstalls.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Prolog
- Verständnis-Grundlagen
- Auf dem Weg vom Typ 80 (1979) zum Typ 88 (1980/81)
- Der Typ 80
- Der Typ 88: Der neue Ansatz mit einem zweiten "Chassis"
- Kein Reglements-Trick
- Die reglementarische Auseinandersetzung
- Kohlefaser-Chassis
- Lotus 88 – der Schicksalswagen
Geschätzte Lesedauer: 15min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Die Jahre 1958-1981 waren die kreativsten der Renntechnikgeschichte. Diese Serie porträtiert die innovativsten, zukunftsweisendsten wie auch exotischsten Konstruktionen der Formel 1, der Indy Cars, der Sportwagen und der Can Am und zeichnet so zugleich die bis heute nachwirkenden, grossen Entwicklungslinien nach. Als der Typ 88 der Presse vorgestellt wurde, war die Irritation gross: Warum ist der Wagenkörper so schmal, nämlich nur 110 cm? (für den Bodeneffekt war doch bisher die Breite der Seitenkasten wichtig). Warum sind die Kühlerauslässe seitlich? (Auslässe nach oben tragen doch zum Abtrieb bei). Warum ist der Heckflügel so tief angesetzt (Flügel wirken doch besser, wenn sie höher liegen und so frei umströmt werden). Warum braucht der Wagen vorne keine Flügel? (Dabei verschob doch der Bodeneffekt den aerodynamischen Druckpunkt weiter nach hinten und brauchte zum Ausgleich den Frontflügel umso mehr). War das nur eine Vorabversion? Oder – viel interessanter: Hatte Lotus schon wieder etwas Revolutionäres entdeckt, das die Formel-1-Welt auf den Kopf stellen würde?
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Bilder zu diesem Artikel

Gemäss Jean-Francois Riviere in einem Artikel in der Zeitschrift Auto Heroes Nr. 42 starb Colin Chapman am 16.12.1982 frustriert einige Stunden nach einer Sitzung mit der FISA, wo er ein letztes Mal vergeblich seinen Lotus 88 verteidigte.






























































































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