Ferguson P99 - das vierrad-angetriebene Formel-1-Wunder

Erstellt am 6. Dezember 2011
, Leselänge 3min
Text:
Daniel Reinhard
Fotos:
Daniel Reinhard 
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Der Ferguson P99 ist der einzige vierradgetriebene Formel-Rennwagen, der je ein F1-Rennen gewonnen hat. Am 24. September 1961 konnte Sir Stirling Moss den Vorteil des Vierradantriebs im komplett verregnetenOulton Park International Gold Cup Race“ nutzen und entschied das Rennen zum 5. Mal für sich, dabei aber erstmals für einen Ferguson und einzigartig für einen 4x4!.

Leider konnte Harry Ferguson diesen Triumph nicht mehr miterleben da er am 25.10.1960 verstorben ist. Unter extremen Bedingungen war schon damals der Allradantrieb kaum zu schlagen. Auf regennasser Strecke war das Auto klar im Vorteil, solange er nicht gegen die wesentlich leichteren Mittelmotor-Autos ankämpfen musste. Leider war das Auto anfänglich extrem defektanfällig und wurde gleichzeitig auch von den aufblühenden Mittelmotorkonzepten ins Offside gedrängt.

Die Automobil Revue schrieb in ihrer Ausgabe vom 28. Oktober 1961: „Der Ferguson war nicht vom Werk gemeldet, sondern vom Whisky-Fabrikanten Rob Walker. Es handelte sich um den dritten Einsatz des Wagens. Das etwas unglückliche Debut fand im Juni in Silverstone statt, als Fairman bereits nach den ersten beiden Runden wegen Getriebeschwierigkeiten aufgeben musste. Dann folgte im Juli der GP von England in Aintree, an dem sich der Wagen im Regen bereits sehr gut bewährte. Ein Reglementsverstoss während des Rennens bewirkte jedoch seine Disqualifikation“.

Das Auto wurde nach einem Boxenstop angeschoben, was seit der Anlasser-Aera verboten war. Ein interessanter Standpunkt zum Schluss des AR-Artikels von Colin Brightman: „Noch interessanter wäre es allerdings gewesen, wenn nicht Moss, sondern ein mittelmässiger Fahrer den Wagen gefahren hätte; dies hätte eigentlich den effektiven Wert des Ferguson besser zur Schau gebracht, da bekanntlich Moss eine Klasse für sich ist“.

Ergebnisse des Rennens "Oulton Park International Gold Cup for F1 cars" vom 23. September 1961

1. Stirling Moss, Wagen Nr. 7, 60 Runden, Laufzeit 1 Stunde 51 Minuten 53,8 Sekunden, Durchschnittsgeschwindigkeit 88,83 mph
2. Jack Brabham, Wagen Nr. 2, 60 Runden, 1 Stunde 52 Minuten 39.8 Sekunden
3. Bruce Mclaren, WagenNr. 3, 60 Runden, 1 Stunde 52 Minuten 47,4 Sekunden

Schnellste Rennrunde: Stirling Moss in 1:46,4 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 93,42 mph

Einsatz bei Bergrennen

Das Auto wurde auch mindestens einmal in der Schweiz eingesetzt. Der Brite Peter Westbury startete erfolgreich am 27. August 1964 mit dem Ferguson 4WD zum Berg-Europameisterschaftslauf St. Ursanne – Les Rangier. Er wurde damit zweitschnellster Fahrer des Tages.
Mit einer Zeit von 2`16,2`` verlor er nur gerade mal 0,5 sec auf Charles Vögele im Brabham Climax. 

Westbury begann 1962 Bergrennen zu fahren, vorerst mit einem Cooper, der von einem Daimler-Motor angetrieben wurde, später mit einem Eigenbau (Felday Chassis mit dem Daimler V8). 1964 setzte er dann den Ferguson ein. Er holte sich 1963 und 1964 überlegen die britische Bergmeisterschaft.

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Lange Ruhezeit, dann Restauration im Jahr 2004

Seit 1969 wurde das Auto nicht mehr gefahren. Die Restauration des P99 begann im Jahre 2004 und dauerte rund 18 Monate.

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