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Oldtimer Galerie Toffen Versteigerung Gstaad 2018: Oldtimer Galerie Toffen Versteigerung Gstaad 2018
Bild (1/56): Taxifahrt mit dem Rekordhalter für die meisten VLN-Klassensiege Ralf Schall auf Mercedes 190E EVO2 (1992) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis) (© Oliver Kälke, 2018)
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    Die VLN - Wenn ältere Autos mit modernen gleichzeitig Rennen fahren

    30. Oktober 2018
    Text:
    Balz Schreier
    Fotos:
    Oliver Kälke 
    (56)
    Klaus D. Lehmann-Gräve 
    (1)
     
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    Seit dem Jahr 1977 gibt es die VLN nun schon. Die VLN, Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, ist ein Zusammenschluss von zehn Motorsportclubs, die wiederum dem ADAC oder dem Deutschen Motorsport Verband angeschlossen sind. Als elftes Mitglied kam dann im Jahr 2000 die Nürburgring GmbH dazu. Sie tragen gemeinsam die VLN-Rennen am Nürburgring aus.

    Das spannende an der VLN, ursprünglich Langstreckenpokal genannt, ist natürlich die Breite an Fahrzeugen, die gleichzeitig auf die Nordschleife geschickt werden. Fahrer unterschiedlichster Fahrzeuge, vom serienmässigen Auto bis zum reinrassigen Rennfahrzeug, treten in verschiedenen Klassen gegeneinander an. Die Rennen dauern vier bzw. sechs Stunden.

    Wir von zwischengas.com haben den achten Lauf der VLN 2018 besucht und das Geschehen durch die ”Oldtimer/Youngtimer”-Brille betrachtet.

    Die Klassengesellschaft der VLN

    In der VLN startet eine Vielzahl von Fahrzeugmodellen von rund 30 unterschiedlichen Herstellern. Um diese Bandbreite unter einen Hut zu bringen, ist die Einteilung in verschiedene Klassen vonnöten. Übergeordnet sind vier Wertungsgruppen: VLN-Specials, VLN-Produktionswagen, Gruppe-H- und Cup-Fahrzeuge. Die ersten drei Gruppen sind dabei abhängig vom Hubraum in Klassen unterteilt.

    Während es sich bei den Specials zumeist um ausgewachsene Rennfahrzeuge mit  aerodynamischen Modifikationen handelt, machen die Produktionswagen ihrem Namen alle Ehre. Die einzige Unterscheidung vom Strassenfahrzeug sind vorgeschriebene Sicherheitseinrichtungen sowie Änderungsmöglichkeiten z. B. im Bereich des Fahrwerks.

    150 Fahrzeuge am Start - 10 davon vom älteren Semester

    Rennfahrzeuge, die in den beiden Hauptgruppen Specials und Produktionswagen aufgrund ihres Baujahres keine Zulassung mehr haben, finden in der Gruppe H ein Betätigungsfeld. Opel Manta, BMW M3 E30, Volkswagen Corrado oder Opel Calibra tauchen hier auf der Startliste auf, nur um ein paar Fahrzeuge zu nennen.

    Moderner BMW im Sandwich von Youngtimern, z.B. BMW E36 318is (1991) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Zwar fahren diese Teams nicht mehr um eine Spitzenposition im Gesamtklassement, für die treuen Fans der Serie ist das Engagement der Teilnehmer hingegen eine grosse Bereicherung.

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    «Weil die Gruppe-H geil ist»

    Der schwarze Youngtimer-Opel-Calibra mit Startnummer 621 von Tobias Jung sei nicht der einzige Calibra, den sie für den Rennsport getrimmt hätten. Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring käme dann noch ein gelber Calibra hinzu, in der VLN sei aber stets der schwarze im Einsatz. Der Calibra sei anspruchsvoller zu fahren als modernere Renngeräte, da er weniger gut ausgestattet sei. Vor allem das fehlende ABS erfordere eine gute Portion Feingefühl auf der Nordschleife.

    Tobias Jung auf Opel Calibra (1998) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Auf die Frage, warum TJ-Racing mit älteren Rennboliden am Start sei anstelle von modernen Rennwagen, antwortete Tobias Jung entschlossen: «Weil die Gruppe-H einfach geil ist!», was er damit meinte war die Vielfalt an Autos, die gleichzeitig fahren, dies mache die Faszination der VLN aus. 30 unterschiedliche Marken im gleichen Rennen zu haben sei einfach einzigartig, hinzu kämen unterschiedliche Techniken, originale sowie selbst aufgebaute Autos. Der ganze Mix mache enorm viel Spass.

    Tobias Jung und TJ Racing ist mit insgesamt 15 Personen vor Ort (inkl. Rennfahrer), trotz dieser professionellen Aufstellung sei die Saison bisher aber eher durchwachsen. Primär ginge es ihm aber um den Spass, nicht um die Podiumsplätze. Zudem wolle man neue Umbauten am Auto ausprobieren und so im Knowhow weiterkommen.

    Opel Calibra (1998) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Einem M3 unter die Haube geguckt

    Bei diesem M3 mit Startnummer #626 merkt man schnell, dass einiges nicht mehr original ist, das sei aber pure Absicht, so Konstantin Wolf, der Fahrer dieses schönen BMW. Das Auto ist zwar 33 Jahre alt, ist aber schon längst nicht mehr auf dem historischen Stand geblieben. Das Auto hat eine moderne Motorsteuerung, frei programmierbare Stromverteilung, modernes Display, Datalogging und modernes Renn-ABS. Und das ganze kombiniert mit bewährten Teilen aus der alten DTM.

    Konstantin Wolf auf BMW E30 M3 (1985) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Trotz den vielen modernen Komponenten fahre sich der E30 viel direkter und ungefilterter als manch neuerer Rennwagen. Dank fehlender Servolenkung und Bremskraftverstärkung braucht es auch etwas mehr Mitarbeit vom Fahrer, was aber bei einem 950kg schweren Auto nicht allzu schlimm sei, fügte Konstantin hinzu.
Klare Antworten auf die einfache Frage ”Warum VLN?” schossen sofort entgegen: Nordschleife! Echtes Rennen! Stressfrei dank super Organisation! Interessante und herausfordernde Mischung aus Amateur- und Profirennfahrer.

    Im Gegensatz zu TJ Racing ist Konstantin Wolf schlanker am Start: ein Teamchef und zwei Fahrer. Falls mal Not am Manne sei, finde man immer eine Lösung. Die Teamgrösse reiche für ihre Ambitionen aktuell noch aus. Sie sind immer noch im Lernmodus, um auf der Nordschleife schneller und zuverlässiger zu fahren. Sobald Speed und Zuverlässigkeit konstant hoch sei, stünde bestimmt eine Teamvergrösserung an.

    BMW E30 M3 (1985) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke
    Heel Banner 2: Heel Oldtimer

    Hoffentlich mehr Glück im 2019 - ein Blick ins Leben der Mechaniker

    Die Saison 2018 verlief für das Team von Konstantin Wolf ganz und gar nicht den Erwartungen. Beim ersten Lauf mussten sie wegen Problemen mit der Lenkung abbrechen. Beim zweiten Lauf fiel die Lichtmaschine aus, für das dritte Rennen fehlte der Motor, da dieser neu angeliefert wurde und bereits auf dem Prüfstand versagte. Der Neuaufbau des Motors dauerte dann drei Monate. Von bis dahin sieben Rennen nahmen sie also lediglich an zwei Rennen teil, einmal ausgeschieden und einmal als Letzter durchs Ziel…

    BMW E30 M3 (1985) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Dem Team wünschen wir jedenfalls eine bessere Saison 2019, um dem Ziel ein Stück näher zu kommen.


    Der Fuchsschwanz muss sein

    Wer die 24-Stunden vom Nürburgring kennt, wird auch diesen Manta wieder erkennen. Der wunderschön aufgebaute Opel Manta, mit ordnungsgemässem Fuchsschwanz, wird auch in der VLN vom Team Kissling Motorsport eingesetzt. Beim achten Lauf am Steuer waren die bekannten und erfolgreichen VLN-Rennfahrer Volker Strycek und Peter Hass.

    Opel Manta (1981) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    VLN ist beliebt bei den Fans

    Dank einer speziellen Formel werden die Punkte pro Klasse gerechnet, somit bekommt man für gute Platzierungen in stark besetzten Klassen mehr Punkte als für dieselben Ergebnisse in schwach besetzten Klassen. Dazu gibt es noch ein Streichergebnis pro Saison. Nur schon diese Punkteregeln machen die ganze Saison spannend für die Teams und die Zuschauer.

    Durch diese Regeln sind die Topautos wie die GT3 meist fern vom Meistertitel, sie holen zwar in jedem Lauf den Gesamtsieg, erhalten aber weniger Punkte als die Wagen aus anderen Klassen, wie zum Beispiel in de Saison 2018, in welcher die Startnummer #490 (BMW 325i e90 aus der V4-Gruppe) den Meistertitel für sich sicherte. 

    BMW 325i (2005) beim 8. Lauf der VLN 2018
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Die Nordschleifen Fans reisen bei jedem Wetter an. Wenn es aber mal so richtig schön ist wie am Wochenende der VLN8, sitzen da noch einige mehr entlang der grünen Hölle.

    VW Golf (1993) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke
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    Premieren an der VLN8

    Dass die VLN ganz vorne mitmacht, zeigen auch die zwei Premieren, die beim achten Lauf der VLN am Start zu sehen waren: Der neue 2019er Aston Martin Vantage GT3 und der überarbeitete Audi R8 LMS Evo.

    Audi R8 LMS Evo (2018) beim 8. Lauf der VLN 2018
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Taxifahrt mit Rekordhalter Ralf Schall

    Der Mercedes 190E Evo2 fuhr am Freitag zwei Runden über die Nordschleife mit dem Streckensprecher der VLN, Olli Martini, als Taxigast. Fahrer des 190E Evo2 war Ralf Schall, mit 102 Klassensiegen aktueller Rekordhalter der VLN. Beim Rennen fuhr dann Schall mit einem 997 Cup Porsche (als einziger Starter in seiner Klasse) mit.

    Taxifahrt mit dem Rekordhalter für die meisten VLN-Klassensiege Ralf Schall auf Mercedes 190E EVO2 (1992) beim 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    Auf den Plätzen 2 und 3 in der Rangliste der Klassensiege folgen übrigens Volker Strycek mit 99 und Peter Hass mit 92 Siegen, beide waren im Rennen im Fuchsschwanz-Manta unterwegs.

    Freitag-Trackday mit Exoten

    Ebenso nutzen der Volvo, der Kadett und der #100 Porsche den Freitag als Test/Trainingsmöglichkeit. Der Freitag ist offiziell kein VLN Training sondern ein Trackday, welcher jedoch regelmässig von den VLN Autos für Tests und Taxifahrten genutzt wird. Inoffiziell wird der Freitag von den Fans als Freitagstraining bezeichnet.

    Opel Kadett (1988) am Trackday vor dem 8. Lauf der VLN 2018 (50. ADAC Barbarossapreis)
    © Copyright / Fotograf: Oliver Kälke

    VW Corrado vermisst

    Den VW Corrado hätten wir gerne fotografiert und gezeigt, leider war aber der siebte Lauf der planmässig letzte Lauf der 2018-Saison. Vielleicht können wir den im nächsten Jahr vorstellen.

    Saison 2019 in den Startlöchern

    Wer nun Lust erhalten hat, einen Lauf der VLN mal zu besuchen, der möge sich die folgenden Termine schon mal eintragen.

    • 23.03. – 65. ADAC Westfalenfahrt

    • 13.04. – 44. DMV 4-Stunden-Rennen

    • 27.04. – 61. ADAC ACAS H&R-Cup

    • 13.07. – 50. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy

    • 03.08. – ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen

    • 07.09. – 42. RCM DMV Grenzlandrennen

    • 28.09. – 59. ADAC Reinoldus Langstreckenrennen

    • 12.10. – 51. ADAC Barbarossapreis

    • 26.10. – 44. DMV Münsterlandpokal


    Die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring trägt also auch 2019 neun Rennen in der ”Grünen Hölle” aus. Acht von ihnen führen über die gewohnte Distanz von vier Stunden. Das ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen bildet mit einem Plus von 50 Prozent Rennaction am 3. August den Saisonhöhepunkt. Weitere Info gibt es natürlich auf der offiziellen VLN-Seite.

    Jubiläum der Adenauer Rundstrecken-Trophy

    Zum 50. Mal jährt sich 2019 die Adenauer Rundstrecken-Trophy. Das „Heimspiel“ des MSC Adenau fand am 24. April 1976 – ein Jahr vor der Gründung der Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring – zum ersten Mal statt. Die Renndistanz war auf sechs Stunden angesetzt. Eis, Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgten jedoch für eine Startverzögerung. Die Renndistanz wurde auf 22 Runden (= 500 Kilometer) verkürzt. Die ersten Sieger waren Lothar vom Stein und Rainer Zweibäumer mit einem BMW 2002.

    BMW 2002 ti auf der Nordschleife
    © Copyright / Fotograf: Klaus D. Lehmann-Gräve

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    ···
     
    Quelle:

    Alle Kommentare

     
     
    mb******:
    06.11.2018 (21:46)
    Ein toller Bericht!
    Wir sind vor einem Jahr auch wegen dem Nürburgring nach Adenau gezogen und sehen uns natürlich möglichst jedes VLN-Rennen an. Die Vielfalt ist wirklich beeindrucken und die VLN ein Highlight und Publikumsmagnet am Ring/Nordschleife. Der Manta ist auch der Liebling meiner Frau, ebenso wie der Opel Calibra, den sie früher fuhr. Danke für die schönen Bilder.
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