Im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring fanden am 4. und 5. Juni die ersten beiden Läufe der diesjährigen Tourenwagen-Legenden-Saison statt. Die neben den “Tourenwagen Classics“ zweite deutsche Meisterschaft für historische Tourenwagen beschränkt sich auf die Achtziger- und Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts und fährt normalerweise im Rahmenprogramm der aktuellen DTM.
Beim Auftaktrennen am Freitag lies Altmeister Klaus Ludwig nichts anbrennen. In seiner Mercedes C-Klasse AMG aus der DTM/ITC-Saison 1996 setzte sich der dreifache DTM-Champion mit einem Vorsprung von 0,486 Sekunden gegen Thorsten Stadler im Schwesterauto durch. Das Podium komplettierte Patrick Huisman im Mercedes 190 E 2.5-16 EVO II des Vorjahresmeisters Gerbert Luttikhuis. Der Niederländer war damit auch Sieger der Klasse 2 für Fahrzeuge der Gruppe H mit DTM-Hintergrund.
Von der Pole-Position aus gestartet, kontrollierte Ludwig von Beginn an das Rennen. Nur eine Runde lang musste er Stadler hinterherfahren, der nach einem gekonnten Manöver für kurze Zeit Platz eins eroberte. „Der AMG-Mercedes war wie immer perfekt vorbereitet. Ich bin immer besser in den Rhythmus gekommen. Am Ende hatte ich Runde für Runde mehr Spaß“, sagte Ludwig nach dem Rennen. Eine Safetycar-Phase im letzten Renndrittel – aufgrund eines technischen Defekts an der C-Klasse von Guido Momm – brachte das Feld wieder zusammen. Stadler hatte so erneut Gelegenheit, Ludwigs Linie genau zu studieren. Einen zweiten Angriff konnte er dennoch nicht starten. „Ich habe heute auf eindrucksvolle Art und Weise wieder einmal gelernt, wer Klaus Ludwig ist“, grinste Stadler nach dem Rennen.
Auch Huisman war nach dem Rennen zufrieden. Von sechs aus gestartet, fuhr der Niederländer bis auf Platz drei nach vorne. „Ich bin bislang nur einmal in Zandvoort im Qualifying und hinter dem Safetycar mit dem 190er gefahren. Jetzt eine komplette Renndistanz – das war toll“, sagte der 54-Jährige. „Der Wagen macht so viel Spaß, ich habe jede einzelne Runde sehr genossen.“
Ex-DTM-Pilot Klaus Niedzwiedz verpasste im Ford Sierra RS 500 Cosworth den letzten Podestplatz nur knapp, sicherte sich aber den Sieg in der Klasse 3 für Gruppe-A- und Gruppe-N-Wagen. Den schnellsten Supertourenwagen (Klasse 4) pilotierte Lars Jürgen Zander. Mit dem Opel Vectra B STW belegte er hinter Josef Krings (Mercedes 190 E 2.3-16), Tim De Vos (Nissan Skyline GT-R R32) und Jannis Bernd (Mercedes 190 E 2.3-16) Rang acht im Gesamtklassement.
Sieger im zweiten Rennen am Samstag wurde Thorsten Stadler. Wie schon im ersten Lauf auf Platz zwei hinter Klaus Ludwig abgewinkt, profitierte Stadler von einer Zeitstrafe, die der dreifache DTM-Champion aufgrund eines Überholvorgangs unter Gelber Flagge von der Rennleitung nachträglich aufgebrummt bekam. Hinter den beiden C-Klasse-Piloten freute sich Tim De Vos mit seinem Nissan Skyline GT-R über Platz drei.
Infolge eines technischen Defekts am Mercedes 190 E 2.5-16 EVO I von Ferdi Weischenberg in Runde vier würfelte eine Safetycar-Phase mit anschließender Rennunterbrechung das Teilnehmerfeld durcheinander. Einige Piloten steuerten bei Roter Flagge irrtümlicherweise die Box an und mussten beim Neustart vom Ende des Feldes starten. Profiteur der Situation war unter anderem der Belgier Tim De Vos, der mit seinem Calsonic-Skyline zu seinem zweiten Klasse-2-Sieg fuhr. Der Schweizer René Ruch belegte im BMW M3 E30 Rang zwei, TWL-Vorjahres-Champion Gerbert Luttikhuis (Mercedes 190 E 2.5-16 EVO II) musste sich mit Rang drei begnügen. In der Klasse 3 hatte Hans Robert Holzer mit seinem BMW M3 E30 am Ende die Nase vorne. Marco Ayrton Damaschke (BMW 325i E30) belegte nach 14 Runden Platz zwei vor Klaus Niedzwiedz im Ford Sierra RS 500 Cosworth.
Nach den ersten beiden Rennen führt Klaus Ludwig die Gesamtwertung der Tourenwagen-Legenden mit 43 Punkten an. Holzer belegt Rang zwei vor Niedzwiedz und De Vos. Damaschke folgt auf Platz fünf. Weil er in Rennen zwei sein Ersatzauto (T-Car) einsetzte, erhält Sieger Stadler für das Rennen keine Punkte und liegt momentan nur auf dem elften Meisterschafts-Rang.
Die nächsten Rennen sollten ursprünglich im Vorfeld des DTM-Laufs auf dem Norisring am 19. Juni stattfinden, der jedoch kurzfristig abgesagt wurde. Der nächste Termin für die Tourenwagen-Legenden ist voraussichtlich am Wochenende vom 23. – 25. Juli auf dem Lausitzring, ebenfalls im Rahmen des DTM-Gastspiels.




























































































































































































































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