Pneumatik-Explosionen und gebrochene Achsen: Das Rennen von Paris nach Wien 1902
Zusammenfassung
Das 1500-km-Rennen von Paris nach Wien demonstrierte im Jahr 1902 eindrücklich, dass Rennsiege nicht unbedingt von der absoluten Motorleistung und erreichbaren Geschwindigkeiten abhingen, sondern auch von der Zuverlässigkeit. Die leichteren Wagen schlugen die grossen Autos trotz schwächerer Motoren. Ein Meilenstein!
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Zuverlässigkeit vor Motorenleistung
- Wenn der Defektteufel zuschlägt
Geschätzte Lesedauer: 4min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Als hindernisreich und voller Tücken erwies sich im Jahr 1902 das 1500-Kilometer-Rennen von der Seine-Metropole in die Walzerstadt.Rahmenbrüche, Federbrüche, festgebrannte Kupplungen und unzählige Pneumatik-Explosionen machten die Fahrt zur Strapaze. Zum ersten Male zeigte sich hier die Überlegenheit der leichten Voituretten gegenüber den PS-Boliden. Charles Jarrot, selbst Lenker eines 70-PS-Panhard, hat seine Eindrücke von diesem Marathon festgehalten: „Das Rennen Paris-Wien ist in meinem Gedächtnis mit peinlichen Erinnerungen eingegraben, so daß ich am liebsten darüber hinweggehen möchte; doch in Anbetracht dessen, daß es von einem leichten Wagen gewonnen wurde, ist es wert, erwähnt zu werden, denn zum ersten Male wurden die großen Wagen von einem Fahrzeug leichterer Konstruktion mit einem weniger starken Motor geschlagen.“
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Pneumatik ist die Lehre aller technischen Anwendungen, bei denen Druckluft verwendet wird, um Arbeit zu verrichten. Dies ist bei einem Luftreifen (Pneu) nicht der Fall. Es müsste Pneu-Explosion oder Reifen-Explosion heißen.
Diese Explosionen zählen zu den physikalischen Ursachen. Es entsteht ein expandierender Druck in einer festen Hülle (hier der Reifen), der den Pneu zum Bersten bringt. Allerdings kommt dies eher bei stark überhitzten Reifen vor. Daher kann man bei dem damaligen Rennen eher von Reifenplatzern sprechen und nicht von Explosionen. Häufige Ursachen der Reifenplatzer waren verlorene Hufnägel oder scharfkantige Steine auf den Schotterpisten sowie stark verschlissene Pneus.


Halwart Schrader – seines Zeichen Automobilhistoriker, Autor und Publizist – hat 1973 den Artikel für die Automobil- und Motorrad-Chronik mit eigenen Worten verfasst. Das sogenannte „Rennen“ von Paris nach Wien 1902 hieß anno dazumal Fernfahrt Paris-Wien oder Automobil-Zuverlässigkeitsfahrt Paris-Wien. Der Autofahrer hieß damals noch Automobilist (französisch automobiliste), in der Schweiz wohl noch ein geläufiger Begriff.
Die Pneumatik-Explosionen entstammen der Feder von Herrn Schrader.
Pneumatik ist sowohl die Lehre vom Verhalten der Gase und des Luftdrucks (18. Jh.) als auch die Bezeichnung für Luftreifen (um 1900), in Anlehnung an lat. pneumaticus, griech. Pneumatikós = „zur Luft gehörig“, zu griech. pneūma = „Hauch, Wind, Luft“. Daraus gekürzt Pneu für „Luftreifen“.
Entsprechend pneumatisch: „die Atmung betreffend, sich auf Gase, den Luftdruck beziehend, mit (Druck)luft gefüllt oder betrieben“ (19. Jh.).
Der erste Luftreifen stammt von der Dunlop Pneumatic Tyre Co.
Pneumatische Reifen = Pneumatic Tyres = Pneus Pneumatiques sind Reifen, die mit Luft gefüllt werden = Luftreifen (auch Pneu, insbesondere in der Schweiz; über französisch pneu = Reifen) und bilden mit der Radschüssel und der Felge das Komplettrad eines Fahrzeugs.









































































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