Viele Serien oder Einzelevents klagen mittlerweile über Teilnehmerschwund. Nicht so die Pista & Piloti! "Wir hätten viel mehr Autos fahren lassen können, aber 210 sind genug. Mehr geht hier beim besten Willen nicht", stellte Veranstalter Marco Wimmer klar. Das ist auch gut so, denn sonst verliert das einmalige Event seinen familiären Charakter und verkommt womöglich zu einer seelenlosen Massenveranstaltung. Am 27. und 28. August 2022 trafen sich die Besitzer der überwiegend italienischen Klassiker auf der Triwo-Teststrecke in Pferdsfeld im Hunsrück zum gemeinschaftlichen Schnellfahren.
K(l)eine Änderungen
Die Klasseneiteilung mit den Namen "Giro D'Italia", "Gran Premio Alfa Romeo", "Trofeo Alfasud Revival", "Coppa Veloce", "Campionato Formula & Prototipi" und "Gran Premio Tazio Nuvolari" wurde belassen. Das galt gleichermassen für die im letzten Jahr erstmals befahrene, über vier Kilometer lange Piste mit Rennstreckenteilen, Steilkurve und Landebahn-Passagen, an der nur rein optische Verschönerungen beim Aufbau der Schikanen vorgenommen wurden. Auf Sieg oder Bestzeit wird traditionell nicht gefahren. Jeder umrundet den Kurs so schnell er mag und kann. Eine Neuerung gab es allerdings schon, denn nach zweijähriger Corona-Pause durften erstmals wieder Zuschauer an die Strecke.
Alfa-Romeo-Übermacht
Die Marke Alfa Romeo ist nicht nur Namensgeber einer Klasse, sondern stellte mit 106 Fahrzeugen auch mehr als die Hälfte des ganzen Veranstaltungsfeldes. Angefangen von der leider viel zu kurz gebauten neuzeitlichen Modellreihe 4C präsentierten sich sportliche Modelle mit dem Kleeblatt bis hin zum Vorkriegs-Grand-Prix-Boliden vom Typ 8C Monza. Der war in seiner Klasse "Gran Premio Tazio Nuvolari" tatsächlich ein Einzelkämpfer, denn dort stellten die britischen Marken Wolsley, Riley, MG und Bentley eindeutig den Löwenanteil des erlesenen Feldes.
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Außergewöhnliche Fahrzeuge
Neben den Vorkriegsfahrzeugen gab es viele höchst seltene Fahrzeuge zu bewundern, etwa zwei moderne Saker, den ersten New Stratos von Michael Stoschek oder einen 1969er Astra RNR 1, den Hans Günther Stellwagen mitgebracht hatte. Die Marke war zunächst unter dem Label "Costin-Nathan" vom britischen Hobbypilot Roger Nathan und dem Aerodynamiker Frank Costin gegründet worden. Nathan war Marcos gefahren und hatte sich von deren Konzept, Holz in Rennwagen zu verbauen, inspirieren lassen. 1966 begannen die beiden mit dem Bau von Rennwagen. Drei Jahre später verliess Costin das Unternehmen, und Nathan wählte – lange bevor General Motors diese Idee hatte – den Namen "Astra". Statt Aluminiumblechen verwendete er mit Epoxidharz und 90 Grad Versatz verklebte, dünne Hartholzschichten in Furnierdicke zum Chassisaufbau. "Der Unterboden ist drei Zoll hoch und trotzdem extrem leicht und stabil", erläuterte der heutige Fahrzeugbesitzer.
Nachbauteile mangelhaft
Passend zum familiären Charakter des Events gab es keinerlei größere Unfälle zu beklagen, trotzdem kam es zu einer längeren Unterbrechung im dritten Durchgang, weil eine Giulia eine längere Ölspur auf den neuen Streckenteil bis kurz vor die Steilkurve gelegt hatte. Glück im Unglück für den Piloten und Fahrzeugeigner Olli Greisel: Es war kein kapitaler Motorschaden. Vielmehr hatte das Gewinde am Ölfilter nichts getaugt. "Ich hatte von Anfang ein ungutes Gefühl bei dem Ding. Nachbauten aus China sind nun mal nicht Made in Germany oder Made in Italy", ärgerte sich der Bayer.
Je zweimal wurde bisher in Frankfurt und Michelstadt gefahren, jetzt zum dritten Mal in Pferdsfeld. Das Wetter ist sich dabei stets treu geblieben: Von Anbeginn Regen und Sonnenschein im Wechsel. In diesem Jahr war wieder Sonne angesagt. Also wird es 2023 wohl wieder regnen...
















































































































































































































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