Jarama Classic 2017 - die Gentlemen fuhren im spanischen Sonnenschein

Erstellt am 5. April 2017
, Leselänge 5min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Peter Auto 
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Der Rennkurs von Jarama in der Nähe der spanischen Metropole Madrid existiert seit den späten Sechzigerjahren und war über Jahrzehnte Austragungsort von Formel-1-Grand-Prix-Rennen. Seit den frühen Achtzigerjahren allerdings gilt der von Johannes Hugenholtz entworfene Rennkurs als zu eng und seither werden vorwiegend Sportwagen- und Motorradrennen ausgetragen.


Rennstrecke von Jarama - Impressionen von der Jarama Classic 2017
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Auch Klassik-Veranstaltungen nützen den durch eine lange Gerade und viele enge Kurven gekennzeichneten relativ kurzen Rundkurs, am 31. März und 1. April gastierten die Rennserien von Peter Auto bei besten Wetterbedingungen auf dem “Circuito del Jarama”.

Nicht ganz so schlimm wie Sebring

“Die Strecke ist ziemlich uneben, allerdings nicht ganz so schlimm wie Sebring”, erzählte Christian Traber, der braungebrannt vom Rennwochenende zurückkam und fügt an: “Weil der Rundkurs mit 3,4 km relativ kurz ist, braucht man auch nicht riesige Startfelder, um interessante Rennläufe zu organisieren”.

Tatsächlich waren einzelne Rennkategorien eher knapp besetzt, in der Gruppe C etwa stellten sich nur rund ein Dutzend Teilnehmer dem Starter.

Grosses Publikumsinteresse

Den rund 10’000 Zuschauer wurde aber einiges geboten, insbesondere ein grosses Spektrum von Epochen.


Gut besuchtes Fahrerlager bei bestem Wetter in Jarama - Impressionen von der Jarama Classic 2017
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Während bei der Legends Trophy Autos wie der Bugatti 35C, BMW 328 oder Delahaye 135 S wie vor 90 Jahren gegeneinander fuhren, kämpften bei den Gruppe-C-Rennwagen Mercedes-Benz C11, Porsche 962 oder Jaguar XJR12 wie vor knapp 30 Jahren miteinander.

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Gentlemen-Fahrer

Natürlich fahren auch bei den Peter Auto Veranstaltungen Profis und ehemalige Berufsrennfahrer mit, das Gros aber sind Gentlemen-Racer, die einfach eine gute Zeit auf der Rennstrecke haben wollen. Entsprechend unterschiedlich sind denn auch die Autos und die Piloten bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit. Dass dabei logischerweise auch grössere Rundenzeitdifferenzen und Abstände entstehen versteht sich da von selbst.


Porsche 962C (Nisseki) (1990) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe Group C
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Für die Zuschauer (und die Betrachter der Fotogalerie in diesem Artikel) wichtiger aber sind die Autos, und dass man sie sehen, hören und riechen kann.

Porsche 917, Toyota 92 CV und Shelby Daytona

Drei Beispiele von besonders raren Rennwagen, die in Spanien mitfuhren, sollen hier erwähnt werden.


Porsche 917 KH (Martini Racing) (1970) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe CER1
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Da war einmal der Werks-Porsche 917 in Kurzheckspezifikation und Martini-Bemalung, den man nur selten sieht. Leider schaffte er nur 9 Runden im 60-Minuten-Rennen, aber die Tonkulisse war auch so beeinduckend. Gewonnen wurde das Rennen der Langstreckenklassiker (CER 1) übrigens von Philip Bruehwiler auf einem Chevron B19 FVC von 1971, während der Ford 3 Liter Prototyp mit Claude Nahum/Bernhard Thuner auf den zweiten Rang fuhr.


Toyota 92C-V (Hawaiian, Trust) Gruppe C (1992) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe Group C
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Auch dem Toyota 92 CV von 1992, einem späten Gruppe-C-Wagen erging es im ersten Rennen nicht viel besser als dem 917, der kam sogar nur 4 Runden weit. Im zweiten Lauf lief es dann besser und der Wagen, gefahren von Gérard Lopez/Vincent Radermecker erreichte den fünften Rang. Gewonnen wurden die beiden Läufe der Gruppe C von Martin O’Connell auf einem Alba AR2 von 1983 und Tommy Dreelan/Aaron Scott auf einem Porsche 962 von 1987.


Shelby Cobra Daytona (1963) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe Sixties Endurance
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Ein weiteres Juwel fuhr im Rennen der “Sixties Endurance”, nämlich ein Shelby Cobra Daytona Coupé von 1963. Mit Rang 11 waren die beiden Rennfahrer Claude Nahum/Bernhard Thuner zwar vielleicht nicht ganz zufrieden, aber immerhin hielt das schöne Auto durch. Siegreich in diesem Zweistundenrennen waren Shaun Lynn und Emmanuele Pirro auf der Shelby Cobra 289 von 1963. Sie nahmen dem Zweitplatzierten fast eine Runde ab.

Technische Probleme

Einige Rennen zeigten, dass selbst der historische Rennsport das Material halt immer noch stark fordert. Beim Rennen der Classic Endurance 2, Prototypen und GT-Fahrzeuge der Jahrgänge 1972 bis 1980, kamen immerhin sechs der 18 Starter nach 60 Minuten nicht ins Ziel. Urs Beck beispielsweise musste das Rennen in seinem Porsche 935 K3 von 1980 bereits nach zwei Runden aufgeben.


Lola T292 DFV (1973) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe CER2
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Sieger wurden Sandy Watson/Martin O’Connell im Chevron B26 von 1974, die mit 1:35.459 nur gerade die Gruppe-C-Autos zeitenmässig ziehen lassen mussten.

Alt schlägt neu(er)

Schön war auch das Feld der Tourenwagen im “Heritage Touring Cup”. Dass am Schluss der 60 Minuten nicht einer der schönen BMW 635 CSI aus den Achtzigerjahren, sondern ein Ford Capri 2600 RS von 1971 zuerst durchs Ziel fuhren, mag überraschen, erklärt sich aber sicherlich über den Ausbau-/Reglements-Standard der einzelnen Fahrzeuge.


Ford Capri 2600 RS Ripolin (1971) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe HTC
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Während die ersten drei Plätze an Ford gingen, fuhr dahinter ein BMW 3.0 CSL und ein Volvo 240 T der Gruppe A von 1984 ein. Bunt gemischt jedenfalls war dieses Starterfeld, Christian Traber fuhr beispielsweise mit einem BMW 2002 ti mit und kämpfte gegen Escorts, BMW 635 CSI oder Alfa Romeo 1750 GTAm.

Die Schönsten

Hätte es einen Schönheits- und Eleganz-Pokal gegeben, er wäre vermutlich an eines der Autos der Trofeo Nastro Rosso gegangen. Maserati T61, Bizzarrini 5300 GT, Ferrari 250 GT SWB, Alfa Romeo Giulia TZ, Maserati 300 S, Porsche 550, Porsche RSK, Ferrari 275 GTB, usw. - das Blut der Fans von Heissblütern geriet nur schon beim Anblick in Wallung.


Bizzarrini 5300 GT (1965) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe Trofeo Nastro Rosso
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Beide Rennen wurden vom beherzt fahrenden Guillermo Fierro im Maserati T61 Birdcage von 1960 gewonnen, Peter Muelder im Bizzarrini 5300 GT wurde zweimal Zweiter und dies trotz eines Missgeschicks in einem Lauf.


Bugatti 35C (1927) an der Jarama Classic 2017 - Gruppe Trophee Legende
Copyright / Fotograf: Peter Auto

Bei den optisch ebenfalls sehr attraktiven Vorkriegsautos der “Trophée Legende” siegen in beiden Läufen die Halusas, im ersten Martin Halusa im Bugatti 35 C von 1927, im zweiten Lukas Halusa auf Alfa Romeo 8C 2300 Zagato von 1932.

Viel Verkehr

Ein richtig umfangreiches Starterfeld gab es in den beiden Rennen um die “Iberian Historic Endurany” Trophäe, immerhin legten 35 Fahrzeuge los, als die Ampel im ersten Rennen auf Grün schaltete. Als Sieger abwinken durften sich Detlef von der Ljeck und Ralf Kelleners im De Tomaso Pantera, die allerdings im zweiten Rennen nicht mehr am Start waren.

Den zweiten Lauf entschieden dann Pedro Bastos Rezende und Miguel Pais do Amaral auf einem Porsche 911 3.0 RS für sich. Auch in dieser Rennserie gab es herrliche Autos zu sehen, etwa einen Diva F10, einen Datsun 510/1600 SS und sogar einen Ford Anglia, nebst den schon zum Standard gehörenden Porsche 911, Jaguar E-Types und Lotus Elan.

Keine Monoposti

Was es in Jarama nicht zu sehen gab, waren Einsitzer. Diese kündigt Patrick Peter, der Organisator, aber für Spa Classic vom 18. bis 20 Mai 2017 an. Dort soll nämlich mit der “Euro F2 Classic” ein Lauf mit rund 20 attraktiven Formel-2-Wagen für Furore sorgen. Man darf schon jetzt gespannt sein.

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