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Toffen Oktober 2020 Auktion
Bild (1/1): BMW 2002 ti kk (1974) - Bodo Günther mit Charlie Gozel auf Schotterwegen (© Archiv Bernhard Brägger, 1974)
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  • Aus Bräggers Rallye-Tagebuch der Siebzigerjahre - die schnelle Lady in der Coppa Liburna

    Erstellt am 8. Oktober 2012
    Text:
    Bernhard Brägger
    Fotos:
    Archiv Bernhard Brägger 
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    In den 70er-Jahren standen für italienische und schweizerische Rallyefahrer zwei Rallies in grosser Gunst: das Rallye di Lugano und die Coppa Liburna. Das Rallye die Lugano wurde in Lugano oder auch Melide gestartet, führte dann zur italienischen Grenze und da grinsten sie schon hämisch, die vom damaligen Direktoren di Corsa Giorgio Bobone offerierten, knüppelharten Trampelpfade rund um die kleine Wallfahrtskirche San Antonio im über 1200 m hohen Bergzug zwischen Luino und Laveno.

    Alpine-Renault A110 1600 (1974) - Hugo Müller und Louis Hafner auf der Sonderprüfung "Marmorosa" der Coppa di Liburna
    © Copyright / Fotograf: Archiv Bernhard Brägger

    Durch Bachbett und Landwirtschaftspfad

    Zu den fürchterlichsten Gassen zählte aber jene von Luino über Ponna nach Pigra. Die „Ponna“, wie wir sie nannten, war eine nur Traktoren und ähnlichen landwirtschaftlichen Fahrzeugen vorbehaltene Verbindung zwischen dem Lago di Lugano und dem Lago di Como. Das Rallye di Lugano zählte zur Schweizermeisterschaft und einige Male auch zur Europameisterschaft. Der Koeffizient 2 zog immer international bekannte Leute in den Süden, hin zu den oberitalienischen Bachbetten, hin zu den Kurvenorgien in den Kastanienwäldern.

    Bekannteste Sieger war 1974 Walter Röhrl/Jochen Berger auf einem 206 PS starken Opel Ascona und 1976 Claude Haldi/ Bernard Sandoz auf Porsche Carrera.

    Die Schweizer in Italien

    Bei der Coppa Liburna mit Wagenabnahme und Start in Livorno und den Spezialprüfungen in der Toscana wären die Italiener unter sich gewesen, hätten sich nicht jeweils rund 40 Schweizerequipen dem Starter in Livorno gestellt. Savary, Locher, die Gebrüder Carron, Wintsch oder Balmer versuchten den italienischen Werksfahrern wie Pinto, den Cambiaghis, Bianchi, Ambrogetti und „Tony“auf den Zahn zu fühlen. Stratos, Fiat Spider Abarth, Lancia HF waren ihre eingesetzten Spielzeuge - Werkspielzeuge.

    Die meisten Schweizer kamen mit eher biederen, privaten Rallyewagen angereist. Die Coppa Liburna zählte zur italienischen und schweizerischen Rallyemeisterschaft. Gefürchtet wurde von allen die Schotterpiste „Marmorosa“ in der Gegend von Campiglia. Zur fahrerisch anspruchsvollsten gehörte mit 179 Kurven die „Sassetta“ mit Start in Suvereto.

    Die schnelle Anna Cambiaghi

    Anna Cambiaghi schockt am Rallye di Lugano 1974 mit einem Fiat 124 Abarth Rally die gesamte Schweizer-RallyeeliteNoch viele Nächte nach der SP „Madonna di Campagna“ in Sichtweite des Mendrisiotto, soll Bodo Günther - ein bekannter Schweizer-Rallyefahrer aus Zürich- schweissgebadet aufgewacht sein, verstört nach Charlie seinem Copiloten rufend: „Sie kommt, sie kommt, wo soll ich ihr Platzmachen auf dieser verdammt engen Schottergasse?“

    Wer ist diese sie? Wer jetzt ein schadenfreudiges, fragendes Grinsen aufsetzt, hat nie die schnelle Anna erlebt, die Anna Cambiaghi mit Beifahrerin Luana Vanzi auf einem Fiat 124 Abarth Rally. Und wie sie kommt, die Anna, mit aufgeblendeten sechs 100-Watt-Lampen von Carello, als ob sie den BMW 2002 von Günther zum Verglühen bringen wolle!

    Bei der Durchquerung der Kiesgrube kurz vor dem Ziel gibt es Platz und Anna bedankt sich mit einem infernalischen Steinhagel an die Front des BMW und holt sich in ihrer noch kurzen Laufbahn Platz 2!

    Nur Jungstar Walter Röhrl auf Opel Ascona konnte der italienischen Rallyefahrerin die Stirne bieten und die Rallye auch gewinnen. So geschehen am Rallye di Lugano 1974, einem Lauf zur Rallye-Europameisterschaft. Dieser Sieg bedeutet zugleich den Titel Rallye-Europameister 1974. Jochen Berger, Walter Röhrls Beifahrer wörtlich, emotional: „Die Sonne ging auf, der Job war getan, wir hatten unseren sechsten Saisonsieg sicher und genossen das Gefühl, Europameister zu sein. Einfach gigantisch!“

    Rechtzeitig zur Hochzeit

    Die Coppa Liburna war immer wieder gut für absonderliche Geschichten. Auch 1975. Der Goldauer Hugo Müller war mit einer schweren Hypothek angereist. Hoch und heilig hatte er beim Wegfahren von zu Hause seinen Verwandten versprochen, sich rechtzeitig zur Hochzeit einzufinden. Diese sollte am Samstag, den 20. September um 16 Uhr beginnen. Die Coppa Liburna dauerte normalerweise vom Freitagnachmittag bis in die frühen Morgenstunden des Samstags. 1974 also in der Nacht vom 19. auf den 20. oder die Nacht vor der Hochzeit.

    Kein Problem für Hugo. Zuerst das Rallye, dann die Vermählung!. Ein persönlicher „Taxifahrer“ aus dem Kollegenkreis übernahm die Aufgabe rechtzeitig am Ziel in Livorno Hugo in Empfang zu nehmen und ausgeschlafen, frisch geduscht, gestylt bei der Kirche in Goldau abzuliefern.

    Bei der Anfahrt zum parc fermé – die Rallyewagen standen seit der Wagenabnahme unter Bewachung mitten in Livorno - setzte sich Hugo hinter das Lenkrad des Servicewagens, während sich alle andern unseres Teams, - Fahrer, Beifahrer und Assistenzkollegen -  inmitten von Werkzeugkisten, Wagenhebern, Benzinknistern und Ersatzreifen verkrochen. Unser Chauffeur schien mir im regen Mittagsverkehr eine Spur zu aggressiv.

    Noch ging es um nichts. Und für das Abstempeln der Zeitkarten durch den „Commissario Technico“ reichte es noch lange. „Wenn das nur gut kommt mit der Hochzeit? Zwischenfälle, Verspätungen auf den Zeitplan sind ja üblich im Rallyesport.“

    Doch ich schwieg. Im Moment war ich dem Hugo völlig ausgeliefert. Der kurbelte wie wild am Deichsel, quetschte den alten Ford Transit zwischen Gegenverkehr und parkierten Fiats durch die engen Gassen von Livorno. Endlich kam die letzte, uns alle vom Spuk erlösende Vollbremsung. Wir waren am Start. Bleich, aber gesund!

    „Es kommt, wie es kommen muss,“ würde ein Pessimist sagen. Doch lassen wir Hugo selber erzählen:

    „Es ist so gegen 3 Uhr morgens. Die ‚Marmorosa‘ wartet auf uns. Copilot Louis Hafner beugt sich über sein Gebetbuch, stellt die beiden Zählwerke des Twinmasters auf null. Kontrolliert die Uhren. ‚Tre, due, uno – via!’
Die Alpine stürzt sich in die schmale Gasse hinein. Der Marmorschotter hier aus Campiglia ist nicht so bekannt und legendär wie jener aus Carrara. Doch um die Reifen aufzuschlitzen, die Hinterachse zu zerstören, reicht er allemal aus. Es ist als ob die Alpine alle herumliegenden Steine der ‚Marmorosa‘ in sich hineinfrisst, sich an ihnen verschluckt, hustet, von Blähungen und Krämpfen aufschreit und den zu Staub gemahlenen Schotter stöhnend ausscheidet! Dann eine lange Rechtskurve - eine R4 - gefolgt von einer Kuppe. Der Bühnenvorhang öffnet sich. Die Alpine bricht schlagartig hinten aus, der Winkel wird immer abenteuerlicher, gegenlenken und noch mehr Gas geben, helfen nichts mehr. Die Strasse geht aus. Wir fliegen über das Strassenbord hinaus, setzen bei der Landung zu einer Rolle seitwärts übers Dach an. Geistesgegenwärtig reisse ich am Stromunterbrecher. Stockdunkel. Louis schreit nach Licht. Ob er die Bühne ausgeleuchtet haben will? Der verstrebte Bügel über unseren Köpfen verhindert, dass die Kiste und wir flachgedrückt werden. Irgendwie kommt die Alpine nochmals hoch und landet auf allen vieren. Grabesstille! Wir kriechen aus der zerquetschen Kiste. An uns stellen wir keine schweren Beulen fest. Louis jammert etwas von Kopfschmerzen und einem steifen Hals. Was jetzt? Der Mondschein fällt auf einen schmalen Weg, der hinauf zu Strasse führt. Ich bringe den Motor zum Laufen und über Gras und Steine, Sträucher und Sandhaufen holpern wir auf die Strasse zurück. Vorsichtig fahren wir den Rest der SP ab. Zehnmal werden wir überholt. Die Lust auf Vollgas ist uns beiden vergangen. Auf dem kürzesten Weg erreichen wir Livorno. Immer noch leicht geschockt. Unverzüglich steige ich ins Kollegentaxi um und ab geht es zur Hochzeit – zur Hochzeit meiner Schwester notabene!“

    Im zweiten Teil des Rallye-Tagesbuchs wird stehen, wie Beifahrer Heinzer durch rechtzeitiges Offenen der Beifahrertüre die Rolle talwärts zu verhindern weiss.

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    ···
     
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