Bereits zum 12. Mal sperrten die Verantwortlichen vom 1. bis 4. September 2016 die Strecke von Langwies nach Arosa, um schnellen historischen Renn-, Sport- und Tourenwagen auf einer abgesicherten Strecke die Gelegenheit zu geben, zu zeigen, was in ihnen steckt.
Im Gegensatz zu den meisten anderen derartigen Veranstaltungen bietet die Arosa ClassicCar auch eine FIA-konforme Rennkategorie, bei der voll auf Zeit gefahren wird. Entsprechend aufwändig gestaltet sich denn auch die Streckensicherung, was aber natürlich auch den Gleichmässigkeitsfahrern entgegen kommt.
Geänderte Streckenführung
Die Fahrer mussten sich bei der 12. Arosa ClassicCar etwas umgewöhnen, denn die Streckenführung war bei Litzelrüti leicht angepasst worden. Die Strecke war etwas runder und flüssiger geworden, dafür aber war der Asphalt neu. Piloten auf Vorkriegsautomobilen meinten, dass sich die Anpassungen zeitenmässig nicht auswirkten, während die ganz Schnellen sich über den wenig griffigen Belag beklagten. Stärker auf die Rennzeiten dürfte sich aber die enger gesteckte Schikane beim Bergabstück ausgewirkt haben und auch die Schikane im Zielbereich sorgte für eine weniger flüssige Fahrt.
Insgesamt aber zeigten sich die Teilnehmer sehr zufrieden, denn unabhängig von den Änderungen gehört die Bergrennstrecke von Arosa schliesslich zum Besten, was man überhaupt fahren kann, wenn man einmal die 7,8 km lange und mit 76 Kurven gespickte Streckenführung (halbwegs) im Kopf hat.
Viel Publikum
Das geradezu rekordmässig schöne Wetter führte mehr noch als in vergangenen Jahren auch zu einem grossen Ansturm an Besuchern. Gegen 25’000 bis 30’000 Zuschauer wurden vom Veranstalter geschätzt und diese kriegten auch einiges zu sehen. Jeweils zwei Läufe pro Kategorie fanden an den drei Tagen Freitag bis Sonntag statt, ergänzt durch einen Fahrzeugcorso am Donnerstag Abend. Die Hotels waren dieses Jahr besonders gut von Rennfans besucht, was auch der Ferienregion wohl tut, gehört doch der September nicht zu den umsatzstarken Monaten.
Neben den Trainings- und Rennläufen konnten sich die Besucher auch im offenen Fahrerlager umsehen und mit den Piloten Erfahrungen austauschen.
«911 Profi's -»
8370 Sirnach TG / Ostschweiz, Schweiz
- Fahrzeughandel
- Fahrwerk
- Radio / HiFi
- Cabrioverdecke
- Elektrik / Elektronik / Kabelbäume
- Autoglas
- und weitere ...
Porsche, RUF
In Vaters Fussstapfen
Fredy Amweg wird in der Schweiz “Bergkönig” genannt, denn er gewann in seiner Karriere unzählige Bergrennen in der Schweiz. Da waren natürlich auch die Erwartungen an seinen Sohn gross, der 2016 gegen den Wiederholungssieger Roger Moser im Martini MK28 BMW Formel 2 von 1983 antrat.
Nur, jener musste bereits im Training einen Ausfall beklagen und so gab es für Thomas Amweg keinen wirklichen Gegner für seinen Ralt RT1 von 1978 mehr.
Also kämpfte er nur gegen sich selber, aber dies tat er mehr als erfolgreich. Mit seinen Slicks, deren Reifendruck Vater Fredy noch vor dem Start minutiös geprüft wurde, brannte er mit 4:17.83 einen neuen Streckenrekord in den Asphalt. Beeindruckend! Mit einer Gesamtzeit von 12:57.64 aus den besten drei Läufen distanzierte er den Zweiten Duschletta im Porsche klar.
Keine Banane
“Chiquita” erinnert uns natürlich alle an Bananen, die eben diese Marke trugen. Doch der Chiquita-Kleber war nicht nur auf den gelben Schalenfrüchten zu finden, sondern auch auf Fahrzeugen der Marke Porsche. Die 911 des Bauhaus-Teams waren entsprechend gelb gespritzt und durchaus erfolgreich, so schaute z.B. ein Klassensieg bei den 1000 km Nürburgring heraus.
In der Bergwelt dürfte der Porsche, der immer noch auf Rundstrecke übersetzt war, nicht ganz optimal vorbereitet gewesen sein, die Zeiten aber, die Urs Beck vorlegte, reichten zum dritten Gesamtrang hinter Amweg und dem deutlich stärkeren Porsche 911 2.8 RSR von Duschi Duschletta, sowie natürlich zum Klassensieg. Beck dazu: “Der leichte Wagen ist sehr gut zu fahren auf der Bergrennstrecke, natürlich fehlt etwas Leistung, zumal wir von Doppel- auf Einfachzündung umbauen mussten, aber das Resultat spricht für sich.”
Sehr schnell unterwegs war auch Markus Jörg im sechzigjährigen Lotus 11 Le Mans, Zeiten unter fünf Minuten sind beeindruckend, wenn man sich die Reifenbreite und die Motorleistung des kleinen Sportwagens anschaut.
Immer ganz vorne dabei war in den letzten Jahren Sue Darbyshire aus Grossbritannien, wenn sie in ihrem Morgan Super Aero von 1928 ins Ziel kam. Die sehr konstanten Zeiten um 05:30 zeigen, dass die Dame ihr fast neunzigjähriges Morgan Dreirad genauso im Griff hat, wie die Strecke. Und - längere schwarze Streifen malte am Start niemand auf den Boden als die angriffige Lady.
Schnelle Überraschung
Es ist kein Geheimnis. Wer gleichmässig fahren will, muss einfach an seinem persönlichen Limit fahren. Dies bewiesen einmal mehr die Ergebnisse in der Sport Trophy, bei der es um einen minimalen Abstand zwischen den beiden zeitgleichsten Bergfahrten ging.
Am besten schaffte dies Stephan Furter, der vermutlich nicht einmal eine Uhr in seinem Wagen mitführte, nur schon deshalb, weil dies zusätzliches Gewicht bedeutet hätte und davon wollte Furter möglichst wenig dabei haben. Seinen Tourenwagen, einen Ford Cortina Mk2 aus dem Jahr 1970, hatte er sorgfältig vorbereitet, dem Ford Kent mit Querstromkopf Feinarbeit gegönnt und die Gewichtsverteilung soweit möglich optimiert. Mit Erfolg, denn die Zeiten um 5:05 hätten sich auch in der Rennklasse mehr als sehen lassen.
Auch bei der Sport Trophy war er bei den ganz schnellen, wichtiger aber waren die nur 0.03 Sekunden Abstand zwischen Lauf 1 und 4. Hinter Furter folgte Andreas Portmann im Porsche 911 Carrera und Alexander Boller im Ford Galaxie 500, der wegen seines brachialen Motorsounds einer der Lieblinge der Zuschauer war, obschon Ruedi Stoop im Ford Falcon fast noch eindrücklicher von der Startlinie loszog.
In der Sport Trophy waren auch einige Vorkriegsautos unterwegs, darunter Gian-Pietro Rossetti, der im Riley TT Sprite von 1936 die geringste Zeitdifferenz der Vorkriegler aufwies und Ruedi Schawalder, der zwar nicht besonders gleichmässig, dafür aber mit urtümlichem Getöse seines 14-Liter-Motors den Berg hochzog.
Nicht zu schnell
Eine Richtzeit von 5:28.50 war in der Classic Trophy vorgegeben, wer schneller fuhr, dessen Zeit wurde gestrichen. Dies passierte ausgerechnet dem Sieger der Gesamtwertung, Werner Carl Weber in seinem silbernen Porsche 924 Carrera GT.
Doch auch ohne eine vierte Zeit schaffte er mit 0.04 Sekunden Zeitabstand der besten beiden Läufe den Sieg, gefolgt von Armin Labhart im Porsche 356B Super 90 von 1962. Als Dritter durfe sich Roman Becvarik im Ferrari Dino 308 GT4 von 1975 feiern lassen.
In ungewohnter Umgebung
Einen BRM P180 von 1972 wird man sicherlich auf der Rundstrecke, nicht aber am Berg erwarten, schliesslich handelt es sich dabei um einen Formel-1-Monoposto mit einem wahrlich klangstarken BRM-3-Liter-V12-Motor. Jean-Pierre Beltoise gewann mit diesem Wagen ein nicht zur F1-Weltmeisterschaft zählendes Rennen am 22. Oktober 1972 in Brands Hatch. Dass man ein derartiges Auto in der Bündner Alpenwelt erleben kann, ist fast schon ein kleines Wunder.
Auf Bestzeit fuhr Holger Lange damit allerdings nicht, schliesslich war er im Feld “Alpine Performance” angemeldet, genauso wie z.B. ein Graham Page, den man auch nicht alle Tage bei einem Bergrennen antrifft. Leider konnte dessen Fahrer Furter nicht alle Läufe besteiten.
Mit diesem Schicksal war er allerdings nicht alleine, denn es gab halt wie immer einige Ausfälle wegen technischer Probleme und auch einige glücklicherweise glimpflich verlaufende Abflüge. Insgesamt konnten die Arosa-ClassicCar-Organisatoren am Sonntag Abend aber zufrieden auf einen weitgehend unterbruchsfreien Ablauf zurückblicken. Auf das nächste Mal warten die Besucher und Fahrer schon gespannt.
Die gesamten Ergebnisse der Arosa ClassicCar sind auf der Veranstaltungs-Website einzusehen.























































































































































































































































































































































































































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