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Bild (1/4): Piaggio Vespa 400 (1961) - Hübscher Geselle (© 2019 Courtesy of RM Sotheby's, 2020)
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    Piaggio Vespa 400 – Italienischer Strassenfloh aus Frankreich

    Erstellt am 31. Januar 2020
    Text:
    Daniel Koch
    Fotos:
    2019 Courtesy of RM Sotheby's 
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    In Europa wollte man nach dem Krieg den den lang ersehnten Frieden geniessen und die Welt entdecken, doch die Mobilität nahm nur langsam Fahrt auf. Nach einem Boom der Motorroller vom Schhlage der Vespa oder einer Lambretta kamen in Deutschland die Kabinenroller auf die Strasse, und in Italien wurde mit dem Fiat 500 Topolino mobilgemacht. Der beliebte "Topo" wurde 1955 vom 600 abgelöst, dem 1957 der 500 folgen sollte.

    Lange Entwicklungszeit

    Ab 1952 entwickelte auch der Vespa-Hersteller Piaggio einen Zweisitzer mit vier Rädern, der 1957 fast gleichzeitig mit dem Fiat Nuovo 500 auf den Markt kam. Vermutlich hat sich Piaggio wegen der Konkurrenz des "Cinquecento" wenig Absatzchancen in der Heimat ausgerechnet, und setzte daher auf Frankreich als Markt. Konsequenterweise wurde der Piaggio Vespa 400 dann auch bei der Tochterfirma "Société ACMA" (Ateliers de Construction de Motocycles et Automobiles) in Fourchambault bei Nevers gebaut.

    Piaggio Vespa 400 (1961) - Fünf Jahre Entwicklungszeit, und fünf Jahre wurde er gebaut
    © Copyright / Fotograf: 2019 Courtesy of RM Sotheby's

    Prominenz bei der Vorstellung

    Die Präsentation am 26. September 1956 in Monaco bekam viel Beachtung, nicht zuletzt, weil man mit Juan Manuel Fangio, Jean Behra und dem Monegassen Louis Chiron drei berühmte Grand Prix Fahrer einlud. Am 3. Oktober 1957 am Autosalon Paris erhielt der Winzling viel Applaus von Fachpresse und Publikum.

    Piaggio Vespa 400 (1957) - Sie konnte sich wohl nicht für eine Farbe entscheiden und hat gleich zwei Stück gekauft
    © Archiv Automobil Revue

    Im Oktober 1959 schrieb die Zeitschrift "hobby" zum Vespa 400: "Mit seiner hübschen Linienführung spekuliert er auf Käufer, die etwas Besonderes haben wollen. Ausser dem netten Aussehen hat der Vespa 400 noch ganz andere Qualitäten, nämlich ganz erstklassige Lenkeigenschaften und eine verhältnismässig angenehme Federung. Recht solid ist der Wagen und offenbar robust sein Motor. Der macht allerdings viel Krach, und auch hier stören die verschiedendsten Geräusche. Leider aber ist dieser Zweitaktmotor weder leistungsfähig noch elastisch genug, um mit einem Dreiganggetriebe auszukommen. Der Vespa 400 ist mit Abstand der müdeste unter allen Kleinwagen."

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    Bewährtes Motorenkonzept

    Wie bei Fiat setzte man beim Zweisitzer von Piaggio auf einen luftgekühlten Zweizylinder-Heckmotor mit Antrieb auf die Hinterräder, ganze 394 ccm mass der Hubraum. Während der Fiat ein Viertakt-Herz bekam, setzte man beim Vespa 400 auf einen Zweitakter, bei dem das Öl bei jedem Tanken manuell beigemischt werden musste. Neben dem Motor befand sich der Ölvorratsbehälter mit einer Mischvorrichtung. Nach dem Tanken konnnten die getankten Liter Benzin eingestellt werden, und die Vorrichtung mischte die benötigte Menge Öl durch drehen an einer Kurbel bei. Ab 1959 wurde eine Beimischautomatik verbaut.

    Piaggio Vespa 400 (1961) - Motor im Heck
    © Copyright / Fotograf: 2019 Courtesy of RM Sotheby's

    Der Motor leistete 14 PS und 27 Nm bei 4350 U/min, was trotz der leichten 360 Kilogramm vermutlich weder für eine Beschleunigungsorgie, noch für einen Geschwindigkeitsrausch sorgte, erst recht nicht, wenn das zulässige Gesamtgewicht von 620 KG ausgenutzt wurde. Geschaltet wurde über ein Dreiganggetriebe mit unsynchronisiertem ersten Gang, und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von rund 80 km/h war als relativer Wert zu verstehen, sie hing ab von der Beschaffenheit der Fahrbahn, dem Gegenwind und der Beladung. Vorne wurden die Räder mit Schwinghebeln geführt, die in der Fahrzeugmitte in einem Torsions-Stabilisator zusammengeführt wurden, und die Federung erfolgte durch Schraubfederrn. Die Radführung hinten übernahmen Dreieckslenker, für die Federung sorgten auch hier Schraubfedern. Die Zeitschrift "auto motor und sport" attestierte dem Vespa-Kleinwagen 1958: "Der Wagen ist gut gefedert, die Fahreigenschaften hinterließen auf einer kurzen Probefahrt einen ausgezeichneten Eindruck, ebenso die hydraulischen Bremsen."

    Piaggio Vespa 400 (1961) - Über 30'000 mal gebaut
    © Copyright / Fotograf: 2019 Courtesy of RM Sotheby's

    Originelle Lösung

    Dem 285 cm kurzen und 127 cm schmalen Winzling zeichneten die Italiener eine schlichte, hübsche, selbsttragende Karosserie mit hinten angeschlagenen Türen und einem Faltdach, das bis auf Höhe der Gürtellinie heruntergeklappt werden konnte, und ihn zum Cabrio-Coupé machte.

    Piaggio Vespa 400 (1961) - Die Export-Version lieferte 20 anstatt 14 PS ab
    © Copyright / Fotograf: 2019 Courtesy of RM Sotheby's
    RetroClassicsStuttgart2020

    Ohne Luxus

    Der Innenraum war spartanisch eingerichtet, zwei dünn gepolsterte Sitze mussten für den Komfort genügen, und das Reserverad wurde unter dem Beifahrersitz verstaut. Die spärliche Instrumentierung beherbergte lediglich einen Tachometer mit Kilometerzähler, und je eine Warnlampe gaben Auskunft über die Befindlichkeit des Alternators und der drohenden Tankleere. Das Gepäck wurde, wie beim Fiat Nuovo 500, hinter den Sitzen verstaut, wo zur Not auch zwei Kleinkinder, auf optional erhältlichen Kissen, Platz fanden.

    Praktische Lüftung

    Zur einfallsreichen Klimakontrolle im Vespa schrieb die AR Zeitung im Oktober 1957: "Die in den Türen eingebauten Fenster sind, abgesehen von ausschwenkbaren Flügeln, starr, doch ist auch bei geschlossenem Verdeck eine genügende Luftzufuhr sichergestellt, indem Frischluft vom Bug des Fahrzeuges unterhalb der vorderen Stoßstange durch eine Oeffnung in den Mitteltunnel im Fussboden und von diesem in den Innenraum eintreten kann. Nach Schliessen einer Einlassklappe vorn und Oeffnen einer entsprechenden Klappe am hinteren Ende des Mitteltunnels fördert das Kühlluftgebläse des Motors warme Luft in den Innenraum. Diese wird durch flexible Schläuche auch zur Windschutzscheibe geleitet."

    Piaggio Vespa 400 (1961) - Das Kombiinstrument der Luxe-Variante
    © Copyright / Fotograf: 2019 Courtesy of RM Sotheby's

    Rettungsmassnahme ohne Wirkung

    Ab 1960 wurde der Zwerg etwas sportlicher abgestimmt, und 1961 schob Piaggio sogar eine GT-Ausführung nach, welche den 400 aber nicht mehr retten konnte, die Nachfrage sank stetig und die tägliche Produktion von anfangs 100, später 200 Fahrzeugen wurde  nie erreicht. Nachdem man zum Start im ersten Produktionsjahr 1957 1103 Einheiten baute, wurden 1958 ganze 12'130 Fahrzeugen produziert. Auch 1959 und 1960 rollten mit 8717 und 7177 Stück eine beachtliche Anzahl Vespa 400 vom Band, 1961 wurden aber nur noch 1849 Einheiten gebaut, und die Produktion endete nach insgesamt 30'976 gebauten Fahrzeugen (Quelle der Produktionszahlen: "l'Argus de l'Automobile").

    Piaggio Vespa 400 (1957) - Insgesamt wurden 30976 Stück produziert
    © Archiv Automobil Revue

    Das porträtierte Fahrzeug ist ein seltenes USA-Modell mit Meilentachometer, vermutlich mit dem damals für den Exportmarkt leistungsgesteigerten 20-PS-Motor. Es handelt sich um die "Luxe"-Ausführung, die im Gegensatz zum Einsteigermodell "Tourisme" über zwei Scheibenwischer, ein Kombiinstrument und etwas Chromschmuck verfügt.

    Der Piaggio Vespa 400 wird an der RM/Sotheby's "The Elkhart Collection" Auktion versteigert, welche am 1. Und 2. Mai 2020 stattfindet.

    Übrigens – ob es jetzt "die" oder "der" Piaggio Vespa 400 heisst, darüber lässt sich trefflich diskutieren, wir haben uns an den Artikel der Zeitschrift "hobby" aus dem Jahr 1959 gehalten, wo die männliche Form verwendet wird. Bereits 2015 haben wir dem Thema einen Blog-Beitrag gewidmet, in dem diese Frage diskutiert werden kann.

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    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    jo******:
    04.02.2020 (07:48)
    Too little is known about this little jewel. It seems, for instance, completely unbelievable that the Vespa and the Bianchina are designed by different persons. And look at the kombi-instrument, is it possible to make anything more Fiat-like than that? We know that the Agnellis took control of Piaggio in 1959 - but there was close contact before. We know that Luigi Rapi - a very underrated genius - the Bianchina designer, was not averse to some moonlighting. We need some juicy conspiracy theories here. Somewhere there might be documents proving that this car did not have it's origin in Dante Giacosa's offices before he sent Rapi to Milano to handle the Autobianchi Project. I would dearly like to see them. In the meantime the Vespa is a Fiat orphan for me.
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