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MG A Coupé - im Rallye-Trim zur Schnee-Rallye

Erstellt am 25. Januar 2012
, Leselänge 4min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
47
Archiv 
2
MG A Coupé (1959) - kein traditionelles Rallye-Gefährt, aber trotzdem durchaus dafür geeignet
MG A Coupé (1959) - Zusatzscheinwerfer machen die Nacht (fast) zum Tage
MG A Coupé (1959) - ohne die standardmässigen Stossfänger unterwegs
MG A Coupé (1959) - mit Kunststoffbeplankung und Unterbodenschutz
MG A Coupé (1959) - alle Veränderungen am Coupé sind zeitgenössischer Natur
MG A Coupé (1959) - mehr Traktion dank Quaife-Sperrdifferential
Bild von Partner Württembergische

Wenn man sich die Frage stellt, welche historischen Fahrzeuge sich wohl am besten für Rallyes eignen könnten, wird man wohl nicht auf MG A als erste Wahl kommen. Minis, Volvos, Saab 96 oder frühe Porsche 911 kämen einem vermutlich eher in den Sinn als der englische Roadster. Aber erstens gab es neben dem Roadster auch ein attraktives Coupé und zweitens sind die genetischen Anlagen eines MG A durchaus nicht ungeeignet für den Rallye-Einsatz. Und schon in den Fünfziger- und Sechzigerjahren setzten Privatfahrer und auch das Werk das A Coupé bei Sportveranstaltungen ein, da die Fahrer durch das Blechdach besser geschützt waren und der Strömungsverlauf günstiger war.

Bild MG A Coupé (1959) - nur Schnee und ein MG A
MG A Coupé (1959) - nur Schnee und ein MG A

Das MG A Coupé - schon fast eine Rarität

Gerade einmal 6’272 MG A 1500 Coupés wurden gebaut, eine wirklich überschaubare Anzahl. Trotzdem notiert der zehnmal häufiger vorkommende Roadster in den Classic-Data-Marktwerten 30-40% höher als das Coupé (aktuell etwas unter Euro 20’000 oder CHF 26’000 im Zustand 2). 

Bild MG A 1959 - MGA Coupé in der Seitenansicht
MG A 1959 - MGA Coupé in der Seitenansicht

Das hier gezeigte Coupé ist einer der letzten 48 im Jahre 1959 produzierten Linkslenker für Kontinentaleuropa und wurde als Neuwagen in der Schweiz zugelassen.

Unterschiede zwischen Coupé und Cabrio

Obwohl der unbedarfte Beobachter kaum Unterschiede zwischen dem Coupé und dem Cabrio ausmacht, zeigen sich doch einige, gerade für den Wintereinsatz, erhebliche Differenzen. Die Frontscheibe hat eine kurvigere Form. Die Türen sind anders gestaltet und bieten mit kleinen Dreiecksfenstern zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten. Sie lassen sich durch kleine Zughebel von aussen einfach öffnen. Die grosse Heckscheibe besteht aus drei Elementen und lässt viel Licht ins Interieur. Die geschlossene Kabine ist natürlich besser gegen Kälte isoliert.

Die 50 kg Gewicht, die das Coupé gegenüber dem Roadster zusätzlich auf die Waage bringt, schmerzen zwar, doch die heiztechnischen Vorzüge dürften dieses Manko an einem kalten Tag schnell vergessen lassen.

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VW Käfer 1303 Cabrio Oettinger (1979)
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Volkswagen Karmann Ghia Cabrio (1971)
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Volkswagen Bus T1 (1964)
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Vom normalen Strassenauto zum Rallye-Auto

Natürlich könnte man mit einem normalen MG A an eine Winter-Rallye gehen. Doch könnte einem der Spass bald vergehen, insbesondere wenn man sich mit der anwesenden Konkurrenz vergleicht. Trotzdem geht es natürlich nicht darum, aus einem MG A einen Lancia Delta Integrale Gruppe B zu bauen. Periodengerecht und einfühlsam soll der Umbau sein.

Das in diesem Bericht gezeigte MG A wurde umfangreich modifiziert. Dabei wurde sowohl auf Rückbaubarkeit geachtet, als auch auf ausschliessliche Verwendung von Teilen, die man schon damals hätte beschaffen können.

Bild MG A Coupé (1959) - der Judgson-Kompressor benötigt eine gut funktionierende Ölversorgung
MG A Coupé (1959) - der Judgson-Kompressor benötigt eine gut funktionierende Ölversorgung

Die Leistung des zivil gut 68 PS starken 1500-er-Motors erfuhr dank Judson-Kompressor einen etwa 30- bis 40% Anschub. Rund 100 PS und einige zusätzliche Newtonmeter Drehmoment nehmen die Angst vor Steigungen. Der riemenangetriebene Kompressor verlangte nach einer modifizierten Ventildeckel und eigener Ölzufuhr. Ein Manometer im Innenraum orientiert über seine Arbeitsleistung (Unter-/Überdruck-Anzeige).

Mit Fächerkrümmer und Sportauspuff wurde leistungsmässig und tonal noch zusätzlich nachgeholfen. Dank eines Quaife-Sperrdifferentials kann die Leistung auch auf den Boden - ob trocken, schnee- oder eisbedeckt - gebracht werden. Ein Unterfahrschutz bewahrt heikle Technikteile vor Schlägen, die entfernten Stossstangen sparen Gewicht, die mehrfach montierten Abschlepphaken helfen im Notfall. Zusätzliche Lampen vorne machen die Nacht etwas mehr zum Tage und die Spikes-Reifen auf 5,5-Zoll Minilite-Felgen sichern die Traktion. Dass noch ein Original-BMC-Feuerlöscher mit dem Fassungsvermögen eines Schnapsglases montiert wurde, zeugt vom Humor des Besitzers.

Im Wagen zudem anzutreffen sind die obligate Schaufel, Schneeketten und allerhand Hilfsmittel, falls dem Wagen der Vortrieb trotzdem mal fehlen sollte. Und auch Stoppuhren sind natürlich an Bord.

Bild MG A Coupé (1959) - serienmässiges Armaturenbrett mit nachgerüstetem Lenkrad
MG A Coupé (1959) - serienmässiges Armaturenbrett mit nachgerüstetem Lenkrad

Gemäss den Aussagen des Besitzers ist das modifzierte A-Coupé mit den grossen Rädern und den vorgenommenen Modifikationen eine richtige Bergziege, Schneeketten werden nur bei Tiefschnee oder starken Steigungen benötigt.

Losfahren ohne Drama

Der modifizierte MG A sieht noch immer aus wie ein MG A und er fährt sich auch so. Die zusätzlichen Pferdestärken und Newtonmeter machen das Anfahren und Manövrieren zum Kinderspiel, das gegenüber der Serie verkleinerte Lederlenkrad erhöht die Lenkkräfte in erträglichem Rahmen.

Das Vierganggetriebe mit unsynchronisiertem ersten Gang schaltet sich exakt und mit kurzen Wegen. Alles funktioniert wie erwartet und die Angst vor einem Einsatz in Schnee und Eis schwindet. Etwas lauter als ein serienmässiges A-Coupé ist die Rallye-Version schon, der Unterbodenschutz reflektiert mechanische Geräusche, der Kompressor heult synchron zur Motordrehzahl und der Sportauspuff räuspert sich etwas lauter als das Serienpendant. Doch damit lässt sich gut leben und man freut sich über die durchaus wirksame Heizung und die bequeme Sitzposition.

Einen zweiten Satz Räder, wie ihn Rallye-Fahrer vergangener Jahrzehnte mitführten, lässt sich allerdings nirgends mehr unterbringen. Auf dem Heckgepäckträger sind die Kleider der Besatzung in einem aufgeschnürten Koffer untergebracht.

Bild MG A Coupé (1959) - mehr Traktion dank Quaife-Sperrdifferential
MG A Coupé (1959) - mehr Traktion dank Quaife-Sperrdifferential

Wir danken Markus Tanner und der Firma ClassicCarConnection in Lichtensteig für die Möglichkeit, den roten Rallye-MG-A im Schnee probefahren zu können. Der Wagen steht zum Verkauf. Dass er mit all den Modifikationen einiges teurer ist als die Wertnotierung für ein normales Strassen-Coupé, ergibt sich von selber.

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Produktionsstatistik MG A Coupé

Modell Gebaut von/bis Anzahl
MG A 1500 Coupé 1956-1959 6272
MG A 1600 Coupé 1959-1961 2759
MG A 1600 Mark II Coupé 1961-1962 498
MG A Twin Cam Coupé 1958-1960 323
MG A 1600 De Luxe Coupé 1960-1951 12
MG A 1600 Mark II De Luxe Coupé 1961-1962 23
TOTAL Coupés 1956-1962 9887
Total MG A Roadster + Coupé 1955-1962 101081

Bilder zu diesem Artikel

Bild MG A Coupé (1959) - mit Heckantrieb macht es halt doch mehr Spass
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Bild MG A Coupé (1959) - ein tolles Erlebnis -mit dem Oldtiemr in der Schneelandschaft
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Bild MG A Coupé (1959) - der Koffer erweitert den Stauraum
Bild MG A Coupé (1959) - der Gepäckträger war schon damals ein bewährtes Zubehör
Quelle:
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