Ein Leben für den Nasenbär – Hilmar Walde und der Typ 4
Zusammenfassung
Der VW Typ 4 ist selten geworden, vor allem hierzulande. Keine 200 Exemplare fahren mehr auf Deutschlands Strassen. Gut gibt's Enthusiasten wie Hilmar Walde, die dem viertürigen Volkswagen die Treue halten. Und dies schon seit 40 Jahren. Thorsten Link hat den Sammler und Fan in seiner Werkstatt besucht.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Kaum in Deutschland anzutreffen
- Schon seit 40 Jahren am Sammeln
- Unorthodox
- Praktische Konzeption
- Von Kindesalter an infiziert
- Schon damals alles per Aufpreis
- Modernes Fahrwerk und vier Türen
- Opfer des Paradigmenwechsels
- Ende als Motorenspender
- 25 Autos geschlachtet
- Feuerwehr-Rarität
- Steigender Bestand
Geschätzte Lesedauer: 7min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Wir treffen Dr. Hilmar Walde im Hinterzimmer seiner Garage, wo er gerade dabei ist, ein Getriebe wieder flott zu kriegen. Die Ölwanne ist undicht, die Dichtung muss erneuert werden. Ersatz hat Walde mit einiger Mühe im fernen Amerika ergattert. Dort sind VW Typ 4 - Modelle üppiger verbreitet als im Heimatland. VW habe, so klagt Walde, den großen Volkswagen leider einst aus dem Konzerngedächtnis gestrichen und in diesem Zuge auch die Ersatzteilversorgung mehr oder weniger eingestellt. Dabei hatte Volkswagen ausgerechnet mit dem Typ 4 Ende der Sechzigerjahre im wahrsten Sinne Großes vor. Anders als der Typ 3, der sich konstruktiv noch stärker am Käfer orientierte, war der Typ 4, trotz aller stilistischer Zurückhaltung, beinahe eine echte „Neuentwicklung“, der Vorstoß in eine für VW gänzlich neue, gehobenere Klasse und in ein höheres Preissegment. Gewissermaßen die Krönung des Modellprogramms.
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Eine Korrektur: Einspritzung hatte jedenfalls in Deutschland nur die 1,7 l-Version mit 80 PS, 1973 hatte VW von dem Ärger mit der D-Jetronic die Nase voll und brachte die 1,8 l-Version mit zwei Vergasern und 75 PS (Normalbenzin) oder 85 PS (Super), letztere auch im VW-Porsche 914.

War glaube ich nicht sehr begeistert davon, dafür waren eher Alfas oder Lancias zuständig.
Heute sehe ich das anders, dieser tolle gelbe Variant ist schon etwas besonderes.
Solche Zeiten bei den großen Herstellern wird wohl nie wieder kommen, als man zwischen drei sehr unterschiedlichen Mittelklassemodellen bei VW die Wahl hatte.
Heute sind es ja eher kosmetische Unterschiede zwischen sehr fett und übergewichtig, meist über alle Marken hinweg.


Eigentlich entsprach der Trevi nach dem Beta ja wieder eher der etwas konservativen Linie der alten Lancia Limousinen. War irgendwie eine Kreuzung zwischen BMW E30 und Mercedes W123 und preislich dort auch angesiedelt. Platzmäßig größer als der E30 und kleiner als der W123.
Der Schock kam dann bei vielen wohl im Innenraum, bzw. bei mir die Begeisterung. So ein Armaturenbrett gab´s wohl vorher und nachher nie wieder. Keine Hartplastikkästen der 70er und 80er Jahre mehr, sondern eher Raumschiff Enterprise. Auch die Sitze richtig schön groß und mit edlen Schurwollebezügen vom italienischen Mode-Designer. Das hatte schon was und nach etwas Eingewöhnung waren die "Löcher" auch gut zu bedienen. Heizungs- u. Lüftung wurden wohl durch Druckluft gesteuert, die Scheinwerfer hatten eine automatische Niveauregulierung. Nach etwa 5 Jahren habe ich ihn dann verkauft, als sich an den Hintertüren die Verzinkung inkl. Lackschicht vom Blech lösten.
Noch heute hieße so etwas dezentes Optiktuning mit nem Schnapps mehr Leistung ... Aber deutlichem Drehmomentplus... Der Sound jedenfalls war sensationell...
Ob's das Auto wohl noch gibt?
Frank Gewiese - Köln
https://www.vw411-412friends.org/aktuelle-bestandszahlen-in-deutschland
Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren am 1. Januar 2024 in Deutschland 212 VW 411/412 zugelassen, davon 59 Zweitürer, 65 Viertürer und 88 Variant. Auf der Website finden Sie auch noch eine Fülle weiterer Informationen über den 411/412.





































































































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