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Ford Mustang Mach 1 - Überschall für die Strasse

Erstellt am 24. September 2014
, Leselänge 5min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions 
23
Erik Fuller - Courtesy RM Auctions 
20
Ford Motor Company 
7
Archiv 
7

Überschall war ein grosses Thema in den Sechzigerjahren und so erstaunt es nicht, dass Ford ein Auto nach der Schallgeschwindigkeit “Mach 1” benannte. Tatsächlich war der erste “Mach 1” Mustang als Konzeptfahrzeug bereits 1966 und sein Mittelmotor-Nachfolger Mach II 1967 mit einigem Erfolg gezeigt worden. Fast sieben Jahre früher hatte Ford sogar das Auto ohne Räder, das “Levacar Mach 1” präsentiert, das nichts weniger als die Mobilität der Zukunft vorwegnehmen wollte.

Ford Mustang Mach I Concept (1966) - so wurde er an der Detroit Auto Show 1967 gezeigt - die Front war nun schon fast produktionsnahe
Copyright / Fotograf: Ford Motor Company

Als man bei Ford also 1968 nach einem Namen für die Nachfolge des Mustang GT Ausschau hielt, konnte man auf Bewährtes zurückgreifen. Und man sparte nicht mit Zutaten, wie die Automobil Revue in der Ankündigung des 69-er-Jahrgangs notierte:

“Der Mustang sieht noch mustanghafter aus als bisher; sein kurzes Heck ist wie eh und je; die lange, oft kopierte Motorhaube ist noch länger geworden - um ganze 4 Zoll (10 cm). Dazu kommt noch ein neues - als Traumwagen schon gezeigtes - Modell, der High-Performance Mustang Mach I, mit Lufthutze mitten auf der Motorhaube, Fliessheck und einem aerodynamischen «Spoiler», der den Verdacht nahelegen soll, ohne ihn würde sich das Fahrzeug in die Lüfte erheben. Für den Mustang wird ein neuer V8-5,75-Liter-Motor geboten.”

Der Ponycar-Krieg

Tatsächlich kämpfte Ford nach dem anfänglichen Erfolg des Mustangs mit der zurückschlagenden Konkurrenz, die vor allem für dieRennstrecke und den “Drag Strip” stärkere Ponycars anzubieten hatte. Höchstens der Shelby Mustang taugte hier als Antwort und er war für die Massen zu teuer. Ford rüstete den Mustang auf, hob den Hubraum an und zeigte schliesslich mit der 428 Cobra Jet Maschine, dass man durchaus auch in der Lage war, schnelle Mustangs zu bauen.

Der erste Mach 1 im Showroom

Für das Baujahr 1969 kündigte Ford dann den “Mach 1” an, der vom Design der Mach-1-Studie profitierte und sich als sportlich aussehendes Schrägheck-Coupé zeigte, dem man kaum widerstehen konnte.

Ford Mustang Mach 1 'Cobra Jet' (1969) - die kräftigste Werks-Mustang-Variante des Jahres 1969
Copyright / Fotograf: Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions

Das Basismodelle hatten einen 351W (Windsor), also im Prinzip einen vergrösserten 302 mit rund fünf Litern Hubraum im Motorraum, welcher rund 250 PS produzierte, die man durch eine andere Vergaser-Konfiguration auf 290 PS steigern konnte. Wer noch mehr Leistung wollte, griff zum 428 Super Cobra Jet mit 6,4 Litern Hubraum und profitierte von rund 335 PS. was trotz des stattlichen Leergewichts von über 1,5 Tonnen sicher für genügend Vortrieb sorgte.

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Farbenfroh und preisgünstig

16 Lackierungen, drei Interieurfarben, fünf verschiedene Getriebevarianten, zehn Übersetzungen, sechs Motoren und Dutzende von Ausstattungsoptionen standen auf der Preisliste, um die Wahl des Mach-1-Käufers zur Qual werden zu lassen.

Hierzulande kostete ein Mustang Mach 1 mit V8-Motor CHF 24’400, dafür gab es bei BMW ein Zweiliter-Coupé 2000 CS oder bei Mercedes einen 250 C, die natürlich leistungsmässig mindestens eine Liga tiefer spielten.

Ford Mustang Mach 1 'Cobra Jet' (1969) - als Lot 248 an der RM Auction Hershey vom 9./10. Oktober 2014
Copyright / Fotograf: Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions

Mit Trommelbremsen

Trotz der brachialen Optik und dem generösen Leistungsangebot lieferte Ford den Mach I standardmässig mit Trommelbremsen an allen vier Rädern aus. Immerhin konnte man an der Vorderachse Scheibenbremsen bestellen.

Ford Mustang Mach 1 'Cobra Jet' (1969) - als Lot 248 an der RM Auction Hershey vom 9./10. Oktober 2014
Copyright / Fotograf: Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions

Wer sich bei Viertelmeilen-Rennen beweisen wollte, der konnte sich zur Cobra Jet Variante auch noch ein Drag-Paket kaufen, das eine kürzer übersetzte Hinterachse mit Sperrdifferential, veränderte Dämpfer und einen zusätzlichen Ölkühler beinhaltete. Damit war man auch für das Renn-Wochenende gerüstet.

Am Lenkrad des schnellsten Modells

1636 kg wog der March I 428 Cobra Jet, den die Zeitschrift “Car and Driver” im November 1969 testete. Fast zwei Drittel des Gewichts ruhten auf der Vorderachse und dies selbst bei vollem Tank. Diese Frontlastigkeit führte weder zu guten Beschleunigungswerten noch zu einem angenehmen Handling, befanden die Testfahrer. Rund 14 Sekunden vergingen bis der Tacho 100 Meilen anzeigte und der dabei produzierte Lärm (man kann natürlich auch über Musik sprechen) liess die Autoren die Frage stellen, ob der Wagen in gewissen Staaten überhaupt zulassungsfähig sein würde.

Als grösste Schwäche notierten die Testfahrer allerdings das Handling, das unter sehr starkem Untersteuern litt. Bei harter Kurvenfahrt würde das Drehen des Lenkrads um einen Viertel keinen Einfluss auf die Richtung des Wagens haben, meinten die Journalisten in ihrem Testbericht.
Auch mit den Scheibenbremsen waren die Testfahrer nicht glücklich, 78 Meter vergingen aus 80 Meilen pro Stunde (ca. 129 km/h) bis der Wagen stand.

Die Begeisterung für das Styling machte die Kritiken an der Technik und der Abstimmung nicht wett. “Engines are nice, Ford Motor Company. And so is 700-mph styling. Trouble is, they have to go together or they won't go at all”, war der Schlusssatz des Tests (Die Motoren sind gut, Ford Motor Company. Und auch das Überschall-Styline. Das Problem ist, dass beides zusammenpassen sollte, sonst klappt es nicht).

Anpassungen für das zweite Jahr

Für das Baujahr 1970 veränderten die Ford-Ingenieure das Aussehen der Front des Mach 1. Zudem wurde auch der Rest des Aufbaus überarbeitet, die Lufteinlässe hinter den Türen verschwanden. Andere Räder und neue Aufkleber unterschieden den Neuen ebenfalls vom Vorgänger, während innen kaum etwas angepasst wurde.

Ford Mustang Mach 1 (1970) - als Lot 182 an der RM Auction Hershey vom 9./10. Oktober 2014
Copyright / Fotograf: Erik Fuller - Courtesy RM Auctions

Dafür gab es im Motorraum Neuigkeiten, z.B. den 351 Cleveland Motor. Der 428 Cobra Jet blieb hingegen genauso wie die Super Cobra Jet Ausführung ohne Anpassungen im Bauprogramm.

Ford Mustang Mach 1 (1970) - als Lot 182 an der RM Auction Hershey vom 9./10. Oktober 2014
Copyright / Fotograf: Erik Fuller - Courtesy RM Auctions

Grösser und schwerer ins Jahr 1971

Für den nächsten Jahrgang dann wuchs der Mustang, als Plattform wurde nun die Baugruppe vom Fairlane/Torino/Cyclone übernommen. 4,8 Meter Länge und imposante 1,9 Meter Breite waren das Ergebnis des Grössenwachstums, das natürlich auch mit zusätzlichen Pfunden einherging.

Ford Mustang Mach 1 (1973) - mit ihm ging die Generation der Falcon-Plattform-basierten Mustangs zu Ende
Copyright / Fotograf: Ford Motor Company

Auch für 1972 und 1973 wurden wiederum Änderungen vorgenommen, bis dann der Beiname “Mach 1” mit dem Nachfolger Mustang II des Baujahres 1974 eine völlig andere Bedeutung erhielt.

Erfolgreich

Insgesamt kann man dem Mach 1 den Erfolg sicher nicht absprechen. Von 1969 bis 1974 wurden zusammengezählt über 210’000 Exemplare hergestellt und der Anteil an der Gesamt-Mustang-Produktion lag meist bei rund einem Viertel. Das erfolgreiche Lancierungsjahr mit 72’458 Verkäufen konnte allerdings nie mehr erreicht werden.

Die beiden hier portraitierten Mach 1 Mustang Modelle werden von RM Auctions am 9./10. Oktober 2014 in Hershey versteigert.

Weitere Informationen

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von ni******
06.10.2018 (21:16)
Antworten
Das habt Ihr aber unglücklich formuliert in Bezug auf den Hubraum, der erweiterte 351er Windsor hat fast 5,8l Hubraum, die ursprüngliche 302er hat ca 5000ccm
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