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Ein Kleinwagen macht seinen Weg - 40 Jahre Ford Fiesta

Erstellt am 7. September 2016
, Leselänge 5min
Text:
Werner Bartholai
Fotos:
Ford Motor Company 
78
Edouard Seidler / Ford / Werk 
1
Archiv 
3
Operation Fiesta /- Erste Skizze von Trevor Erskine
Ford Fiesta (1974) - Projekt "Bobcat" - einer der Prototypen als Vorgänger des finalen Fiesta
Ford Fiesta (1975) - Ghia-Variante
Ford Fiesta (1976) - Uwe Bahnsen und Claude Lobo im Design Center
Ford Fiesta (1976) - Design-Prototyp wird gezeigt
Ford Fiesta (1974) - ein Tonmodell
Bild von Partner Württembergische

Am 11. Mai 1976 rollte der erste Ford Fiesta im Ford Werk Saarlouis (Deutschland) vom Band. Mittlerweile wurden mehr als 17 Millionen Fiestas produziert. Auch die Werke in Valencia, Spanien, und Dagenham, GB, bauten den beliebten Kleinwagen. Heute verlässt alle 96 Sekunden ein Fiesta das Ford Werk in Köln.

Bild Ford Fiesta (1977) - Lifestyle der Siebzigerjahre
Ford Fiesta (1977) - Lifestyle der Siebzigerjahre

Dem Auto ging allerdings eine leidensvolle Vorgeschichte voraus, weil die Ford-Leute einem frontgetriebenen Kleinwagen gründlich misstrauten. Doch es wurde ein Erfolg daraus. Hier sollen einige wichtige Meilensteine dokumentiert werden.

1972 - Start des Geheimprojekts Bobcat

In den Charts trällerte die Band Sweet ihren Hit “Wig-Wam Bam”, bei Ford wurde ein Geheimprojekt zum Bau eines Kleinwagens lanciert. Es lag auch dem damaligen Ford Vorsitzenden Henry Ford II sehr am Herzen. Arbeiten begannen in Europa und in den USA. Zuerst ging es um Mechanik, Architektur und Marktpositionierung.

Bild Operation Fiesta /- Erste Skizze von Trevor Erskine
Operation Fiesta /- Erste Skizze von Trevor Erskine

Ein Jahr später, 1973, als aus manchem Radio “Mamo Loo” von den Les Humphries Singers erklang, war die welt fest im Griff der Öl-Krise. Der Plan von Ford, einen treibstoffeffizienten, praktischen Kleinwagen zu bauen, gewann an Bedeutung, das Ford Management gab grünes Licht für die Entwicklung.

1974 - Ein neues Fertigungswerk

Während Vicky Leandros in ihrem Schlager mit Theo nach Lodz fuhr, fuhren die Ford-Manager nach Spanien und begannen mit den Bauarbeiten am neuen 2,7 Millionen Quadratmeter grossen Produktionskomplex Valencia.

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1975 - Ein neuer Name mit Langzeitwirkung

Während Henry Ford II sich für den Namen “Fiesta” aussprach, weil er wie Ford mit “F” begann und nach Spanien klang. Bereits 1975 startete die Motorenproduktion im neuen Werk von Valencia.

Bild Ford Fiesta (1976) - Henry Ford II posiert mit einem Fiesta S
Ford Fiesta (1976) - Henry Ford II posiert mit einem Fiesta S

Abba sang derweil “SOS” und ein Jahr später “Money Money Money”, da rollte am 11. Mai 1976 bereits der erste Ford Fiesta vom Band in Saarlouis. Im selben Jahr wurden dort mehr als 86‘000 Fiesta produziert, aber auch Apple gegründet und erste Passagierflüge mit dem Überschallflugzeug Concorde durchgeführt.

Bild Ford Fiesta (1976) - Einblick in die Produktion
Ford Fiesta (1976) - Einblick in die Produktion

Am 8. Oktober eröffneten Henry Ford II und König Juan Carlos von Spanien das neue Ford Werk in Valencia. Die Volumenherstellung des Fiesta für Spanien war lanciert.

Bild Ford Fiesta Ghia Corrida (1976) - mit Flügeltüren, warum nicht?
Ford Fiesta Ghia Corrida (1976) - mit Flügeltüren, warum nicht?

Im November enthüllte Ghia auf dem Turiner Automobilsalon die ersten beiden Konzeptfahrzeuge, die auf dem Fiesta basierten: Corrida und Prima, zwei von vielen Studien, die über die nächsten Jahre der Öffentlichkeit gezeigt wurden.

1977 - Baureihen-Erweiterungen

“Ma Baker” von den Boney M tönten aus den Autoradios, als Ford dem 1,1-Liter-Fiesta eine 1,3-Liter-Version zur Seite stellte. Der Export eines leicht modifizierten Fiesta mit Rundscheinwerfern in die Staaten begann und auch in Dagenham (Grossbritannien) wurde der Fiesta nun hergestellt.

Bild Ford Fiesta (1981) - die amerikanische Version hatte runde Scheinwerfer
Ford Fiesta (1981) - die amerikanische Version hatte runde Scheinwerfer

Ein Jahr später kam Vadder Abraham mit dem “Lied der Schlümpfe” in die Hitparade, während der Fiesta den Effizienzpreis des britischen Design Councils gewann und das Werk an einer Gruppe-5-Rallye-Version arbeitete.

Als “Y.M.C.A” von den Village People in die Charts kam, da hatte bereits der einmillionste Ford Fiesta das Band des Werks Saarlouis verlassen. Ford wollte die Frauen noch stärker ansprechen und initiierte mit Jackie Stewart die Ladies Challenge, eine Art Ford Fiesta Cup für Frauen.

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1981 - Mehr Sportlichkeit

Während Kim Carnes “Bette Davis Eyes” besang, lancierte Ford den sportlichen XR2, den ersten Fiesta, der mehr als 160 km/h schaffte. Über drei Millionen Fiesta-Modelle waren bereits gebaut.

Bild Ford Fiesta XR 2 (1981) - 1,6-Liter-Motor mit 84 PS - IAA 1981
Ford Fiesta XR 2 (1981) - 1,6-Liter-Motor mit 84 PS - IAA 1981

Ein Jahr danach präsentierte Ghia den Shuttler, der auf einem Fiesta basierte, Peter Schilling wurde mit “Major Tom” zum Hitparadenstürmer.

1983 - Zweite Generation

Und dann kam die zweite Generation des Fiesta, die aerodynamischer, grösser und gleichzeitig effizienter war. Im Autoradio konnte man Mike Oldfield auf seinen Synthesizern hören.

Bild Ford Fiesta (1983) - die erneuerte Version auf dem Golfplatz
Ford Fiesta (1983) - die erneuerte Version auf dem Golfplatz

1989 - Dritte Generation

Bobby McFerrin sang “Don’t worry, be happy”, Ford lancierte im Einklang die dritte Generation des Fiesta. Er hatte jetzt Antiblockiersystem und Magerverbrennungsmotoren.

Bild Ford Fiesta (1993) - dritte Generation, nun auch mit Faltdach
Ford Fiesta (1993) - dritte Generation, nun auch mit Faltdach

Er war etwas länger und breiter mit grösserem Radstand. Und es gab ihn zum ersten Mal auch als Fünftürer sowie mit ABS.

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1990 - Mit Turbo

Sinnstiftend trällerte Sinéad O’Conner “Nothing Compares 2 U” und der am Turiner Salon eingeführte Fiesta RS Turbo passte dazu. Er war sportlicher und schneller als der weiterhin gebaute XR2i. Ein Jahr später wurden 624’186 Fiestas verkauft, Roxette intonierte “Joy Ride”.

1992, als Guns ‘n’ Roses den Hit “Knockin’ on Heaven’s Door” einspielten lancierte Ford den Fiesta RS 1800 mit 1,8 Litern Hubraum und 16 Ventilen. 1993 wurde der Fahrer-Airbag Standard.

1996 - Vierte Generation

Anders als die Fugees, die “Killing me Softly” zum Tophit machten, stoppte der Erfolg des Fiesta nicht, im Gegenteil, die vierte Generation wurde lanciert, rundlicher, aerodynamischer und mit ovalem Kühlergrill.

Bild Ford Fiesta (1995) - vierte Generation, hier als Ghia-Variante
Ford Fiesta (1995) - vierte Generation, hier als Ghia-Variante

Auf dem Fiesta basierte auch das Coupé Puma, das 1997 auf den Markt kam, während Elton John “Candle in the Wind” sang.

2001 - Fünfte Generation

Auf der IAA in Frankfurt präsentierte Ford die fünfte Generation des Fiesta, die Jungen aber hörten Shakira und “Whenever, wherever”.

Bild Ford Fiesta (2006) - die fünfte Generation wirkt deutlich erwachsener
Ford Fiesta (2006) - die fünfte Generation wirkt deutlich erwachsener

2008 - Sechste Generation

Die ursprünglichen Käufer der ersten Fiestas waren der modernen Musik schon lange entwachsen und hörten sich kaum Leona Lewis oder Kid Rock an, aber Ford präsentierte in Genf bereits die sechste Generation des Fiesta im Edge-Design.

Bild Ford Fiesta (2008) - die sechste Generation im "Edge"-Design - Cinecitta
Ford Fiesta (2008) - die sechste Generation im "Edge"-Design - Cinecitta

Im gleichen Jahr kam auch der Fiesta ST heraus, der locker über 200 km/h lief.

Im ersten Quartal des Jahres 2010 wurde der Fiesta zum meistverkauften Auto in Europa. Lena Meyer-Landrut gewann im selben Jahr den Concours d’Eurovision mit dem Hit “Satellite”. Ford präsentierte in Paris den Ford Fiesta RS WRC.

Bild Ford Fiesta (2011) - die WRC-Variante in der Schweden Rallye 2011
Ford Fiesta (2011) - die WRC-Variante in der Schweden Rallye 2011

Im Jahr darauf durfte Ford den 15-millionsten Fiesta feiern und auch den Sieg des Fiesta WRC bei der Schweden Rallye.

2016 - 40 Jahre Ford Fiesta

Während Alan Walker “Faded” sang, konnte Ford bereits auf 17,6 Millionen weltweit verkaufte Fiesta zurückschauen und den 40. Geburtstag des Erfolgsmodells feiern. Da waren die Hits der Siebziger- und Achtzigerjahre teilweise entweder zu Evergreens geworden oder in Vergessenheit geraten, der Fiesta aber blieb als Weltauto aktueller denn je. Die siebte Generation soll 2017 anlaufen und sie wird wohl weiterhin Fiesta heissen, während die Konkurrenten von Fiat, Opel oder Renault schon lange auf andere Namen hören als ihre Vorgänger der Siebzigerjahre.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Ford Fiesta (1974) - Projekt "Bobcat" - einer der Prototypen als Vorgänger des finalen Fiesta
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Bild Ford Fiesta (1976) - Uwe Bahnsen und Claude Lobo im Design Center
Bild Ford Fiesta (1976) - Design-Prototyp wird gezeigt
Bild Ford Fiesta (1974) - ein Tonmodell
Bild Ford Fiesta (1976) - Prototyp im Design-Center
Bild Ford Fiesta (1976) - Henry Ford II posiert mit einem Fiesta S
Bild Ford Fiesta (1976) - auch Roger Moore gefiel der kleine Flitzer
Bild Ford Fiesta (1976) - ganz schön in Rot
Bild Ford Fiesta (1976) - eines der ersten Bilder des neuen Kleinwagens
Bild Ford Fiesta (1976) - das Standardmodell
Quelle:
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von fr******
16.09.2016 (08:55)
Antworten
Den Fieste darf man nicht unterschätzen, auch wenn er wirklich eine Spätgeburt ist. Punkte Desgin stellte insbesondere die 1 Generation die Konkurrenz in den Schatten, selten hat es einen Kleinwagen gegeben, der so klar und sauber gezeichnet war. Auch Fahrwerk und Innenraumgestaltung überzeugten, während dem man motorenseitig eher mit durchschnittlicher Kost Vorlieb nehmen musste.
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von Ru******
13.09.2016 (08:30)
Antworten
Warum wurde denn der Ford Fiesta genommen, wo er doch im Vergleich zu allen anderen modernen Kleinwagen der 70er Jahre buchstäblich der Letzte war? Schon ein halbes Jahrzehnt früher gab es bereits den Renault 5, der trotzdem in mancherlei Hinsicht noch moderner war! Oder den FIAT 127 oder den kleinsten Vier- bzw. Fünftürer der Welt: Peugeot 104. Der allererste neuartige Kleine war übrigens der Autobianchi A112. Eine halbe Klasse darüber waren die ersten schon ab ´67(!) der Simca 1100 und ein Jahr später der geräumige und sehr komfortable Renault 6. Man merkt, in der Auflistung fehlen die Deutschen, jaja, die haben komplett verschlafen...
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